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Fokus: Wirtschaft, Finanzen, Banken, Hypotheken und Märkte.
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TEXT:

  • Wohneigentum ist für viele Menschen kaum mehr erschwinglich.
  • Auch die Mieten sind stark gestiegen. Besonders in den Städten ist das Angebot knapp.
  • Bewohner werden aus den Zentren in ländliche Gebiete verdrängt.

Der Wunsch nach Wohneigentum ist ungebrochen. Die Preise für Wohneigentum sind in fünf Jahren um 26 Prozent gestiegen. Die tiefen Hypothekarzinsen fördern die Nachfrage zusätzlich, sagte Donato Scognamiglio vom Immobilienberatungs-Unternehmen Iazi und Zürcher Kantonsrat (EVP) an einer Medienkonferenz.

Ein typisches Einfamilienhaus kostet in Zürich 3,45 Millionen Franken. Ein Haus in Uster kostete vor zehn Jahren fast noch die Hälfte. Wer Uster nicht mehr bezahlen kann, gehe nach Weinfelden in den Thurgau, so der Experte. «Der Thurgauer Dialekt wird zu einer Mischung aus Zürichdeutsch und Hochdeutsch.»

Bezahlbare Häuser gebe es nur noch selten. «Ein Haus für unter einer Million Franken gibt es dort, wo niemand ist und keine Arbeitsstellen vorhanden sind, beispielsweise in Poschiavo GR oder im Jura.»

Kaufen lohne sich mehr als Mieten, aber es sei so teuer, dass viele nicht zugreifen könnten. «Nach jahrelangem Boom und aufgrund der flächendeckend hohen Preise sind Eigenheime in der Schweiz ohne Darlehen oder Erbvorbezug für viele kaum mehr erschwinglich», sagt Scognamiglio.

Nur noch ein Prozent freie Wohnungen

Auch für Mieter verschärfe sich die Lage. Die Leerwohnungsziffer liegt schweizweit bei 1 Prozent. Der Bund spricht bei einer Leerwohnungsziffer unter 1,5 Prozent von einem Mangel, bei weniger als 1 Prozent von Not. «Wir sind an der Grenze zur Wohnungsnot», so Scognamiglio. Extrem knapp sei das Angebot in den Städten, in Zürich stehen 0,1 Prozent der Wohnungen frei.

Das Resultat: Eine typische Wohnung in Zürich gebe es für Neumieterinnen und Neumieter für 4200 Franken pro Monat. Schweizweit seien die Angebotsmieten in 20 Jahren um 38 Prozent gestiegen. Nur wer in der Wohnung bleibe, müsse keinen grossen Anstieg befürchten.

Jetzt steigen die Mieten auch auf dem Land

Diese Entwicklung führe auch bei den Mieten zu einer sichtbaren Verlagerung von Zentren in die Agglomeration, wie die Auswertung der Umzüge innerhalb der Schweiz zeige. In grossen Städten wie Zürich, Lausanne und in den Tourismusregionen würden Ansässige verdrängt, während ländliche Regionen positive Wanderungssaldi verzeichneten.

Scognamiglio spricht von Stop and Go: «Die Ansässigen gehen, dafür kommen Menschen aus dem Ausland. Die bleiben eine Weile und sehen, dass es zu teuer ist und ziehen auch weiter.» Der Zuzug in die ländlichen Regionen habe zur Folge, dass auch dort die Mieten stark gestiegen seien, in Maloja GR beispielsweise um über 30 Prozent in fünf Jahren, in Obersimmental-Saanen um 20 Prozent.

Ein Ende dieser Entwicklung sei nicht abzusehen. Zwar gebe es viele Initiativen, aber das ändere nichts, solange die Schweiz attraktiver als die umliegenden Länder sei. Bis 2055 dürfte die Schweizer Bevölkerung gemäss Zahlen des Bundes um 16 Prozent wachsen. Ausserdem sei die Schweiz bereits so verdichtet, dass kaum noch ausgebaut werden könne, solange nicht auf Gewerbezonen gebaut werden dürfe.

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Fabian Pöschl (fpo) arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Er ist Verantwortlicher Wirtschaftsnews im Ressort News, Wirtschaft & Videoreportagen.

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  • Wohneigentum ist für viele Menschen kaum mehr erschwinglich.
  • Auch die Mieten sind stark gestiegen. Besonders in den Städten ist das Angebot knapp.
  • Bewohner werden aus den Zentren in ländliche Gebiete verdrängt.

Der Wunsch nach Wohneigentum ist ungebrochen. Die Preise für Wohneigentum sind in fünf Jahren um 26 Prozent gestiegen. Die tiefen Hypothekarzinsen fördern die Nachfrage zusätzlich, sagte Donato Scognamiglio vom Immobilienberatungs-Unternehmen Iazi und Zürcher Kantonsrat (EVP) an einer Medienkonferenz.

Ein typisches Einfamilienhaus kostet in Zürich 3,45 Millionen Franken. Ein Haus in Uster kostete vor zehn Jahren fast noch die Hälfte. Wer Uster nicht mehr bezahlen kann, gehe nach Weinfelden in den Thurgau, so der Experte. «Der Thurgauer Dialekt wird zu einer Mischung aus Zürichdeutsch und Hochdeutsch.»

Bezahlbare Häuser gebe es nur noch selten. «Ein Haus für unter einer Million Franken gibt es dort, wo niemand ist und keine Arbeitsstellen vorhanden sind, beispielsweise in Poschiavo GR oder im Jura.»

Kaufen lohne sich mehr als Mieten, aber es sei so teuer, dass viele nicht zugreifen könnten. «Nach jahrelangem Boom und aufgrund der flächendeckend hohen Preise sind Eigenheime in der Schweiz ohne Darlehen oder Erbvorbezug für viele kaum mehr erschwinglich», sagt Scognamiglio.

Nur noch ein Prozent freie Wohnungen

Auch für Mieter verschärfe sich die Lage. Die Leerwohnungsziffer liegt schweizweit bei 1 Prozent. Der Bund spricht bei einer Leerwohnungsziffer unter 1,5 Prozent von einem Mangel, bei weniger als 1 Prozent von Not. «Wir sind an der Grenze zur Wohnungsnot», so Scognamiglio. Extrem knapp sei das Angebot in den Städten, in Zürich stehen 0,1 Prozent der Wohnungen frei.

Das Resultat: Eine typische Wohnung in Zürich gebe es für Neumieterinnen und Neumieter für 4200 Franken pro Monat. Schweizweit seien die Angebotsmieten in 20 Jahren um 38 Prozent gestiegen. Nur wer in der Wohnung bleibe, müsse keinen grossen Anstieg befürchten.

Jetzt steigen die Mieten auch auf dem Land

Diese Entwicklung führe auch bei den Mieten zu einer sichtbaren Verlagerung von Zentren in die Agglomeration, wie die Auswertung der Umzüge innerhalb der Schweiz zeige. In grossen Städten wie Zürich, Lausanne und in den Tourismusregionen würden Ansässige verdrängt, während ländliche Regionen positive Wanderungssaldi verzeichneten.

Scognamiglio spricht von Stop and Go: «Die Ansässigen gehen, dafür kommen Menschen aus dem Ausland. Die bleiben eine Weile und sehen, dass es zu teuer ist und ziehen auch weiter.» Der Zuzug in die ländlichen Regionen habe zur Folge, dass auch dort die Mieten stark gestiegen seien, in Maloja GR beispielsweise um über 30 Prozent in fünf Jahren, in Obersimmental-Saanen um 20 Prozent.

Ein Ende dieser Entwicklung sei nicht abzusehen. Zwar gebe es viele Initiativen, aber das ändere nichts, solange die Schweiz attraktiver als die umliegenden Länder sei. Bis 2055 dürfte die Schweizer Bevölkerung gemäss Zahlen des Bundes um 16 Prozent wachsen. Ausserdem sei die Schweiz bereits so verdichtet, dass kaum noch ausgebaut werden könne, solange nicht auf Gewerbezonen gebaut werden dürfe.

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Fabian Pöschl (fpo) arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Er ist Verantwortlicher Wirtschaftsnews im Ressort News, Wirtschaft & Videoreportagen.

Quelle: www.20min.ch