Immobilien Schweiz
Schweizer Hypozinsen geben nach dem Zollhammer nochmals nach
Der leichte Zinsverfall setzt sich in der ersten Augusthälfte fort, allerdings mit weniger Tempo als kurz nach dem Zollschock.
- Die Hypothekarzinsen sind im August erneut gesunken, besonders bei längeren Laufzeiten.
- Zehnjährige Hypotheken erreichen mit durchschnittlich 1,73% den tiefsten Stand seit Juni.
- Die Glarner Kantonalbank bietet via Hypomat die günstigsten Konditionen für Kurzhypotheken.
- Kein Anbieter verlangt inzwischen einen zehnjährigen Hypozinssatz von über 2%.
Die Zinsen auf Hypothekardarlehen in der Schweiz sinken auch in der ersten Hälfte des Augusts. In den vergangenen zwei Wochen nahmen die Richtwerte allerdings langsamer ab als kurz nach dem Zollhammer von Anfang Monat. Zuvor hatte sich noch eine leichte Trendwende abgezeichnet, mit stetig steigenden Richtwerten seit Ende Mai. Dies zeigt die neueste Auswertung von zwanzig Anbietern von Hypothekarkrediten in der Schweiz, die die «Finanz und Wirtschaft» regelmässig beobachtet.
Wie schon zu Beginn des Monats war der Rückgang bei den längeren Laufzeiten stärker ausgeprägt. Im Schnitt sanken die zehnjährigen Hypozinsen in den vergangenen zwei Wochen von 1,75 auf 1,73%. Dies ist das niedrigste Niveau seit Mitte Juni. Zuvor hatte es Anfang Monat einen Rückgang um 0,05 Prozentpunkte gegeben. Bei den fünfjährigen Richtwerten ging es von 1,38 auf 1,35% abwärts. Auch hier gab es zuletzt Mitte Juni geringere Angebote. In den beiden Vorwochen fielen die Sätze noch um 0,04 Prozentpunkte.
Bei den zwei- und dreijährigen Richtwerten lag der Rückgang bei jeweils 0,02 Prozentpunkten, was ungefähr so stark war wie zu Beginn des Monats. Für zweijährige Hypotheken verlangen die beobachteten Anbieter nun im Schnitt 1,17% und für dreijährige 1,22%. Nachdem der Abstand zwischen zehn- und zweijährigen Zinssätzen Mitte Juli noch einen Wert von 0,6 Prozentpunkten erreicht hatte, gibt er im August wieder nach: erst auf 0,56 und jetzt auf 0,55 Prozentpunkte. Gleichwohl dürfte sich nichts am Trend ändern, dass langlaufende Hypothekardarlehen in diesem Jahr unattraktiver werden. Von Mitte 2023 bis Mitte 2024 pendelte der Zinsabstand zwischen 0 und 0,2 Prozentpunkten. Seit August des Vorjahres geht es bereits unter Schwankungen stetig aufwärts.
Alle Anbieter senken zehnjährigen Zins auf unter 2%
Die besten Angebote bei den kürzeren bis mittleren Laufzeiten finden sich Mitte August auf Hypomat.ch, die Plattform bietet die Onlinehypothek der Glarner Kantonalbank an. Für zwei Jahre verlangt sie 0,98%, für drei Jahre 1% und über eine Laufzeit von fünf Jahren sind es 1,03%. Bei den zehnjährigen Richtwerten bietet die Versicherung Vaudoise die besten Konditionen mit einem Satz von 1,49%. Mittlerweile verlangt kein Anbieter mehr einen zehnjährigen Hyposatz von mehr als 2%. Als letzte senkte die Raiffeisen ihren Richtwert unter diese Schwelle, sie verlangt wie die Graubündner Kantonalbank 1,94%. Letztere liegt auch bei den kürzeren bis mittleren Laufzeiten mit Werten von 1,37 bis 1,57% an der Spitze aller Anbieter.
Die Richtsätze orientieren sich an den risikofreien Zinsen: Das sind die Renditen von Staatsanleihen oder die Swapsätze, die den Übernachtzins Saron auf Jahre fortschreiben. Seit Ende Juli sind die Renditen auf zehnjährige Eidgenossen jedoch stärker gesunken als die Swapsätze, was die Entwicklung bei den Hypozinsen erklären dürfte. Es deutet nach dem Zollhammer der USA gegen die Schweiz auf eine gewisse Flucht der Investoren in Sicherheit hin.
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