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Hypotheken Schweiz: Zinssenkungen wirken nur verzögert




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Überraschend deutliches Ja zur Streichung des Eigenmietwerts


Bern – Wer in der Schweiz in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus lebt, muss künftig den Eigenmietwert nicht mehr versteuern. Überraschend deutlich hiessen die Stimmberechtigten am Sonntag die Vorlage zur Streichung des Eigenmietwerts gut.

Abgestimmt wurde allerdings nicht über den Eigenmietwert, sondern über eine neue Sondersteuer für selbstbewohnte Zweitliegenschaften. Weil dafür die Verfassung angepasst werden muss, brauchte es ein Ja von Volk und Ständen. Und dieses Ja machte das Parlament zur Voraussetzung für die Abschaffung des unbeliebten Eigenmietwerts.

Rund 1’579’300 Stimmende legten nach Angaben der Kantone und des Bundesamts für Statistik am Sonntag ein Ja in die Urnen, und gegen 1’156’600 ein Nein. Das ergab einen Ja-Anteil von 57,7 Prozent. Die Stimmbeteiligung lag bei 49,5 Prozent. Das Ständemehr war nie in Gefahr: In 19 Kantonen wurde die Vorlage angenommen, in 7 abgelehnt. Dabei zeigte sich der Röstigraben selten deutlich.

Gegen die Empfehlung der Regierungen
Die sechs Kantone der Romandie lehnte die Vorlage deutlich ab, aber ebenso deutlich Ja stimmten die anderen Kantone zu. Einzige Ausnahme ist hier Basel-Stadt: Der Stadtkanton hätte den Eigenmietwert mit rund 53 Prozent der Stimmen ebenfalls beibehalten wollen.

Auffällig ist die Haltung der Gebirgskantone. Während ihre Regierungen die Vorlage zur Ablehnung empfahlen, sagten die Stimmenden in deutsch-, italienisch- und rätoromanisch-sprachigen Tourismusgebieten klar Ja. Eine Ausnahmen machte das Wallis, wo der untere, französischsprachige Kantonsteil ablehnte.

Unter den zehn Gemeinden Gemeinden mit dem höchsten Nein-Anteil waren ausschliesslich Orte in der Westschweiz. In städtischen Gebieten stiess die Vorlage auf weniger Anklang als auf dem Land. In knapp 50 ländlichen Gemeinden gab es die höchsten Ja-Anteile von 80 Prozent oder mehr.

Neue Steuer auf Zweitliegenschaften
Der Abstimmungssieg geht an den Hauseigentümerverband, Wirtschaftsverbände sowie SVP, FDP und Mitte. Und das, obwohl Hauseigentümerinnen und -eigentümer in der Schweiz gegenüber Mietenden in der Minderzahl sind. Mit einem Kampagnenbudget von rund 7 Millionen Franken hatten sie den ungeliebten Eigenmietwert bekämpft.

Der Hauseigentümerverband hatte eine heute ungerechte Überbesteuerung kritisiert. Gerade im Pensionsalter, wenn das Einkommen sinke, schlage der Eigenmietwert für Hausbesitzerinnen und -besitzer durch. Der Eigenmietwert werde in den kommenden Jahren deutlich steigen, war von Befürwortern weiter zu hören. Denn die Kantone entschieden über die Höhe dieser Steuer.

Warnung vor höheren Steuern
Im gegnerischen Lager befanden sich die Kantone und besonders die Gebirgskantone, SP und Grüne, der Mieterinnen- und Mieterverband, Verbände wie etwa Bauenschweiz und Swisscleantech sowie der Gemeindeverband. Die Linke warnte vor höheren Steuern, für die auch Mieterinnen und Mieter aufkommen müssten.

Die Gebirgskantone befürchteten grosse Einnahmeverluste ohne den Eigenmietwert auch für Zweitwohnungen. Die Kantone müssen nun entscheiden, ob sie die Zweitwohnungssteuer einführen wollen oder nicht. Die Konferenz der Kantonsregierungen nannte diese neue Sondersteuer vor dem Urnengang «keine befriedigende Lösung».

Inkraftsetzung noch offen
Wann die Vorlage nach einem Ja zur Verfassungsänderung in Kraft treten würde, konnte das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) im Vorfeld der Abstimmung noch nicht sagen. Der Bundesrat werde den Entscheid nach einer Konsultation der Finanzdirektorinnen und -direktoren der Kantone fällen, hiess es damals. (awp/mc/ps)



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Mieter in der Schweiz zahlen mehr fürs Wohnen als Eigentümer


Stockwerkeigentum wird immer beliebter – und entsprechend teurer

Weil die Immobilienpreise stetig steigen, kaufen immer mehr Menschen eine Wohnung statt ein Haus, zeigt eine Raiffeisen-Studie. Aber auch Stockwerkeigentum ist für viele unerschwinglich geworden. 2005 gab es für fünfeinhalb durchschnittliche Jahreslöhne eine Neubauwohnung mit 100 Quadratmetern. 2024 brauchte man gut neun Löhne dafür.



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Wenn Wohnen plötzlich Einkommen ist


Politik

Die Eidgenossen stimmen am Sonntag über die Abschaffung einer Steuer ab, die es sonst nirgendwo in Europa gibt: den Eigenmietwert. Was wie ein Fachthema klingt, hat das Potenzial, die Gesellschaft entlang der Besitzfrage zu spalten.

Ein Steuer-Phantom aus den 30er-Jahren

Wohnen im Eigenheim ist in der Schweiz kein steuerfreies Vergnügen. Seit fast hundert Jahren gilt der sogenannte Eigenmietwert: Hausbesitzer müssen so tun, als würden sie ihre eigene Immobilie vermieten – und diesen fiktiven Ertrag als Einkommen versteuern.

Die Regel stammt aus den 1930er-Jahren, eingeführt, um damals die Rüstungsausgaben zu finanzieren. Überlebt hat sie bis heute, weil sie fiskalisch ergiebig ist – rund 1,8 Milliarden Franken bringt sie jährlich in die Kassen.

Vom Steuervorteil zur Belastung

Lange war die Steuer erträglich, ja für viele sogar ein Nullsummenspiel. Wer Schulden auf dem Eigenheim hatte, konnte Hypothekenzinsen absetzen, dazu Handwerkerrechnungen und Renovierungen. Nicht wenige zahlten am Ende weniger, als sie ohne Eigenmietwert fällig geworden wären.

Doch mit der Ära der Nullzinsen kippte die Logik. Abzüge verschwanden, die Belastung blieb. Heute trifft die Steuer vor allem ältere Eigentümer, die ihre Kredite weitgehend abgetragen haben und kaum noch Kosten gegenrechnen können. Für sie wird der Eigenmietwert zu einer jährlichen Zusatzrechnung – schwer vermittelbar in einem Land, in dem Wohnen ohnehin zu den teuersten der Welt gehört.

„Eine Steuer, die niemand versteht“

Für Ökonomen ist das Prinzip eigentlich bestechend: Wer Kapital in Aktien investiert, muss Dividenden versteuern. Wer Kapital in ein Haus steckt, profitiert von mietfreiem Wohnen – also ebenfalls ein Ertrag.

Doch psychologisch verfängt diese Logik nicht. „Für die meisten Eigentümer ist das Eigenheim ein Zuhause, kein Investment“, sagt eine Zürcher Ökonomin. „Eine Steuer auf etwas, das sich nicht realisiert, wirkt schlicht unfair.“

Genau das hat dazu geführt, dass seit den 1950er-Jahren immer wieder versucht wurde, die Steuer abzuschaffen. Bisher ohne Erfolg.

Am Sonntag geht es ums Ganze

Dieses Mal könnte es anders ausgehen. Das Parlament hat die Abschaffung beschlossen und gleichzeitig eine Zweitwohnsitzsteuer in Aussicht gestellt, um Tourismusregionen zu entschädigen, die bisher stark vom Eigenmietwert profitierten.

Doch das Volk hat das letzte Wort – und die Stimmung ist unklar. Umfragen zeigen: Eine knappe Mehrheit ist inzwischen gegen die Reform. Vor allem Mieter fürchten, dass ihnen am Ende die Milliarden fehlen, die der Staat heute einnimmt.

Ein tiefer Riss durch die Gesellschaft

Die Abstimmung ist längst mehr als eine technische Steuerfrage. Sie ist ein Symbol für die Spaltung zwischen Besitzenden und Nicht-Besitzenden.

  • Eigentümer hoffen auf Entlastung, vor allem ältere Bürger ohne Schulden.
  • Mieter sehen eine Schieflage – sie zahlen weiter ihre monatliche Miete, während Besitzer von der Steuerlast befreit würden.

Meinungsforscher Lukas Golder spricht von einem „Triggerpunkt Arm gegen Reich“. Die politische Tektonik in der Schweiz verschiebt sich. Linke Anliegen haben seit der Pandemie deutlich häufiger Erfolg. Vertrauen in Regierung und Institutionen ist brüchiger geworden.

Gewinner, Verlierer – und die Rechnung am Ende

Sollte der Eigenmietwert fallen, profitieren vor allem Rentner, die ihre Hypothek abgetragen haben. Verlierer wären die öffentlichen Haushalte – 1,8 Milliarden Franken weniger jährlich.

Die zentrale Frage lautet deshalb: Wer soll diese Lücke schließen? Höhere Abgaben für alle? Oder neue Steuern auf Immobilienbesitz? Genau an diesem Punkt entzündet sich die Debatte über Gerechtigkeit.

Mehr als ein Steuerstreit

Die Abstimmung am Sonntag ist ein Lackmustest: Geht es künftig stärker um individuelle Entlastung oder bleibt die Schweiz bei ihrem traditionellen Modell, Besitz ähnlich zu belasten wie Einkommen?

Wie auch immer die Urnen öffnen – das Thema wird bleiben. Denn am Ende verhandelt die Schweiz nicht nur über eine Steuer. Sie verhandelt darüber, was Eigentum im 21. Jahrhundert bedeutet – Privileg, Belastung oder gesellschaftliche Verantwortung.



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In der Schweiz wird so viel vererbt wie nie zuvor


Experten erwarten 2025 Erbschaften im Wert von 100 Milliarden Franken. Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen treiben das Erbvolumen in die Höhe.

Das Wichtigste in Kürze

  • 2025 werden in der Schweiz schätzungsweise 100 Milliarden Franken vererbt – Rekordwert.

  • Der Medianwert einer Erbschaft beträgt 1,4 Mio. Franken, meist in Immobilienform.

  • Nur 16  Prozent der Erbfälle enthalten kein Wohneigentum.

In der Schweiz wird so viel vererbt wie nie zuvor: Laut der Universität Lausanne werden 2025 schätzungsweise rund 100 Milliarden Franken an die nächste Generation übergehen.

Das ist fünfmal mehr als noch vor 30 Jahren und entspricht 12 Prozent der Wirtschaftsleistung – Tendenz jährlich steigend.

Eine Auswertung des Vermögenszentrums VZ von über 3000 Erbfällen zeigt: Die Erbschaft beträgt im Median 1,4 Millionen Franken. Heisst: Die Hälfte erbt mehr, die andere Hälfte weniger als 1,4 Millionen.

Ein Viertel der Erben erhält weniger als 829’000 Franken, ein weiteres Viertel mehr als 2,4 Millionen Franken.

Immobilien treiben Nachlässe in die Höhe

Wichtigster Vermögenswert sind Immobilien – Einfamilienhäuser, Wohnungen, Ferienhäuser. Nur in 16 Prozent der Fälle wurde kein Wohneigentum vererbt.

Der Immobilienboom erklärt, weshalb die Erbvolumen stetig wachsen.

Erbvorbezüge spielen ebenfalls eine Rolle: Im Median werden 140’000 Franken schon zu Lebzeiten weitergegeben, meist an Kinder für Wohneigentum oder Firmengründungen.

Hast du schon einmal etwas geerbt?

Ein Viertel der Haushalte überträgt sogar 400’000 Franken oder mehr – allerdings meist erst nach dem 70. Lebensjahr.

Gründe sind laut VZ-Experte Renato Sauter: späte eigene Erbschaften sowie die Erkenntnis, dass Rentner nach der Pensionierung nicht das gesamte Pensionskassengeld benötigen.

Vermögen bleibt meist in der Familie

Begünstigte sind in erster Linie Partner und Kinder, womit Vermögen im engsten Familienkreis bleibt. Fehlen direkte Nachkommen, fliesst ein grösserer Teil an Freunde, Verwandte oder Institutionen.

Kinderlose Einzelpersonen vererben fast ein Fünftel ihres Nachlasses an karitative Organisationen. Bei Familien mit Kindern liegt dieser Anteil bei nur einem Prozent.



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Wieviel Geld erben und vererben Schweizer 2025 – News


Eine neue Analyse von über 3000 Erbfällen zeigt: Schweizerinnen und Schweizer erben oft Millionen – das liegt auch an vererbten Immobilien.

Darum geht es: In der Schweiz wird jede Kuh gezählt – darüber aber, wie viel Geld vererbt wird, gibt es keine exakten Zahlen. Die Universität Lausanne schätzt, dass 2025 rund 100 Milliarden Franken vererbt werden – so viel wie noch nie. Auf der Zeitachse bedeutet das: Aktuell wird in der Schweiz fünfmal mehr vererbt als noch vor 30 Jahren. Mittlerweile sind es 12 Prozent der Wirtschaftsleistung BIP. Und diese Erbmasse wächst mit 3 bis 4 Prozent jährlich.

Wie viel vererbt wird: Das Vermögenszentrum VZ hat die Erbfälle von über 3000 Personen in mehr als 1600 mittelständischen Haushalten analysiert – zwischen Januar 2023 und Januar 2025. Es hat festgestellt, wie hoch das Erbe im Schnitt ist: Es sind im Median 1.4 Millionen Franken. Das bedeutet: Die Hälfte der Erbenden kriegt mehr als 1.4 Millionen, die andere Hälfte weniger. Die Unterschiede, wie viel an die nächste Generation übergeben wird, sind aber enorm. So hinterlässt ein Viertel der untersuchten Haushalte den Erben weniger als 829’000 Franken – ein weiteres Viertel mehr als 2.4 Millionen Franken.

Was vererbt wird: Die vererbten Beträge sind auch deshalb so hoch, weil in den meisten Fällen Wohneigentum enthalten ist. Einfamilienhäuser, Stockwerkeigentum, Ferienwohnungen und Ferienhäuser. Nur gerade in 16 Prozent der analysierten Erbfälle wurde keine Immobilie vererbt. Die Immobilien erklären teilweise, wieso in der Schweiz die Erbschaften von Jahr zu Jahr grösser werden. Immobilien haben in den letzten Jahren stark an Wert gewonnen.

Wann vererbt wird: Die Analyse des Vermögenszentrums zeigt zudem, dass im Median 140’000 Franken schon zu Lebzeiten vererbt werden – meist an Kinder, zum Beispiel für Wohneigentum oder den Aufbau einer Firma. Ein Viertel vererbt sogar 400’000 Franken schon zu Lebzeiten. Allerdings relativ spät erst, nach dem 70. Altersjahr. Wieso erst so spät? Renato Sauter, Leiter Nachlass beim VZ sagt: «Ein Grund ist, dass viele selber erst spät erben, mit 60, 70 Jahren und sich erst danach trauen, den eigenen Nachkommen Erbvorbezüge auszuzahlen.» Ein zweiter Grund sei, dass sich viele Neu-Rentnerinnen und -Rentner heute einen Teil des Pensionskassengeldes auszahlen liessen, in der Folge aber feststellten, dass sie gar nicht alles selber brauchten.

Wer profitiert: Von den Erbschaften profitieren in den allermeisten Fällen Partnerinnen und Partner sowie Kinder. Die Vermögen bleiben damit meist im engsten Familienkreis erhalten. Sind weder Partner noch Kinder vorhanden, kommen auch Freunde, Verwandte und gemeinnützige Institutionen zum Zuge. So vererben Einzelpersonen ohne Kinder fast ein Fünftel des Nachlasses karitativen Organisationen, während bei Haushalten mit Kindern nur 1 Prozent der Vermögen an Institutionen fliesst.

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Sinkende Hypothekarzinsen auf breiter Front


Zürich – Die Zinsen für Hypotheken in der Schweiz sind im zweiten Quartal günstiger geworden. Die Leitzinssenkung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) hat sowohl auf den Preis für Saron-Hypotheken als auch für Festhypotheken gedrückt.

Im Juni hatte die SNB den Leitzins, wie von vielen Ökonominnen und Ökonomen erwartet, von 0,25 Prozent auf 0 Prozent gesenkt. Mit der Aussicht auf eine Senkung seien im zweiten Quartal auch die Hypothekarzinsen zurückgegangen, hielt das Vergleichsportal Comparis in seinem am Dienstag publizierten Hypothekenbarometer fest.

Nach der SNB-Leitzinssenkung hätten sich unter anderem die Saron-Hypotheken weiter vergünstigt, wie es weiter hiess. Erstrangige Saron-Hypotheken kosteten im Durchschnitt 0,9 bis 1,2 Prozent, wobei sich der Saron-Richtzins nach dem SNB-Entscheid gar leicht im negativen Bereich bewegte.

«Vertraglich gilt in diesem Fall bei Saron-Hypotheken immer ein Wert von 0 Prozent», erklärte Comparis-Experte Dirk Renkert laut der Mitteilung. «Die Höhe von Saron-Hypotheken wird dann ausschliesslich von der Bankenmarge bestimmt. Nur wenn die Banken ihre Margen verringern, können sich Saron-Hypotheken vergünstigen», so Renkert weiter.

Auch Festhypotheken günstiger
Günstiger waren auch erstrangige Festhypotheken zu haben. 10-jährige Festhypotheken kosteten laut Comparis im Durchschnitt 1,4 bis 1,9 Prozent, während 5-jährige Festhypotheken für 1,0 bis 1,5 Prozent angeboten wurden. Im ersten Quartal hatten sich die Sätze für 10-jährige Hypotheken zwischen 1,5 bis 2,1 Prozent bewegt.

Rückläufig entwickelten sich dabei die Richtsätze, die Comparis jeweils anhand der von 30 Kreditinstituten öffentlich publizierten Referenzzinsen berechnet. Der Richtsatz für 10-jährige Festhypotheken ging per Ende Juni auf 1,77 Prozent von 1,92 Prozent Ende März zurück, jener für 5-jährige Papiere auf 1,40 Prozent von 1,63 Prozent.

Dies sei im Umfeld rückläufiger Kapitalmarktzinsen geschehen, hiess es weiter. Die Rendite für 10-jährige Bundesobligationen lag Ende Juni mit 0,41 Prozent um 0,10 Prozentpunkte tiefer als Ende März und auch die Refinanzierungskosten der Banken, sogenannte Swaps, seien gesunken.

Das habe sich direkt auf die Konditionen von Festhypotheken ausgewirkt, da die Finanzinstitute ihre individuelle Marge auf den Swap-Satz addierten, schrieb Comparis weiter.

Kaum Veränderungen bei der Laufzeit-Wahl
Bei der Wahl der Laufzeiten hat der Vergleichsdienst im zweiten Quartal verglichen mit dem ersten indes keine grossen Veränderungen ausgemacht. Der Anteil von Hypotheken mit Laufzeiten von drei Jahren und weniger lag wiederum bei rund einem Fünftel, wobei gut die Hälfte davon auf Saron-Hypotheken entfiel.

Festhypotheken mit mittleren Laufzeiten (4 bis 7 Jahre) hätten rund ein Viertel aller Abschlüsse ausgemacht, was nahezu den ersten drei Monaten des Jahres entsprach. Und lang laufende Festhypotheken mit 10 Jahren und mehr waren mit knapp der Hälfte aller Abschlüsse weiterhin am gefragtesten. Auch ihr Anteil blieb ähnlich hoch wie im Vorquartal. (awp/mc/ps)

Comparis



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Das Geschäft der Hypothekenbroker stockt


Zu hohe Kosten und ein stagnierendes Geschäft – das wurde dem Finanzdienstleister Moneypark zum Verhängnis. Das grosse Versprechen, Hypotheken zum besten Preis zu vermitteln, erweist sich als Illusion. Wer eine zinsgünstige Offerte sucht, muss selbst handeln.

Moneypark verspricht mit über 150 Anbietern die «grösste Auswahl» auf dem Hypothekarmarkt der Schweiz. «Unsere Kunden sparen im Durchschnitt
30 000 Franken während der ganzen Laufzeit», wirbt der Hypothekenbroker auf der Website. Eine steigende Nachfrage nach Hypothekarkrediten in der Schweiz und die bis jetzt geringe Präsenz von Brokern in diesem Markt verheissen eine profitable Geschäftsmöglichkeit. Im Jahr 2016 erwarb die Versicherung Helvetia eine Mehrheitsbeteiligung von 70% an Moneypark und zahlte dafür den stolzen Preis von 107 Mio. Fr.

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Die Kosten liefen aus dem Ruder

Doch jetzt ist der Finanzdienstleister mit 300 Mitarbeitern hart auf dem Boden der Realität gelandet. Helvetia will die Marke weiterführen, aber in den eigenen Vertriebskanal integrieren. Den Beschäftigten blühen ein hartes Sparprogramm in Millionenhöhe und der Abbau von rund 30 Stellen. Wie kam es zu dem tiefen Fall der so hoch bewerteten Geschäftsidee? Schauen wir zuerst die Kostenseite an: Der Aufbau eines schweizweiten Filialnetzes erwies sich als sehr kostspielig. Kommt dazu, dass eine umfassende Beratung beim Kauf einer Liegenschaft sehr anspruchsvoll und zeitintensiv ist.

Den hohen Fixkosten der Firma stehen jetzt aber eng limitierte Ertragsmöglichkeiten gegenüber. Hypotheken haben sich verteuert, und die Nachfrage nach Finanzierungen geht zurück. Kommt dazu, dass derzeit weniger lange Festhypotheken angesagt sind. Ganz im Gegensatz zur Tiefzinsphase in den Jahren 2017 bis 2020 – extrem attraktive Konditionen verlockten viele Kunden, sehr langfristige Kreditverträge abzuschliessen. Dies waren zugleich diejenigen Finanzprodukte, die Brokern wie Moneypark und anderen üppige Kickbacks in die Kasse spülten. Banken zahlen für die Vermittlung solcher Geschäfte hohe Provisionen, abhängig von der Kredithöhe und vor allem von der langen Kundenbindung.

Nun sieht die Welt der Hypothekenbroker ganz anders aus. Die Credit Suisse als wichtiger Vertriebspartner fällt weg. Hinzu kommt das völlig veränderte Zinsumfeld. Jetzt, wo Festhypotheken 2,7 oder 3% Zins kosten, kommt die Geldmaschine ins Stocken. Die meisten Privaten, die ein Eigenheim finanzieren, entscheiden sich für kurzfristige Fest- oder Saron-Hypotheken. Bloss zahlen die Banken oder andere Darlehensgeber für solche Deals keine hohen Provisionen mehr wie früher. Überhaupt wirft die Brokerkrise ein Schlaglicht auf die umstrittene Kickback-Praxis. Immer mehr Kunden wünschen sich mehr Transparenz bei den Kosten und fragen sich, ob denn nun die Broker ihre eigenen Interessen über diejenigen der Kunden stellen.

Fachleute wissen, dass die Broker tatsächlich in Interessenkonflikte kommen und attraktive Angebote oft gar nicht in ihre Auswahl aufnehmen. «Manche Pensionskassen oder andere institutionelle Player gewähren zwar sehr zinsgünstige Finanzierungen, zahlen aber grundsätzlich keinerlei Vermittlungsprovisionen», sagt Florian Schubiger, Vorsorge- und Finanzierungsspezialist von Vermögenspartner. Vielleicht läuft das Brokergeschäft auch deshalb schleppend, weil Schweizer Kunden ihrer Bank erfahrungsgemäss lange treu bleiben.

1200

Mrd. Fr. haben Banken und andere Darlehensgeber an Hypotheken ausstehend. Weil die Zinsen seit 2022 steigen, geht die Nachfrage zurück.

Den Markt selbst ausloten

Andreas Dietrich, Professor für Banking an der Hochschule Luzern, sieht trotz Rückschlägen ein Potenzial für Vermittlungsplattformen in der Schweiz, und zwar in einer Grössenordnung von 10 bis 15 Prozent Marktanteil. Für den Experten bestätigt sich bloss die Regel, die eben unverändert Gültigkeit hat: «Vor allem wer bei einem Hauskauf eine Erstfinanzierung abschliesst, sollte in jedem Fall bei mehreren Anbietern Offerten einholen und vergleichen.» Es ist ein offenes Geheimnis, dass viele Anbieter von Hypotheken eher mit sich über den Preis reden lassen, wenn der Kunde Gegenofferten vorlegen kann.

Laut Andreas Dietrich wäre es ohnehin illusorisch, im Handumdrehen – etwa mit einem kurzen Vergleich von tagesaktuellen Richtsätzen von Banken – die optimale Finanzierung finden zu können: «Die Richtsätze sagen so gut wie nichts aus, weil ja die Banken im Kreditgeschäft die Konditionen risikoadjustiert festlegen.» Wer als solventer Kunde oder Kundin eine geringe Wahrscheinlichkeit eines Kreditausfalls erwarten lässt, wird von günstigen Zinsen profitieren können.

Wer hingegen ein vergleichsweise teures Haus kauft und knapp am Limit kalkuliert, muss mit einem höheren individuellen Zins rechnen. Kurz, wer sich im Dschungel von verschiedenen Produkten und Laufzeiten zurechtfinden will, muss für seinen individuellen Fall eine konkrete, verbindliche Offerte einholen – gestützt auf alle Eckdaten zur Immobilie und zu den Finanzen des Antragstellers. Andreas Dietrich sagt dazu: «Alles andere sind oft nur Schaufensterpreise. Theoretisch könnte eine Bank sogar den Richtzins senken, ohne deswegen die tatsächlich in Rechnung gestellten Zinsen senken zu müssen.»

Der Experte Dietrich empfiehlt, bei einer Immobilienfinanzierung nicht nur die Zinsofferten zu vergleichen, sondern auch strategisch klug zu planen. Bei all den Unsicherheiten über die künftige Zinsentwicklung kann ein schlecht getimter langfristiger Kreditvertrag enorme Kosten verursachen. Eine Hauptfrage lautet dabei, ob längerfristige Festhypotheken oder eher kurzfristige Hypotheken wie eine Saron-Finanzierung im Vordergrund stehen sollen.

Eine Saron-Hypothek bietet bekanntlich keinen Fixzins wie eine Festhypothek; der Zins folgt etwas vereinfacht gesagt in regelmässigen Abständen dem offiziellen Leitzins der Nationalbank. «Ob Festhypothek oder Saron, ist eine elementare Frage. Ich würde empfehlen, dazu verschiedene fachliche Einschätzungen und Meinungen einzubeziehen», so das Fazit von Andreas Dietrich.

Der Weg zur Hypothek

Online nur eine Nische

In der Schweiz zeigt sich bei Hypotheken und Bankbeziehungen eine ausgesprochen konservative Haltung. Trotz der Präsenz von Brokern und zahlreichen Plattformen für Onlinehypotheken entscheiden sich 90% der Kunden dafür, ihre Hypothek direkt bei der Bank abzuschliessen. Der Bankenprofessor Andreas Dietrich sieht das Onlinegeschäft nur als Nische mit gut 4% Marktanteil. Selbst Broker wie MoneyPark und Comparis kommen über diese Grössenordnung nicht hinaus. Anders in Deutschland: Hier werden rund 30 bis 40% der Hypotheken von Brokern vermittelt. (jz.)

NZZ am Sonntag, Wirtschaft



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Wieviel Geld erben und vererben Schweizer 2025 – News


Eine neue Analyse von über 3000 Erbfällen zeigt: Schweizerinnen und Schweizer erben oft Millionen – das liegt auch an vererbten Immobilien.

Darum geht es: In der Schweiz wird jede Kuh gezählt – darüber aber, wie viel Geld vererbt wird, gibt es keine exakten Zahlen. Die Universität Lausanne schätzt, dass 2025 rund 100 Milliarden Franken vererbt werden – so viel wie noch nie. Auf der Zeitachse bedeutet das: Aktuell wird in der Schweiz fünfmal mehr vererbt als noch vor 30 Jahren. Mittlerweile sind es 12 Prozent der Wirtschaftsleistung BIP. Und diese Erbmasse wächst mit 3 bis 4 Prozent jährlich.

Wie viel vererbt wird: Das Vermögenszentrum VZ hat die Erbfälle von über 3000 Personen in mehr als 1600 mittelständischen Haushalten analysiert – zwischen Januar 2023 und Januar 2025. Es hat festgestellt, wie hoch das Erbe im Schnitt ist: Es sind im Median 1.4 Millionen Franken. Das bedeutet: Die Hälfte der Erbenden kriegt mehr als 1.4 Millionen, die andere Hälfte weniger. Die Unterschiede, wie viel an die nächste Generation übergeben wird, sind aber enorm. So hinterlässt ein Viertel der untersuchten Haushalte den Erben weniger als 829’000 Franken – ein weiteres Viertel mehr als 2.4 Millionen Franken.

Was vererbt wird: Die vererbten Beträge sind auch deshalb so hoch, weil in den meisten Fällen Wohneigentum enthalten ist. Einfamilienhäuser, Stockwerkeigentum, Ferienwohnungen und Ferienhäuser. Nur gerade in 16 Prozent der analysierten Erbfälle wurde keine Immobilie vererbt. Die Immobilien erklären teilweise, wieso in der Schweiz die Erbschaften von Jahr zu Jahr grösser werden. Immobilien haben in den letzten Jahren stark an Wert gewonnen.

Wann vererbt wird: Die Analyse des Vermögenszentrums zeigt zudem, dass im Median 140’000 Franken schon zu Lebzeiten vererbt werden – meist an Kinder, zum Beispiel für Wohneigentum oder den Aufbau einer Firma. Ein Viertel vererbt sogar 400’000 Franken schon zu Lebzeiten. Allerdings relativ spät erst, nach dem 70. Altersjahr. Wieso erst so spät? Renato Sauter, Leiter Nachlass beim VZ sagt: «Ein Grund ist, dass viele selber erst spät erben, mit 60, 70 Jahren und sich erst danach trauen, den eigenen Nachkommen Erbvorbezüge auszuzahlen.» Ein zweiter Grund sei, dass sich viele Neu-Rentnerinnen und -Rentner heute einen Teil des Pensionskassengeldes auszahlen liessen, in der Folge aber feststellten, dass sie gar nicht alles selber brauchten.

Wer profitiert: Von den Erbschaften profitieren in den allermeisten Fällen Partnerinnen und Partner sowie Kinder. Die Vermögen bleiben damit meist im engsten Familienkreis erhalten. Sind weder Partner noch Kinder vorhanden, kommen auch Freunde, Verwandte und gemeinnützige Institutionen zum Zuge. So vererben Einzelpersonen ohne Kinder fast ein Fünftel des Nachlasses karitativen Organisationen, während bei Haushalten mit Kindern nur 1 Prozent der Vermögen an Institutionen fliesst.



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