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SNB-NullzinspolitikJetzt buhlen die Banken mit tiefen Zinsen um Hypothekarnehmende

Der Zinsentscheid der Nationalbank wirkt sich auf die Konditionen von Festhypotheken aus. So tief sind die Zinsen im Juni gesunken.

Hypothek in der Schweiz: Darum gehts

  • Die SNB hat den Leitzins auf 0 Prozent gesenkt, was die Hypothekarzinsen drückt.

  • Die Banken bieten nun tiefere Zinsen für Festhypotheken an, um Kunden zu gewinnen.

  • Der Wettbewerb unter den Banken hat sich intensiviert, da sie mit mehr Kundinnen und Kunden die tieferen Margen ausgleichen wollen.

Die Inflation hat sich zuletzt deutlich abgeschwächt, während der Franken stärker wurde. Darauf reagierte die Schweizerische Nationalbank (SNB) mit einer erneuten Senkung des Leitzinses auf 0 Prozent. Die Folge: Die Hypothekarzinsen der Banken kommen unter Druck.

Denn: Die Rendite für 10-jährige Bundesobligationen lag Ende Juni bei 0,41 Prozent. Das sind 0,10 Prozentpunkte weniger als Ende März mit 0,51 Prozent. Auch die Refinanzierungskosten der Banken, sogenannte Swaps, sind gesunken. Dreijährige Swaps sind erstmals wieder negativ.

Weil die Banken ihre individuelle Marge auf den Swap-Satz addieren, wirkt sich die Veränderung direkt auf die Konditionen von Festhypotheken aus.

Zinsen für langfristige Hypotheken fallen

Die von über 30 Kreditinstituten öffentlich publizierten Referenzzinsen für zehnjährige Festhypotheken lagen am 30. Juni bei 1,77 Prozent. Ende März betrugen sie noch 1,92 Prozent, also 0,15 Prozentpunkte mehr, wie der Vergleichsdienst Comparis mitteilt.

Der Richtsatz für 5-jährige Festhypotheken lag am 30. Juni bei 1,40 Prozent. Das sind 0,23 Prozentpunkte niedriger als Ende März mit 1,63 Prozent.

Die Banken dürften nun versuchen, die sinkenden Margen durch ein höheres Volumen auszugleichen, sagt Comparis-Finanzexperte Dirk Renkert. «Dadurch wird der Wettbewerb intensiviert. Und die grossen Anbieter buhlen nun verstärkt mit attraktiven Konditionen um die Gunst der Hypothekarnehmenden.»

So gibt es zu den Richtsätzen noch grossen Spielraum. Die vom Comparis-Hypothekenpartner Hypoplus tatsächlich ausgehandelten Abschlüsse sind deutlich tiefer: Der beste ausgehandelte Zins für eine zehnjährige Festhypothek betrug am 30. Juni 1,37 Prozent. Demgegenüber liegt der Richtsatz bei 1,77 Prozent.

Es ist also ein beträchtliches Sparpotenzial vorhanden, wie die Berechnung von Comparis zeigt. Im Vergleich zum Top-Zinssatz von Hypoplus am 30. Juni mit dem Richtsatz lassen sich bis zu 36’000 Franken bei einer Hypothek von 750’000 Franken sparen.

Auch die kurzfristigen Saron-Hypotheken wurden günstiger. Nach der SNB-Leitzinssenkung auf 0 Prozent bewegt sich der Saron mit minus 0,03 Prozent sogar im negativen Bereich. Vertraglich gilt in diesem Fall aber immer ein Wert von 0 Prozent. «Die Höhe von Saron-Hypotheken wird nun ausschliesslich von der Bankenmarge bestimmt. Nur wenn die Banken ihre Margen verringern, können sich Saron-Hypotheken vergünstigen», so Renkert.

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