Die UBS Schweiz will von ihren grossen Hypotheken-Kunden, die Mehrfamilien-Häuser und Gewerbe-Bauten besitzen, sämtliche Details wissen.
Über ihre Mieter.
Dazu schickt sie den wichtigen Grosskunden in diesen Tagen ein Schreiben. „Aktualisierung Liegenschaftenunterlagen“ lautet dessen Titel.
Es gehe um eine „periodische Aktualisierung Ihrer Liegenschaftenunterlagen“, um sicherzustellen, dass „Ihre Finanzierungsbedürfnisse unkompliziert und rasch“ bedient werden könnten.
Dann folgt der Aufruf zur Lieferung sämtlicher Details zu den Wohnungs- und Kommerzflächen-Mieter, darunter:
„Namen der Mieter“, „Brutto- und Nettomieten“, „Leerstände und allfällige Mietzinsnachlässe“, bei Gewerbebauten zusätzlich „Mietvertragsdauer und allfällige Indexklauseln“.
Zudem will die Grossbank eine „Übersicht der Renovationen der letzten drei Jahre“.
Der Daten-Striptease ist eindrücklich. Die UBS, die nur eine Beziehung zum Besitzer der jeweiligen Liegenschaft hat, fordert die Namen aller darin Eingemieteten.
Und was diese für eine Miete leisten. Jeder für sich.
Viele der gemeldeten Mieter haben ein Konto bei der UBS. Jetzt kann die Bank ein paar Dinge zusammenfügen. Sie sieht die Miete des Privatkunden und kann mehr oder weniger abschätzen, wie gross seine Wohnung ist.
Operation „Mieterspiegel“ geschieht vor dem Hintergrund eines scharfen Kurses, den die UBS Schweiz in ihrem Hypo-Business eingeschlagen hat.
Die Bank will wissen, wie gefährlich ihre Real-Estate-Tycoons als Gegenpartei sind. Haben die genug Mieter, sind sie solvent, wird die Liegenschaft in Schwung gehalten?
Zeichen in Zeiten einer Immo-Blase, die sich immer schneller und stärker vergrössert.
