Immobilien Schweiz
Mehrheit für Abschaffung von Eigenmietwert wahrscheinlich
Die Chancen auf eine Annahme der Vorlage am 28. September stehen laut einer Umfrage gut.
Die Vorlage zur Abschaffung des Eigenmietwertes wird in einer am Mittwoch veröffentlichten Abstimmungsumfrage von «20 Minuten» und Tamedia von einer klaren Mehrheit der Stimmberechtigten unterstützt. In der vom Forschungsinstitut Leewas ausgewerteten Umfrage gaben 65% an, mit Ja abstimmen zu wollen. 30% gaben an, mit Nein abstimmen zu wollen, fünf Prozent machten keine Angaben.
Die Vorlage wird von Anhängerinnen und Anhängern aller grossen Parteien mehrheitlich unterstützt. Aufgrund unterschiedlicher Betroffenheiten spielen aber sowohl der Stadt-Land-Graben als auch der Altersunterschied eine Rolle. Hauseigentümer, die im Eigenheim wohnen, profitieren von der Abschaffung des Eigenmietwertes – im Gegensatz zu Mieterinnen.
In städtischen Gebieten, in denen mehrheitlich Mietende wohnen, fand die Vorlage in der Umfrage daher nur eine Mehrheit von 54%. In der Agglomeration wiederum waren 67% der Befragten dafür – in ländlichen Regionen gar 70%. Der Anteil an Wohneigentum ist in Gebirgskantonen denn auch deutlich höher als in städtischen Gebieten, schreiben die Autoren dazu.
Auch ergibt sich ein Unterschied zwischen den Sprachregionen: In der Deutschschweiz unterstützen mehr als zwei Drittel der Befragten die Vorlage. In der französischen Schweiz sind es hingegen «nur» 53%. In der italienischen Schweiz wiederum unterstützen 72% der Befragten die Vorlage. Beim Geschlecht zeigten sich hingegen keine Unterschiede.
Die Befürwortenden überzeugt laut der Umfrage mit Abstand am meisten das Kernargument, wonach es sich beim Eigenmietwert um eine ungerechte Besteuerung eines fiktiven Einkommens handle, das gar nicht existiere.
Für die Gegnerschaft stehen zwei Argumente im Zentrum: Einerseits verstärke sich die steuerliche Bevorteilung der Personen mit Wohneigentum gegenüber den Mietenden weiter, wenn die Steuer auf den Eigenmietwert wegfalle. Andererseits drohten Umsatzeinbussen für das Baugewerbe oder vermehrt Schwarzarbeit, wenn der Wegfall der Abzüge für den Liegenschaftsunterhalt Investitionen in Immobilien unattraktiver mache.
Die Vorlage weist laut den Autoren der Studie einen relativ hohen Anteil an Unentschiedenen und an «eher Ja»- und «eher Nein»-Antworten auf. Auch verwies das Forschungsinstitut Leewas auf sich verändernde Zustimmungswerte im Verlauf von Abstimmungskampagnen. Der Fehlerbereich der Umfrageergebnisse liegt laut Leewas bei 1,3 Prozentpunkten.
AWP/red
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