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Fokus: Wirtschaft, Finanzen, Banken, Hypotheken und Märkte.
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Seit zwanzig Jahren steigen die Immobilienpreise. Jüngst hat sich der Boom nochmals beschleunigt. Der Kauf von Wohneigentum scheint ein sicheres Geschäft zu sein. Doch es gibt ein paar Risiken.

Wohnungen in Zürich wie in diesem Betonbau sind für die meisten Menschen nicht mehr finanzierbar.

Christian Beutler / Keystone

Ein Haus mit einer sonnendurchfluteten Stube, von der aus eine Flügeltüre in einen reich bepflanzten Garten führt: Ein solches Objekt der Begierde zu besitzen, ist der Traum vieler Menschen. Ein Traum, der immer teurer wird. Das belegen die neusten Berechnungen, die Raiffeisen am Freitag veröffentlicht hat.

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Die Preise für Häuser und Wohnungen sind in der Schweiz im ersten Quartal 2026 wieder kräftig gestiegen. Für Einfamilienhäuser bezahlten die Käufer im Schnitt 1,4 Prozent mehr, für Wohnungen sogar 1,8 Prozent mehr als im Vorquartal. Innert eines Jahres verteuerten sich sowohl Einfamilienhäuser als auch Wohnungen um 4,9 Prozent.

Der Traum vom Wohneigentum steht längst nicht mehr gleich vielen Menschen offen, wie das noch in den 1990er Jahren der Fall war. Die steigenden Preise zeigen aber auch, dass es immer noch Leute gibt, die sich in der Schweiz ein Eigenheim leisten können.

Anstieg in Bern, der Westschweiz und in Tourismusregionen

Am stärksten fiel der Preisanstieg für Einfamilienhäuser in der Westschweiz und in der Region Bern aus. Innerhalb eines Jahres stiegen die Preise für Einfamilienhäuser im Bernischen um 6,7 Prozent, in der Westschweiz waren es sogar 7,4 Prozent. Am wenigsten stark stiegen die Hauspreise mit 3,0 Prozent in der Nordwestschweiz.

Bei den Wohnungen ist die Innerschweiz führend. Dort kostet eine Eigentumswohnung heute im Schnitt 7,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. In der Südschweiz sind die Preise um 5,5 Prozent gestiegen. In der Region Genfersee sind sie hingegen um 0,8 Prozent gesunken.

Betrachtet man die Preisentwicklung nach Gemeindetyp, fällt auf, dass Häuser und Wohnungen in touristischen Gemeinden besonders beliebt sind. Innerhalb eines Jahres sind die Preise um 5,8 Prozent gestiegen. Das hat auch mit dem knappen Angebot an Wohnraum in Tourismusregionen zu tun. «Aufgrund der Zweitwohnungsinitiative wurde in diesen Gegenden in den letzten Jahren weniger gebaut», sagt Fredy Hasenmaile, Chefökonom von Raiffeisen Schweiz.

Das knappe Angebot trifft auf eine grosse Nachfrage. Heute haben viele Berufstätige die Möglichkeit, zwei Tage pro Woche Home-Office zu machen. Mit dem Wochenende zusammen ergibt das vier Tage, die sie an einem Ort fernab ihres Arbeitsplatzes in der Firma verbringen können. «Da die Preise für Immobilien in den Städten für viele Menschen nicht mehr bezahlbar sind, kaufen sie sich ein Eigenheim in den Bergen und behalten in der Stadt eine Mietwohnung für unter der Woche», sagt Hasenmaile.

Dass das Preisniveau für Wohnungen in Schweizer Städten bereits sehr hoch ist, widerspiegelt sich auch in den Zahlen der Raiffeisen. Mit 1,4 Prozent sind die Preise für Wohnungen in den Zentren am wenigsten stark gestiegen.

Tiefe Zinsen befeuern den Hauskauf

Häuser und Wohnungen verteuern sich bereits seit über zwanzig Jahren. Und das wird aller Voraussicht nach noch eine Weile so bleiben. Die Kombination aus niedrigen Zinsen, einem knappen Angebot von Wohnraum und einer hohen Nachfrage hat zu dieser Situation geführt.

Aufgrund der anhaltend tiefen Zinsen lohnt es sich für Käufer, die über das nötige Geld verfügen, trotz den hohen Preisen Wohneigentum zu kaufen. Die Ausgaben für die Hypothekarzinsen und die Amortisation sind in der Regel niedriger als die Miete eines gleichwertigen Objekts.

Zwar geistert immer wieder das Schreckgespenst der Immobilienblase durch Tischgespräche, in denen das Thema Immobilienkauf aufkommt. Doch Hasenmaile gibt Entwarnung: «Da die hohen Preise für Immobilien in der Schweiz auf den knappen Wohnraum zurückzuführen sind, der auch mit der Kleinräumigkeit des Landes zu tun hat, ist eine Immobilienblase unwahrscheinlich.»

Kann man mit einem Immobilienkauf überhaupt etwas falsch machen? «Ja», sagt Hasenmaile, «es gibt Wohnobjekte, die an zweitklassigen, lärmigen Lagen liegen, über keinen Keller oder keinen Balkon verfügen, was einen Wiederverkauf stark erschwert.»

Wer ein Haus oder eine Wohnung kaufen wolle, solle sich genügend Zeit lassen für die Suche nach dem geeigneten Objekt. «Man muss sich überlegen, was einem wichtig ist und was weniger, so lässt sich viel Geld sparen», sagt Hasenmaile. Leute, die keine Mühe damit haben, ihren Müll auf den Balkon zu stellen, bis sie ihn nach unten bringen, haben offensichtlich keine Verwendung für einen Aussenraum. Es gibt auch Menschen, die nicht lärmempfindlich sind und gut unter einer Anflugschneise wohnen können, wo die Immobilien günstiger sind.

Der Kauf einer Wohnung könne sich sogar lohnen, wenn der Käufer das Objekt selbst nicht bewohnen wolle, sagt Hasenmaile. Die Wertschwankungen bei Immobilien sind geringer als bei Aktien. «Allerdings unterschätzen viele den Aufwand, welcher die Vermietung einer Wohnung mit sich bringt», so Hasenmaile. Mieter können Ansprüche haben, ausziehen oder in Zahlungsverzug geraten. Ausserdem muss die Liegenschaft unterhalten werden – je älter sie wird, desto grösser wird der Aufwand. Hasenmaile rät zudem, das Geld aus den Mieteinnahmen auf die Seite zu legen, damit der Immobilieninvestor über ein Polster verfügt, falls die Zinsen doch einmal steigen.

Erstelle 3–5 stichpunktartige Kernaussagen (je max. 15 Wörter) mit Fokus auf wirtschaftliche oder finanzielle Aspekte.
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Seit zwanzig Jahren steigen die Immobilienpreise. Jüngst hat sich der Boom nochmals beschleunigt. Der Kauf von Wohneigentum scheint ein sicheres Geschäft zu sein. Doch es gibt ein paar Risiken.

Wohnungen in Zürich wie in diesem Betonbau sind für die meisten Menschen nicht mehr finanzierbar.

Christian Beutler / Keystone

Ein Haus mit einer sonnendurchfluteten Stube, von der aus eine Flügeltüre in einen reich bepflanzten Garten führt: Ein solches Objekt der Begierde zu besitzen, ist der Traum vieler Menschen. Ein Traum, der immer teurer wird. Das belegen die neusten Berechnungen, die Raiffeisen am Freitag veröffentlicht hat.

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Die Preise für Häuser und Wohnungen sind in der Schweiz im ersten Quartal 2026 wieder kräftig gestiegen. Für Einfamilienhäuser bezahlten die Käufer im Schnitt 1,4 Prozent mehr, für Wohnungen sogar 1,8 Prozent mehr als im Vorquartal. Innert eines Jahres verteuerten sich sowohl Einfamilienhäuser als auch Wohnungen um 4,9 Prozent.

Der Traum vom Wohneigentum steht längst nicht mehr gleich vielen Menschen offen, wie das noch in den 1990er Jahren der Fall war. Die steigenden Preise zeigen aber auch, dass es immer noch Leute gibt, die sich in der Schweiz ein Eigenheim leisten können.

Anstieg in Bern, der Westschweiz und in Tourismusregionen

Am stärksten fiel der Preisanstieg für Einfamilienhäuser in der Westschweiz und in der Region Bern aus. Innerhalb eines Jahres stiegen die Preise für Einfamilienhäuser im Bernischen um 6,7 Prozent, in der Westschweiz waren es sogar 7,4 Prozent. Am wenigsten stark stiegen die Hauspreise mit 3,0 Prozent in der Nordwestschweiz.

Bei den Wohnungen ist die Innerschweiz führend. Dort kostet eine Eigentumswohnung heute im Schnitt 7,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. In der Südschweiz sind die Preise um 5,5 Prozent gestiegen. In der Region Genfersee sind sie hingegen um 0,8 Prozent gesunken.

Betrachtet man die Preisentwicklung nach Gemeindetyp, fällt auf, dass Häuser und Wohnungen in touristischen Gemeinden besonders beliebt sind. Innerhalb eines Jahres sind die Preise um 5,8 Prozent gestiegen. Das hat auch mit dem knappen Angebot an Wohnraum in Tourismusregionen zu tun. «Aufgrund der Zweitwohnungsinitiative wurde in diesen Gegenden in den letzten Jahren weniger gebaut», sagt Fredy Hasenmaile, Chefökonom von Raiffeisen Schweiz.

Das knappe Angebot trifft auf eine grosse Nachfrage. Heute haben viele Berufstätige die Möglichkeit, zwei Tage pro Woche Home-Office zu machen. Mit dem Wochenende zusammen ergibt das vier Tage, die sie an einem Ort fernab ihres Arbeitsplatzes in der Firma verbringen können. «Da die Preise für Immobilien in den Städten für viele Menschen nicht mehr bezahlbar sind, kaufen sie sich ein Eigenheim in den Bergen und behalten in der Stadt eine Mietwohnung für unter der Woche», sagt Hasenmaile.

Dass das Preisniveau für Wohnungen in Schweizer Städten bereits sehr hoch ist, widerspiegelt sich auch in den Zahlen der Raiffeisen. Mit 1,4 Prozent sind die Preise für Wohnungen in den Zentren am wenigsten stark gestiegen.

Tiefe Zinsen befeuern den Hauskauf

Häuser und Wohnungen verteuern sich bereits seit über zwanzig Jahren. Und das wird aller Voraussicht nach noch eine Weile so bleiben. Die Kombination aus niedrigen Zinsen, einem knappen Angebot von Wohnraum und einer hohen Nachfrage hat zu dieser Situation geführt.

Aufgrund der anhaltend tiefen Zinsen lohnt es sich für Käufer, die über das nötige Geld verfügen, trotz den hohen Preisen Wohneigentum zu kaufen. Die Ausgaben für die Hypothekarzinsen und die Amortisation sind in der Regel niedriger als die Miete eines gleichwertigen Objekts.

Zwar geistert immer wieder das Schreckgespenst der Immobilienblase durch Tischgespräche, in denen das Thema Immobilienkauf aufkommt. Doch Hasenmaile gibt Entwarnung: «Da die hohen Preise für Immobilien in der Schweiz auf den knappen Wohnraum zurückzuführen sind, der auch mit der Kleinräumigkeit des Landes zu tun hat, ist eine Immobilienblase unwahrscheinlich.»

Kann man mit einem Immobilienkauf überhaupt etwas falsch machen? «Ja», sagt Hasenmaile, «es gibt Wohnobjekte, die an zweitklassigen, lärmigen Lagen liegen, über keinen Keller oder keinen Balkon verfügen, was einen Wiederverkauf stark erschwert.»

Wer ein Haus oder eine Wohnung kaufen wolle, solle sich genügend Zeit lassen für die Suche nach dem geeigneten Objekt. «Man muss sich überlegen, was einem wichtig ist und was weniger, so lässt sich viel Geld sparen», sagt Hasenmaile. Leute, die keine Mühe damit haben, ihren Müll auf den Balkon zu stellen, bis sie ihn nach unten bringen, haben offensichtlich keine Verwendung für einen Aussenraum. Es gibt auch Menschen, die nicht lärmempfindlich sind und gut unter einer Anflugschneise wohnen können, wo die Immobilien günstiger sind.

Der Kauf einer Wohnung könne sich sogar lohnen, wenn der Käufer das Objekt selbst nicht bewohnen wolle, sagt Hasenmaile. Die Wertschwankungen bei Immobilien sind geringer als bei Aktien. «Allerdings unterschätzen viele den Aufwand, welcher die Vermietung einer Wohnung mit sich bringt», so Hasenmaile. Mieter können Ansprüche haben, ausziehen oder in Zahlungsverzug geraten. Ausserdem muss die Liegenschaft unterhalten werden – je älter sie wird, desto grösser wird der Aufwand. Hasenmaile rät zudem, das Geld aus den Mieteinnahmen auf die Seite zu legen, damit der Immobilieninvestor über ein Polster verfügt, falls die Zinsen doch einmal steigen.

Quelle: www.nzz.ch