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Fokus: Wirtschaft, Finanzen, Banken, Hypotheken und Märkte.
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Der neue FuW-Index für den besten Hypothekarzins
Mit dem Hypo-Index von «Finanz und Wirtschaft» wissen Wohneigentümer erstmals, wie gering die Zinsen für tatsächlich abgeschlossene Hypothekarkredite sind.
Die Schweizer Hypozinsen bewegen sich seit Anfang April seitwärts.
Bild: Xantana/Getty Images
- Der neue FuW-Hypo-Index basiert auf exklusiven Daten der Plattform Credit Exchange.
- Der aktuelle Zins für zehnjährige Hypotheken liegt gemäss CredEx bei 1,57%.
- Seit Anfang April bewegen sich die Schweizer Hypozinsen seitwärts, trotz globaler Zinsschwankungen.
- Nach Kriegsbeginn im Nahen Osten stieg die Nachfrage nach längerfristigen Festhypotheken deutlich.
Wer in der Schweiz nach Angeboten für eine Hypothek sucht, steht vor einem Dilemma. Banken und Versicherungen publizieren zwar täglich ihre Zinsen für unterschiedliche Laufzeiten, doch oft haben diese Werte wenig mit der Realität zu tun. Die publizierten Richtsätze sind lediglich eine grobe Vorgabe dafür, zu welchen Kosten Privatpersonen ein Hypothekardarlehen erhalten.
Den neuen FuW-Hypo-Index gibt es neu einmal die Woche auf fuw.ch.
Illustration: Marco Tancredi
Auch die Übersichten der Schweizerischen Nationalbank oder der gängigen Vergleichsportale helfen nicht weiter. Die SNB veröffentlicht zwar Zinsen, die auf tatsächlichen Geschäftsabschlüssen basieren, aber nur für Unternehmen und oft mit grosser Verzögerung. Die übrigen Zinsen sammelt sie online bei Banken oder aus anderen Publikationen – ähnlich wie Internetportale oder bisher auch «Finanz und Wirtschaft».
Der FuW-Hypo-Index schafft Transparenz
Nun bringt FuW mit einem neuen Index Licht ins Dunkel. Er basiert auf exklusiven Daten der führenden Digitalplattform für Hypotheken in der Schweiz: Credit Exchange mit Sitz in Zürich. CredEx ist ein Marktplatz, der Kreditgeber mit Vertriebsorganisationen verbindet und so für Kreditnehmer den besten Hypozins aushandelt. Die Sätze gelten für die Ablösung bestehender Hypotheken, die gut 90% des Marktes ausmachen. Der Zins für eine zehnjährige Hypothek liegt gegenwärtig bei 1,57%.
Den durchschnittlichen Zins aller Abschlüsse auf CredEx fasst der FuW-Hypo-Index ab sofort täglich zusammen. Jeden Donnerstag veröffentlicht FuW auf fuw.ch eine Grafik der neusten Tagessätze für die Laufzeiten von fünf und zehn Jahren.
CredEx und ähnliche Portale decken bisher zwar nur einen kleinen Teil des Marktes ab. Dennoch geben die Daten deutlich besser als bisher Aufschluss darüber, wie hoch der derzeit beste aushandelbare Hypozins ist.
Eines bleibt auch mit dem FuW-Hypo-Index unverändert: Welchen Zins Kreditnehmer am Ende erhalten, hängt von den individuellen Umständen ab. Einige Sätze liegen unter dem FuW-Hypo-Index, andere darüber. CredEx-Chef Serkan Mirza sagt: «Der Index zeigt, in welchem Zinsband sich Hypothekarverlängerungen bei gutem Risikoprofil bewegen. Da sich Preise täglich ändern und Banken Risiken unterschiedlich einschätzen, sind Abweichungen möglich.»
Zusätzlich zum neuen Hypo-Index wird FuW weiterhin die Angebote gemäss den Richtsätzen ausgewählter Banken und Versicherungen im Zweiwochenrhythmus beobachten (vgl. Tabelle oben). So finden Interessierte schneller eine Marktübersicht über die publizierten Sätze, als die SNB dies liefern kann.
In der Gegenüberstellung der Richtsätze und des neuen Index zeigt der bisherige Verlauf: Seit 2023 liegt der FuW-Hypo-Index für zehn Jahre Laufzeit 0,27 Prozentpunkte unter dem Durchschnittssatz der publizierten Richtsätze für zehnjährige Hypothekarkredite (vgl. Grafik).
Im laufenden Jahr beträgt der Abstand – ebenso wie diese Woche – nur noch 0,23 Prozentpunkte. Die zwanzig von FuW beobachteten Anbieter verlangen derzeit im Schnitt einen zehnjährigen Richtsatz von 1,8%. Der höchste Satz kommt mit 2,02% von der Luzerner Kantonalbank und Valiant. Das beste Angebot findet sich mit 1,52% bei Hypomat.ch – das Portal bietet die Onlinehypothek der Glarner Kantonalbank an und nutzt auch CredEx.
Sowohl für den FuW-Hypo-Index wie auch für die publizierten Richtsätze gilt, dass sich Anfang April eine Seitwärtsbewegung eingestellt hat, trotz starker Schwankungen der Zinsen an den globalen Anleihenmärkten. «Massgeblich sind die Verfügbarkeit und die Kosten der Refinanzierung der grossen Banken. Mittelfristig spielen auch Kapitalmarktkosten im Interbanken- und im Obligationenmarkt eine Rolle – sie verlaufen nicht zwingend parallel zu Schweizer Staatsanleihen», sagt Mirza.
Nachfrage nach Hypotheken wächst seit Kriegsbeginn
Während die Renditen auf Anleihen der Eidgenossenschaft seit Beginn des Nahostkriegs stärker schwanken, tendieren die Swapsätze eher seitwärts. Sie gelten als risikofreie Sätze am Anleihenmarkt und sind entscheidend dafür, zu welchen Kosten sich die Banken refinanzieren können.
Zumindest auf CredEx nimmt derzeit die Nachfrage nach Hypotheken zu: «In volatilen Marktphasen steigen die Abschlüsse auf CredEx deutlich», sagt Mirza. «Nach Kriegsbeginn im Nahen Osten beobachteten wir zudem eine Verschiebung zu fixen längeren Laufzeiten – aus Sorge um rasche SNB-Zinserhöhungen. Klassiker bleiben Saron-Hypotheken sowie fünf- und zehnjährige Festhypotheken.»
Das Geschäftsmodell von CredEx funktioniert folgendermassen: Banken und Versicherungen erfassen Hypothekaranfragen ihrer Kundschaft über die Plattform. Pensionskassen, Anlagestiftungen und Lebensversicherer sehen diese Anfragen in anonymisierter Form und unterbreiten in Echtzeit automatisch verbindliche Kreditangebote. Die Kundschaft erhält jeweils den besten verfügbaren Hypothekarzins.
Privatpersonen profitieren vom Zugang zu günstigen Hypotheken – unter anderem auch von Pensionskassen, die bei höherem Alter in einigen Fällen bessere Konditionen als Banken bieten. «Wir rechnen für dieses und das nächste Jahr mit zusätzlichen Volumen in Milliardenhöhe über unsere schweizweit aktiven Vertriebspartner», sagt Mirza. «Zudem dürfte der Anteil investierender Pensionskassen am Hypothekarmarkt – über uns und andere Plattformen – weiter steigen.»
Vertriebe und Kreditgeber profitieren von der Plattform
Vertriebsorganisationen können dank der Plattform Kundschaft mit einer Hypothek an sich binden, ohne selbst ein Kreditrisiko einzugehen oder die Finanzierung bereitstellen zu müssen. Kreditgeber investieren direkt in den Hypothekenmarkt, ohne ein eigenes Vertriebsnetz oder eine eigene IT-Infrastruktur aufbauen zu müssen.
CredEx wurde 2018 als neutrales Gemeinschaftsunternehmen gegründet und gehört heute Mobiliar, Vaudoise, PostFinance, Swisscom, Bank Avera, der Thurgauer und der Glarner Kantonalbank. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben über 5 Mrd. Fr. an Hypotheken in mehr als 12’000 Geschäften auf der Plattform vermittelt.
Die zehn Vertriebspartner, die CredEx nutzen, machen mit ihrem Geschäft rund 2% des Gesamtmarktes aus. Dazu gehören PostFinance, Mobiliar und VZ VermögensZentrum. Sie erreichen potenziell 4 Mio. Kreditnehmer. Dreissig Anlagepartner wie Pensionskassen, Versicherungen oder Banken investieren aktiv über CredEx in Hypothekarkredite.
FuW veröffentlicht ab sofort im Börsenteil jeder Printausgabe eine Tabelle mit den durchschnittlichen Nettoangebotszinsen der Investoren auf CredEx. Dabei sind alle Kosten der Anbieter abgezogen, die sonst in den Kundenzinsen enthalten sind.
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Der neue FuW-Index für den besten Hypothekarzins
Mit dem Hypo-Index von «Finanz und Wirtschaft» wissen Wohneigentümer erstmals, wie gering die Zinsen für tatsächlich abgeschlossene Hypothekarkredite sind.
Die Schweizer Hypozinsen bewegen sich seit Anfang April seitwärts.
Bild: Xantana/Getty Images
- Der neue FuW-Hypo-Index basiert auf exklusiven Daten der Plattform Credit Exchange.
- Der aktuelle Zins für zehnjährige Hypotheken liegt gemäss CredEx bei 1,57%.
- Seit Anfang April bewegen sich die Schweizer Hypozinsen seitwärts, trotz globaler Zinsschwankungen.
- Nach Kriegsbeginn im Nahen Osten stieg die Nachfrage nach längerfristigen Festhypotheken deutlich.
Wer in der Schweiz nach Angeboten für eine Hypothek sucht, steht vor einem Dilemma. Banken und Versicherungen publizieren zwar täglich ihre Zinsen für unterschiedliche Laufzeiten, doch oft haben diese Werte wenig mit der Realität zu tun. Die publizierten Richtsätze sind lediglich eine grobe Vorgabe dafür, zu welchen Kosten Privatpersonen ein Hypothekardarlehen erhalten.
Den neuen FuW-Hypo-Index gibt es neu einmal die Woche auf fuw.ch.
Illustration: Marco Tancredi
Auch die Übersichten der Schweizerischen Nationalbank oder der gängigen Vergleichsportale helfen nicht weiter. Die SNB veröffentlicht zwar Zinsen, die auf tatsächlichen Geschäftsabschlüssen basieren, aber nur für Unternehmen und oft mit grosser Verzögerung. Die übrigen Zinsen sammelt sie online bei Banken oder aus anderen Publikationen – ähnlich wie Internetportale oder bisher auch «Finanz und Wirtschaft».
Der FuW-Hypo-Index schafft Transparenz
Nun bringt FuW mit einem neuen Index Licht ins Dunkel. Er basiert auf exklusiven Daten der führenden Digitalplattform für Hypotheken in der Schweiz: Credit Exchange mit Sitz in Zürich. CredEx ist ein Marktplatz, der Kreditgeber mit Vertriebsorganisationen verbindet und so für Kreditnehmer den besten Hypozins aushandelt. Die Sätze gelten für die Ablösung bestehender Hypotheken, die gut 90% des Marktes ausmachen. Der Zins für eine zehnjährige Hypothek liegt gegenwärtig bei 1,57%.
Den durchschnittlichen Zins aller Abschlüsse auf CredEx fasst der FuW-Hypo-Index ab sofort täglich zusammen. Jeden Donnerstag veröffentlicht FuW auf fuw.ch eine Grafik der neusten Tagessätze für die Laufzeiten von fünf und zehn Jahren.
CredEx und ähnliche Portale decken bisher zwar nur einen kleinen Teil des Marktes ab. Dennoch geben die Daten deutlich besser als bisher Aufschluss darüber, wie hoch der derzeit beste aushandelbare Hypozins ist.
Eines bleibt auch mit dem FuW-Hypo-Index unverändert: Welchen Zins Kreditnehmer am Ende erhalten, hängt von den individuellen Umständen ab. Einige Sätze liegen unter dem FuW-Hypo-Index, andere darüber. CredEx-Chef Serkan Mirza sagt: «Der Index zeigt, in welchem Zinsband sich Hypothekarverlängerungen bei gutem Risikoprofil bewegen. Da sich Preise täglich ändern und Banken Risiken unterschiedlich einschätzen, sind Abweichungen möglich.»
Zusätzlich zum neuen Hypo-Index wird FuW weiterhin die Angebote gemäss den Richtsätzen ausgewählter Banken und Versicherungen im Zweiwochenrhythmus beobachten (vgl. Tabelle oben). So finden Interessierte schneller eine Marktübersicht über die publizierten Sätze, als die SNB dies liefern kann.
In der Gegenüberstellung der Richtsätze und des neuen Index zeigt der bisherige Verlauf: Seit 2023 liegt der FuW-Hypo-Index für zehn Jahre Laufzeit 0,27 Prozentpunkte unter dem Durchschnittssatz der publizierten Richtsätze für zehnjährige Hypothekarkredite (vgl. Grafik).
Im laufenden Jahr beträgt der Abstand – ebenso wie diese Woche – nur noch 0,23 Prozentpunkte. Die zwanzig von FuW beobachteten Anbieter verlangen derzeit im Schnitt einen zehnjährigen Richtsatz von 1,8%. Der höchste Satz kommt mit 2,02% von der Luzerner Kantonalbank und Valiant. Das beste Angebot findet sich mit 1,52% bei Hypomat.ch – das Portal bietet die Onlinehypothek der Glarner Kantonalbank an und nutzt auch CredEx.
Sowohl für den FuW-Hypo-Index wie auch für die publizierten Richtsätze gilt, dass sich Anfang April eine Seitwärtsbewegung eingestellt hat, trotz starker Schwankungen der Zinsen an den globalen Anleihenmärkten. «Massgeblich sind die Verfügbarkeit und die Kosten der Refinanzierung der grossen Banken. Mittelfristig spielen auch Kapitalmarktkosten im Interbanken- und im Obligationenmarkt eine Rolle – sie verlaufen nicht zwingend parallel zu Schweizer Staatsanleihen», sagt Mirza.
Nachfrage nach Hypotheken wächst seit Kriegsbeginn
Während die Renditen auf Anleihen der Eidgenossenschaft seit Beginn des Nahostkriegs stärker schwanken, tendieren die Swapsätze eher seitwärts. Sie gelten als risikofreie Sätze am Anleihenmarkt und sind entscheidend dafür, zu welchen Kosten sich die Banken refinanzieren können.
Zumindest auf CredEx nimmt derzeit die Nachfrage nach Hypotheken zu: «In volatilen Marktphasen steigen die Abschlüsse auf CredEx deutlich», sagt Mirza. «Nach Kriegsbeginn im Nahen Osten beobachteten wir zudem eine Verschiebung zu fixen längeren Laufzeiten – aus Sorge um rasche SNB-Zinserhöhungen. Klassiker bleiben Saron-Hypotheken sowie fünf- und zehnjährige Festhypotheken.»
Das Geschäftsmodell von CredEx funktioniert folgendermassen: Banken und Versicherungen erfassen Hypothekaranfragen ihrer Kundschaft über die Plattform. Pensionskassen, Anlagestiftungen und Lebensversicherer sehen diese Anfragen in anonymisierter Form und unterbreiten in Echtzeit automatisch verbindliche Kreditangebote. Die Kundschaft erhält jeweils den besten verfügbaren Hypothekarzins.
Privatpersonen profitieren vom Zugang zu günstigen Hypotheken – unter anderem auch von Pensionskassen, die bei höherem Alter in einigen Fällen bessere Konditionen als Banken bieten. «Wir rechnen für dieses und das nächste Jahr mit zusätzlichen Volumen in Milliardenhöhe über unsere schweizweit aktiven Vertriebspartner», sagt Mirza. «Zudem dürfte der Anteil investierender Pensionskassen am Hypothekarmarkt – über uns und andere Plattformen – weiter steigen.»
Vertriebe und Kreditgeber profitieren von der Plattform
Vertriebsorganisationen können dank der Plattform Kundschaft mit einer Hypothek an sich binden, ohne selbst ein Kreditrisiko einzugehen oder die Finanzierung bereitstellen zu müssen. Kreditgeber investieren direkt in den Hypothekenmarkt, ohne ein eigenes Vertriebsnetz oder eine eigene IT-Infrastruktur aufbauen zu müssen.
CredEx wurde 2018 als neutrales Gemeinschaftsunternehmen gegründet und gehört heute Mobiliar, Vaudoise, PostFinance, Swisscom, Bank Avera, der Thurgauer und der Glarner Kantonalbank. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben über 5 Mrd. Fr. an Hypotheken in mehr als 12’000 Geschäften auf der Plattform vermittelt.
Die zehn Vertriebspartner, die CredEx nutzen, machen mit ihrem Geschäft rund 2% des Gesamtmarktes aus. Dazu gehören PostFinance, Mobiliar und VZ VermögensZentrum. Sie erreichen potenziell 4 Mio. Kreditnehmer. Dreissig Anlagepartner wie Pensionskassen, Versicherungen oder Banken investieren aktiv über CredEx in Hypothekarkredite.
FuW veröffentlicht ab sofort im Börsenteil jeder Printausgabe eine Tabelle mit den durchschnittlichen Nettoangebotszinsen der Investoren auf CredEx. Dabei sind alle Kosten der Anbieter abgezogen, die sonst in den Kundenzinsen enthalten sind.
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Quelle: www.fuw.ch
