- Zinsen für fünfjährige Hypotheken sind in den letzten drei Monaten um 0,22 Prozentpunkte gestiegen.
- Dabei bezahlen Banken keinen Zins für das Geld von der Nationalbank.
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Die Nationalbank beliess den Leitzins beim Zinsentscheid im Dezember bei null Prozent. Damit gilt seit dem vergangenen Sommer eine Nullzinspolitik in der Schweiz. Das bedeutet, dass Banken von der Nationalbank Geld beziehen können, ohne dafür einen Zins bezahlen zu müssen. Trotzdem erhöhen die Banken die Zinsen für Hypotheken.
Das zeigt eine Auswertung des Vergleichsdiensts Comparis. Am 31. Dezember lag der Durchschnitt der öffentlich publizierten Referenzzinsen von über 30 Kreditinstituten bei 1,91 Prozent. Das sind 0,23 Prozentpunkte mehr als noch Ende September. Bei fünfjährigen Hypotheken stieg der Richtsatz von 1,39 Prozent auf 1,61 Prozent (siehe Grafik).
Bei den von Comparis berechneten Richtsätzen handelt es sich um Durchschnittszinsen. Je nach Verhandlung des Kunden oder der Kundin mit der Bank ist aber ein wesentlich attraktiverer Zinssatz möglich, der eine Ersparnis von fast 50’000 Franken bei einer 15-Jahr-Hypothek ermöglicht (siehe Tabelle).
Doch warum steigen die Hypothekarzinsen trotz unverändertem Leitzins? Comparis-Finanzexperte Dirk Renkert erklärt, dass sich die Finanzinstitute nicht nur am Leitzins orientieren, sondern auch an den Kapitalmarktzinsen. Diese hängen von den weltpolitischen Entwicklungen ab und sind im vierten Quartal gestiegen.
Eine weitere Rolle spielten die sogenannten Swaps. Die Zinsen für diese Tauschgeschäfte zwischen den Banken sind zuletzt ebenfalls gestiegen. Fünfjährige Swap-Sätze verdoppelten sich Ende Dezember im Vergleich zu September von 0,16 auf 0,32 Prozent (siehe Grafik).
Die Banken hätten gleichzeitig auch ihre Margen erhöht, sagt Renkert. Zwar halten sie sich bei der Höhe ihrer Marge bedeckt, doch sie lasse sich am Zins für Saron-Hypotheken erkennen. Dieser hängt im Unterschied zu den Fest-Hypotheken einzig vom Leitzins und der Marge ab. Obwohl der Leitzins bei null bleibt, steigen die Saron-Hypotheken und damit auch die Margen.
Diese Hypotheken sind jetzt gefragt
Die meisten entscheiden sich aktuell für eine langfristige Laufzeit. Der Anteil von Hypotheken mit zehn Jahren oder länger liegt beim Comparis-Hypothekenpartner HypoPlus bei 40 Prozent. Allerdings war ihr Anteil vor einem Jahr mit rund 80 Prozent wesentlich höher.
Zwar wollen laut Renkert viele Planungssicherheit, entscheiden sich aber zunehmend für etwas günstigere Festhypotheken mit acht- und neunjähriger Laufzeit. Lag dieser Anteil zu Beginn des Jahres noch bei rund 4 Prozent, betrug er Ende des Jahres rund 14 Prozent.
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