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Fokus: Wirtschaft, Finanzen, Banken, Hypotheken und Märkte.
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Nenne, falls vorhanden, wichtige Zahlen, Entwicklungen oder Zitate kurz.
TEXT:
Ein Geschäftsmann scheffelt Hunderttausende Franken – mit frisierten Zahlen, falschen Firmen und Betrug am Staat. Die strafrechtlichen Folgen? Bescheiden.
Er ist ein Geschäftsmann, der hausieren geht mit dem, was er erreicht hat. Einer, der die Luxusautos wechselt wie andere ihre Hemden. Einer, der Firma um Firma gründet und Baustellen in Betrieb nimmt.
Dazu ist er ein Würdenträger, ein Sheikh. Ein alevitischer Priester, der behauptet, in seiner Heimat Kosovo würden sich die Gläubigen vor ihm verbeugen.
Arben Gashi (Name geändert), 57, ist Imbisskönig, Immobilienlöwe, Autoliebhaber – ein Mann, der mit seiner Familie in der Schweiz ein kleines Imperium aufgebaut hat. So sieht er sich selbst, so inszeniert er sich in den sozialen Netzwerken und gegenüber Gläubigern.
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Das wöchentliche Update zu Kriminalität und Strafwesen – jeden Montag direkt in Ihrem Postfach.
Was er jedoch tatsächlich zurücklässt: Schulden, Konkurse, verzweifelte Handwerker und Bauruinen. Der Schaden beträgt Hunderttausende von Franken. Das geht aus einem Gerichtsverfahren gegen ihn hervor, das mittlerweile in erster Instanz abgeschlossen ist.
Gashi ist dabei kein kriminelles Genie. Er ist ein Betrüger, wie es viele gibt. Sein Fall zeigt, wie leicht man in der Schweiz mit windigen Geschäften davonkommt. Wie schwierig es ist, Wirtschaftsdelikte zu verfolgen. Und mit welchen Tricks man die Lücken im System nutzen und jahrelang weitermachen kann.
Schritt I
Baue dir ein Image
Hummer, Mercedes, Porsche, BMW – mehr als 120 Autos besitzt Arben Gashi über die Jahre. Dazu leistet er sich auffällige Autonummern: Sein «ZH»-Schild kostet 40 000 Franken.
Aber nichts ist für ein Image derart wichtig wie der Anschein von Seriosität. Im Fall Gashi ist das seine Stellung als ein Mann Gottes. Bilder zeigen ihn mit Schnauzer, Kaftan und weisser Kopfhaube, wie er gemessen in die Ferne blickt. Den Gläubigern sollen die Söhne erzählt haben, ihr Vater sei sehr religiös. 8000 Leute seien ihm in seiner Gemeinde in Kosovo gefolgt. So werden es die Opfer später gegenüber Strafverfolgern schildern. Ein Gläubiger sagt: «Nie hätte ich erwartet, dass es mit so jemandem Zahlungsprobleme geben würde.»
Der Buchhalter wird sich später vor Gericht erinnern: «Er trat wie eine topseriöse Person auf. Alle glaubten, dass er vermögend ist.»
Tatsächlich beziehen er und einer seiner Söhne zeitweise Sozialhilfe, wie im Rahmen des Gerichtsprozesses gegen ihn bekannt wird.
2004 kommt Gashi demnach in die Schweiz und stellt ein Asylgesuch. Es wird abgelehnt. Doch dann heiratet er eine Frau mit Niederlassungsbewilligung und darf bleiben. In den folgenden zwei Jahrzehnten häuft er horrende Schulden an. Die Villa, in der er zeitweise lebt, ist gemietet und wird aus dem Firmenvermögen bezahlt. Seine Autos sind geleast.
Schritt II
Eröffne viele Firmen
Die Würste hängen zu Hunderten von der Decke. Helle Würste, dunkle Würste, dicke Würste, dünne Würste. In der Metzgerei von Arben Gashi «finden Sie das, was Sie schon lange gesucht haben», heisst es in einem von vielen Social-Media-Posts, die seine Fleischwaren bewerben.
Gelegen ist die Metzgerei in einer kleinen Gemeinde im Kanton Aargau, direkt an der Hauptstrasse. Sie ist gleichzeitig ein Imbiss mit Platz für 50 Personen. Ein Video aus dem Jahr 2015 zeigt ein Lokal voller Familien. Kinder laufen herum, ein Kellner nimmt Bestellungen auf.
Dieser Ort, zunächst allem Anschein nach ein legitimes Lokal, ist der Dreh- und Angelpunkt von Gashis kleinem Geschäftsimperium.
Es beginnt mit der Einzelfirma hinter dem Imbiss. Dann kommen nach und nach andere Firmen dazu – für den Import von Fleischwaren, «Handel mit Waren aller Art», Immobiliengeschäfte, ein Restaurant. Zwölf werden es am Ende sein.
Mal ist Arben Gashi selbst der Geschäftsführer, mal ist es seine Frau oder einer seiner Söhne. Die Kontrolle über das Ganze, so erzählen es Familienmitglieder später vor Gericht, habe jedoch stets er gehabt.
Das Problem: Mehrere der Firmen wirtschaften bloss auf dem Papier seriös. Tatsächlich ist ihre Buchhaltung frisiert, um gegenüber Banken und Gläubigern den Anschein von guten Umsätzen zu erzeugen. Von «Schwindelgründungen» wird ein Gericht Jahre später sprechen.
Viele Firmen, das heisst auch: viele Möglichkeiten, um Kredite aufzunehmen, Investoren zu gewinnen, Autos und Häuser zu kaufen. Und: je mehr Firmen, desto undurchsichtiger das Geflecht. Besonders dann, wenn die verantwortliche Person regelmässig wechselt.
Ein weiterer simpler Trick: den Firmensitz regelmässig verlegen. Denn: Betreibungen werden in der Schweiz nicht automatisch an den neuen Sitz übertragen. Nach jedem Wechsel ist der Betreibungsregisterauszug also plötzlich leer, die Weste wieder rein.
Schritt III
Steige ins Immobiliengeschäft ein
Es sollte ein prächtiger Neubau werden. So hatte es Gashi seinen Gläubigern 2018 versprochen. Heute ist das Haus im ländlichen Aargau eine Bauruine. Verlassen, leer, ohne Fenster, es gibt weder Verputz noch Innenausbau.
Auf dem Papier wurde allerdings fleissig in den Rohbau investiert. Allein der Baukredit beträgt 850 000 Franken. Arben Gashi holte immer neue Kredittranchen. Die meisten Arbeiten wurden jedoch nie ausgeführt.
Mario Zurfluh, der Zürcher Staatsanwalt, auf dessen Tisch das Dossier Gashi schliesslich landet, wird vor Gericht sagen: «Er hat nicht beabsichtigt, den Kredit für die Baustelle zu brauchen.» 400 000 Franken seien von der Hypothek zweckwidrig verwendet worden. Es ist eine Sicht, der sich das zuständige Gericht später anschliessen wird.
Besonders geeignet für diese Art von Schlaumeierei ist der Bausektor. Dort gehören Verzögerungen, hohe Kredite und Streit zwischen Handwerkern, Baufirmen und Grundeigentümern zum Geschäft. Die Grenze zwischen Pech, Unfähigkeit und Betrug ist schwer zu erkennen. Und noch schwerer zu beweisen.
Schritt IV
Nimm Kredit um Kredit auf
Zum Beispiel die Hypothek für die Bauruine im Kanton Aargau: Arben Gashi und seine Mitstreiter erschleichen sie mit getäuschten Geschäftszahlen. Diese gaukeln eine Firma mit gutem Umsatz vor. Dabei sind ihre einzige Einnahmequelle: andere Bankkredite. Kredite decken Kredite – so funktioniert das System Gashi.
Ewig kann das nicht klappen. Irgendwann holen die alten Schulden die neuen immer ein. Doch in der Zwischenzeit lässt sich kontinuierlich Geld in private Kanäle ableiten. Aus der Firma wird eine Hülle, die so lange mit geschönten Zahlen wirtschaftet, bis sie leer gesaugt – bis auch der letzte Rest an Kreditwürdigkeit erschöpft ist.
Zahlt man ab und zu eine Rechnung tatsächlich, lässt sich dieses Ende hinauszögern. Im Fall von Arben Gashi kommen zudem erhebliche private Darlehen dazu, die oftmals seine Söhne für die Firmen einholen. Zum Teil, so sagen es zumindest Gläubiger und Staatsanwaltschaft, auch mittels handfester Druckversuche.
Laut dem Staatsanwalt Zurfluh floss ein Grossteil der Kredite in das «luxuriöse Leben» der Familie. Deren Fixkosten seien erheblich gewesen, zeitweise bis 24 000 Franken im Monat. Auf dem Höhepunkt besass Gashi 30 Autos gleichzeitig, privat und über seine Firmen.
Sein Verteidiger Andreas Fäh bezweifelt allerdings, dass die vielen Neugründungen und Kredite am Ende lukrativ waren, wie er später vor Gericht sagen wird. «Es ist mitnichten so, dass jede Gesellschaft für angebliche Betrugszwecke missbraucht wurde.»
Gashi selbst sieht es so: «Wir haben nichts absichtlich gemacht. Niemals. Wir wussten einfach nicht, wie wir die Schulden bezahlen sollten. Ich hatte ja einen ganz anderen Beruf.»
Schritt V
Reite von Konkurs zu Konkurs
Ist eine Firma ausgepresst und mit Schulden überhäuft, folgt der nächste Schritt: der Konkurs. Von den zwölf Firmen im System Gashi gehen sieben pleite, die anderen fünf sind unterdessen ebenfalls gelöscht.
Damit wird es für die Gläubiger viel schwerer, an ihr Geld zu kommen. Denn Arben Gashi gibt sich gegenüber Konkursrichtern und Pfändungsbeamten mittellos. Während er über Firmen und Gewährsleute gleichzeitig über Hunderttausende von Franken verfügt, die er in Immobilien steckt oder an Leute in seinem Netzwerk verschenkt. Oft wechselt das Geld dabei bar den Besitzer. Das werden Ermittlungen der Zürcher Staatsanwaltschaft später ergeben.
Während Jahren sind die Behörden dem Treiben machtlos ausgeliefert. Immer wieder wird Arben Gashi gemahnt, gebüsst oder gar strafrechtlich verurteilt, etwa wegen Erpressung und Pfändungsdelikten.
Acht Vorstrafen weist er auf, als es im Januar zum Prozess gegen ihn am Bezirksgericht Dietikon kommt. «Sie haben in zwanzig Jahren eine fast unglaubliche Anzahl an Bussen, Verfügungen und Strafen angesammelt», sagt die vorsitzende Richterin. Dennoch habe er sein Verhalten nicht geändert. «Das ist ein Zeichen von gesteigerter krimineller Energie.»
Schritt VI
Betrüge den Staat
573 000 Franken. Um so viel hat Arben Gashi die Schweizer Steuerzahlenden betrogen. Erschlichen hat er sich das Geld mittels Covid-Krediten. Während der Pandemie, als der Bundesrat Firmen in Not rasch und unkompliziert helfen wollte.
Nötig für den Betrug waren nur ein paar Formulare und ein windiger Buchhalter. Mal gaben Gashi und seine Helfer einen Umsatz an, der fünfmal so hoch war wie der tatsächliche. Mal behaupteten sie, ein Restaurant, das noch gar nicht eröffnet war, erwirtschafte bereits 4,6 Millionen Franken – und müsse entsprechend unterstützt werden.
«Eine unglaubliche Phantasiezahl» wird das die zuständige Richterin Jahre später nennen. Doch das Geld fliesst. Und verschwindet, bevor die Behörden die Unstimmigkeiten auch nur bemerken können.
Gashi selbst sagt vor Gericht, er habe nie willentlich gegen Recht verstossen, sondern sich auf seinen Buchhalter verlassen. «Ich kann auf Deutsch weder lesen noch schreiben.» Die Anträge für die Covid-Kredite habe er deshalb gar nicht überprüfen können. «Ich habe die Zahlen gesehen, aber die Bedeutung nicht verstanden.»
Schritt VII
Spanne die ganze Familie ein
Sie waren Verwaltungsräte und Mitbesitzer, Angestellte und Nutzniesser: Die Kinder des Priesters Arben Gashi nahmen in seinen Geschäften eine zentrale Rolle ein.
Zum Beispiel seine Tochter. Schon als 19-Jährige wird sie als Verwaltungsrätin väterlicher Firmen eingetragen. Er sagt vor Gericht dazu: «Wir haben sie nicht gefragt, sie war ja noch ein Kind.»
Sie selbst sagt während des Prozesses, er habe ihr jeweils Schreiben vorgelegt, die er mit dem Buchhalter entworfen habe. Es habe dann für sie nur eine Option gegeben: «Ich habe alles unterzeichnet.»
Gleiches erzählt Gashis mittlerweile geschiedene Ex-Frau, die ebenfalls für seine Firmen eingespannt wurde. Sie habe damals keine selbständigen Entscheide getroffen, sagt sie. Heute sei sie nur noch froh, dass sie aus «diesem Leben raus» sei. Geblieben seien ihr bloss Schulden und ein gepfändeter Lohn.
Schritt VIII
Spiele auf Zeit
Vor achtzehn Jahren gründete Arben Gashi in der Schweiz seine erste Firma. Vor dreizehn Jahren beschwerten sich erstmals Bauarbeiter öffentlich über Löhne, um die er sie geprellt haben soll. Vor fünfeinhalb Jahren wurde er schliesslich verhaftet und für fast zwei Jahre in Untersuchungshaft genommen.
Und erst jetzt, im Januar 2026, ist der Fall vor Gericht gelandet. Das Strafverfahren dauerte derart lange, dass diverse Delikte im Zusammenhang mit seinen Firmen bereits verjährt sind. Selbst die zuständige Richterin spricht von einer «überlangen Verfahrensdauer».
Das ist bei Wirtschaftsdelikten nichts Aussergewöhnliches. Die Ermittlungen in solchen Fällen sind aufwendig. Das Absturzrisiko ist gross. Das wissen auch die Beschuldigten. Und spielen auf Zeit.
Sie wechseln beispielsweise im richtigen Moment den Anwalt, lassen sich krankschreiben. Oder tauchen gar nicht erst auf.
So wie Arben Gashi, der am ersten Prozesstag nicht im Gerichtssaal sitzt.
Der Grund: Es gehe ihm psychisch nicht gut, er habe sich spontan in eine Klinik einweisen lassen. So erzählt es sein Anwalt. Und bittet um eine Verschiebung. Er habe seinen Mandanten ohnehin nicht ausreichend auf den Prozess vorbereiten können, da dieser zuvor während Monaten in Kosovo gewesen sei.
Das Gericht lässt sich davon nicht beeindrucken und ordnet an, dass Gashi sofort ärztlich untersucht werde. Doch auch das dauert.
Schritt IX
Inszeniere dich als Opfer
Und dann, drei Tage später, ist er plötzlich doch da. Breitbeinig und schwer sitzt Arben Gashi auf der Anklagebank. Die Amtsärztin hat ihm die Prozessfähigkeit bescheinigt. Hinter ihm sitzen die Söhne, die Tochter und die Ex-Frau, neben ihm übersetzt eine Dolmetscherin auf Albanisch.
Dann spricht Gashi. Und bald ist klar, wen er für das eigentliche Opfer der ganzen Geschichte hält: sich selbst.
Er sei ein kranker Mann, sagt er. Seit fünfzehn Jahren nehme er Medikamente gegen Depressionen und Zuckerkrankheit. Seine Ärztin vom Arztgeheimnis entbinden, damit sie dies bezeugt, will er jedoch nicht.
Auch in der Untersuchungshaft sei er schlecht behandelt worden, sagt er. «Sie liessen mich nicht einmal rauchen.»
Vorher sei er selbst einem Betrüger aufgesessen: seinem Buchhalter. Dem habe er vertraut – «weil er Schweizer ist».
Er wolle sich entschuldigen, sagt der Priester noch. Und bittet dann um Milde. Die Landesverweisung, die der Staatsanwalt fordert, sei für ihn die schlimmste Strafe. «Es wäre besser zu sterben.»
Schritt X
Mische Legales mit Illegalem
Wo hört Unfähigkeit auf? Und wo beginnt die Straftat? Die Schwierigkeit, diese zwei Dinge zu trennen, ist für Strafverfolger das grosse Problem in Fällen wie dem von Arben Gashi.
Denn pleitezugehen, ist nicht verboten, ebenso wenig, wie schlecht zu geschäften. Wer investiert, muss auch verlieren können. Nur wenn eine Wirtschaft Risiken zulässt – und damit auch das Scheitern –, kann sie auf die Länge funktionieren.
Genau das können sich windige Geschäftsleute zunutze machen. Indem sie Legales mit Illegalem mischen, echte Geschäfte mit Scheingründungen und Konkursreiterei.
Die Behörden müssen ihnen dann eine gezielte Täuschung, eine betrügerische Absicht oder Fehler bei der Geschäftsführung nachweisen. Alles schwierig und zeitaufwendig, gerade wenn es kaum Belege und keine richtige Buchhaltung gibt. Oder wenn sich die verantwortliche Person hinter einem Netzwerk von privaten Gewährsleuten und immer neuen Firmen verstecken kann.
Die Richterin im Fall Gashi sagt es so: «Wir haben den Eindruck, dass sich diese Familie als Gesamtheit betrachtet hat. Aber im Strafrecht gibt es keine Sippenhaft. Die Schuld muss bei jedem einzelnen Beschuldigten ohne Zweifel erstellt sein.»
Und das sei hier schlicht nicht immer der Fall.
Arben Gashi wird am Ende zwar schuldig gesprochen – wegen Betrugs, versuchten Betrugs, ungetreuer Geschäftsbesorgung, Urkundenfälschung, Geldwäscherei und weiterer Delikte. Er muss für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis und darf die Schweiz danach drei Jahre lang nicht betreten. Besonders der Covid-Betrug und ergaunerte Kredite im Zusammenhang mit der Aargauer Bauruine fallen dabei ins Gewicht.
Doch er wird auch in mehreren Punkten freigesprochen. Bei etlichen seiner weiteren Firmen lassen sich Straftaten nicht zweifelsfrei beweisen. Die Staatsanwaltschaft, die eine Freiheitsstrafe von 7,5 Jahren und 15 Jahre Landesverweis gefordert hat, ist enttäuscht.
Auch die meisten seiner Verwandten kommen ohne Strafe davon. Nur einer der Söhne erhält eine Geldstrafe. Gashis Buchhalter erhält eine bedingte Strafe von 12 Monaten.
Und während der kriminelle Priester selbst ein Tätigkeitsverbot erhält, also künftig keine Firmen im Handelsregister mehr eintragen darf, gilt das für die anderen Beteiligten nicht. Sie können auch künftig weiter geschäften.
Mindestens ein Sohn ist dabei schon aktiv. Erst im April letzten Jahres hat er im Kanton Zürich eine neue Firma gegründet. Ihr Zweck: «Handel aller Art».
Grafische Mitarbeit: Anja Lemcke
Erstelle 3–5 stichpunktartige Kernaussagen (je max. 15 Wörter) mit Fokus auf wirtschaftliche oder finanzielle Aspekte.
Verwende nur Zeilen, die mit “- ” beginnen, keine Emojis oder HTML.
TEXT:
Ein Geschäftsmann scheffelt Hunderttausende Franken – mit frisierten Zahlen, falschen Firmen und Betrug am Staat. Die strafrechtlichen Folgen? Bescheiden.
Er ist ein Geschäftsmann, der hausieren geht mit dem, was er erreicht hat. Einer, der die Luxusautos wechselt wie andere ihre Hemden. Einer, der Firma um Firma gründet und Baustellen in Betrieb nimmt.
Dazu ist er ein Würdenträger, ein Sheikh. Ein alevitischer Priester, der behauptet, in seiner Heimat Kosovo würden sich die Gläubigen vor ihm verbeugen.
Arben Gashi (Name geändert), 57, ist Imbisskönig, Immobilienlöwe, Autoliebhaber – ein Mann, der mit seiner Familie in der Schweiz ein kleines Imperium aufgebaut hat. So sieht er sich selbst, so inszeniert er sich in den sozialen Netzwerken und gegenüber Gläubigern.
Newsletter «NZZ Justiz»
Das wöchentliche Update zu Kriminalität und Strafwesen – jeden Montag direkt in Ihrem Postfach.
Was er jedoch tatsächlich zurücklässt: Schulden, Konkurse, verzweifelte Handwerker und Bauruinen. Der Schaden beträgt Hunderttausende von Franken. Das geht aus einem Gerichtsverfahren gegen ihn hervor, das mittlerweile in erster Instanz abgeschlossen ist.
Gashi ist dabei kein kriminelles Genie. Er ist ein Betrüger, wie es viele gibt. Sein Fall zeigt, wie leicht man in der Schweiz mit windigen Geschäften davonkommt. Wie schwierig es ist, Wirtschaftsdelikte zu verfolgen. Und mit welchen Tricks man die Lücken im System nutzen und jahrelang weitermachen kann.
Schritt I
Baue dir ein Image
Hummer, Mercedes, Porsche, BMW – mehr als 120 Autos besitzt Arben Gashi über die Jahre. Dazu leistet er sich auffällige Autonummern: Sein «ZH»-Schild kostet 40 000 Franken.
Aber nichts ist für ein Image derart wichtig wie der Anschein von Seriosität. Im Fall Gashi ist das seine Stellung als ein Mann Gottes. Bilder zeigen ihn mit Schnauzer, Kaftan und weisser Kopfhaube, wie er gemessen in die Ferne blickt. Den Gläubigern sollen die Söhne erzählt haben, ihr Vater sei sehr religiös. 8000 Leute seien ihm in seiner Gemeinde in Kosovo gefolgt. So werden es die Opfer später gegenüber Strafverfolgern schildern. Ein Gläubiger sagt: «Nie hätte ich erwartet, dass es mit so jemandem Zahlungsprobleme geben würde.»
Der Buchhalter wird sich später vor Gericht erinnern: «Er trat wie eine topseriöse Person auf. Alle glaubten, dass er vermögend ist.»
Tatsächlich beziehen er und einer seiner Söhne zeitweise Sozialhilfe, wie im Rahmen des Gerichtsprozesses gegen ihn bekannt wird.
2004 kommt Gashi demnach in die Schweiz und stellt ein Asylgesuch. Es wird abgelehnt. Doch dann heiratet er eine Frau mit Niederlassungsbewilligung und darf bleiben. In den folgenden zwei Jahrzehnten häuft er horrende Schulden an. Die Villa, in der er zeitweise lebt, ist gemietet und wird aus dem Firmenvermögen bezahlt. Seine Autos sind geleast.
Schritt II
Eröffne viele Firmen
Die Würste hängen zu Hunderten von der Decke. Helle Würste, dunkle Würste, dicke Würste, dünne Würste. In der Metzgerei von Arben Gashi «finden Sie das, was Sie schon lange gesucht haben», heisst es in einem von vielen Social-Media-Posts, die seine Fleischwaren bewerben.
Gelegen ist die Metzgerei in einer kleinen Gemeinde im Kanton Aargau, direkt an der Hauptstrasse. Sie ist gleichzeitig ein Imbiss mit Platz für 50 Personen. Ein Video aus dem Jahr 2015 zeigt ein Lokal voller Familien. Kinder laufen herum, ein Kellner nimmt Bestellungen auf.
Dieser Ort, zunächst allem Anschein nach ein legitimes Lokal, ist der Dreh- und Angelpunkt von Gashis kleinem Geschäftsimperium.
Es beginnt mit der Einzelfirma hinter dem Imbiss. Dann kommen nach und nach andere Firmen dazu – für den Import von Fleischwaren, «Handel mit Waren aller Art», Immobiliengeschäfte, ein Restaurant. Zwölf werden es am Ende sein.
Mal ist Arben Gashi selbst der Geschäftsführer, mal ist es seine Frau oder einer seiner Söhne. Die Kontrolle über das Ganze, so erzählen es Familienmitglieder später vor Gericht, habe jedoch stets er gehabt.
Das Problem: Mehrere der Firmen wirtschaften bloss auf dem Papier seriös. Tatsächlich ist ihre Buchhaltung frisiert, um gegenüber Banken und Gläubigern den Anschein von guten Umsätzen zu erzeugen. Von «Schwindelgründungen» wird ein Gericht Jahre später sprechen.
Viele Firmen, das heisst auch: viele Möglichkeiten, um Kredite aufzunehmen, Investoren zu gewinnen, Autos und Häuser zu kaufen. Und: je mehr Firmen, desto undurchsichtiger das Geflecht. Besonders dann, wenn die verantwortliche Person regelmässig wechselt.
Ein weiterer simpler Trick: den Firmensitz regelmässig verlegen. Denn: Betreibungen werden in der Schweiz nicht automatisch an den neuen Sitz übertragen. Nach jedem Wechsel ist der Betreibungsregisterauszug also plötzlich leer, die Weste wieder rein.
Schritt III
Steige ins Immobiliengeschäft ein
Es sollte ein prächtiger Neubau werden. So hatte es Gashi seinen Gläubigern 2018 versprochen. Heute ist das Haus im ländlichen Aargau eine Bauruine. Verlassen, leer, ohne Fenster, es gibt weder Verputz noch Innenausbau.
Auf dem Papier wurde allerdings fleissig in den Rohbau investiert. Allein der Baukredit beträgt 850 000 Franken. Arben Gashi holte immer neue Kredittranchen. Die meisten Arbeiten wurden jedoch nie ausgeführt.
Mario Zurfluh, der Zürcher Staatsanwalt, auf dessen Tisch das Dossier Gashi schliesslich landet, wird vor Gericht sagen: «Er hat nicht beabsichtigt, den Kredit für die Baustelle zu brauchen.» 400 000 Franken seien von der Hypothek zweckwidrig verwendet worden. Es ist eine Sicht, der sich das zuständige Gericht später anschliessen wird.
Besonders geeignet für diese Art von Schlaumeierei ist der Bausektor. Dort gehören Verzögerungen, hohe Kredite und Streit zwischen Handwerkern, Baufirmen und Grundeigentümern zum Geschäft. Die Grenze zwischen Pech, Unfähigkeit und Betrug ist schwer zu erkennen. Und noch schwerer zu beweisen.
Schritt IV
Nimm Kredit um Kredit auf
Zum Beispiel die Hypothek für die Bauruine im Kanton Aargau: Arben Gashi und seine Mitstreiter erschleichen sie mit getäuschten Geschäftszahlen. Diese gaukeln eine Firma mit gutem Umsatz vor. Dabei sind ihre einzige Einnahmequelle: andere Bankkredite. Kredite decken Kredite – so funktioniert das System Gashi.
Ewig kann das nicht klappen. Irgendwann holen die alten Schulden die neuen immer ein. Doch in der Zwischenzeit lässt sich kontinuierlich Geld in private Kanäle ableiten. Aus der Firma wird eine Hülle, die so lange mit geschönten Zahlen wirtschaftet, bis sie leer gesaugt – bis auch der letzte Rest an Kreditwürdigkeit erschöpft ist.
Zahlt man ab und zu eine Rechnung tatsächlich, lässt sich dieses Ende hinauszögern. Im Fall von Arben Gashi kommen zudem erhebliche private Darlehen dazu, die oftmals seine Söhne für die Firmen einholen. Zum Teil, so sagen es zumindest Gläubiger und Staatsanwaltschaft, auch mittels handfester Druckversuche.
Laut dem Staatsanwalt Zurfluh floss ein Grossteil der Kredite in das «luxuriöse Leben» der Familie. Deren Fixkosten seien erheblich gewesen, zeitweise bis 24 000 Franken im Monat. Auf dem Höhepunkt besass Gashi 30 Autos gleichzeitig, privat und über seine Firmen.
Sein Verteidiger Andreas Fäh bezweifelt allerdings, dass die vielen Neugründungen und Kredite am Ende lukrativ waren, wie er später vor Gericht sagen wird. «Es ist mitnichten so, dass jede Gesellschaft für angebliche Betrugszwecke missbraucht wurde.»
Gashi selbst sieht es so: «Wir haben nichts absichtlich gemacht. Niemals. Wir wussten einfach nicht, wie wir die Schulden bezahlen sollten. Ich hatte ja einen ganz anderen Beruf.»
Schritt V
Reite von Konkurs zu Konkurs
Ist eine Firma ausgepresst und mit Schulden überhäuft, folgt der nächste Schritt: der Konkurs. Von den zwölf Firmen im System Gashi gehen sieben pleite, die anderen fünf sind unterdessen ebenfalls gelöscht.
Damit wird es für die Gläubiger viel schwerer, an ihr Geld zu kommen. Denn Arben Gashi gibt sich gegenüber Konkursrichtern und Pfändungsbeamten mittellos. Während er über Firmen und Gewährsleute gleichzeitig über Hunderttausende von Franken verfügt, die er in Immobilien steckt oder an Leute in seinem Netzwerk verschenkt. Oft wechselt das Geld dabei bar den Besitzer. Das werden Ermittlungen der Zürcher Staatsanwaltschaft später ergeben.
Während Jahren sind die Behörden dem Treiben machtlos ausgeliefert. Immer wieder wird Arben Gashi gemahnt, gebüsst oder gar strafrechtlich verurteilt, etwa wegen Erpressung und Pfändungsdelikten.
Acht Vorstrafen weist er auf, als es im Januar zum Prozess gegen ihn am Bezirksgericht Dietikon kommt. «Sie haben in zwanzig Jahren eine fast unglaubliche Anzahl an Bussen, Verfügungen und Strafen angesammelt», sagt die vorsitzende Richterin. Dennoch habe er sein Verhalten nicht geändert. «Das ist ein Zeichen von gesteigerter krimineller Energie.»
Schritt VI
Betrüge den Staat
573 000 Franken. Um so viel hat Arben Gashi die Schweizer Steuerzahlenden betrogen. Erschlichen hat er sich das Geld mittels Covid-Krediten. Während der Pandemie, als der Bundesrat Firmen in Not rasch und unkompliziert helfen wollte.
Nötig für den Betrug waren nur ein paar Formulare und ein windiger Buchhalter. Mal gaben Gashi und seine Helfer einen Umsatz an, der fünfmal so hoch war wie der tatsächliche. Mal behaupteten sie, ein Restaurant, das noch gar nicht eröffnet war, erwirtschafte bereits 4,6 Millionen Franken – und müsse entsprechend unterstützt werden.
«Eine unglaubliche Phantasiezahl» wird das die zuständige Richterin Jahre später nennen. Doch das Geld fliesst. Und verschwindet, bevor die Behörden die Unstimmigkeiten auch nur bemerken können.
Gashi selbst sagt vor Gericht, er habe nie willentlich gegen Recht verstossen, sondern sich auf seinen Buchhalter verlassen. «Ich kann auf Deutsch weder lesen noch schreiben.» Die Anträge für die Covid-Kredite habe er deshalb gar nicht überprüfen können. «Ich habe die Zahlen gesehen, aber die Bedeutung nicht verstanden.»
Schritt VII
Spanne die ganze Familie ein
Sie waren Verwaltungsräte und Mitbesitzer, Angestellte und Nutzniesser: Die Kinder des Priesters Arben Gashi nahmen in seinen Geschäften eine zentrale Rolle ein.
Zum Beispiel seine Tochter. Schon als 19-Jährige wird sie als Verwaltungsrätin väterlicher Firmen eingetragen. Er sagt vor Gericht dazu: «Wir haben sie nicht gefragt, sie war ja noch ein Kind.»
Sie selbst sagt während des Prozesses, er habe ihr jeweils Schreiben vorgelegt, die er mit dem Buchhalter entworfen habe. Es habe dann für sie nur eine Option gegeben: «Ich habe alles unterzeichnet.»
Gleiches erzählt Gashis mittlerweile geschiedene Ex-Frau, die ebenfalls für seine Firmen eingespannt wurde. Sie habe damals keine selbständigen Entscheide getroffen, sagt sie. Heute sei sie nur noch froh, dass sie aus «diesem Leben raus» sei. Geblieben seien ihr bloss Schulden und ein gepfändeter Lohn.
Schritt VIII
Spiele auf Zeit
Vor achtzehn Jahren gründete Arben Gashi in der Schweiz seine erste Firma. Vor dreizehn Jahren beschwerten sich erstmals Bauarbeiter öffentlich über Löhne, um die er sie geprellt haben soll. Vor fünfeinhalb Jahren wurde er schliesslich verhaftet und für fast zwei Jahre in Untersuchungshaft genommen.
Und erst jetzt, im Januar 2026, ist der Fall vor Gericht gelandet. Das Strafverfahren dauerte derart lange, dass diverse Delikte im Zusammenhang mit seinen Firmen bereits verjährt sind. Selbst die zuständige Richterin spricht von einer «überlangen Verfahrensdauer».
Das ist bei Wirtschaftsdelikten nichts Aussergewöhnliches. Die Ermittlungen in solchen Fällen sind aufwendig. Das Absturzrisiko ist gross. Das wissen auch die Beschuldigten. Und spielen auf Zeit.
Sie wechseln beispielsweise im richtigen Moment den Anwalt, lassen sich krankschreiben. Oder tauchen gar nicht erst auf.
So wie Arben Gashi, der am ersten Prozesstag nicht im Gerichtssaal sitzt.
Der Grund: Es gehe ihm psychisch nicht gut, er habe sich spontan in eine Klinik einweisen lassen. So erzählt es sein Anwalt. Und bittet um eine Verschiebung. Er habe seinen Mandanten ohnehin nicht ausreichend auf den Prozess vorbereiten können, da dieser zuvor während Monaten in Kosovo gewesen sei.
Das Gericht lässt sich davon nicht beeindrucken und ordnet an, dass Gashi sofort ärztlich untersucht werde. Doch auch das dauert.
Schritt IX
Inszeniere dich als Opfer
Und dann, drei Tage später, ist er plötzlich doch da. Breitbeinig und schwer sitzt Arben Gashi auf der Anklagebank. Die Amtsärztin hat ihm die Prozessfähigkeit bescheinigt. Hinter ihm sitzen die Söhne, die Tochter und die Ex-Frau, neben ihm übersetzt eine Dolmetscherin auf Albanisch.
Dann spricht Gashi. Und bald ist klar, wen er für das eigentliche Opfer der ganzen Geschichte hält: sich selbst.
Er sei ein kranker Mann, sagt er. Seit fünfzehn Jahren nehme er Medikamente gegen Depressionen und Zuckerkrankheit. Seine Ärztin vom Arztgeheimnis entbinden, damit sie dies bezeugt, will er jedoch nicht.
Auch in der Untersuchungshaft sei er schlecht behandelt worden, sagt er. «Sie liessen mich nicht einmal rauchen.»
Vorher sei er selbst einem Betrüger aufgesessen: seinem Buchhalter. Dem habe er vertraut – «weil er Schweizer ist».
Er wolle sich entschuldigen, sagt der Priester noch. Und bittet dann um Milde. Die Landesverweisung, die der Staatsanwalt fordert, sei für ihn die schlimmste Strafe. «Es wäre besser zu sterben.»
Schritt X
Mische Legales mit Illegalem
Wo hört Unfähigkeit auf? Und wo beginnt die Straftat? Die Schwierigkeit, diese zwei Dinge zu trennen, ist für Strafverfolger das grosse Problem in Fällen wie dem von Arben Gashi.
Denn pleitezugehen, ist nicht verboten, ebenso wenig, wie schlecht zu geschäften. Wer investiert, muss auch verlieren können. Nur wenn eine Wirtschaft Risiken zulässt – und damit auch das Scheitern –, kann sie auf die Länge funktionieren.
Genau das können sich windige Geschäftsleute zunutze machen. Indem sie Legales mit Illegalem mischen, echte Geschäfte mit Scheingründungen und Konkursreiterei.
Die Behörden müssen ihnen dann eine gezielte Täuschung, eine betrügerische Absicht oder Fehler bei der Geschäftsführung nachweisen. Alles schwierig und zeitaufwendig, gerade wenn es kaum Belege und keine richtige Buchhaltung gibt. Oder wenn sich die verantwortliche Person hinter einem Netzwerk von privaten Gewährsleuten und immer neuen Firmen verstecken kann.
Die Richterin im Fall Gashi sagt es so: «Wir haben den Eindruck, dass sich diese Familie als Gesamtheit betrachtet hat. Aber im Strafrecht gibt es keine Sippenhaft. Die Schuld muss bei jedem einzelnen Beschuldigten ohne Zweifel erstellt sein.»
Und das sei hier schlicht nicht immer der Fall.
Arben Gashi wird am Ende zwar schuldig gesprochen – wegen Betrugs, versuchten Betrugs, ungetreuer Geschäftsbesorgung, Urkundenfälschung, Geldwäscherei und weiterer Delikte. Er muss für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis und darf die Schweiz danach drei Jahre lang nicht betreten. Besonders der Covid-Betrug und ergaunerte Kredite im Zusammenhang mit der Aargauer Bauruine fallen dabei ins Gewicht.
Doch er wird auch in mehreren Punkten freigesprochen. Bei etlichen seiner weiteren Firmen lassen sich Straftaten nicht zweifelsfrei beweisen. Die Staatsanwaltschaft, die eine Freiheitsstrafe von 7,5 Jahren und 15 Jahre Landesverweis gefordert hat, ist enttäuscht.
Auch die meisten seiner Verwandten kommen ohne Strafe davon. Nur einer der Söhne erhält eine Geldstrafe. Gashis Buchhalter erhält eine bedingte Strafe von 12 Monaten.
Und während der kriminelle Priester selbst ein Tätigkeitsverbot erhält, also künftig keine Firmen im Handelsregister mehr eintragen darf, gilt das für die anderen Beteiligten nicht. Sie können auch künftig weiter geschäften.
Mindestens ein Sohn ist dabei schon aktiv. Erst im April letzten Jahres hat er im Kanton Zürich eine neue Firma gegründet. Ihr Zweck: «Handel aller Art».
Grafische Mitarbeit: Anja Lemcke
Quelle: www.nzz.ch
