- Langfristige Hypotheken sind aktuell tiefer als erwartet.
- Die Zinsen für zehnjährige Festhypotheken sind auf bis zu 1,23 Prozent gesunken.
- Dies liegt an der tiefen Schweizer Inflation und dem starken Franken.
Die Banken haben die Zinsen für Hypotheken bis zum Jahresende kontinuierlich erhöht –obwohl die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Leitzins seit Juni unverändert bei null Prozent belässt. Kurzfristig hat der Markt gegen Ende Jahr also wieder mit eher anziehenden Zinsen gerechnet.
Doch in den vergangenen sieben Wochen hat sich die Zinskurve bei langfristigen Hypotheken deutlich nach unten verschoben, wie «Cash» berichtet. Galten Ende 2025 für eine zehnjährige Festhypothek noch Zinsen von 1,5 Prozent oder mehr als üblich, sind nun Abschlüsse unter 1,3 Prozent möglich. Das beste Angebot auf der Vermittlungsplattform hypotheke.ch beläuft sich auf 1,23 Prozent.
Für ein solches Angebot braucht es einen Belehnungsgrad von maximal 65 Prozent und eine problemlose Tragbarkeit. Aber auch Neukäufer mit einer Belehnung von bis zu 80 Prozent können je nach Bonität Konditionen von 1,34 Prozent aushandeln, zitiert das Finanznewsportal hypotheke.ch-Geschäftsführer Florian Schubiger.
Angebote wie zu Zeiten der Minuszinsen
So tief waren die Zinsen für zehnjährige Hypotheken zuletzt Anfang April 2022. Das war mitten in der Zeit der Minuszinsen, kurz bevor die SNB den Leitzins im Juni von minus 0,75 Prozent auf minus 0,25 Prozent erhöhte.
Die tiefen Zinsen überraschen. Ende 2025 erwartete Schubiger noch, dass die Zinsen im Verlauf des aktuellen Jahres eher noch steigen. Er erklärt den Preisrückgang mit mehreren Faktoren. Dazu gehören die tiefe Schweizer Inflation, der rekordhohe Franken im Vergleich zum Euro und Dollar sowie die enttäuschende Wirtschaft in Deutschland.
Was denkst du über die aktuell günstigen Hypothekenzinsen?
Fallende Zinsen gibt es aber nur auf langfristige Festhypotheken. Bei einer Laufzeit von fünf bis sieben Jahren sind die Zinsen im Vergleich zum Jahresbeginn unverändert geblieben. Die kurzfristigen Saron-Hypotheken sind aber ebenfalls günstiger geworden. Das liege daran, dass viele Banken jetzt wieder ihre Marge senken, sagt Schubiger zu 20 Minuten. «Der Markt spielt wieder besser. Bei über 100 Hypotheken-Anbietern in der Schweiz kommen Banken, wenn man gut verhandelt, wieder eher entgegen», so Schubiger.
Welche Hypothek lohnt sich jetzt?
Was lohnt sich jetzt mehr, eine Festhypothek oder eine Saron-Hypothek? Schubiger sagt, wer viel Geld hat und gut damit schlafen kann, dass die Zinsen auch wieder steigen können und die Hypothek dann viel teurer ist, könne jetzt mit Saron-Hypotheken sparen.
Man müsse sich auch bewusst sein, dass sich das Spekulieren auf einen Wechsel von einer Saron- in eine Festhypothek bei steigenden Zinsen meist nicht lohne. «Dann ist es schon zu spät. Zinsen auf langfristige Hypotheken steigen oft früher als auf kurzfristige», sagt Schubiger.
Alle, die nicht übermässig viel Geld und einen langen Horizont haben, sollten sich jetzt für eine zehnjährige Festhypothek entscheiden, sagt Schubiger. «Wegen der guten Planbarkeit sollte man da nicht zu viel überlegen, sondern einfach abschliessen.» Wer Flexibiliität braucht und beispielsweise den Immobilienverkauf plant, solle aber anders planen.
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