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Fokus: Wirtschaft, Finanzen, Banken, Hypotheken und Märkte.
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Nenne, falls vorhanden, wichtige Zahlen, Entwicklungen oder Zitate kurz.
TEXT:
- Die Immobilieninfluencerin Ari Reid lebt in der Schweiz und teilt ihre Eindrücke auf Social Media.
- Sie sieht grosse Unterschiede zum Londoner Markt, besonders bei Luxusimmobilien in den Bergen.
- Reid bemängelt die extrem hohen Preise in St. Moritz und den Mangel an Wohnraum in der Schweiz.
- Sie schlägt vor, mehr zu bauen und vorhandene Bauvorschriften zu überdenken.
Im November 2024 verliess Ari Reid London und lebt seither in der Schweiz. Nicht in Zürich, sondern in einem ländlichen Gebiet nahe Solothurn. Eigentlich wollte sie nur ein paar Monate lang die Schweiz entdecken und später nach Paris weiterziehen. Allerdings lernte sie dann ihren Schweizer Freund kennen und entschied sich, zu bleiben. «Mein Leben in der Schweiz ist viel ruhiger, organisierter und effizienter», erzählt sie. Gerade der Kontrast zur britischen Metropole falle ihr auf: weniger Lärm, mehr Ordnung.
Schweizer Städte und London: Grosse Unterschiede
Beruflich beschäftigt sich Reid seit Jahren mit hochpreisigen Immobilien. Mittlerweile fokussiert sie sich auf Social-Media-Content, in dem sie ihre Followerschaft über Preise von Luxusimmobilien informiert. In London war sie noch als Maklerin tätig und verkaufte Luxuswohnungen im Stadtzentrum. Die Schweiz unterscheide sich davon stark. «Die teuersten Immobilien liegen hier nicht zwingend in den Städten, sondern in den Bergen», sagt sie.
Besonders Orte wie St. Moritz, Zermatt oder Verbier hätten eine globale Anziehungskraft. Dort stünden riesige Chalets mit mehreren unterirdischen Etagen, eingebettet in eine spektakuläre Landschaft. «Mit der Höhe, dem Schnee und den Bergen wirkt alles dramatischer, aber auch diskreter», erklärt Reid. Diese Kombination mache die Schweizer Immobilienlandschaft einzigartig.
«Immobilien in St. Moritz sind absurd teuer»
Gerade St. Moritz hält die Immobilienexpertin für teuer. Ein Chalet koste dort schnell 15 bis 100 Millionen Franken. Oft sei aber nicht das Gebäude selbst den Preis wert, sondern das Umfeld. «Du zahlst nicht für das Haus, sondern für die Adresse – und dafür, wer deine Nachbarn sind. Das treibt die Preise weit über den realen Wert hinaus.»
In St. Moritz lebten einige der reichsten Familien Europas, darunter etwa Besitzer und Gründer grosser italienischer Luxusmarken wie Prada oder Gucci. Das mache den Markt extrem exklusiv und sozial stark abgeschottet. «Es ist sehr cliquenhaft», sagt Reid. «Und das treibt die Preise weit über den realen Wert hinaus.»
Britin war von der Immobiliennot überrascht
Besonders überrascht habe sie die Knappheit des Angebots. «In der Schweiz gibt es schlicht nichts», sagt Reid. Dass in Städten wie Zürich bei Wohnungsbesichtigungen oft Dutzende oder gar Hunderte Interessierte erscheinen, war ihr ebenfalls nicht bewusst. Es sei ein Ansturm, den sie aus England so nicht kenne.
Während es in London oder den USA fast immer freie Wohnungen gebe, herrsche in der Schweiz ein struktureller Mangel. «Ihr habt eine Wohnungsknappheit. Das ist wohl auf die strengen Bauvorschriften und dadurch wenig verfügbares Land zurückzuführen.»
Besonders junge Menschen leiden unter den Preisen
Diese Situation treffe vor allem junge Menschen und Familien. Reid zeigt sich besorgt darüber, dass selbst gut verdienende Schweizerinnen und Schweizer kaum Wohneigentum erwerben können. «Im Verhältnis ist die Differenz zwischen Einkommen und Immobilienpreisen eine der höchsten in Europa», sagt sie.
«Es braucht Wohnraum, der nicht nur für Ultra-Reiche gedacht ist.»
Wie empfindest du die Immobilienpreise in der Schweiz?
Sie plädiert dafür, mehr zu bauen, auch ausserhalb der Städte. Neue Quartiere mit guter Bahnanbindung könnten helfen. Zudem verweist sie auf Modelle aus England, wie sozialen Wohnungsbau für Menschen mit mittlerem Einkommen. «Es braucht Wohnraum, der nicht nur für Ultra-Reiche gedacht ist.»
«Es gibt zu wenig physische Immobilien.» Die Schweiz werde immer attraktiver, sowohl für Einheimische als auch für Zuziehende. Darauf sei das Land schlicht zu wenig vorbereitet. «Ich hoffe, die Schweiz findet Lösungen, die Bauvorschriften etwas zu lockern oder Flächen zu finden, auf denen man neue Quartiere bauen kann.»
Ari Reid fühlt sich hierzulande sehr wohl
Auch Reid spürt die hohen Preise der Schweiz. Neben den Immobilien hätten sie vor allem die Lebensmittel überrascht. Jedoch sei ihr bewusst, dass hohe Löhne und Qualität ihren Preis hätten.
«Zürich hat eine lebendige Club- und Technoszene, wie Berlins kleiner Bruder.»
Reid ist dankbar, in der Schweiz leben zu dürfen. Sie schätzt nicht nur die Natur und Sicherheit, sondern auch das urbane Leben in Zürich. «Viele denken, die Schweiz biete nicht mehr als Natur und Sicherheit. Aber die Schweiz hat viele versteckte Geheimnisse. Ich wusste nicht, dass man in den Bergseen schwimmen kann und die Schweiz im Sommer noch schöner ist. Ausserdem hat beispielsweise Zürich eine lebendige Club- und Technoszene, wie Berlins kleiner Bruder.»
Die Influencerin will künftig nicht nur Luxus zeigen, sondern auch diese andere Seite des Landes. Denn die Schweiz sei weit mehr als Chalets, Internate und Milliardäre, auch wenn genau diese Bilder auf Social Media besonders gut funktionieren würden.
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- Die Immobilieninfluencerin Ari Reid lebt in der Schweiz und teilt ihre Eindrücke auf Social Media.
- Sie sieht grosse Unterschiede zum Londoner Markt, besonders bei Luxusimmobilien in den Bergen.
- Reid bemängelt die extrem hohen Preise in St. Moritz und den Mangel an Wohnraum in der Schweiz.
- Sie schlägt vor, mehr zu bauen und vorhandene Bauvorschriften zu überdenken.
Im November 2024 verliess Ari Reid London und lebt seither in der Schweiz. Nicht in Zürich, sondern in einem ländlichen Gebiet nahe Solothurn. Eigentlich wollte sie nur ein paar Monate lang die Schweiz entdecken und später nach Paris weiterziehen. Allerdings lernte sie dann ihren Schweizer Freund kennen und entschied sich, zu bleiben. «Mein Leben in der Schweiz ist viel ruhiger, organisierter und effizienter», erzählt sie. Gerade der Kontrast zur britischen Metropole falle ihr auf: weniger Lärm, mehr Ordnung.
Schweizer Städte und London: Grosse Unterschiede
Beruflich beschäftigt sich Reid seit Jahren mit hochpreisigen Immobilien. Mittlerweile fokussiert sie sich auf Social-Media-Content, in dem sie ihre Followerschaft über Preise von Luxusimmobilien informiert. In London war sie noch als Maklerin tätig und verkaufte Luxuswohnungen im Stadtzentrum. Die Schweiz unterscheide sich davon stark. «Die teuersten Immobilien liegen hier nicht zwingend in den Städten, sondern in den Bergen», sagt sie.
Besonders Orte wie St. Moritz, Zermatt oder Verbier hätten eine globale Anziehungskraft. Dort stünden riesige Chalets mit mehreren unterirdischen Etagen, eingebettet in eine spektakuläre Landschaft. «Mit der Höhe, dem Schnee und den Bergen wirkt alles dramatischer, aber auch diskreter», erklärt Reid. Diese Kombination mache die Schweizer Immobilienlandschaft einzigartig.
«Immobilien in St. Moritz sind absurd teuer»
Gerade St. Moritz hält die Immobilienexpertin für teuer. Ein Chalet koste dort schnell 15 bis 100 Millionen Franken. Oft sei aber nicht das Gebäude selbst den Preis wert, sondern das Umfeld. «Du zahlst nicht für das Haus, sondern für die Adresse – und dafür, wer deine Nachbarn sind. Das treibt die Preise weit über den realen Wert hinaus.»
In St. Moritz lebten einige der reichsten Familien Europas, darunter etwa Besitzer und Gründer grosser italienischer Luxusmarken wie Prada oder Gucci. Das mache den Markt extrem exklusiv und sozial stark abgeschottet. «Es ist sehr cliquenhaft», sagt Reid. «Und das treibt die Preise weit über den realen Wert hinaus.»
Britin war von der Immobiliennot überrascht
Besonders überrascht habe sie die Knappheit des Angebots. «In der Schweiz gibt es schlicht nichts», sagt Reid. Dass in Städten wie Zürich bei Wohnungsbesichtigungen oft Dutzende oder gar Hunderte Interessierte erscheinen, war ihr ebenfalls nicht bewusst. Es sei ein Ansturm, den sie aus England so nicht kenne.
Während es in London oder den USA fast immer freie Wohnungen gebe, herrsche in der Schweiz ein struktureller Mangel. «Ihr habt eine Wohnungsknappheit. Das ist wohl auf die strengen Bauvorschriften und dadurch wenig verfügbares Land zurückzuführen.»
Besonders junge Menschen leiden unter den Preisen
Diese Situation treffe vor allem junge Menschen und Familien. Reid zeigt sich besorgt darüber, dass selbst gut verdienende Schweizerinnen und Schweizer kaum Wohneigentum erwerben können. «Im Verhältnis ist die Differenz zwischen Einkommen und Immobilienpreisen eine der höchsten in Europa», sagt sie.
«Es braucht Wohnraum, der nicht nur für Ultra-Reiche gedacht ist.»
Wie empfindest du die Immobilienpreise in der Schweiz?
Sie plädiert dafür, mehr zu bauen, auch ausserhalb der Städte. Neue Quartiere mit guter Bahnanbindung könnten helfen. Zudem verweist sie auf Modelle aus England, wie sozialen Wohnungsbau für Menschen mit mittlerem Einkommen. «Es braucht Wohnraum, der nicht nur für Ultra-Reiche gedacht ist.»
«Es gibt zu wenig physische Immobilien.» Die Schweiz werde immer attraktiver, sowohl für Einheimische als auch für Zuziehende. Darauf sei das Land schlicht zu wenig vorbereitet. «Ich hoffe, die Schweiz findet Lösungen, die Bauvorschriften etwas zu lockern oder Flächen zu finden, auf denen man neue Quartiere bauen kann.»
Ari Reid fühlt sich hierzulande sehr wohl
Auch Reid spürt die hohen Preise der Schweiz. Neben den Immobilien hätten sie vor allem die Lebensmittel überrascht. Jedoch sei ihr bewusst, dass hohe Löhne und Qualität ihren Preis hätten.
«Zürich hat eine lebendige Club- und Technoszene, wie Berlins kleiner Bruder.»
Reid ist dankbar, in der Schweiz leben zu dürfen. Sie schätzt nicht nur die Natur und Sicherheit, sondern auch das urbane Leben in Zürich. «Viele denken, die Schweiz biete nicht mehr als Natur und Sicherheit. Aber die Schweiz hat viele versteckte Geheimnisse. Ich wusste nicht, dass man in den Bergseen schwimmen kann und die Schweiz im Sommer noch schöner ist. Ausserdem hat beispielsweise Zürich eine lebendige Club- und Technoszene, wie Berlins kleiner Bruder.»
Die Influencerin will künftig nicht nur Luxus zeigen, sondern auch diese andere Seite des Landes. Denn die Schweiz sei weit mehr als Chalets, Internate und Milliardäre, auch wenn genau diese Bilder auf Social Media besonders gut funktionieren würden.
Quelle: www.20min.ch
