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Renditefirmen besitzen immer mehr Wohnraum in der Schweiz

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Wohnen wird immer teurer. Das hängt auch damit zusammen, dass renditeorientierte Firmen einen immer grösseren Anteil des Gesamtwohnraums besitzen.

03.11.2025, 05:3303.11.2025, 11:04

Henry Habegger / ch media

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Wohnen wird immer teurer. Das hängt auch damit zusammen, dass renditeorientierte Firmen einen immer grösseren Anteil des Gesamtwohnraums besitzen.

03.11.2025, 05:3303.11.2025, 11:04

Henry Habegger / ch media

Quelle: www.watson.ch

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Die schleichende Enteignung von Herrn und Frau Schweizer – schon fast die Hälfte des Wohnraums im Land gehört Renditefirmen

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Protest gegen Masskündigung bei den Zürchern Sugus-Häusern.

Wohnen wird immer teurer. Das hängt auch damit zusammen, dass renditeorientierte Firmen einen immer grösseren Anteil des Gesamtwohnraums besitzen. Die SP-Städtekonferenz sucht Auswege.

507 Millionen Franken an Grundsteuern nahm die Stadt Zürich letztes Jahr ein. Ein neuer Rekord. Bis vor 20 Jahren pendelte dieser Wert noch um die 100 Millionen jährlich. Die Steuern werden auf den amtlichen Wert einer Liegenschaft erhoben.

Der Geldsegen hat eine Schattenseite. Die Grundsteuern reflektieren auch die gestiegenen Preise für Wohnraum und Mieten. Schon 2022 zeigte eine Erhebung der Stadt Zürich: Die Wohnungsmieten waren seit dem Jahr 2000 im Schnitt um 40 Prozent gestiegen.

Dabei macht es einen enormen Unterschied, ob die Wohnung einer gemeinnützigen Genossenschaft oder einer renditeorientierten Immobilienfirma gehört. Letztere sind in Zürich praktisch doppelt so teuer wie die aktuellsten Zahlen zur Mietpreiserhebung der Stadt zeigen.

2024 kostete in der Stadt Zürich eine Dreizimmerwohnung in einem bis zwei Jahre alten Neubau im Schnitt 1565 Franken, sofern sie einer gemeinnützigen Trägerschaft gehörte. Gehörte sie einer renditeorientierten Immobilienfirma, kostete die Wohnung 3050 Franken.

Renditefirmen steigerten Anteil um 54 Prozent

Aber günstigeres Wohnen ist nicht in Sicht, im Gegenteil. Denn immer mehr Wohnraum in der Schweiz gehört renditeorientierten Firmen. Innert 25 Jahren steigerten diese ihren Anteil am Gesamtwohnraum in der Schweiz um 54 Prozent. Im Jahr 2000 gehörten noch 28,7 Prozent des Wohnraums renditeorientierten Firmen. 2024 betrug dieser Anteil bereits 44,4 Prozent. Dies zeigen Zahlen des Bundesamts für Statistik, welche die SP am Wochenende in Zürich an ihrer jährlichen Städtekonferenz präsentierte (siehe Grafik).

Handkehrum: Besassen Privatpersonen vor 25 Jahren noch 57 Prozent des Wohnraums, so waren es letztes Jahr noch 43 Prozent.

«Herr und Frau Schweizer verlieren am meisten»

Tobias Langenegger, Zürcher SP-Kantonsrat und Ökonom, stellt fest: «Die natürlichen Personen, also Herr und Frau Schweizer, sind die, die am meisten verlieren.» Ein Problem ist laut Langenegger: Erbengemeinschaften können sich oft nicht einigen, eine Liegenschaft zu behalten. Fast immer sei einer da, der Geld wolle und die anderen zum Verkauf zwinge. Geht die Entwicklung so weiter, gehört in einigen Jahrzehnten praktisch die ganze Schweiz den Immobilienfirmen. «Und die wollen naturgemäss möglichst hohe Renditen erzielen», sagt Langenegger.

Immer mehr dubiose Firmen mit Geld unklarer Herkunft

Wenn das nur die bekannten grossen, in der Regel seriösen Firmen wären. Aber ein weiteres Problem kommt dazu: Immer mehr drängten auch kleinere, dubiose Immobilienfirmen auf den Markt, beobachtet Kantonsrat Langenegger. Woher das Geld komme, sei dabei oft nicht so klar. Und nicht nur das: Oft würden Grundstücke verkauft, ohne dass die Gemeinde dies zunächst mitbekomme. Also brauche es mehr Transparenz und mehr Kompetenzen für die Gemeinden, damit diese bei Bedarf eingreifen können. Bisweilen wechselten halbe Dörfer die Hand, bevor es jemand merke.

Das zeigen auch Recherchen von CH Media im Umfeld unter anderem der kriminellen Strukturen aus dem Balkan, die über ein Luzerner Reisebüro Drogengeld wuschen. Der Clan mit Ableger in der Region Biel kaufte ältere Liegenschaften auf, riss sie ab und stellte Wohn- und Geschäftshäuser auf. Die Konstellation deutet zudem darauf hin, dass Schwarzarbeit im Spiel ist. Alles lief über Immobilienfirmen, die nicht viel mehr sind als Briefkästen. Gleichzeitig vermitteln sie angeblich auch Luxuswohnungen in Dubai, das als Zufluchtsstätte für Kriminelle gilt.

Hunderte Wohnungen zurück auf dem Markt

Dubiose, Schweizer und Ausländer gleichermassen, sind oft dort am Werk, wo schnell möglichst viel Geld mit Immobilien zu machen ist. Oft sind es junge Leute, die aus etwas Geld schnell sehr viel mehr Geld machen wollen, sagen Insider. Auch langjährige Mieter werden aus vergleichsweise günstigem Wohnraum verdrängt, um mit Airbnbs und Business Apartments möglichst viel Geld zu machen. Beispiel Wohnungen in den Sugus-Häusern in Zürich: Sie tauchten plötzlich auf Airbnb auf – zum siebenfachen Preis, wie watson.ch berichtete.

Es gibt Gegenmittel. Die Stimmbevölkerung in Luzern zog als Reaktion auf explodierende Mieten und schwindenden Wohnraum bei den Airbnbs per Anfang 2025 die Schrauben an. Wohnungen dürfen nur noch unter bestimmten Bedingungen und maximal 90 Nächte pro Jahr kurzzeitvermietet werden. Die Anbieter müssen sich zudem registrieren lassen. Seither sei eine dreistellige Anzahl Wohnungen zurück auf den Markt gekommen, sagt David Roth, Luzerner SP-Nationalrat und Promoter der Airbnb-Regulierung. Er sagt: «Es muss gelingen, die Spekulation zu stoppen.»

Der Anteil von renditeorientierten Firmen am Schweizer Wohnungsbestand

Quelle: BFS/SP ZHGrafik: jga

In Zürich setzt eine breite Mitte-Links-Allianz aus Exekutivpolitikern von Mitte, GLP, EVP, SP, Grünen und Mieterverband unter anderem auf ein Vorkaufsrecht für Gemeinden. Es würde den Gemeinden ermöglichen, einzugreifen, wenn wegen eines Verkaufs an eine Immobilienfirma hohe Mieten drohen. Am 30. November entscheidet das Volk, ob die Gemeinden das Instrument des Vorkaufsrechts einführen dürfen. Gemeinden sollen den gleichen Preis zahlen, den ein Privater zahlen würde und Verkäufe innerhalb der Familie wären vom Vorkaufsrecht ausgenommen. Ziel ist vielmehr, grössere Wohnüberbauungen der Spekulation zu entziehen. Das Instrument ist nicht neu, vor einigen Jahren hat es beispielsweise bereits der Kanton Waadt eingeführt. Die Stadt Luzern wälzt ähnliche Pläne.

Die Lage auf dem Wohnungsmarkt verschärft sich fast überall. Auch der Schweizerische Städteverband zeigt sich zunehmend besorgt. Ein Sozialziel der Schweiz sei es, dass «Wohnungssuchende für sich und ihre Familie eine angemessene Wohnung zu tragbaren Bedingungen finden» könnten. «Für fast ein Sechstel der Schweizer Bevölkerung entspricht dies nicht mehr der Realität», so der Verband letzte Woche in einer Mitteilung.

An der SP-Tagung in Zürich trafen sich am Samstag etwa 80 Vertreterinnen und Vertreter von Städten aus der ganzen Schweiz zum Austausch über Mittel und Wege zur Verbesserung der Wohnsituation. Laut Oliver Heimgartner, Co-Präsident der Zürcher Stadtpartei, stehen neben Vorkaufsrecht und Airbnb-Regulierungen im Vordergrund:  Wohnschutz-Gesetzgebung  wie jene in der Waadt oder in Basel sollen Sanierungen verhindern, bei denen es einzig um Erhöhung der Rendite geht. Immobilienfirmen sollen einen bestimmten Anteil an bezahlbaren Wohnungen schaffen müssen. Mehr Städte sollen Wohnbaustiftungen gründen.

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Protest gegen Masskündigung bei den Zürchern Sugus-Häusern.

Wohnen wird immer teurer. Das hängt auch damit zusammen, dass renditeorientierte Firmen einen immer grösseren Anteil des Gesamtwohnraums besitzen. Die SP-Städtekonferenz sucht Auswege.

507 Millionen Franken an Grundsteuern nahm die Stadt Zürich letztes Jahr ein. Ein neuer Rekord. Bis vor 20 Jahren pendelte dieser Wert noch um die 100 Millionen jährlich. Die Steuern werden auf den amtlichen Wert einer Liegenschaft erhoben.

Der Geldsegen hat eine Schattenseite. Die Grundsteuern reflektieren auch die gestiegenen Preise für Wohnraum und Mieten. Schon 2022 zeigte eine Erhebung der Stadt Zürich: Die Wohnungsmieten waren seit dem Jahr 2000 im Schnitt um 40 Prozent gestiegen.

Dabei macht es einen enormen Unterschied, ob die Wohnung einer gemeinnützigen Genossenschaft oder einer renditeorientierten Immobilienfirma gehört. Letztere sind in Zürich praktisch doppelt so teuer wie die aktuellsten Zahlen zur Mietpreiserhebung der Stadt zeigen.

2024 kostete in der Stadt Zürich eine Dreizimmerwohnung in einem bis zwei Jahre alten Neubau im Schnitt 1565 Franken, sofern sie einer gemeinnützigen Trägerschaft gehörte. Gehörte sie einer renditeorientierten Immobilienfirma, kostete die Wohnung 3050 Franken.

Renditefirmen steigerten Anteil um 54 Prozent

Aber günstigeres Wohnen ist nicht in Sicht, im Gegenteil. Denn immer mehr Wohnraum in der Schweiz gehört renditeorientierten Firmen. Innert 25 Jahren steigerten diese ihren Anteil am Gesamtwohnraum in der Schweiz um 54 Prozent. Im Jahr 2000 gehörten noch 28,7 Prozent des Wohnraums renditeorientierten Firmen. 2024 betrug dieser Anteil bereits 44,4 Prozent. Dies zeigen Zahlen des Bundesamts für Statistik, welche die SP am Wochenende in Zürich an ihrer jährlichen Städtekonferenz präsentierte (siehe Grafik).

Handkehrum: Besassen Privatpersonen vor 25 Jahren noch 57 Prozent des Wohnraums, so waren es letztes Jahr noch 43 Prozent.

«Herr und Frau Schweizer verlieren am meisten»

Tobias Langenegger, Zürcher SP-Kantonsrat und Ökonom, stellt fest: «Die natürlichen Personen, also Herr und Frau Schweizer, sind die, die am meisten verlieren.» Ein Problem ist laut Langenegger: Erbengemeinschaften können sich oft nicht einigen, eine Liegenschaft zu behalten. Fast immer sei einer da, der Geld wolle und die anderen zum Verkauf zwinge. Geht die Entwicklung so weiter, gehört in einigen Jahrzehnten praktisch die ganze Schweiz den Immobilienfirmen. «Und die wollen naturgemäss möglichst hohe Renditen erzielen», sagt Langenegger.

Immer mehr dubiose Firmen mit Geld unklarer Herkunft

Wenn das nur die bekannten grossen, in der Regel seriösen Firmen wären. Aber ein weiteres Problem kommt dazu: Immer mehr drängten auch kleinere, dubiose Immobilienfirmen auf den Markt, beobachtet Kantonsrat Langenegger. Woher das Geld komme, sei dabei oft nicht so klar. Und nicht nur das: Oft würden Grundstücke verkauft, ohne dass die Gemeinde dies zunächst mitbekomme. Also brauche es mehr Transparenz und mehr Kompetenzen für die Gemeinden, damit diese bei Bedarf eingreifen können. Bisweilen wechselten halbe Dörfer die Hand, bevor es jemand merke.

Das zeigen auch Recherchen von CH Media im Umfeld unter anderem der kriminellen Strukturen aus dem Balkan, die über ein Luzerner Reisebüro Drogengeld wuschen. Der Clan mit Ableger in der Region Biel kaufte ältere Liegenschaften auf, riss sie ab und stellte Wohn- und Geschäftshäuser auf. Die Konstellation deutet zudem darauf hin, dass Schwarzarbeit im Spiel ist. Alles lief über Immobilienfirmen, die nicht viel mehr sind als Briefkästen. Gleichzeitig vermitteln sie angeblich auch Luxuswohnungen in Dubai, das als Zufluchtsstätte für Kriminelle gilt.

Hunderte Wohnungen zurück auf dem Markt

Dubiose, Schweizer und Ausländer gleichermassen, sind oft dort am Werk, wo schnell möglichst viel Geld mit Immobilien zu machen ist. Oft sind es junge Leute, die aus etwas Geld schnell sehr viel mehr Geld machen wollen, sagen Insider. Auch langjährige Mieter werden aus vergleichsweise günstigem Wohnraum verdrängt, um mit Airbnbs und Business Apartments möglichst viel Geld zu machen. Beispiel Wohnungen in den Sugus-Häusern in Zürich: Sie tauchten plötzlich auf Airbnb auf – zum siebenfachen Preis, wie watson.ch berichtete.

Es gibt Gegenmittel. Die Stimmbevölkerung in Luzern zog als Reaktion auf explodierende Mieten und schwindenden Wohnraum bei den Airbnbs per Anfang 2025 die Schrauben an. Wohnungen dürfen nur noch unter bestimmten Bedingungen und maximal 90 Nächte pro Jahr kurzzeitvermietet werden. Die Anbieter müssen sich zudem registrieren lassen. Seither sei eine dreistellige Anzahl Wohnungen zurück auf den Markt gekommen, sagt David Roth, Luzerner SP-Nationalrat und Promoter der Airbnb-Regulierung. Er sagt: «Es muss gelingen, die Spekulation zu stoppen.»

Der Anteil von renditeorientierten Firmen am Schweizer Wohnungsbestand

Quelle: BFS/SP ZHGrafik: jga

In Zürich setzt eine breite Mitte-Links-Allianz aus Exekutivpolitikern von Mitte, GLP, EVP, SP, Grünen und Mieterverband unter anderem auf ein Vorkaufsrecht für Gemeinden. Es würde den Gemeinden ermöglichen, einzugreifen, wenn wegen eines Verkaufs an eine Immobilienfirma hohe Mieten drohen. Am 30. November entscheidet das Volk, ob die Gemeinden das Instrument des Vorkaufsrechts einführen dürfen. Gemeinden sollen den gleichen Preis zahlen, den ein Privater zahlen würde und Verkäufe innerhalb der Familie wären vom Vorkaufsrecht ausgenommen. Ziel ist vielmehr, grössere Wohnüberbauungen der Spekulation zu entziehen. Das Instrument ist nicht neu, vor einigen Jahren hat es beispielsweise bereits der Kanton Waadt eingeführt. Die Stadt Luzern wälzt ähnliche Pläne.

Die Lage auf dem Wohnungsmarkt verschärft sich fast überall. Auch der Schweizerische Städteverband zeigt sich zunehmend besorgt. Ein Sozialziel der Schweiz sei es, dass «Wohnungssuchende für sich und ihre Familie eine angemessene Wohnung zu tragbaren Bedingungen finden» könnten. «Für fast ein Sechstel der Schweizer Bevölkerung entspricht dies nicht mehr der Realität», so der Verband letzte Woche in einer Mitteilung.

An der SP-Tagung in Zürich trafen sich am Samstag etwa 80 Vertreterinnen und Vertreter von Städten aus der ganzen Schweiz zum Austausch über Mittel und Wege zur Verbesserung der Wohnsituation. Laut Oliver Heimgartner, Co-Präsident der Zürcher Stadtpartei, stehen neben Vorkaufsrecht und Airbnb-Regulierungen im Vordergrund:  Wohnschutz-Gesetzgebung  wie jene in der Waadt oder in Basel sollen Sanierungen verhindern, bei denen es einzig um Erhöhung der Rendite geht. Immobilienfirmen sollen einen bestimmten Anteil an bezahlbaren Wohnungen schaffen müssen. Mehr Städte sollen Wohnbaustiftungen gründen.

Quelle: www.zofingertagblatt.ch

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Wohnraum: Schleichende Enteignung der Schweizer

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Fokus: Wirtschaft, Finanzen, Banken, Hypotheken und Märkte.
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Protest gegen Masskündigung bei den Zürchern Sugus-Häusern.

Bild: Keystone

507 Millionen Franken an Grundsteuern nahm die Stadt Zürich letztes Jahr ein. Ein neuer Rekord. Bis vor 20 Jahren pendelte dieser Wert noch um die 100 Millionen jährlich. Die Steuern werden auf den amtlichen Wert einer Liegenschaft erhoben.

Der Geldsegen hat eine Schattenseite. Die Grundsteuern reflektieren auch die gestiegenen Preise für Wohnraum und Mieten. Schon 2022 zeigte eine Erhebung der Stadt Zürich: Die Wohnungsmieten waren seit dem Jahr 2000 im Schnitt um 40 Prozent gestiegen.

Dabei macht es einen enormen Unterschied, ob die Wohnung einer gemeinnützigen Genossenschaft oder einer renditeorientierten Immobilienfirma gehört. Letztere sind in Zürich praktisch doppelt so teuer wie die aktuellsten Zahlen zur Mietpreiserhebung der Stadt zeigen.

2024 kostete in der Stadt Zürich eine Dreizimmerwohnung in einem bis zwei Jahre alten Neubau im Schnitt 1565 Franken, sofern sie einer gemeinnützigen Trägerschaft gehörte. Gehörte sie einer renditeorientierten Immobilienfirma, kostete die Wohnung 3050 Franken.

Renditefirmen steigerten Anteil um 54 Prozent

Aber günstigeres Wohnen ist nicht in Sicht, im Gegenteil. Denn immer mehr Wohnraum in der Schweiz gehört renditeorientierten Firmen. Innert 25 Jahren steigerten diese ihren Anteil am Gesamtwohnraum in der Schweiz um 54 Prozent. Im Jahr 2000 gehörten noch 28,7 Prozent des Wohnraums renditeorientierten Firmen. 2024 betrug dieser Anteil bereits 44,4 Prozent. Dies zeigen Zahlen des Bundesamts für Statistik, welche die SP am Wochenende in Zürich an ihrer jährlichen Städtekonferenz präsentierte (siehe Grafik).

Handkehrum: Besassen Privatpersonen vor 25 Jahren noch 57 Prozent des Wohnraums, so waren es letztes Jahr noch 43 Prozent.

«Herr und Frau Schweizer verlieren am meisten»

Tobias Langenegger, Zürcher SP-Kantonsrat und Ökonom, stellt fest: «Die natürlichen Personen, also Herr und Frau Schweizer, sind die, die am meisten verlieren.» Ein Problem ist laut Langenegger: Erbengemeinschaften können sich oft nicht einigen, eine Liegenschaft zu behalten. Fast immer sei einer da, der Geld wolle und die anderen zum Verkauf zwinge. Geht die Entwicklung so weiter, gehört in einigen Jahrzehnten praktisch die ganze Schweiz den Immobilienfirmen. «Und die wollen naturgemäss möglichst hohe Renditen erzielen», sagt Langenegger.

Immer mehr dubiose Firmen mit Geld unklarer Herkunft

Wenn das nur die bekannten grossen, in der Regel seriösen Firmen wären. Aber ein weiteres Problem kommt dazu: Immer mehr drängten auch kleinere, dubiose Immobilienfirmen auf den Markt, beobachtet Kantonsrat Langenegger. Woher das Geld komme, sei dabei oft nicht so klar. Und nicht nur das: Oft würden Grundstücke verkauft, ohne dass die Gemeinde dies zunächst mitbekomme. Also brauche es mehr Transparenz und mehr Kompetenzen für die Gemeinden, damit diese bei Bedarf eingreifen können. Bisweilen wechselten halbe Dörfer die Hand, bevor es jemand merke.

Das zeigen auch Recherchen von CH Media im Umfeld unter anderem der kriminellen Strukturen aus dem Balkan, die über ein Luzerner Reisebüro Drogengeld wuschen. Der Clan mit Ableger in der Region Biel kaufte ältere Liegenschaften auf, riss sie ab und stellte Wohn- und Geschäftshäuser auf. Die Konstellation deutet zudem darauf hin, dass Schwarzarbeit im Spiel ist. Alles lief über Immobilienfirmen, die nicht viel mehr sind als Briefkästen. Gleichzeitig vermitteln sie angeblich auch Luxuswohnungen in Dubai, das als Zufluchtsstätte für Kriminelle gilt.

Hunderte Wohnungen zurück auf dem Markt

Dubiose, Schweizer und Ausländer gleichermassen, sind oft dort am Werk, wo schnell möglichst viel Geld mit Immobilien zu machen ist. Oft sind es junge Leute, die aus etwas Geld schnell sehr viel mehr Geld machen wollen, sagen Insider. Auch langjährige Mieter werden aus vergleichsweise günstigem Wohnraum verdrängt, um mit Airbnbs und Business Apartments möglichst viel Geld zu machen. Beispiel Wohnungen in den Sugus-Häusern in Zürich: Sie tauchten plötzlich auf Airbnb auf – zum siebenfachen Preis, wie watson.ch berichtete.

Es gibt Gegenmittel. Die Stimmbevölkerung in Luzern zog als Reaktion auf explodierende Mieten und schwindenden Wohnraum bei den Airbnbs per Anfang 2025 die Schrauben an. Wohnungen dürfen nur noch unter bestimmten Bedingungen und maximal 90 Nächte pro Jahr kurzzeitvermietet werden. Die Anbieter müssen sich zudem registrieren lassen. Seither sei eine dreistellige Anzahl Wohnungen zurück auf den Markt gekommen, sagt David Roth, Luzerner SP-Nationalrat und Promoter der Airbnb-Regulierung. Er sagt: «Es muss gelingen, die Spekulation zu stoppen.»

In Zürich setzt eine breite Mitte-Links-Allianz aus Exekutivpolitikern von Mitte, GLP, EVP, SP, Grünen und Mieterverband unter anderem auf ein Vorkaufsrecht für Gemeinden. Es würde den Gemeinden ermöglichen, einzugreifen, wenn wegen eines Verkaufs an eine Immobilienfirma hohe Mieten drohen. Am 30. November entscheidet das Volk, ob die Gemeinden das Instrument des Vorkaufsrechts einführen dürfen. Gemeinden sollen den gleichen Preis zahlen, den ein Privater zahlen würde und Verkäufe innerhalb der Familie wären vom Vorkaufsrecht ausgenommen. Ziel ist vielmehr, grössere Wohnüberbauungen der Spekulation zu entziehen. Das Instrument ist nicht neu, vor einigen Jahren hat es beispielsweise bereits der Kanton Waadt eingeführt. Die Stadt Luzern wälzt ähnliche Pläne.

Die Lage auf dem Wohnungsmarkt verschärft sich fast überall. Auch der Schweizerische Städteverband zeigt sich zunehmend besorgt. Ein Sozialziel der Schweiz sei es, dass «Wohnungssuchende für sich und ihre Familie eine angemessene Wohnung zu tragbaren Bedingungen finden» könnten. «Für fast ein Sechstel der Schweizer Bevölkerung entspricht dies nicht mehr der Realität», so der Verband letzte Woche in einer Mitteilung.

An der SP-Tagung in Zürich trafen sich am Samstag etwa 80 Vertreterinnen und Vertreter von Städten aus der ganzen Schweiz zum Austausch über Mittel und Wege zur Verbesserung der Wohnsituation. Laut Oliver Heimgartner, Co-Präsident der Zürcher Stadtpartei, stehen neben Vorkaufsrecht und Airbnb-Regulierungen im Vordergrund:  Wohnschutz-Gesetzgebung  wie jene in der Waadt oder in Basel sollen Sanierungen verhindern, bei denen es einzig um Erhöhung der Rendite geht. Immobilienfirmen sollen einen bestimmten Anteil an bezahlbaren Wohnungen schaffen müssen. Mehr Städte sollen Wohnbaustiftungen gründen.

Erstelle 3–5 stichpunktartige Kernaussagen (je max. 15 Wörter) mit Fokus auf wirtschaftliche oder finanzielle Aspekte.
Verwende nur Zeilen, die mit “- ” beginnen, keine Emojis oder HTML.
TEXT:

Protest gegen Masskündigung bei den Zürchern Sugus-Häusern.

Bild: Keystone

507 Millionen Franken an Grundsteuern nahm die Stadt Zürich letztes Jahr ein. Ein neuer Rekord. Bis vor 20 Jahren pendelte dieser Wert noch um die 100 Millionen jährlich. Die Steuern werden auf den amtlichen Wert einer Liegenschaft erhoben.

Der Geldsegen hat eine Schattenseite. Die Grundsteuern reflektieren auch die gestiegenen Preise für Wohnraum und Mieten. Schon 2022 zeigte eine Erhebung der Stadt Zürich: Die Wohnungsmieten waren seit dem Jahr 2000 im Schnitt um 40 Prozent gestiegen.

Dabei macht es einen enormen Unterschied, ob die Wohnung einer gemeinnützigen Genossenschaft oder einer renditeorientierten Immobilienfirma gehört. Letztere sind in Zürich praktisch doppelt so teuer wie die aktuellsten Zahlen zur Mietpreiserhebung der Stadt zeigen.

2024 kostete in der Stadt Zürich eine Dreizimmerwohnung in einem bis zwei Jahre alten Neubau im Schnitt 1565 Franken, sofern sie einer gemeinnützigen Trägerschaft gehörte. Gehörte sie einer renditeorientierten Immobilienfirma, kostete die Wohnung 3050 Franken.

Renditefirmen steigerten Anteil um 54 Prozent

Aber günstigeres Wohnen ist nicht in Sicht, im Gegenteil. Denn immer mehr Wohnraum in der Schweiz gehört renditeorientierten Firmen. Innert 25 Jahren steigerten diese ihren Anteil am Gesamtwohnraum in der Schweiz um 54 Prozent. Im Jahr 2000 gehörten noch 28,7 Prozent des Wohnraums renditeorientierten Firmen. 2024 betrug dieser Anteil bereits 44,4 Prozent. Dies zeigen Zahlen des Bundesamts für Statistik, welche die SP am Wochenende in Zürich an ihrer jährlichen Städtekonferenz präsentierte (siehe Grafik).

Handkehrum: Besassen Privatpersonen vor 25 Jahren noch 57 Prozent des Wohnraums, so waren es letztes Jahr noch 43 Prozent.

«Herr und Frau Schweizer verlieren am meisten»

Tobias Langenegger, Zürcher SP-Kantonsrat und Ökonom, stellt fest: «Die natürlichen Personen, also Herr und Frau Schweizer, sind die, die am meisten verlieren.» Ein Problem ist laut Langenegger: Erbengemeinschaften können sich oft nicht einigen, eine Liegenschaft zu behalten. Fast immer sei einer da, der Geld wolle und die anderen zum Verkauf zwinge. Geht die Entwicklung so weiter, gehört in einigen Jahrzehnten praktisch die ganze Schweiz den Immobilienfirmen. «Und die wollen naturgemäss möglichst hohe Renditen erzielen», sagt Langenegger.

Immer mehr dubiose Firmen mit Geld unklarer Herkunft

Wenn das nur die bekannten grossen, in der Regel seriösen Firmen wären. Aber ein weiteres Problem kommt dazu: Immer mehr drängten auch kleinere, dubiose Immobilienfirmen auf den Markt, beobachtet Kantonsrat Langenegger. Woher das Geld komme, sei dabei oft nicht so klar. Und nicht nur das: Oft würden Grundstücke verkauft, ohne dass die Gemeinde dies zunächst mitbekomme. Also brauche es mehr Transparenz und mehr Kompetenzen für die Gemeinden, damit diese bei Bedarf eingreifen können. Bisweilen wechselten halbe Dörfer die Hand, bevor es jemand merke.

Das zeigen auch Recherchen von CH Media im Umfeld unter anderem der kriminellen Strukturen aus dem Balkan, die über ein Luzerner Reisebüro Drogengeld wuschen. Der Clan mit Ableger in der Region Biel kaufte ältere Liegenschaften auf, riss sie ab und stellte Wohn- und Geschäftshäuser auf. Die Konstellation deutet zudem darauf hin, dass Schwarzarbeit im Spiel ist. Alles lief über Immobilienfirmen, die nicht viel mehr sind als Briefkästen. Gleichzeitig vermitteln sie angeblich auch Luxuswohnungen in Dubai, das als Zufluchtsstätte für Kriminelle gilt.

Hunderte Wohnungen zurück auf dem Markt

Dubiose, Schweizer und Ausländer gleichermassen, sind oft dort am Werk, wo schnell möglichst viel Geld mit Immobilien zu machen ist. Oft sind es junge Leute, die aus etwas Geld schnell sehr viel mehr Geld machen wollen, sagen Insider. Auch langjährige Mieter werden aus vergleichsweise günstigem Wohnraum verdrängt, um mit Airbnbs und Business Apartments möglichst viel Geld zu machen. Beispiel Wohnungen in den Sugus-Häusern in Zürich: Sie tauchten plötzlich auf Airbnb auf – zum siebenfachen Preis, wie watson.ch berichtete.

Es gibt Gegenmittel. Die Stimmbevölkerung in Luzern zog als Reaktion auf explodierende Mieten und schwindenden Wohnraum bei den Airbnbs per Anfang 2025 die Schrauben an. Wohnungen dürfen nur noch unter bestimmten Bedingungen und maximal 90 Nächte pro Jahr kurzzeitvermietet werden. Die Anbieter müssen sich zudem registrieren lassen. Seither sei eine dreistellige Anzahl Wohnungen zurück auf den Markt gekommen, sagt David Roth, Luzerner SP-Nationalrat und Promoter der Airbnb-Regulierung. Er sagt: «Es muss gelingen, die Spekulation zu stoppen.»

In Zürich setzt eine breite Mitte-Links-Allianz aus Exekutivpolitikern von Mitte, GLP, EVP, SP, Grünen und Mieterverband unter anderem auf ein Vorkaufsrecht für Gemeinden. Es würde den Gemeinden ermöglichen, einzugreifen, wenn wegen eines Verkaufs an eine Immobilienfirma hohe Mieten drohen. Am 30. November entscheidet das Volk, ob die Gemeinden das Instrument des Vorkaufsrechts einführen dürfen. Gemeinden sollen den gleichen Preis zahlen, den ein Privater zahlen würde und Verkäufe innerhalb der Familie wären vom Vorkaufsrecht ausgenommen. Ziel ist vielmehr, grössere Wohnüberbauungen der Spekulation zu entziehen. Das Instrument ist nicht neu, vor einigen Jahren hat es beispielsweise bereits der Kanton Waadt eingeführt. Die Stadt Luzern wälzt ähnliche Pläne.

Die Lage auf dem Wohnungsmarkt verschärft sich fast überall. Auch der Schweizerische Städteverband zeigt sich zunehmend besorgt. Ein Sozialziel der Schweiz sei es, dass «Wohnungssuchende für sich und ihre Familie eine angemessene Wohnung zu tragbaren Bedingungen finden» könnten. «Für fast ein Sechstel der Schweizer Bevölkerung entspricht dies nicht mehr der Realität», so der Verband letzte Woche in einer Mitteilung.

An der SP-Tagung in Zürich trafen sich am Samstag etwa 80 Vertreterinnen und Vertreter von Städten aus der ganzen Schweiz zum Austausch über Mittel und Wege zur Verbesserung der Wohnsituation. Laut Oliver Heimgartner, Co-Präsident der Zürcher Stadtpartei, stehen neben Vorkaufsrecht und Airbnb-Regulierungen im Vordergrund:  Wohnschutz-Gesetzgebung  wie jene in der Waadt oder in Basel sollen Sanierungen verhindern, bei denen es einzig um Erhöhung der Rendite geht. Immobilienfirmen sollen einen bestimmten Anteil an bezahlbaren Wohnungen schaffen müssen. Mehr Städte sollen Wohnbaustiftungen gründen.

Quelle: www.aargauerzeitung.ch

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Zurich Invest: ZIF Immobilien Schweiz startet Kapitalerhöhung

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TEXT:

Die Emission beginnt in wenigen Tagen und soll 100 Millionen Franken erlösen. Die frischen Mittel sind vor allem für Projekte im Bestand vorgesehen.

Der Fonds ZIF Immobilien Direkt hat überwiegend Wohnimmobilien im Portfolio (Bild: Zurich Invest)

Die Fondsleitung Zurich Invest startet am 10. November die neueste Kapitalerhöhung ihres Fonds «ZIF Immobilien Direkt Schweiz». Die Bezugsfrist endet am 21. November. Das Volumen der Emission soll den Angaben der Fondsleitung zufolge rund 100 Mio. CHF betragen. Mit dem Erlös werden laufende Bauprojekte und «selektive Zukäufe» finanziert.

Als aktuelle Bauprojekte führt der Fonds einen Ersatzneubau an der Zürcher Glattwiesenstrasse für ein Projektvolumen von 100 Mio. CHF, die Sanierung und den Umbau einer Liegenschaft an der Baarerstrasse in Zug (22 Mio.) sowie eine Sanierung mit Aufstockung am Liebenauweg in Luzern (8 Mio.) auf. (aw)

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Die Emission beginnt in wenigen Tagen und soll 100 Millionen Franken erlösen. Die frischen Mittel sind vor allem für Projekte im Bestand vorgesehen.

Der Fonds ZIF Immobilien Direkt hat überwiegend Wohnimmobilien im Portfolio (Bild: Zurich Invest)

Die Fondsleitung Zurich Invest startet am 10. November die neueste Kapitalerhöhung ihres Fonds «ZIF Immobilien Direkt Schweiz». Die Bezugsfrist endet am 21. November. Das Volumen der Emission soll den Angaben der Fondsleitung zufolge rund 100 Mio. CHF betragen. Mit dem Erlös werden laufende Bauprojekte und «selektive Zukäufe» finanziert.

Als aktuelle Bauprojekte führt der Fonds einen Ersatzneubau an der Zürcher Glattwiesenstrasse für ein Projektvolumen von 100 Mio. CHF, die Sanierung und den Umbau einer Liegenschaft an der Baarerstrasse in Zug (22 Mio.) sowie eine Sanierung mit Aufstockung am Liebenauweg in Luzern (8 Mio.) auf. (aw)

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Quelle: www.immobilienbusiness.ch

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Mieten in der Schweiz – Hypothekarischer Referenzzinssatz bleibt unverändert – News


  • Für Mieterinnen und Mieter in der Schweiz ändert sich vorerst nichts an der mietrechtlich relevanten Zinssituation.
  • Der hypothekarische Referenzzinssatz bleibt unverändert bei 1.5 Prozent.
  • Das hat das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) bekannt gegeben.

Zuletzt war der Referenzzinssatz für Wohnungsmieten im März um 25 Basispunkte gesenkt worden – es war die erste Senkung seit Juni 2020. Seither konnten Mieterinnen und Mieter in vielen Fällen eine Reduktion ihrer Miete um 2.91 Prozent beantragen.

Schwelle für eine Senkung noch nicht erreicht

Dass der Referenzzinssatz nun gleich bleibt, liegt am nur langsam sinkenden Zinsniveau am Hypothekarmarkt. Zwar senkte die Schweizerische Nationalbank (SNB) seit März 2024 ihren Leitzins um insgesamt 1.50 Prozentpunkte auf derzeit 0.25 Prozent. Dennoch liegt der für den Referenzzinssatz massgebende Durchschnittszinssatz der ausstehenden Hypotheken aktuell bei 1.44 Prozent und damit noch nicht unter der Schwelle für eine weitere Senkung.

Der Zinssatz bleibt auf jetzigem Niveau, bis der Durchschnittszinssatz auf unter 1.38 Prozent sinkt oder auf über 1.62 Prozent steigt.

Der hypothekarische Referenzzinssatz wird das nächste Mal am 1. September 2025 veröffentlicht. Eine erneute Senkung des Referenzzinssatzes ist gemäss Einschätzung von Ökonomen bei der nächsten Publikation realistisch.

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Türkisch-Islamische Stiftung erwirbt massenhaft Schweizer Immobilien

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Die Türkisch-Islamische Stiftung kauft seit Jahren Immobilien in der ganzen Schweiz. Experten vermuten, dass die Geldflüsse aus der Türkei stammen könnten.

Woher hat die Stiftung das Geld, um die Schweizer Immobilien zu kaufen? Experten vermuten das Geld komme aus der Türkei. Hier die Camlica-Moschee in Istanbul. (Archivbild) – keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit 2017 hat die Stiftung Immobilienkäufe von rund 16 Millionen Franken getätigt.

  • Experten vermuten, dass die Finanzierung wahrscheinlich direkt aus der Türkei stamme.

  • Verbindungen zu der türkischen Religionsbehörde Diyanet werfen Fragen auf.

Die Türkisch-Islamische Stiftung, eine Dachorganisation von etwa fünfzig Moschee-Vereinen in der Schweiz, ist mehr als nur ein religiöser Bildungsanbieter.

Sie organisiert Pilgerreisen und islamische Bestattungen und bietet Unterricht für Konvertiten, Muslime und Kinder an. Und: Sie ist auch im Immobilienmarkt aktiv.

Seit 2017 hat sie Immobilien im Wert von rund 16 Millionen Franken erworben oder plant dies zu tun. Dies würden interne Dokumente zeigen, die der «NZZ am Sonntag» vorliegen.

Die Käufe würden demnach eine breite Palette von Immobilien umfassen: ein Gebäude in Giubiasco im Tessin für 2,5 Millionen Franken. Aber auch mehrere Wohnungen im Thurgau für 1,6 Millionen. Und ein Haus mit Umschwung in Solothurn für knapp eine halbe Million Franken.

In Zürich Oerlikon plant die Stiftung laut der Zeitung das grösste Projekt: einen Neubau für 7 Millionen Franken. Beteiligte sprechen von einer Moschee mit Wohnungen. Offiziell nennt die Stiftung das Projekt «Kulturzentrum», wie die Zeitung weiter schreibt.

Expertin: Geld stammt wohl aus der Türkei

Aber woher kommt das Geld für den Immobilien-Expansionskurs? Experten vermuten, dass die Finanzierung wahrscheinlich direkt aus der Türkei stamme.

Rebecca Schönenbach, eine deutsche Expertin für islamisches Finanzwesen, sagt der «NZZ am Sonntag»: «Die Geldflüsse bei Türkei-nahen Vereinen ähneln sich. Sie mögen gewisse eigene Einnahmen generieren, doch der Hauptteil stammt jeweils direkt aus Ankara.»

Der Präsident des Stiftungsrats, Bilal Yildiz, bestreitet diese Behauptung vehement: «Bei Allah, wir erhalten kein Geld aus dem Ausland». Er behauptet stattdessen, dass das Geld für die Immobilien von Spenden und «Eigenmitteln» der angeschlossenen Moschee-Vereine stamme. Einsicht in Ihrer Finanzen gewährt die Stiftung der Zeitung aber nicht.

Verbindungen zur türkischen Religionsbehörde Diyanet?

Die Stiftung sei seit ihrer Gründung mit der türkischen Religionsbehörde Diyanet verflochten, schreibt die Zeitung. Diyanet habe ein Jahresbudget von fast 3 Milliarden Franken. Damit nehme die Behörde auch im Ausland Einfluss, sowohl religiös als auch politisch.

Der Name der Schweizer Stiftung auf Türkisch laute «Isvicre Türk Diyanet Vakfi». Beobachter würden in der Stiftung den Schweizer Ableger von Diyanet sehen, die den türkischen Staatsislam hier vertreten soll. Die Stiftung bestreite bis heute aber jede Verbindung zu Diyanet, obwohl ihre türkische Bezeichnung das Gegenteil zeige.

Stiftung ändert plötzlich Namen

Nicolas Stockhammer, ein österreichischer Politologe und Islam-Experte sagt gegenüber der «NZZ am Sonntag» dazu: «Die Diyanet-Strukturen sind eigentlich eine türkische Einflussoperation im Rahmen des politischen Islams». Er sieht in Organisationen wie dieser Stiftung mögliche Instrumente zur Ausbreitung einer konservativen Islamvorstellung.

Wusstest du, dass die Stiftung so viele Immobilien in der Schweiz kauft?

Yildiz weist diese Vorwürfe zurück und spricht von «Missverständnissen». Überraschend enthüllt er der Zeitung, dass die Stiftung während der Recherche ihren Namen und die Statuten geändert habe.

Das Türkisch im Namen wurde gestrichen, neu hiesse die Stiftung nur noch Schweizerisch-Islamische Stiftung. Und auch türkische Staatsangehörige seien im Stiftungsrat nicht mehr zugelassen. Eine Änderung, die bereits vor Jahren beschlossen worden sei, aber noch nicht im Handelsregister stehe, beteuert Yildiz gegenüber der Zeitung.

Erstelle 3–5 stichpunktartige Kernaussagen (je max. 15 Wörter) mit Fokus auf wirtschaftliche oder finanzielle Aspekte.
Verwende nur Zeilen, die mit “- ” beginnen, keine Emojis oder HTML.
TEXT:

Die Türkisch-Islamische Stiftung kauft seit Jahren Immobilien in der ganzen Schweiz. Experten vermuten, dass die Geldflüsse aus der Türkei stammen könnten.

Woher hat die Stiftung das Geld, um die Schweizer Immobilien zu kaufen? Experten vermuten das Geld komme aus der Türkei. Hier die Camlica-Moschee in Istanbul. (Archivbild) – keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit 2017 hat die Stiftung Immobilienkäufe von rund 16 Millionen Franken getätigt.

  • Experten vermuten, dass die Finanzierung wahrscheinlich direkt aus der Türkei stamme.

  • Verbindungen zu der türkischen Religionsbehörde Diyanet werfen Fragen auf.

Die Türkisch-Islamische Stiftung, eine Dachorganisation von etwa fünfzig Moschee-Vereinen in der Schweiz, ist mehr als nur ein religiöser Bildungsanbieter.

Sie organisiert Pilgerreisen und islamische Bestattungen und bietet Unterricht für Konvertiten, Muslime und Kinder an. Und: Sie ist auch im Immobilienmarkt aktiv.

Seit 2017 hat sie Immobilien im Wert von rund 16 Millionen Franken erworben oder plant dies zu tun. Dies würden interne Dokumente zeigen, die der «NZZ am Sonntag» vorliegen.

Die Käufe würden demnach eine breite Palette von Immobilien umfassen: ein Gebäude in Giubiasco im Tessin für 2,5 Millionen Franken. Aber auch mehrere Wohnungen im Thurgau für 1,6 Millionen. Und ein Haus mit Umschwung in Solothurn für knapp eine halbe Million Franken.

In Zürich Oerlikon plant die Stiftung laut der Zeitung das grösste Projekt: einen Neubau für 7 Millionen Franken. Beteiligte sprechen von einer Moschee mit Wohnungen. Offiziell nennt die Stiftung das Projekt «Kulturzentrum», wie die Zeitung weiter schreibt.

Expertin: Geld stammt wohl aus der Türkei

Aber woher kommt das Geld für den Immobilien-Expansionskurs? Experten vermuten, dass die Finanzierung wahrscheinlich direkt aus der Türkei stamme.

Rebecca Schönenbach, eine deutsche Expertin für islamisches Finanzwesen, sagt der «NZZ am Sonntag»: «Die Geldflüsse bei Türkei-nahen Vereinen ähneln sich. Sie mögen gewisse eigene Einnahmen generieren, doch der Hauptteil stammt jeweils direkt aus Ankara.»

Der Präsident des Stiftungsrats, Bilal Yildiz, bestreitet diese Behauptung vehement: «Bei Allah, wir erhalten kein Geld aus dem Ausland». Er behauptet stattdessen, dass das Geld für die Immobilien von Spenden und «Eigenmitteln» der angeschlossenen Moschee-Vereine stamme. Einsicht in Ihrer Finanzen gewährt die Stiftung der Zeitung aber nicht.

Verbindungen zur türkischen Religionsbehörde Diyanet?

Die Stiftung sei seit ihrer Gründung mit der türkischen Religionsbehörde Diyanet verflochten, schreibt die Zeitung. Diyanet habe ein Jahresbudget von fast 3 Milliarden Franken. Damit nehme die Behörde auch im Ausland Einfluss, sowohl religiös als auch politisch.

Der Name der Schweizer Stiftung auf Türkisch laute «Isvicre Türk Diyanet Vakfi». Beobachter würden in der Stiftung den Schweizer Ableger von Diyanet sehen, die den türkischen Staatsislam hier vertreten soll. Die Stiftung bestreite bis heute aber jede Verbindung zu Diyanet, obwohl ihre türkische Bezeichnung das Gegenteil zeige.

Stiftung ändert plötzlich Namen

Nicolas Stockhammer, ein österreichischer Politologe und Islam-Experte sagt gegenüber der «NZZ am Sonntag» dazu: «Die Diyanet-Strukturen sind eigentlich eine türkische Einflussoperation im Rahmen des politischen Islams». Er sieht in Organisationen wie dieser Stiftung mögliche Instrumente zur Ausbreitung einer konservativen Islamvorstellung.

Wusstest du, dass die Stiftung so viele Immobilien in der Schweiz kauft?

Yildiz weist diese Vorwürfe zurück und spricht von «Missverständnissen». Überraschend enthüllt er der Zeitung, dass die Stiftung während der Recherche ihren Namen und die Statuten geändert habe.

Das Türkisch im Namen wurde gestrichen, neu hiesse die Stiftung nur noch Schweizerisch-Islamische Stiftung. Und auch türkische Staatsangehörige seien im Stiftungsrat nicht mehr zugelassen. Eine Änderung, die bereits vor Jahren beschlossen worden sei, aber noch nicht im Handelsregister stehe, beteuert Yildiz gegenüber der Zeitung.

Quelle: www.nau.ch

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Erdogan lässt für Millionen Schweizer Immobilien kaufen

Fasse den folgenden Artikel auf Deutsch in maximal 120 Wörtern zusammen.
Fokus: Wirtschaft, Finanzen, Banken, Hypotheken und Märkte.
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Nenne, falls vorhanden, wichtige Zahlen, Entwicklungen oder Zitate kurz.
TEXT:

Verteidigungsminister Martin Pfister könnte bald Zusatzkredite für die Schweizer Armee beantragen und der türkische Präsident lässt über eine Islamstiftung Immobilien in der Schweiz kaufen: Das findet sich in den Sonntagszeitungen.

02.11.2025, 07:4902.11.2025, 07:49

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Verteidigungsminister Martin Pfister könnte bald Zusatzkredite für die Schweizer Armee beantragen und der türkische Präsident lässt über eine Islamstiftung Immobilien in der Schweiz kaufen: Das findet sich in den Sonntagszeitungen.

02.11.2025, 07:4902.11.2025, 07:49

Quelle: www.watson.ch

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Nachfrage nach Schweizer Immobilien dürfte 2026 sinken

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Derzeit suchen weniger Einzelpersonen eine eigene Wohnung, wie aus dem am Montag veröffentlichten «Immo-Monitoring» von Wüest Partner hervorgeht. Grund dafür sind das fehlende Angebot und die hohen Mieten. Viele bleiben daher länger im Elternhaus oder in WGs.

Konkret sind im Jahr 2024 rund 22’400 neue Einpersonenhaushalte entstanden. Im Jahr 2021 waren es 35’500 gewesen.

Dazu kommt eine Abkühlung am Arbeitsmarkt. Im laufenden Jahr stieg die Zahl der Beschäftigten laut der Studie kaum und lag auf dem tiefsten Stand seit der Pandemie. Folglich nimmt auch die «Zusatznachfrage» nach Wohnraum ab, etwa von zugezogenen Arbeitskräften.

Teurere Einfamilienhäuser, günstigere Büros

Bei den Preisen erwartet die Immobilienberatungsfirma im kommenden Jahr eine moderate Entwicklung: Die Angebotsmieten dürften sich um 0,7 Prozent verteuern, die Bestandesmieten um 0,8 Prozent sinken.

Teurer werden wohl weiterhin Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser, und zwar um 2,8 Prozent respektive 3,1 Prozent. Allerdings schwäche sich auch dort die Dynamik ab.

Die Angebotsmieten für Büroflächen dürften 2026 leicht zurückgehen (-0,6 Prozent). Nach wie vor gefragt sind aber hochwertige, bezugsfertige Flächen an guten Lagen.

Erholung im Baumarkt

Schliesslich steigen gemäss der Studie nach sieben Jahren die Bauinvestitionen wieder: Für 2026 geht Wüest Partner von einem Plus von 5,3 Prozent aus.

Die baldige Abschaffung des Eigenmietwerts dürfte Renovationen ankurbeln. Diese wird 2028 oder 2029 erwartet. Auch Investitionen in Neubauten dürften 2026 wieder zunehmen, vor allem im Bereich der Mehrfamilienhäuser.

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Derzeit suchen weniger Einzelpersonen eine eigene Wohnung, wie aus dem am Montag veröffentlichten «Immo-Monitoring» von Wüest Partner hervorgeht. Grund dafür sind das fehlende Angebot und die hohen Mieten. Viele bleiben daher länger im Elternhaus oder in WGs.

Konkret sind im Jahr 2024 rund 22’400 neue Einpersonenhaushalte entstanden. Im Jahr 2021 waren es 35’500 gewesen.

Dazu kommt eine Abkühlung am Arbeitsmarkt. Im laufenden Jahr stieg die Zahl der Beschäftigten laut der Studie kaum und lag auf dem tiefsten Stand seit der Pandemie. Folglich nimmt auch die «Zusatznachfrage» nach Wohnraum ab, etwa von zugezogenen Arbeitskräften.

Teurere Einfamilienhäuser, günstigere Büros

Bei den Preisen erwartet die Immobilienberatungsfirma im kommenden Jahr eine moderate Entwicklung: Die Angebotsmieten dürften sich um 0,7 Prozent verteuern, die Bestandesmieten um 0,8 Prozent sinken.

Teurer werden wohl weiterhin Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser, und zwar um 2,8 Prozent respektive 3,1 Prozent. Allerdings schwäche sich auch dort die Dynamik ab.

Die Angebotsmieten für Büroflächen dürften 2026 leicht zurückgehen (-0,6 Prozent). Nach wie vor gefragt sind aber hochwertige, bezugsfertige Flächen an guten Lagen.

Erholung im Baumarkt

Schliesslich steigen gemäss der Studie nach sieben Jahren die Bauinvestitionen wieder: Für 2026 geht Wüest Partner von einem Plus von 5,3 Prozent aus.

Die baldige Abschaffung des Eigenmietwerts dürfte Renovationen ankurbeln. Diese wird 2028 oder 2029 erwartet. Auch Investitionen in Neubauten dürften 2026 wieder zunehmen, vor allem im Bereich der Mehrfamilienhäuser.

Quelle: www.radiocentral.ch

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Zweites Quartal – Die Hypozinsen sinken – die Häuserpreise steigen


Zweites Quartal | 8. Juli 2025

Die Zinsen für Hypotheken in der Schweiz sind nach der Leitzinssenkung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) günstiger geworden. Entgegen diesem Trend sind die Preise für Wohneigentum im stark gestiegen.

In der Schweiz wird das Wohnen in den eigenen vier Wänden immer teurer. Im zweiten Quartal sind die Preise für selbstgenutztes Wohneigentum weiter angestiegen.Foto: Keystone

Im Juni hatte die SNB den Leitzins, wie von vielen Ökonominnen und Ökonomen erwartet, von 0,25 Prozent auf 0 Prozent gesenkt. Mit der Aussicht auf eine Senkung seien im zweiten Quartal auch die Hypothekarzinsen zurückgegangen, hielt das Vergleichsportal Comparis in seinem am Dienstag publizierten Hypothekenbarometer fest.

Nach der SNB-Leitzinssenkung hätten sich unter anderem die Saron-Hypotheken weiter vergünstigt, wie es weiter hiess. Erstrangige Saron-Hypotheken kosteten im Durchschnitt 0,9 bis 1,2 Prozent, wobei sich der Saron-Richtzins nach dem SNB-Entscheid gar leicht im negativen Bereich bewegte.

«Vertraglich gilt in diesem Fall bei Saron-Hypotheken immer ein Wert von 0 Prozent», erklärte Comparis-Experte Dirk Renkert laut der Mitteilung. «Die Höhe von Saron-Hypotheken wird dann ausschliesslich von der Bankenmarge bestimmt. Nur wenn die Banken ihre Margen verringern, können sich Saron-Hypotheken vergünstigen», so Renkert weiter.

Auch Festhypotheken günstiger

Günstiger waren auch erstrangige Festhypotheken zu haben. 10-jährige Festhypotheken kosteten laut Comparis im Durchschnitt 1,4 bis 1,9 Prozent, während 5-jährige Festhypotheken für 1,0 bis 1,5 Prozent angeboten wurden. Im ersten Quartal hatten sich die Sätze für 10-jährige Hypotheken zwischen 1,5 bis 2,1 Prozent bewegt.

Rückläufig entwickelten sich dabei die Richtsätze, die Comparis jeweils anhand der von 30 Kreditinstituten öffentlich publizierten Referenzzinsen berechnet. Der Richtsatz für 10-jährige Festhypotheken ging per Ende Juni auf 1,77 Prozent von 1,92 Prozent Ende März zurück, jener für 5-jährige Papiere auf 1,40 Prozent von 1,63 Prozent.

Dies sei im Umfeld rückläufiger Kapitalmarktzinsen geschehen, hiess es weiter. Die Rendite für 10-jährige Bundesobligationen lag Ende Juni mit 0,41 Prozent um 0,10 Prozentpunkte tiefer als Ende März und auch die Refinanzierungskosten der Banken, sogenannte Swaps, seien gesunken.

Das habe sich direkt auf die Konditionen von Festhypotheken ausgewirkt, da die Finanzinstitute ihre individuelle Marge auf den Swap-Satz addierten, schrieb Comparis weiter.

Kaum Veränderungen bei der Laufzeit-Wahl

Bei der Wahl der Laufzeiten hat der Vergleichsdienst im zweiten Quartal verglichen mit dem ersten indes keine grossen Veränderungen ausgemacht. Der Anteil von Hypotheken mit Laufzeiten von drei Jahren und weniger lag wiederum bei rund einem Fünftel, wobei gut die Hälfte davon auf Saron-Hypotheken entfiel.

Festhypotheken mit mittleren Laufzeiten (4 bis 7 Jahre) hätten rund ein Viertel aller Abschlüsse ausgemacht, was nahezu den ersten drei Monaten des Jahres entsprach. Und lang laufende Festhypotheken mit 10 Jahren und mehr waren mit knapp der Hälfte aller Abschlüsse weiterhin am gefragtesten. Auch ihr Anteil blieb ähnlich hoch wie im Vorquartal.

Häuserpreise steigen stark an

Der Traum von den eigenen vier Wänden wird in der Schweiz immer teurer. Im zweiten Quartal 2025 sind die Preise für selbstgenutztes Wohneigentum erneut markant gestiegen.

Dies geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Transaktionspreisindex von Raiffeisen Schweiz hervor. Für Einfamilienhäuser mussten 1,5 Prozent mehr bezahlt werden als im Vorquartal, wie Raiffeisen schreibt. Stockwerkeigentum sei mit einem Plus von 1,8 Prozent ebenfalls teurer geworden.

Verglichen mit dem zweiten Quartal 2024 kosteten Einfamilienhäuser damit satte 5,2 Prozent und Stockwerkeigentum 4,9 Prozent mehr.

Der Raiffeisen Transaktionspreisindex erscheint vierteljährlich jeweils zu Beginn eines neuen Quartals. Er misst, basierend auf Handänderungsdaten von Raiffeisen und des Swiss Real Estate Datapools (SRED), die Preisentwicklung von selbstgenutztem Wohneigentum in der Schweiz.



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TISS: Türkisch-Islamische Stiftung kauft Immobilien in der Schweiz

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Fokus: Wirtschaft, Finanzen, Banken, Hypotheken und Märkte.
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TEXT:

  • Die Türkisch-Islamische Stiftung (TISS) kauft seit Jahren Immobilien in der Schweiz.
  • Die Anweisungen dafür könnten direkt aus Ankara kommen.
  • TISS-Verantwortliche dementieren die Vorwürfe.

Die staatliche türkische Religionsbehörde versucht, mit der türkisch-islamischen Stiftung für die Schweiz TISS den Einfluss des Islams in der Schweiz auszubauen – und hat dafür in den letzten Jahren Millionen von Franken investiert, die mutmasslich direkt aus Ankara kommen. Diese Vorwürfe erhebt die «NZZ am Sonntag» in einer grossangelegten Recherche.

Offiziell kümmert sich TISS um Pilgerreisen, Bestattungen und Islamunterricht. Inoffiziell soll sie ein verlängerter Arm der türkischen Religionsbehörde Diyanet sein, wie die Zeitung mit Berufung auf Dokumente und Experten berichtet.

7 Millionen für Kulturzentrum – und Geld vom Fedpol

Gegründet 1987, vereint die Stiftung heute rund 50 Moschee-Vereine. Seit 2017 kauft sie Immobilien in diversen Kantonen. Total belaufen sich die Käufe auf über 16 Millionen Franken, hinzu kommen mehrere Schenkungen. In Zürich-Oerlikon soll zudem in einem Neubau für 7 Millionen Franken ein Kulturzentrum entstehen.

Die Türkisch-Islamische Stiftung hat ihren Sitz in Rümlang. Ein grosser Neubau ist in Zürich-Oerlikon geplant.Screenshot/Google Maps

Trotz offenbar üppigen Eigenmitteln profitiert die Stiftung seit 2025 auch von staatlicher Unterstützung. Eine Moschee im Zürcher Kreis 4 erhielt vom Fedpol über 14’000 Franken zur «Unterstützung von Minderheiten».

«Bei Allah, wir erhalten kein Geld aus dem Ausland»

Bilal Yildiz, TISS-Stiftungsratspräsident

Bilal Yildiz streitet gegenüber der «NZZ am Sonntag» (Bezahlartikel) jede Verbindung zu Ankara ab: «Bei Allah, wir erhalten kein Geld aus dem Ausland», so der Stiftungsratspräsident mehrfach. Die Gelder würden aus Spenden und «Eigenmitteln» stammen. Die Stiftung macht ihre Finanzierung nicht öffentlich.

Die Recherche verweist aber auf auffällige Verbindungen zur Diyanet in Ankara: Die Behörde ist direkt Präsident Erdogan unterstellt und hat ein Jahresbudget von knapp drei Milliarden Franken. Sie entsendet international Imame und verteilt religiöse Vorgaben. Im Herbst 2023 leitete ein Diyanet-Vize aus Ankara eine Sitzung in Rümlang, kurz darauf wurde der Bau in Oerlikon beschlossen.

Hamas-Terroristen als «heilige Kämpfer»

Beobachter warnen: Die Stiftung sei Teil einer türkischen Einflussoperation. «Die Moscheen wirken wie ferngesteuert», sagt Islamismus-Expertin Saïda Keller-Messahli. Und der österreichische Politologe Nicolas Stockhammer bezeichnet die Stiftung als mögliches «Islamisierungsvehikel».

In den Freitagspredigten, die aus Ankara übernommen werden und in Schweizer Moscheen gespielt werden, werden Hamas-Terroristen als «heilige Kämpfer» gepriesen, die auf keinen Fall entwaffnet werden sollen.

Plötzlich wechselt TISS sein Image

Während der NZZ-Recherche gibt sich die Stiftung ein neues Gesicht, wie es in dem Bericht heisst: Neu werde man unter dem Namen Schweizerisch-Islamische Stiftung auftreten und keine türkischen Stiftungsratsmitglieder mehr zulassen. Der Schritt sei laut den TISS-Verantwortlichen schon vor Jahren beschlossen worden, bislang aber noch nicht im Handelsregistereintrag ersichtlich gewesen. Auf der Website heisst die Stiftung nach wie vor Türkisch-Islamische Stiftung, diverse der im Handelsregister aufgeführten Stiftungsratsmitglieder sind türkische Staatsbürger.

Die Namensänderung könnte laut der NZZ vor allem einen politischen Hintergrund haben: Ein Vorstoss von Fabian Molina fordert nämlich mehr Transparenz bei der Finanzierung religiöser Organisationen aus dem Ausland. Der SP-Nationalrat sieht sich in der Umbenennung der Organisation bestätigt, dass «der gewählte Ansatz über die Finanzflüsse richtig ist». Beim Bundesamt für Justiz arbeitet man derzeit an einer Analyse, auf deren Basis Massnahmen folgen sollen.

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Benedikt Hollenstein (bho) ist seit 2021 bei 20 Minuten. Er schreibt für den Newsdesk und übernimmt dort auch Tagesleitungsschichten.

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TEXT:

  • Die Türkisch-Islamische Stiftung (TISS) kauft seit Jahren Immobilien in der Schweiz.
  • Die Anweisungen dafür könnten direkt aus Ankara kommen.
  • TISS-Verantwortliche dementieren die Vorwürfe.

Die staatliche türkische Religionsbehörde versucht, mit der türkisch-islamischen Stiftung für die Schweiz TISS den Einfluss des Islams in der Schweiz auszubauen – und hat dafür in den letzten Jahren Millionen von Franken investiert, die mutmasslich direkt aus Ankara kommen. Diese Vorwürfe erhebt die «NZZ am Sonntag» in einer grossangelegten Recherche.

Offiziell kümmert sich TISS um Pilgerreisen, Bestattungen und Islamunterricht. Inoffiziell soll sie ein verlängerter Arm der türkischen Religionsbehörde Diyanet sein, wie die Zeitung mit Berufung auf Dokumente und Experten berichtet.

7 Millionen für Kulturzentrum – und Geld vom Fedpol

Gegründet 1987, vereint die Stiftung heute rund 50 Moschee-Vereine. Seit 2017 kauft sie Immobilien in diversen Kantonen. Total belaufen sich die Käufe auf über 16 Millionen Franken, hinzu kommen mehrere Schenkungen. In Zürich-Oerlikon soll zudem in einem Neubau für 7 Millionen Franken ein Kulturzentrum entstehen.

Die Türkisch-Islamische Stiftung hat ihren Sitz in Rümlang. Ein grosser Neubau ist in Zürich-Oerlikon geplant.Screenshot/Google Maps

Trotz offenbar üppigen Eigenmitteln profitiert die Stiftung seit 2025 auch von staatlicher Unterstützung. Eine Moschee im Zürcher Kreis 4 erhielt vom Fedpol über 14’000 Franken zur «Unterstützung von Minderheiten».

«Bei Allah, wir erhalten kein Geld aus dem Ausland»

Bilal Yildiz, TISS-Stiftungsratspräsident

Bilal Yildiz streitet gegenüber der «NZZ am Sonntag» (Bezahlartikel) jede Verbindung zu Ankara ab: «Bei Allah, wir erhalten kein Geld aus dem Ausland», so der Stiftungsratspräsident mehrfach. Die Gelder würden aus Spenden und «Eigenmitteln» stammen. Die Stiftung macht ihre Finanzierung nicht öffentlich.

Die Recherche verweist aber auf auffällige Verbindungen zur Diyanet in Ankara: Die Behörde ist direkt Präsident Erdogan unterstellt und hat ein Jahresbudget von knapp drei Milliarden Franken. Sie entsendet international Imame und verteilt religiöse Vorgaben. Im Herbst 2023 leitete ein Diyanet-Vize aus Ankara eine Sitzung in Rümlang, kurz darauf wurde der Bau in Oerlikon beschlossen.

Hamas-Terroristen als «heilige Kämpfer»

Beobachter warnen: Die Stiftung sei Teil einer türkischen Einflussoperation. «Die Moscheen wirken wie ferngesteuert», sagt Islamismus-Expertin Saïda Keller-Messahli. Und der österreichische Politologe Nicolas Stockhammer bezeichnet die Stiftung als mögliches «Islamisierungsvehikel».

In den Freitagspredigten, die aus Ankara übernommen werden und in Schweizer Moscheen gespielt werden, werden Hamas-Terroristen als «heilige Kämpfer» gepriesen, die auf keinen Fall entwaffnet werden sollen.

Plötzlich wechselt TISS sein Image

Während der NZZ-Recherche gibt sich die Stiftung ein neues Gesicht, wie es in dem Bericht heisst: Neu werde man unter dem Namen Schweizerisch-Islamische Stiftung auftreten und keine türkischen Stiftungsratsmitglieder mehr zulassen. Der Schritt sei laut den TISS-Verantwortlichen schon vor Jahren beschlossen worden, bislang aber noch nicht im Handelsregistereintrag ersichtlich gewesen. Auf der Website heisst die Stiftung nach wie vor Türkisch-Islamische Stiftung, diverse der im Handelsregister aufgeführten Stiftungsratsmitglieder sind türkische Staatsbürger.

Die Namensänderung könnte laut der NZZ vor allem einen politischen Hintergrund haben: Ein Vorstoss von Fabian Molina fordert nämlich mehr Transparenz bei der Finanzierung religiöser Organisationen aus dem Ausland. Der SP-Nationalrat sieht sich in der Umbenennung der Organisation bestätigt, dass «der gewählte Ansatz über die Finanzflüsse richtig ist». Beim Bundesamt für Justiz arbeitet man derzeit an einer Analyse, auf deren Basis Massnahmen folgen sollen.

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Benedikt Hollenstein (bho) ist seit 2021 bei 20 Minuten. Er schreibt für den Newsdesk und übernimmt dort auch Tagesleitungsschichten.

Quelle: www.20min.ch