Der Chart des Tages
Schweizer Mieten: Stabilisierung in Sicht
Wüest Partner erwartet, dass der Referenzzinssatz für Hypotheken dieses Jahr weiter herabgesetzt wird.
Rekordhohe Eigentumspreise und ein chronischer Angebotsmangel prägen den Schweizer Immobilienmarkt. Aber bei den Mieten zeigen sich erste Bremsspuren. Zu diesem Ergebnis kommen die Immobilienspezialisten von Wüest Partner in ihrem Marktbericht.
Im zweiten Quartal stiegen die Angebotsmieten gegenüber dem Vorquartal nur noch 0,1%. Die Bestandsmieten nahmen 0,2% zu. Die Dynamik hat sich damit deutlich abgeflacht.
Die Angebotsmieten lagen im zweiten Vierteljahr aber immer noch 2,7% über dem Niveau des Vorjahrs. Seit Anfang 2022 haben sie, gemessen am hedonischen Mietindex, 15% zugelegt. In den Kantonen Genf, Jura und Obwalden hat sich das Preiswachstum der Angebotsmieten am deutlichsten abgeschwächt. In Luzern, Schaffhausen, Wallis und Freiburg ziehen die Mieten hingegen weiterhin an, angetrieben durch ein überdurchschnittliches Bevölkerungswachstum.
Und wie geht es weiter? Wüest Partner setzt auf die Referenzzinssenkung von 1,75 auf 1,5% im März. Und rechnet damit, dass bis Ende des Jahres der Referenzsatz vom Bundesamt für Wohnungswesen noch auf 1,25% herabgesetzt wird.
Viele Haushalte können also eine Mietreduktion geltend machen. Damit dürfte «der aktuelle Stabilisierungsprozess in eine rückläufige Mietentwicklung übergehen», schreiben die Experten.
Das gilt jedoch nicht unbedingt für die Angebotsmieten. Hier sorgen tiefe Leerstandsquoten und ein starkes Wachstum der Wohnbevölkerung weiterhin für Aufwärtsdruck. Die Angebotsmieten dürften gemäss Wüest Partner 2025 um rund 1,7% steigen. Das sei zwar eine Verlangsamung, aber noch nicht die Trendwende.
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