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Fokus: Wirtschaft, Finanzen, Banken, Hypotheken und Märkte.
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TEXT:

  • Nur 34 Prozent der Schweizer Bevölkerung lebt in einem Haus.
  • Viele Schweizer wünschen sich trotzdem einen privaten Aussenbereich.
  • Hohe Bodenpreise und begrenzte Bauflächen verhindern den Haustraum.

Einfamilienhaus mit Terrasse und üppigem Garten? Das klassische Bild des typischen Schweizer Zuhauses stimmt schon lange nicht mehr. Eine Datenanalyse des Immobilien-Portals Home24 und Datenstudio Datapulse Research aus Deutschland zeigt, wie selten der Traum vom Eigenheim tatsächlich ist.

Nur 34 Prozent der Menschen in der Schweiz lebten 2024 in einem Haus und es werden stets weniger: Im Jahr 2010 war die Quote noch 3,7 Prozentpunkte höher. Damit liegt die Schweiz auf dem letzten von 40 untersuchten Ländern. Im EU-Durchschnitt lebt jede zweite Person in einem Haus, in Irland sogar 90 Prozent (siehe Tabelle).

Dabei ist die Sehnsucht nach privatem Grün gross. Laut einer Umfrage ist der Aussenbereich für 53 Prozent der Menschen in der Schweiz der wichtigste Faktor bei der Wahl des Wohnortes. Das ist nach Deutschland mit 54 Prozent der zweithöchste Wert Europas.

Trotz der hohen Löhne in der Schweiz sei der Haustraum immer schwieriger bezahlbar, sagt Nicolas Caramella, CEO des Berliner Datenstudios Datapulse Research. «Die Schweiz ist eines der reichsten Länder Europas, aber das hohe Lohnniveau gleicht die Bodenpreise nicht aus. Im Gegenteil: Gerade weil die Kaufkraft hoch ist, steigt die Nachfrage nach Wohnraum im begrenzten Siedlungsgebiet, was die Bodenpreise weiter nach oben treibt.» Caramella verweist auf Zürich, wo sich der Quadratmeterpreis in den vergangenen 50 Jahren verzehnfacht hat.

«In der Schweiz wird in die Höhe gebaut, nicht in die Breite, und das prägt die Wohnkultur des ganzen Landes.»

Nicolas Caramella, CEO, Datapulse Research

Er nennt die Schweiz einen Sonderfall, bei dem mehrere Faktoren zusammenwirken:

  • Extrem hohe Bodenpreise: Bauland ist so teuer, dass Investoren und Bauträger fast ausschließlich Mehrfamilienhäuser bauen, weil sich Einfamilienhäuser pro Quadratmeter kaum rechnen. Im Jahr 2000 wurden noch 43 Prozent der Neubau-Wohneinheiten in Einfamilienhäusern erstellt, 2020 waren es nur noch 11 Prozent, 2024 wurden sie zur Seltenheit.
  • Begrenzter Siedlungsraum durch die Alpen: Zwei Drittel der Bevölkerung leben im Mittelland, das nur ein Drittel der Landesfläche ausmacht.
  • Politik: Seit 2014 schränkt das revidierte Raumplanungsgesetz Neueinzonungen stark ein. Neue Wohnungen entstehen überwiegend durch Verdichtung, also durch Mehrfamilienhäuser statt Einfamilienhäuser.
  • Urbane Lebenskultur: Die Schweiz ist zu 74 Prozent urbanisiert. Städtisches Wohnen in Wohnungen ist gesellschaftlich etabliert und kein Zeichen fehlenden Wohlstands. Oftmals ist eine Wohnung in Städten teurer als ein Haus auf dem Land, ob zur Miete oder zum Kauf.

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Fabian Pöschl (fpo) arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Er ist Verantwortlicher Wirtschaftsnews im Ressort News, Wirtschaft & Videoreportagen.

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  • Nur 34 Prozent der Schweizer Bevölkerung lebt in einem Haus.
  • Viele Schweizer wünschen sich trotzdem einen privaten Aussenbereich.
  • Hohe Bodenpreise und begrenzte Bauflächen verhindern den Haustraum.

Einfamilienhaus mit Terrasse und üppigem Garten? Das klassische Bild des typischen Schweizer Zuhauses stimmt schon lange nicht mehr. Eine Datenanalyse des Immobilien-Portals Home24 und Datenstudio Datapulse Research aus Deutschland zeigt, wie selten der Traum vom Eigenheim tatsächlich ist.

Nur 34 Prozent der Menschen in der Schweiz lebten 2024 in einem Haus und es werden stets weniger: Im Jahr 2010 war die Quote noch 3,7 Prozentpunkte höher. Damit liegt die Schweiz auf dem letzten von 40 untersuchten Ländern. Im EU-Durchschnitt lebt jede zweite Person in einem Haus, in Irland sogar 90 Prozent (siehe Tabelle).

Dabei ist die Sehnsucht nach privatem Grün gross. Laut einer Umfrage ist der Aussenbereich für 53 Prozent der Menschen in der Schweiz der wichtigste Faktor bei der Wahl des Wohnortes. Das ist nach Deutschland mit 54 Prozent der zweithöchste Wert Europas.

Trotz der hohen Löhne in der Schweiz sei der Haustraum immer schwieriger bezahlbar, sagt Nicolas Caramella, CEO des Berliner Datenstudios Datapulse Research. «Die Schweiz ist eines der reichsten Länder Europas, aber das hohe Lohnniveau gleicht die Bodenpreise nicht aus. Im Gegenteil: Gerade weil die Kaufkraft hoch ist, steigt die Nachfrage nach Wohnraum im begrenzten Siedlungsgebiet, was die Bodenpreise weiter nach oben treibt.» Caramella verweist auf Zürich, wo sich der Quadratmeterpreis in den vergangenen 50 Jahren verzehnfacht hat.

«In der Schweiz wird in die Höhe gebaut, nicht in die Breite, und das prägt die Wohnkultur des ganzen Landes.»

Nicolas Caramella, CEO, Datapulse Research

Er nennt die Schweiz einen Sonderfall, bei dem mehrere Faktoren zusammenwirken:

  • Extrem hohe Bodenpreise: Bauland ist so teuer, dass Investoren und Bauträger fast ausschließlich Mehrfamilienhäuser bauen, weil sich Einfamilienhäuser pro Quadratmeter kaum rechnen. Im Jahr 2000 wurden noch 43 Prozent der Neubau-Wohneinheiten in Einfamilienhäusern erstellt, 2020 waren es nur noch 11 Prozent, 2024 wurden sie zur Seltenheit.
  • Begrenzter Siedlungsraum durch die Alpen: Zwei Drittel der Bevölkerung leben im Mittelland, das nur ein Drittel der Landesfläche ausmacht.
  • Politik: Seit 2014 schränkt das revidierte Raumplanungsgesetz Neueinzonungen stark ein. Neue Wohnungen entstehen überwiegend durch Verdichtung, also durch Mehrfamilienhäuser statt Einfamilienhäuser.
  • Urbane Lebenskultur: Die Schweiz ist zu 74 Prozent urbanisiert. Städtisches Wohnen in Wohnungen ist gesellschaftlich etabliert und kein Zeichen fehlenden Wohlstands. Oftmals ist eine Wohnung in Städten teurer als ein Haus auf dem Land, ob zur Miete oder zum Kauf.

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Quelle: www.20min.ch