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In der Schweiz hat ein Vermieter seine Wohnung bewusst günstig angeboten. Doch: Das Immobilienportal blockierte die Veröffentlichung. Kann das auch in Deutschland passieren?

Frankfurt – Ein privater Vermieter aus dem Kanton Luzern wollte seine 4,5-Zimmer-Dachwohnung in der Region Willisau vermieten. Dafür setzte er eine monatliche Miete inklusive Nebenkosten von gut 2300 Schweizer Franken an – umgerechnet rund 2500 Euro (Stand Mitte Juli 2026). Er orientierte sich nach eigenen Angaben an Neubauten in der Umgebung, die teils teurer vermietet werden. „Ich kann ja nicht einfach Fantasiepreise verlangen. Ich will weder zu hoch noch zu tief reingehen“, sagte er gegenüber dem Beobachter. Und doch wurde ausgerechnet dieses „zu fair“ zum Problem: Das Vergleichsportal Comparis, auf dem er das Angebot einstellen wollte, blockierte sein Inserat mehrfach.

In der Schweiz wollte ein Vermieter seine Wohnung bewusst günstig anbieten. Doch das Immobilienportal blockierte zunächst die Veröffentlichung des Inserats. (Symbolbild) © Shotshop/Imago

Kurz nach dem Einstellen erreichte den Vermieter eine automatisierte Mail: Das Inserat werde „vorerst nicht veröffentlicht“. Begründung: Der angegebene Preis liege „etwas unter dem Durchschnitt vergleichbarer Objekte“ – und könne Interessenten verunsichern. Wörtlich hieß es: „Erfahrungsgemäß kann ein niedriger Preis bei Interessenten Fragen aufwerfen oder zu Unsicherheiten führen.“ Der Vermieter versuchte es erneut, passte Details an, testete sogar eine leichte Erhöhung – ohne Erfolg. Der Verdacht des Vermieters: „Irgendjemand hebt hier die Preise in die Höhe. Warum, weiß ich nicht, aber irgendetwas ist da komisch“, sagte er gegenüber dem Tages-Anzeiger.

„Eines von mehreren Signalen“: Immobilien-Portal verweist auf Schutzmechanismen gegen Betrug

Erst später wurde die Anzeige schließlich doch freigeschaltet, zunächst ohne weitere konkrete Erklärung. Nach Angaben des Vermieters wies eine Infobox darauf hin, dass Inserate vom Algorithmus verworfen würden, wenn der Quadratmeterpreis außerhalb von 95 Prozent marktüblicher Angebote liege.

Das Portal verwies laut dem Beobachter auf Schutzmechanismen gegen Betrug. Die ungewöhnlich niedrige Miete könne „eines von mehreren Signalen“ sein, die eine zusätzliche Prüfung auslösen, hieß es. „Die genaue Gewichtung und Funktionsweise unserer Algorithmen können wir aus Sicherheitsgründen nicht offenlegen.“ Auffällige Fälle würden manuell überprüft; das könne bis zu einem Arbeitstag dauern. Comparis wehrt sich gegen den Vorwurf, Vermieter zu höheren Mieten zu drängen: Ziel sei „ausschließlich der Schutz vor Missbrauch“ – nicht die Beeinflussung des Preisniveaus.

„Zu niedrige“ Miete: Wie reagieren deutsche Immobilienplattformen

Wie handhaben das deutsche Immobilienplattformen? Auf Anfrage der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media teilt Immowelt mit: „Ein Inserat wird bei Immowelt grundsätzlich nicht allein aufgrund eines vergleichsweise niedrigen Mietpreises abgelehnt.“ Zwar könne ein Angebot vorübergehend gesperrt werden, wenn das Sicherheitssystem Auffälligkeiten erkenne – doch der Preis sei nur eines von mehreren Kriterien und „niemals der alleinige Auslöser“. Das Unternehmen setzt nach eigenen Angaben auf ein mehrstufiges, KI-gestütztes Sicherheitssystem. In Zweifelsfällen folge zusätzlich eine manuelle Prüfung. Zudem verweist Immowelt darauf, dass außergewöhnlich günstige Angebote durchaus legitim sein können – etwa bei WG-Zimmern oder gefördertem Wohnraum. Ein Angebot nur wegen eines zu niedrigen Preises zu blockieren, würde zahlreiche seriöse Anbieter fälschlicherweise treffen.

Bei Anzeichen von Betrug: Manuelle Prüfung durch Expertenteam

Auch ImmoScout24 betont auf Anfrage: „Bei ImmoScout24 gibt es keinen automatisierten Mechanismus, der Inserate allein wegen eines niedrigen Mietpreises ablehnt.“ Der Preis werde „unter mehreren“ Merkmalen betrachtet, bei Verdacht folge eine manuelle Prüfung durch ein Expertenteam. Einzelheiten zu Schwellenwerten nennt das Unternehmen nicht: „Denn wir wollen Betrügern keine Hinweise darauf geben, wie sich unsere Schutzsysteme umgehen lassen.“ Ergänzend setzt ImmoScout24 nach eigenen Angaben auf Verifizierungsverfahren, Multi-Faktor-Authentifizierung und eine Meldefunktion – bei bestätigten Fällen arbeite man mit Behörden zusammen. (Quellen: Beobachter, Tages-Anzeiger, eigene Recherche) (sop)

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Frankfurt – Ein privater Vermieter aus dem Kanton Luzern wollte seine 4,5-Zimmer-Dachwohnung in der Region Willisau vermieten. Dafür setzte er eine monatliche Miete inklusive Nebenkosten von gut 2300 Schweizer Franken an – umgerechnet rund 2500 Euro (Stand Mitte Juli 2026). Er orientierte sich nach eigenen Angaben an Neubauten in der Umgebung, die teils teurer vermietet werden. „Ich kann ja nicht einfach Fantasiepreise verlangen. Ich will weder zu hoch noch zu tief reingehen“, sagte er gegenüber dem Beobachter. Und doch wurde ausgerechnet dieses „zu fair“ zum Problem: Das Vergleichsportal Comparis, auf dem er das Angebot einstellen wollte, blockierte sein Inserat mehrfach.

In der Schweiz wollte ein Vermieter seine Wohnung bewusst günstig anbieten. Doch das Immobilienportal blockierte zunächst die Veröffentlichung des Inserats. (Symbolbild) © Shotshop/Imago

Kurz nach dem Einstellen erreichte den Vermieter eine automatisierte Mail: Das Inserat werde „vorerst nicht veröffentlicht“. Begründung: Der angegebene Preis liege „etwas unter dem Durchschnitt vergleichbarer Objekte“ – und könne Interessenten verunsichern. Wörtlich hieß es: „Erfahrungsgemäß kann ein niedriger Preis bei Interessenten Fragen aufwerfen oder zu Unsicherheiten führen.“ Der Vermieter versuchte es erneut, passte Details an, testete sogar eine leichte Erhöhung – ohne Erfolg. Der Verdacht des Vermieters: „Irgendjemand hebt hier die Preise in die Höhe. Warum, weiß ich nicht, aber irgendetwas ist da komisch“, sagte er gegenüber dem Tages-Anzeiger.

„Eines von mehreren Signalen“: Immobilien-Portal verweist auf Schutzmechanismen gegen Betrug

Erst später wurde die Anzeige schließlich doch freigeschaltet, zunächst ohne weitere konkrete Erklärung. Nach Angaben des Vermieters wies eine Infobox darauf hin, dass Inserate vom Algorithmus verworfen würden, wenn der Quadratmeterpreis außerhalb von 95 Prozent marktüblicher Angebote liege.

Das Portal verwies laut dem Beobachter auf Schutzmechanismen gegen Betrug. Die ungewöhnlich niedrige Miete könne „eines von mehreren Signalen“ sein, die eine zusätzliche Prüfung auslösen, hieß es. „Die genaue Gewichtung und Funktionsweise unserer Algorithmen können wir aus Sicherheitsgründen nicht offenlegen.“ Auffällige Fälle würden manuell überprüft; das könne bis zu einem Arbeitstag dauern. Comparis wehrt sich gegen den Vorwurf, Vermieter zu höheren Mieten zu drängen: Ziel sei „ausschließlich der Schutz vor Missbrauch“ – nicht die Beeinflussung des Preisniveaus.

„Zu niedrige“ Miete: Wie reagieren deutsche Immobilienplattformen

Wie handhaben das deutsche Immobilienplattformen? Auf Anfrage der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media teilt Immowelt mit: „Ein Inserat wird bei Immowelt grundsätzlich nicht allein aufgrund eines vergleichsweise niedrigen Mietpreises abgelehnt.“ Zwar könne ein Angebot vorübergehend gesperrt werden, wenn das Sicherheitssystem Auffälligkeiten erkenne – doch der Preis sei nur eines von mehreren Kriterien und „niemals der alleinige Auslöser“. Das Unternehmen setzt nach eigenen Angaben auf ein mehrstufiges, KI-gestütztes Sicherheitssystem. In Zweifelsfällen folge zusätzlich eine manuelle Prüfung. Zudem verweist Immowelt darauf, dass außergewöhnlich günstige Angebote durchaus legitim sein können – etwa bei WG-Zimmern oder gefördertem Wohnraum. Ein Angebot nur wegen eines zu niedrigen Preises zu blockieren, würde zahlreiche seriöse Anbieter fälschlicherweise treffen.

Bei Anzeichen von Betrug: Manuelle Prüfung durch Expertenteam

Auch ImmoScout24 betont auf Anfrage: „Bei ImmoScout24 gibt es keinen automatisierten Mechanismus, der Inserate allein wegen eines niedrigen Mietpreises ablehnt.“ Der Preis werde „unter mehreren“ Merkmalen betrachtet, bei Verdacht folge eine manuelle Prüfung durch ein Expertenteam. Einzelheiten zu Schwellenwerten nennt das Unternehmen nicht: „Denn wir wollen Betrügern keine Hinweise darauf geben, wie sich unsere Schutzsysteme umgehen lassen.“ Ergänzend setzt ImmoScout24 nach eigenen Angaben auf Verifizierungsverfahren, Multi-Faktor-Authentifizierung und eine Meldefunktion – bei bestätigten Fällen arbeite man mit Behörden zusammen. (Quellen: Beobachter, Tages-Anzeiger, eigene Recherche) (sop)

Quelle: www.fr.de