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Auf Homegate gibts eine 2½-Zimmer-Wohnung mit Pool für 364’000 Franken – in Dubai

Die Nachfrage nach Immobilien in Dubai steigt. Sogar Schweizer Firmen spezialisieren sich auf deren Verkauf. Doch es gibt ein Risiko.

Luxus zu vergleichsweise tiefen Preisen: In der Schweiz wächst die Nachfrage nach Wohneigentum in Dubai.

Foto: Imago/Panthermedia

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In Kürze:

  • Immobilien in Dubai versprechen Schweizerinnen und Schweizern luxuriöses Wohnen zu vergleichsweise tiefen Preisen.
  • Seit 2022 vermittelte Engel & Völkers über 100 Immobilien an Schweizer Käufer.
  • Zahlreiche Schweizer Firmen haben sich auf die Vermittlung von Dubai-Immobilien spezialisiert.

Wer auf Immobilienportalen wie Homegate oder Immoscout 24 nach einer Eigentumswohnung sucht, trifft ab und an auf Angebote, die so gar nichts mit der Schweiz zu tun haben: Für 364’000 Franken bekommt man 2½ Zimmer auf 86 Quadratmetern in den Helvetia Residences. Auch wenn der Name anderes vermuten lässt: In Zürich kann man von so einem Angebot nur träumen. In Dubai ist es Realität.

Dort befindet sich besagte Wohnung. Zusätzlich können ein 32 Meter langer Pool, das Fitnessstudio auf der Dachterrasse und eine Joggingstrecke genutzt werden. Die Wohnung soll 2026 fertig sein und liegt im Jumeirah Village Circle, «einem aufstrebenden Stadtteil von Dubai», heisst es im Inserat, das derzeit auf Homegate zu finden ist.

Dort oder auf Immoscout 24 gibt es weitere Angebote: 3½ Zimmer (152 Quadratmeter) für 616’950 Franken, 2½ Zimmer (74 Quadratmeter) für 265’000 Franken) oder 1½ Zimmer (39 Quadratmeter) für 216’000 Franken.

Soll im März 2029 bezugsfertig sein. Derzeit ist das Gebäude in Dubai noch eine Visualisierung.

Screenshot: Immoscout 24

Neubauprojekte in Dubai, die luxuriöses Wohnen zu vergleichsweise tiefen Preisen versprechen, tauchen nicht nur auf Schweizer Immobilienplattformen auf. Diverse Firmen haben sich in der Schweiz mittlerweile auf deren Vermittlung spezialisiert – Maklerfirmen vergrössern ihre Portfolios. Denn das Interesse der Schweizerinnen und Schweizer an einer Wohnung oder Villa in Dubai wächst.

Am 15. Dezember waren auf Immoscout 24 63 Kaufangebote in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) aufgeschaltet, rund zwei Drittel in Dubai, ein Drittel in Al Ain. Seit 2022 bewege sich die Anzahl Inserate pro Jahr in einem höheren zweistelligen Bereich, heisst es bei der Swiss Marketplace Group (SMG). Die TX Group, zu der diese Zeitung gehört, ist an der SMG beteiligt.

Neubauprojekte in Dubai: Die Schweizer Immobilien- und Baufirma DHG Holding entwickelt in Dubai zurzeit 601 Wohnungen.

Screenshot: Homegate

«Der Immobilienmarkt in Dubai erlebt einen grossen Boom», sagt Niki Thomet, Immobilienberater bei der international tätigen Maklerfirma Engel & Völkers. In den letzten drei Jahren habe die Nachfrage in der Schweiz stark angezogen – in dieser Zeit habe man über 100 Immobilien an Schweizer Kundschaft verkauft, sagt er.

Bei der Maklerfirma zahle die Schweizer Kundschaft allerdings im Schnitt zwischen zwei und fünf Millionen Franken für eine Immobilie. Dafür gebe es aber eine Villa mit Pool und anderen Annehmlichkeiten, sagt Thomet. Käufer nutzten diese meist als Zweitwohnung oder Feriendomizil.

Die Nachfrage sei so gross, dass Engel & Völkers im kommenden Frühjahr ein Dubai-Event in Zürich plant.

Bei vermögenden Schweizerinnen und Schweizern würden die VAE seit diesem Jahr an Beliebtheit gewinnen, stellt die Beratungsfirma für «Golden Visa» und Staatsbürgerschaften Henley & Partners fest: Seit Jahresbeginn beziehe sich die Hälfte der Anträge von Schweizer Staatsangehörigen auf die VAE. In den Vorjahren habe es keine gegeben.

Dass das Emirat Dubai kein demokratischer Staat, sondern eine absolutistische Monarchie ist, scheint Kaufwillige nicht abzuschrecken. Denn: Privatpersonen und Unternehmen profitieren von Steuervorteilen. Und auch Ausländer können unbeschränkt Immobilien kaufen – anders als die Schweiz hat Dubai keine Lex Koller.

Firmengründungen in der Schweiz

Unternehmen, die in der Schweiz Immobilien in Dubai vermitteln, könnten damit ein gutes Geschäft machen, sagt Thomet: In Dubai würden Immobilienentwickler gute Vermittlungsgebühren zahlen, wenn ihnen ein Geschäft zugetragen werde.

In der Schweiz wittern einige dank dem Boom ein gutes Geschäft. Alle scheinen dabei sein zu wollen: Zum Beispiel wurde in Zürich Ende 2023 eine Firma im Handelsregister eingetragen, deren Gründer eigentlich eine Fahrschule in Zürich betreibt. Fragen dazu liess er unbeantwortet.

Diesen Sommer wurde Swiss Twins Immobilien in Zug gegründet, um «der steigenden Nachfrage nach strukturierter, seriöser Beratung im Bereich internationaler Immobilien unter anderem in Dubai gerecht zu werden», sagt CEO Marco Porco. Man begleite Kundinnen und Kunden aus der Schweiz beim gesamten Kaufprozess.

Hauskauf in Dubai sei sicher

Seit Herbst 2024 gibt es die Firma Nama Swiss von Aman Hadad in Cham. «Wir haben gesehen, dass der Immobilienmarkt in Dubai boomt und beschlossen, in diesem Sektor dabei zu sein», sagt die Chefin. Ihre Kundschaft sucht Wohneigentum für die Ferien oder den Ruhestand.

Käufer finanzieren Immobilien entweder vollständig durch Eigenmittel, eine Hypothek bei einer Bank in Dubai oder durch Ratenzahlung: Beim Kauf müssen 20 Prozent des Preises sofort gezahlt werden, der Rest dann in Raten über fünf Jahre zu null Prozent Zinsen, sagt Hadad. Danach fallen Unterhaltskosten an: Bei einer 65-Quadratmeter-Wohnung seien das pro Jahr im Schnitt an die 2400 Franken.

Grundsätzlich sei der Hauskauf in Dubai sicher, der Immobilienmarkt transparent, sagt Hadad. Auf der Seite des staatlichen Dubai Land and Property Departments werden unter anderem Immobilienverkäufe und Transaktionspreise aufgeführt.

Schweizer Investoren in Dubai

Denn in Dubai baut vornehmlich der Staat. Aber auch private internationale Investoren und Baufirmen mischen mit. Wie die Schweizer Baufirma DHG Holding. Seit 2022 ist sie mit DHG Properties als Entwicklerin und Investorin in Dubai tätig. Sie entwickelt die Wohnungen in den Helvetia Residences.

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Insgesamt entstünden aktuell drei Wohnprojekte mit 601 Wohneinheiten, sagt eine Sprecherin. Seit zwei Jahren stelle DHG «ein deutlich steigendes Interesse von Schweizer Investoren an Immobilien in Dubai fest».

Der Immobilienboom birgt Risiken

Laut dem aktuellen Dubai-Report der Immobilienberatung Knight Frank war 2024 ein Rekordjahr: Die Preise für Wohnimmobilien stiegen um 19 Prozent – in den letzten fünf Jahren sogar um über 65 Prozent.

Doch der Immobilienboom birgt Risiken: Der aktuelle Bubble-Index der UBS kommt zu dem Ergebnis, dass das Risiko einer Immobilienblase seit 2022 stark gestiegen ist. Der Markt sei zunehmend überhitzt.

Als klassische Renditeobjekte würde die Kundschaft von Engel & Völkers die Immobilien weniger sehen, sagt Niki Thomet. Zwar stiegen die Immobilienpreise, aber gleichzeitig werde so viel gebaut, dass nicht absehbar sei, wie sich der Markt in den kommenden fünf bis zehn Jahren entwickeln werde: «Im Moment sehen wir einen riesigen Boom», sagt Thomet, «aber wir müssen abwarten, wie nachhaltig er ist.»

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Auf Homegate gibts eine 2½-Zimmer-Wohnung mit Pool für 364’000 Franken – in Dubai

Die Nachfrage nach Immobilien in Dubai steigt. Sogar Schweizer Firmen spezialisieren sich auf deren Verkauf. Doch es gibt ein Risiko.

Luxus zu vergleichsweise tiefen Preisen: In der Schweiz wächst die Nachfrage nach Wohneigentum in Dubai.

Foto: Imago/Panthermedia

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In Kürze:

  • Immobilien in Dubai versprechen Schweizerinnen und Schweizern luxuriöses Wohnen zu vergleichsweise tiefen Preisen.
  • Seit 2022 vermittelte Engel & Völkers über 100 Immobilien an Schweizer Käufer.
  • Zahlreiche Schweizer Firmen haben sich auf die Vermittlung von Dubai-Immobilien spezialisiert.

Wer auf Immobilienportalen wie Homegate oder Immoscout 24 nach einer Eigentumswohnung sucht, trifft ab und an auf Angebote, die so gar nichts mit der Schweiz zu tun haben: Für 364’000 Franken bekommt man 2½ Zimmer auf 86 Quadratmetern in den Helvetia Residences. Auch wenn der Name anderes vermuten lässt: In Zürich kann man von so einem Angebot nur träumen. In Dubai ist es Realität.

Dort befindet sich besagte Wohnung. Zusätzlich können ein 32 Meter langer Pool, das Fitnessstudio auf der Dachterrasse und eine Joggingstrecke genutzt werden. Die Wohnung soll 2026 fertig sein und liegt im Jumeirah Village Circle, «einem aufstrebenden Stadtteil von Dubai», heisst es im Inserat, das derzeit auf Homegate zu finden ist.

Dort oder auf Immoscout 24 gibt es weitere Angebote: 3½ Zimmer (152 Quadratmeter) für 616’950 Franken, 2½ Zimmer (74 Quadratmeter) für 265’000 Franken) oder 1½ Zimmer (39 Quadratmeter) für 216’000 Franken.

Soll im März 2029 bezugsfertig sein. Derzeit ist das Gebäude in Dubai noch eine Visualisierung.

Screenshot: Immoscout 24

Neubauprojekte in Dubai, die luxuriöses Wohnen zu vergleichsweise tiefen Preisen versprechen, tauchen nicht nur auf Schweizer Immobilienplattformen auf. Diverse Firmen haben sich in der Schweiz mittlerweile auf deren Vermittlung spezialisiert – Maklerfirmen vergrössern ihre Portfolios. Denn das Interesse der Schweizerinnen und Schweizer an einer Wohnung oder Villa in Dubai wächst.

Am 15. Dezember waren auf Immoscout 24 63 Kaufangebote in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) aufgeschaltet, rund zwei Drittel in Dubai, ein Drittel in Al Ain. Seit 2022 bewege sich die Anzahl Inserate pro Jahr in einem höheren zweistelligen Bereich, heisst es bei der Swiss Marketplace Group (SMG). Die TX Group, zu der diese Zeitung gehört, ist an der SMG beteiligt.

Neubauprojekte in Dubai: Die Schweizer Immobilien- und Baufirma DHG Holding entwickelt in Dubai zurzeit 601 Wohnungen.

Screenshot: Homegate

«Der Immobilienmarkt in Dubai erlebt einen grossen Boom», sagt Niki Thomet, Immobilienberater bei der international tätigen Maklerfirma Engel & Völkers. In den letzten drei Jahren habe die Nachfrage in der Schweiz stark angezogen – in dieser Zeit habe man über 100 Immobilien an Schweizer Kundschaft verkauft, sagt er.

Bei der Maklerfirma zahle die Schweizer Kundschaft allerdings im Schnitt zwischen zwei und fünf Millionen Franken für eine Immobilie. Dafür gebe es aber eine Villa mit Pool und anderen Annehmlichkeiten, sagt Thomet. Käufer nutzten diese meist als Zweitwohnung oder Feriendomizil.

Die Nachfrage sei so gross, dass Engel & Völkers im kommenden Frühjahr ein Dubai-Event in Zürich plant.

Bei vermögenden Schweizerinnen und Schweizern würden die VAE seit diesem Jahr an Beliebtheit gewinnen, stellt die Beratungsfirma für «Golden Visa» und Staatsbürgerschaften Henley & Partners fest: Seit Jahresbeginn beziehe sich die Hälfte der Anträge von Schweizer Staatsangehörigen auf die VAE. In den Vorjahren habe es keine gegeben.

Dass das Emirat Dubai kein demokratischer Staat, sondern eine absolutistische Monarchie ist, scheint Kaufwillige nicht abzuschrecken. Denn: Privatpersonen und Unternehmen profitieren von Steuervorteilen. Und auch Ausländer können unbeschränkt Immobilien kaufen – anders als die Schweiz hat Dubai keine Lex Koller.

Firmengründungen in der Schweiz

Unternehmen, die in der Schweiz Immobilien in Dubai vermitteln, könnten damit ein gutes Geschäft machen, sagt Thomet: In Dubai würden Immobilienentwickler gute Vermittlungsgebühren zahlen, wenn ihnen ein Geschäft zugetragen werde.

In der Schweiz wittern einige dank dem Boom ein gutes Geschäft. Alle scheinen dabei sein zu wollen: Zum Beispiel wurde in Zürich Ende 2023 eine Firma im Handelsregister eingetragen, deren Gründer eigentlich eine Fahrschule in Zürich betreibt. Fragen dazu liess er unbeantwortet.

Diesen Sommer wurde Swiss Twins Immobilien in Zug gegründet, um «der steigenden Nachfrage nach strukturierter, seriöser Beratung im Bereich internationaler Immobilien unter anderem in Dubai gerecht zu werden», sagt CEO Marco Porco. Man begleite Kundinnen und Kunden aus der Schweiz beim gesamten Kaufprozess.

Hauskauf in Dubai sei sicher

Seit Herbst 2024 gibt es die Firma Nama Swiss von Aman Hadad in Cham. «Wir haben gesehen, dass der Immobilienmarkt in Dubai boomt und beschlossen, in diesem Sektor dabei zu sein», sagt die Chefin. Ihre Kundschaft sucht Wohneigentum für die Ferien oder den Ruhestand.

Käufer finanzieren Immobilien entweder vollständig durch Eigenmittel, eine Hypothek bei einer Bank in Dubai oder durch Ratenzahlung: Beim Kauf müssen 20 Prozent des Preises sofort gezahlt werden, der Rest dann in Raten über fünf Jahre zu null Prozent Zinsen, sagt Hadad. Danach fallen Unterhaltskosten an: Bei einer 65-Quadratmeter-Wohnung seien das pro Jahr im Schnitt an die 2400 Franken.

Grundsätzlich sei der Hauskauf in Dubai sicher, der Immobilienmarkt transparent, sagt Hadad. Auf der Seite des staatlichen Dubai Land and Property Departments werden unter anderem Immobilienverkäufe und Transaktionspreise aufgeführt.

Schweizer Investoren in Dubai

Denn in Dubai baut vornehmlich der Staat. Aber auch private internationale Investoren und Baufirmen mischen mit. Wie die Schweizer Baufirma DHG Holding. Seit 2022 ist sie mit DHG Properties als Entwicklerin und Investorin in Dubai tätig. Sie entwickelt die Wohnungen in den Helvetia Residences.

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Insgesamt entstünden aktuell drei Wohnprojekte mit 601 Wohneinheiten, sagt eine Sprecherin. Seit zwei Jahren stelle DHG «ein deutlich steigendes Interesse von Schweizer Investoren an Immobilien in Dubai fest».

Der Immobilienboom birgt Risiken

Laut dem aktuellen Dubai-Report der Immobilienberatung Knight Frank war 2024 ein Rekordjahr: Die Preise für Wohnimmobilien stiegen um 19 Prozent – in den letzten fünf Jahren sogar um über 65 Prozent.

Doch der Immobilienboom birgt Risiken: Der aktuelle Bubble-Index der UBS kommt zu dem Ergebnis, dass das Risiko einer Immobilienblase seit 2022 stark gestiegen ist. Der Markt sei zunehmend überhitzt.

Als klassische Renditeobjekte würde die Kundschaft von Engel & Völkers die Immobilien weniger sehen, sagt Niki Thomet. Zwar stiegen die Immobilienpreise, aber gleichzeitig werde so viel gebaut, dass nicht absehbar sei, wie sich der Markt in den kommenden fünf bis zehn Jahren entwickeln werde: «Im Moment sehen wir einen riesigen Boom», sagt Thomet, «aber wir müssen abwarten, wie nachhaltig er ist.»

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Quelle: www.tagesanzeiger.ch