Fasse den folgenden Artikel auf Deutsch in maximal 120 Wörtern zusammen.
Fokus: Wirtschaft, Finanzen, Banken, Hypotheken und Märkte.
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Nenne, falls vorhanden, wichtige Zahlen, Entwicklungen oder Zitate kurz.
TEXT:
Teaserbild-Quelle: Simone Hutsch, Unsplash
Auch im zweiten Quartal sind die Preise für Wohneigentum in der Schweiz gestiegen. Grund dafür sind die Eigentumswohnungen, sie sind teurer geworden während die Preise für Einfamilienhäuser leicht gesunken sind. – Der Schweizerische Wohnimmobilienpreisindex (IMPI) legte damit gemäss Bundesamt für Statistik legte gegenüber dem Vorquartal um 0,7 Prozent auf 127,7 Punkte zu. Im Jahresvergleich klettern die Preise um 3,5 Prozent.
Auf nationaler Ebene sind die Preise für Einfamilienhäuser im Quartalsvergleich um 0,4 Prozent zurückgegangen. Dagegen sind die Eigentumswohnungen im Vergleich zum Startquartal um 1,6 Prozent teurer geworden. Am stärksten gestiegen sind die Wohneigentumspreise in den städtischen Gemeinden oder in kleinen Städten (+1,8 Prozent). Derweil sind sie in den ländlichen Gemeinden stabil geblieben.
Einfamilienhäuser in Grossstädten und Dörfern wurden günstiger
Dabei haben die Eigentumswohnungen in allen Gemeindegrössen aufgeschlagen. Am stärksten zogen die Preise in den Dörfern auf dem Land an (+2,8%). Umgekehrt war die Entwicklung bei den Einfamilienhäusern: Gerade in Dörfern auf dem Land gaben die Preise am stärksten nach (-1,8%). Auch in den so genannten “Intermediären Gemeinden” (-0,6%) und in grossen Städten (-0,8%) sind Einfamilienhäuser billiger geworden. Dagegen haben die Preise in mittelgrossen Städten und kleinen Städten angezogen.
Auf längere Sicht hält der Steigflug am Immobilienmarkt trotz bereits hoher Preise an. Im Vergleich zum Vorjahr verteuerten sich sowohl Einfamilienhäuser (+2,7%) als auch Eigentumswohnungen (+4,2%) deutlich.
Der IMPI ist ein relativ neuer Indikator: Er wird erst seit Herbst 2020 quartalsweise publiziert. Laut BFS wird er aus durchschnittlich rund 7000 Transaktionen berechnet, die aus allen Regionen der Schweiz stammen. Das BFS bezieht dabei Daten von den 28 grössten Hypothekarinstituten in der Schweiz. Diese deckten einen sehr grossen Marktanteil ab, da die überwiegende Mehrheit der Immobilienkäufe mit einer Hypothek finanziert wird, heisst es. (sda/mai)
Erstelle 3–5 stichpunktartige Kernaussagen (je max. 15 Wörter) mit Fokus auf wirtschaftliche oder finanzielle Aspekte.
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Teaserbild-Quelle: Simone Hutsch, Unsplash
Auch im zweiten Quartal sind die Preise für Wohneigentum in der Schweiz gestiegen. Grund dafür sind die Eigentumswohnungen, sie sind teurer geworden während die Preise für Einfamilienhäuser leicht gesunken sind. – Der Schweizerische Wohnimmobilienpreisindex (IMPI) legte damit gemäss Bundesamt für Statistik legte gegenüber dem Vorquartal um 0,7 Prozent auf 127,7 Punkte zu. Im Jahresvergleich klettern die Preise um 3,5 Prozent.
Auf nationaler Ebene sind die Preise für Einfamilienhäuser im Quartalsvergleich um 0,4 Prozent zurückgegangen. Dagegen sind die Eigentumswohnungen im Vergleich zum Startquartal um 1,6 Prozent teurer geworden. Am stärksten gestiegen sind die Wohneigentumspreise in den städtischen Gemeinden oder in kleinen Städten (+1,8 Prozent). Derweil sind sie in den ländlichen Gemeinden stabil geblieben.
Einfamilienhäuser in Grossstädten und Dörfern wurden günstiger
Dabei haben die Eigentumswohnungen in allen Gemeindegrössen aufgeschlagen. Am stärksten zogen die Preise in den Dörfern auf dem Land an (+2,8%). Umgekehrt war die Entwicklung bei den Einfamilienhäusern: Gerade in Dörfern auf dem Land gaben die Preise am stärksten nach (-1,8%). Auch in den so genannten “Intermediären Gemeinden” (-0,6%) und in grossen Städten (-0,8%) sind Einfamilienhäuser billiger geworden. Dagegen haben die Preise in mittelgrossen Städten und kleinen Städten angezogen.
Auf längere Sicht hält der Steigflug am Immobilienmarkt trotz bereits hoher Preise an. Im Vergleich zum Vorjahr verteuerten sich sowohl Einfamilienhäuser (+2,7%) als auch Eigentumswohnungen (+4,2%) deutlich.
Der IMPI ist ein relativ neuer Indikator: Er wird erst seit Herbst 2020 quartalsweise publiziert. Laut BFS wird er aus durchschnittlich rund 7000 Transaktionen berechnet, die aus allen Regionen der Schweiz stammen. Das BFS bezieht dabei Daten von den 28 grössten Hypothekarinstituten in der Schweiz. Diese deckten einen sehr grossen Marktanteil ab, da die überwiegende Mehrheit der Immobilienkäufe mit einer Hypothek finanziert wird, heisst es. (sda/mai)
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Abo –
Effektive Hypothekarzinsen steigen Ende Juli auf ein Zweijahreshoch
Bei neu abgeschlossenen Immobilienkrediten ziehen die Zinsen in Wochenfrist so kräftig an wie seit Anfang 2023 nicht mehr.
Den FuW-Hypo-Index gibt es neu einmal die Woche auf fuw.ch.
Illustration: Marco Tancredi
Wer in der Schweiz Ende Juli eine Festhypothek über zehn Jahre abschliesst, zahlt dafür einen Zinssatz von durchschnittlich 1,74%. Das zeigt der FuW-Hypo-Index an diesem Donnerstag. Für die fünfjährige Laufzeit beträgt der Zins 1,45%. Innerhalb einer Woche stiegen die Zinsen für die längere Laufzeit um 0,17 Prozentpunkte. Sie hatten am Mittwoch ein Jahreshoch von 1,76% erreicht, was dem höchsten Stand seit August 2024 entsprach (vgl. Grafik). Es war zudem der stärkste Wochenanstieg seit Anfang 2023. Bei der fünfjährigen Laufzeit kletterten sie in Wochenfrist um 0,22 Prozentpunkte und markierten damit ebenfalls ein Jahreshoch.
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Abo –
Effektive Hypothekarzinsen steigen Ende Juli auf ein Zweijahreshoch
Bei neu abgeschlossenen Immobilienkrediten ziehen die Zinsen in Wochenfrist so kräftig an wie seit Anfang 2023 nicht mehr.
Den FuW-Hypo-Index gibt es neu einmal die Woche auf fuw.ch.
Illustration: Marco Tancredi
Wer in der Schweiz Ende Juli eine Festhypothek über zehn Jahre abschliesst, zahlt dafür einen Zinssatz von durchschnittlich 1,74%. Das zeigt der FuW-Hypo-Index an diesem Donnerstag. Für die fünfjährige Laufzeit beträgt der Zins 1,45%. Innerhalb einer Woche stiegen die Zinsen für die längere Laufzeit um 0,17 Prozentpunkte. Sie hatten am Mittwoch ein Jahreshoch von 1,76% erreicht, was dem höchsten Stand seit August 2024 entsprach (vgl. Grafik). Es war zudem der stärkste Wochenanstieg seit Anfang 2023. Bei der fünfjährigen Laufzeit kletterten sie in Wochenfrist um 0,22 Prozentpunkte und markierten damit ebenfalls ein Jahreshoch.
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Das schenkt ein, und zwar immer mehr, je höher die Immobilienpreise steigen: Von Altishofen LU bis Winkel ZH vermelden diesen Frühling viele Gemeinden rekordhohe Einnahmen weit über dem Budget. Allein der Stadt Zürich spült die Grundstückgewinnsteuer eine halbe Milliarde Franken in die Kasse. Und es wäre noch mehr, wenn das Steueramt nicht im Rückstand wäre beim Verschicken der Rechnungen. Weil die Verwaltung überlastet ist, verschiebt sich ein Teil der Einnahmen ins nächste Jahr.
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Das schenkt ein, und zwar immer mehr, je höher die Immobilienpreise steigen: Von Altishofen LU bis Winkel ZH vermelden diesen Frühling viele Gemeinden rekordhohe Einnahmen weit über dem Budget. Allein der Stadt Zürich spült die Grundstückgewinnsteuer eine halbe Milliarde Franken in die Kasse. Und es wäre noch mehr, wenn das Steueramt nicht im Rückstand wäre beim Verschicken der Rechnungen. Weil die Verwaltung überlastet ist, verschiebt sich ein Teil der Einnahmen ins nächste Jahr.
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Von April bis Juni legte der Schweizerische Wohnimmobilienpreisindex (IMPI) gegenüber dem Vorquartal um 0,7 Prozent auf 127,7 Punkte zu, wie das BFS am Donnerstag bekannt gab. Im Jahresvergleich klettern die Preise um 3,5 Prozent.
Auf nationaler Ebene sind die Preise für Einfamilienhäuser im Quartalsvergleich um 0,4 Prozent zurückgegangen. Dagegen sind die Eigentumswohnungen im Vergleich zum Startquartal um 1,6 Prozent teurer geworden. Am stärksten gestiegen sind die Wohneigentumspreise in den städtischen Gemeinden oder in kleinen Städten (+1,8 Prozent). Derweil sind sie in den ländlichen Gemeinden stabil geblieben.
Häuschen in Grossstädten und Dörfern billiger geworden
Dabei haben die Eigentumswohnungen in allen Gemeindegrössen aufgeschlagen. Am stärksten zogen die Preise in den Dörfern auf dem Land an (+2,8 Prozent).
Umgekehrt war die Entwicklung bei den Einfamilienhäusern: Gerade in Dörfern auf dem Land gaben die Preise am stärksten nach (-1,8 Prozent). Auch in den so genannten «Intermediären Gemeinden» (-0,6 Prozent) und in grossen Städten (-0,8 Prozent) sind Einfamilienhäuser billiger geworden. Dagegen haben die Preise in mittelgrossen Städten und kleinen Städten angezogen.
Aufwärtstrend fortgesetzt
Auf längere Sicht hält der Steigflug am Immobilienmarkt trotz bereits hoher Preise an. Im Vergleich zum Vorjahr verteuerten sich sowohl Einfamilienhäuser (+2,7 Prozent) als auch Eigentumswohnungen (+4,2 Prozent) deutlich.
Der IMPI ist ein relativ neuer Indikator: Er wird erst seit Herbst 2020 quartalsweise publiziert. Laut BFS wird er aus durchschnittlich rund 7000 Transaktionen berechnet, die aus allen Regionen der Schweiz stammen. Das BFS bezieht dabei Daten von den 28 grössten Hypothekarinstituten in der Schweiz. Diese deckten einen sehr grossen Marktanteil ab, da die überwiegende Mehrheit der Immobilienkäufe mit einer Hypothek finanziert wird, heisst es.
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Von April bis Juni legte der Schweizerische Wohnimmobilienpreisindex (IMPI) gegenüber dem Vorquartal um 0,7 Prozent auf 127,7 Punkte zu, wie das BFS am Donnerstag bekannt gab. Im Jahresvergleich klettern die Preise um 3,5 Prozent.
Auf nationaler Ebene sind die Preise für Einfamilienhäuser im Quartalsvergleich um 0,4 Prozent zurückgegangen. Dagegen sind die Eigentumswohnungen im Vergleich zum Startquartal um 1,6 Prozent teurer geworden. Am stärksten gestiegen sind die Wohneigentumspreise in den städtischen Gemeinden oder in kleinen Städten (+1,8 Prozent). Derweil sind sie in den ländlichen Gemeinden stabil geblieben.
Häuschen in Grossstädten und Dörfern billiger geworden
Dabei haben die Eigentumswohnungen in allen Gemeindegrössen aufgeschlagen. Am stärksten zogen die Preise in den Dörfern auf dem Land an (+2,8 Prozent).
Umgekehrt war die Entwicklung bei den Einfamilienhäusern: Gerade in Dörfern auf dem Land gaben die Preise am stärksten nach (-1,8 Prozent). Auch in den so genannten «Intermediären Gemeinden» (-0,6 Prozent) und in grossen Städten (-0,8 Prozent) sind Einfamilienhäuser billiger geworden. Dagegen haben die Preise in mittelgrossen Städten und kleinen Städten angezogen.
Aufwärtstrend fortgesetzt
Auf längere Sicht hält der Steigflug am Immobilienmarkt trotz bereits hoher Preise an. Im Vergleich zum Vorjahr verteuerten sich sowohl Einfamilienhäuser (+2,7 Prozent) als auch Eigentumswohnungen (+4,2 Prozent) deutlich.
Der IMPI ist ein relativ neuer Indikator: Er wird erst seit Herbst 2020 quartalsweise publiziert. Laut BFS wird er aus durchschnittlich rund 7000 Transaktionen berechnet, die aus allen Regionen der Schweiz stammen. Das BFS bezieht dabei Daten von den 28 grössten Hypothekarinstituten in der Schweiz. Diese deckten einen sehr grossen Marktanteil ab, da die überwiegende Mehrheit der Immobilienkäufe mit einer Hypothek finanziert wird, heisst es.
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Fokus: Wirtschaft, Finanzen, Banken, Hypotheken und Märkte.
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–
Preise für Wohneigentum legen im Frühling weiter zu
Der Preisanstieg bei Eigentumswohnungen setzt sich fort, während die Preise für Einfamilienhäuser leicht sinken.
Eigentumswohnungen sind im Vergleich zum Startquartal um 1,6% teurer geworden.
Bild: Madeleine Schoder/Tamedia
Die Preise für Wohneigentum in der Schweiz sind im zweiten Quartal weiter gestiegen. Grund dafür sind die Eigentumswohnungen, die teurer wurden, während die Preise für Einfamilienhäuser leicht sanken.
Von April bis Juni legte der Schweizerische Wohnimmobilienpreisindex (IMPI) gegenüber dem Vorquartal um 0,7% auf 127,7 Punkte zu, wie das BFS am Donnerstag bekannt gab. Im Jahresvergleich klettern die Preise um 3,5%.
Auf nationaler Ebene sind die Preise für Einfamilienhäuser um 0,4% zurückgegangen. Dagegen sind die Eigentumswohnungen im Vergleich zum Startquartal um 1,6% teurer geworden. Am stärksten gestiegen sind die Wohneigentumspreise in den städtischen Gemeinden einer kleinen oder ausserhalb einer Agglomeration (+1,8%). Derweil sind sie in den ländlichen Gemeinden stabil geblieben.
Auf längere Sicht hält der Steigflug am Immobilienmarkt trotz bereits hoher Preise an. Im Vergleich zum Vorjahr verteuerten sich sowohl Einfamilienhäuser (+2,7%) als auch Eigentumswohnungen (+4,2%) deutlich.
Der IMPI ist ein relativ neuer Indikator: Er wird erst seit dem dritten Quartal 2020 quartalsweise publiziert. Laut BFS wird er aus durchschnittlich rund 7000 Transaktionen berechnet, die aus allen Regionen der Schweiz stammen. Das BFS bezieht dabei Daten von den 28 grössten Hypothekarinstituten in der Schweiz. Diese deckten einen sehr grossen Marktanteil ab, da die überwiegende Mehrheit der Immobilienkäufe mit einer Hypothek finanziert wird, heisst es.
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Preise für Wohneigentum legen im Frühling weiter zu
Der Preisanstieg bei Eigentumswohnungen setzt sich fort, während die Preise für Einfamilienhäuser leicht sinken.
Eigentumswohnungen sind im Vergleich zum Startquartal um 1,6% teurer geworden.
Bild: Madeleine Schoder/Tamedia
Die Preise für Wohneigentum in der Schweiz sind im zweiten Quartal weiter gestiegen. Grund dafür sind die Eigentumswohnungen, die teurer wurden, während die Preise für Einfamilienhäuser leicht sanken.
Von April bis Juni legte der Schweizerische Wohnimmobilienpreisindex (IMPI) gegenüber dem Vorquartal um 0,7% auf 127,7 Punkte zu, wie das BFS am Donnerstag bekannt gab. Im Jahresvergleich klettern die Preise um 3,5%.
Auf nationaler Ebene sind die Preise für Einfamilienhäuser um 0,4% zurückgegangen. Dagegen sind die Eigentumswohnungen im Vergleich zum Startquartal um 1,6% teurer geworden. Am stärksten gestiegen sind die Wohneigentumspreise in den städtischen Gemeinden einer kleinen oder ausserhalb einer Agglomeration (+1,8%). Derweil sind sie in den ländlichen Gemeinden stabil geblieben.
Auf längere Sicht hält der Steigflug am Immobilienmarkt trotz bereits hoher Preise an. Im Vergleich zum Vorjahr verteuerten sich sowohl Einfamilienhäuser (+2,7%) als auch Eigentumswohnungen (+4,2%) deutlich.
Der IMPI ist ein relativ neuer Indikator: Er wird erst seit dem dritten Quartal 2020 quartalsweise publiziert. Laut BFS wird er aus durchschnittlich rund 7000 Transaktionen berechnet, die aus allen Regionen der Schweiz stammen. Das BFS bezieht dabei Daten von den 28 grössten Hypothekarinstituten in der Schweiz. Diese deckten einen sehr grossen Marktanteil ab, da die überwiegende Mehrheit der Immobilienkäufe mit einer Hypothek finanziert wird, heisst es.
Fasse den folgenden Artikel auf Deutsch in maximal 120 Wörtern zusammen.
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TEXT:
Eine grössere Korrektur am Markt zeichnet sich derzeit nicht ab.Bild: KEYSTONE
30.07.2026, 00:5230.07.2026, 10:23
Der Schweizer Wohneigentumsmarkt bleibt trotz wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten robust. Die Preise sind laut Wüest Partner weitgehend durch die wirtschaftlichen Fundamentaldaten gedeckt. Eine grössere Korrektur zeichnet sich derzeit nicht ab.
Zu diesem Schluss kommt der Immobilienspezialist in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie. Ende 2025 lagen die Preise für Einfamilienhäuser demnach lediglich 1,6 Prozent über dem errechneten Fundamentalwert. Bei Eigentumswohnungen betrug die Abweichung 8,2 Prozent.
Regional zeigen sich dabei Unterschiede. Bei Einfamilienhäusern weisen insbesondere Appenzell Innerrhoden und Graubünden grössere Abweichungen vom Fundamentalwert auf. Bei Eigentumswohnungen gilt dies unter anderem für Neuenburg, Graubünden, Freiburg und den Jura. Von einer breiten Fehlbewertung könne aber keine Rede sein.
Preise steigen in vier von fünf Szenarien
Das Überbewertungsrisiko schätzen die Experten von Wüest Partner für die gesamte Schweiz gering bis moderat ein. Zwar habe sich bei Eigentumswohnungen über die letzten zwei Jahrzehnte eine Bewertungslücke geöffnet. In den letzten zehn Jahren sei diese aber kaum mehr gewachsen.
Auch für die kommenden Jahre bleibt der Ausblick am Markt für Wohneigentum grundsätzlich positiv. In vier von fünf von Wüest Partner untersuchten Konjunkturszenarien steigen die Preise für Wohneigentum bis 2028 weiter.
Dies gilt laut der Studie selbst bei einer moderaten Rezession, da Wohnungsknappheit und tiefe Zinsen die Nachfrage stützen würden. Auch im Stagflationsszenario dürften die Preise weiter steigen. Sinkende Preise wären dagegen erst bei einer ausgesprochen ungünstigen Kombination aus einer schweren Rezession, Deflation und einem Bevölkerungsrückgang zu erwarten, hiess es.
Preisanstieg stärker als erwartet
Kurzfristig hält der Preisauftrieb an. Die Transaktionspreise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen stiegen im zweiten Quartal 2026 jeweils um rund 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und damit stärker als von Wüest Partner erwartet.
Vor allem bei Eigentumswohnungen bleibt das Angebot knapp. Einem Nachfrageindex von 126 Punkten steht ein Angebotsindex von lediglich 73 Punkten gegenüber. Da weiterhin nur wenig neues Wohneigentum projektiert wird, dürfte sich daran vorerst wenig ändern.
Schere bei Mieten öffnet sich
Beim gesamten Wohnungsbau zeichnet sich hingegen eine Trendwende ab. In den vergangenen vier Quartalen wurden rund 52’000 Wohnungen zum Bau bewilligt, so viele wie zuletzt Ende 2018. Der Zuwachs geht aber vollständig auf das Mietwohnungssegment zurück, wo die Bewilligungen um 11 Prozent zulegten.
Für eine deutliche Entspannung am Wohnungsmarkt reicht dies laut Wüest Partner noch nicht. Für den 1. Juni 2026 rechnet das Unternehmen mit rund 48’000 leerstehenden Wohnungen. Die Leerwohnungsziffer dürfte damit bei knapp 1 Prozent verharren.
Gleichzeitig öffnet sich die Schere bei den Mieten weiter. Während die Bestandesmieten zuletzt um 0,4 Prozent sanken, stiegen die Angebotsmieten im ersten Halbjahr um 1,0 Prozent. (sda/awp)
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TEXT:
Eine grössere Korrektur am Markt zeichnet sich derzeit nicht ab.Bild: KEYSTONE
30.07.2026, 00:5230.07.2026, 10:23
Der Schweizer Wohneigentumsmarkt bleibt trotz wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten robust. Die Preise sind laut Wüest Partner weitgehend durch die wirtschaftlichen Fundamentaldaten gedeckt. Eine grössere Korrektur zeichnet sich derzeit nicht ab.
Zu diesem Schluss kommt der Immobilienspezialist in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie. Ende 2025 lagen die Preise für Einfamilienhäuser demnach lediglich 1,6 Prozent über dem errechneten Fundamentalwert. Bei Eigentumswohnungen betrug die Abweichung 8,2 Prozent.
Regional zeigen sich dabei Unterschiede. Bei Einfamilienhäusern weisen insbesondere Appenzell Innerrhoden und Graubünden grössere Abweichungen vom Fundamentalwert auf. Bei Eigentumswohnungen gilt dies unter anderem für Neuenburg, Graubünden, Freiburg und den Jura. Von einer breiten Fehlbewertung könne aber keine Rede sein.
Preise steigen in vier von fünf Szenarien
Das Überbewertungsrisiko schätzen die Experten von Wüest Partner für die gesamte Schweiz gering bis moderat ein. Zwar habe sich bei Eigentumswohnungen über die letzten zwei Jahrzehnte eine Bewertungslücke geöffnet. In den letzten zehn Jahren sei diese aber kaum mehr gewachsen.
Auch für die kommenden Jahre bleibt der Ausblick am Markt für Wohneigentum grundsätzlich positiv. In vier von fünf von Wüest Partner untersuchten Konjunkturszenarien steigen die Preise für Wohneigentum bis 2028 weiter.
Dies gilt laut der Studie selbst bei einer moderaten Rezession, da Wohnungsknappheit und tiefe Zinsen die Nachfrage stützen würden. Auch im Stagflationsszenario dürften die Preise weiter steigen. Sinkende Preise wären dagegen erst bei einer ausgesprochen ungünstigen Kombination aus einer schweren Rezession, Deflation und einem Bevölkerungsrückgang zu erwarten, hiess es.
Preisanstieg stärker als erwartet
Kurzfristig hält der Preisauftrieb an. Die Transaktionspreise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen stiegen im zweiten Quartal 2026 jeweils um rund 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und damit stärker als von Wüest Partner erwartet.
Vor allem bei Eigentumswohnungen bleibt das Angebot knapp. Einem Nachfrageindex von 126 Punkten steht ein Angebotsindex von lediglich 73 Punkten gegenüber. Da weiterhin nur wenig neues Wohneigentum projektiert wird, dürfte sich daran vorerst wenig ändern.
Schere bei Mieten öffnet sich
Beim gesamten Wohnungsbau zeichnet sich hingegen eine Trendwende ab. In den vergangenen vier Quartalen wurden rund 52’000 Wohnungen zum Bau bewilligt, so viele wie zuletzt Ende 2018. Der Zuwachs geht aber vollständig auf das Mietwohnungssegment zurück, wo die Bewilligungen um 11 Prozent zulegten.
Für eine deutliche Entspannung am Wohnungsmarkt reicht dies laut Wüest Partner noch nicht. Für den 1. Juni 2026 rechnet das Unternehmen mit rund 48’000 leerstehenden Wohnungen. Die Leerwohnungsziffer dürfte damit bei knapp 1 Prozent verharren.
Gleichzeitig öffnet sich die Schere bei den Mieten weiter. Während die Bestandesmieten zuletzt um 0,4 Prozent sanken, stiegen die Angebotsmieten im ersten Halbjahr um 1,0 Prozent. (sda/awp)
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Die Schweiz erstellt so viele Neubauten wie seit 2018 nicht mehr. Für eine Entwarnung ist es zu früh. Dort, wo die Wohnungsknappheit besonders akut ist, wächst das Angebot kaum. Und auch die Hauspreise steigen weiter.
Illustration Pauline Martinet / NZZ
52 000 neue Wohnungen wurden in den vergangenen zwölf Monaten schweizweit bewilligt. Das sind gut 5 Prozent mehr als im Vorjahr, so viele wie seit Ende 2018 nicht mehr. Bedeutet das, dass sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt langsam entspannt? Nein, denn der Neubau reicht nach wie vor nicht aus, um die starke Nachfrage nach Wohnraum zu decken.
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Knappheit in den Städten: Wo es eng ist, bleibt es eng
Denn wo die Wohnungsknappheit am grössten ist, wächst das Angebot kaum: In den Städten schlagen sich Investitionen nicht in Form eines besseren Angebots nieder. In bereits bebauten Zonen geht die Entwicklung sehr langsam voran, und wenn überhaupt, dann entstehen Ersatzneubauten. Das heisst: Wer ein neues Angebot schafft, reisst ein altes Gebäude ab. Netto ist der Zuwachs an Wohnfläche und neuen Wohnungen meist gering. Das geht aus dem neusten Immo-Monitoring von Wüest Partner hervor.
Robert Weinert, Ökonom beim Zürcher Beratungsunternehmen, sagt dazu: «Dennoch ist der Anstieg bei den Bewilligungen schweizweit beachtlich und eine Reaktion auf die starke Nachfrage.»
Der Zuwachs geht in erster Linie auf Mietwohnungen zurück, deren Bewilligungen um 11 Prozent zulegten. Bei selbstgenutzten Immobilien läuft es in die andere Richtung: Die Bewilligungen für Einfamilienhäuser sanken um 5 Prozent, für Eigentumswohnungen um 3 Prozent.
Im Umfeld tiefer Zinsen bauen Schweizer Investoren Wohnimmobilien als langfristige Anlage weiter aus, allen voran Pensionskassen, die als grösste Käufergruppe am Markt gelten. Private hingegen schrecken vor den hohen Kosten zurück; und wo Bauland fehlt, lässt sich der Traum von den eigenen vier Wänden ohnehin kaum noch realisieren.
Erneuerung bindet sehr viel Kapital
Ein zweiter Blick relativiert die Freude über den Bauboom zusätzlich. Erstmals liegen die Gesuche für Umbauten und Renovationen praktisch gleichauf mit jenen für Neubauten. Bei den Einfamilienhäusern kommen mittlerweile mehr als zwei Umbaugesuche auf jeden Neubau.
Wüest Partner begründet den Renovationsboom bei den Eigenheimen mit dem bevorstehenden Systemwechsel bei den Steuern: Die Besteuerung des Eigenmietwertes auf selbstgenutzten Liegenschaften wird auf Anfang 2029 abgeschafft. Auf diesen Zeitpunkt fallen auch die steuerlich attraktiven Abzugsmöglichkeiten von Gebäudesanierungen weg. Wer ohnehin sanieren wollte, zieht die Massnahmen offenbar vor, solange sich das steuerlich noch lohnt.
Doch die generelle Verlagerung vom Neubau auf Bauerneuerung und energetische Sanierungen hat weitreichende Folgen, wie es in der Studie heisst. Es fliesst enorm viel Kapital in den Schweizer Wohnungsbestand, ohne dass dabei nennenswert neuer Wohnraum entsteht.
Weinert von Wüest Partner erklärt das auch mit einem Anlagenotstand – Investoren finden zu wenig Anlagemöglichkeiten. «Es drängt extrem viel Kapital auf den Markt», sagt er. Weil kaum neues Bauland verfügbar sei und auch die Kaufmöglichkeiten bei bestehenden Wohnliegenschaften an passenden Lagen extrem knapp seien, fliesse dieses Geld «in die Erneuerung des Bestands».
Gebaut wird dort, wo nicht zu viele Behörden involviert sind
Der Anstieg der Baugesuche täuscht noch aus einem anderen Grund. Ausgerechnet dort, wo Wohnraum besonders knapp und teuer ist, wird weniger gebaut: In der Genferseeregion sanken die Gesuche um 14 Prozent, im Grossraum Zürich um 10 Prozent.
Eine starke Nachfrage allein reicht offenbar nicht – wo Planung und Politik hohe Hürden setzen, bleiben Investitionen aus. Sie fliessen stattdessen dorthin, wo Bauen einfacher ist: in den Grossraum Bern (+44 Prozent) und die Innerschweiz (+26 Prozent). In Bern kommt allerdings ein Nachholeffekt hinzu. Die Investitionen waren dort zuvor aussergewöhnlich tief.
Alexander Schaller, Geschäftsführer der Berner Baugenossenschaft Fambau, bestätigt den Trend: «Ausserhalb der Stadt Bern ist es tatsächlich einfacher und mit weniger Hürden verbunden, zu einer Baubewilligung für neue Projekte zu kommen.» Gemeinden wie Ittigen, Belp, Köniz oder Münchenbuchsee unterstützten Bauherrschaften aktiv. Die Verfahren dort seien schlanker, es seien wesentlich weniger Ämter und Behörden involviert.
Der Schub beim Neubau trägt immerhin dazu bei, dass die Zahl der leerstehenden Wohnungen nicht mehr schrumpft wie in den vergangenen fünf Jahren. Für Mitte 2026 rechnen die Experten von Wüest Partner schweizweit mit rund 48 000 leeren Wohnungen, was einer Leerwohnungsziffer von knapp 1 Prozent entspricht – praktisch gleich viel wie im Vorjahr.
Tiefe Leerwohnungsziffer, hohe Mieten
Von einem gut funktionierenden Markt sprechen die Experten gemeinhin ab etwa 1,3 bis 2 Prozent; die Schweiz liegt deutlich darunter, wenn auch mit einem grossen Gefälle zwischen den Städten und den ländlichen Regionen.
Günstiger wird Wohnen trotzdem nicht, im Gegenteil. Zwar sind die Mieten bei bestehenden Verträgen jüngst um 0,4 Prozent leicht gesunken. Das liegt am Referenzzinssatz, an den die Mietzinsen gekoppelt sind: Tendieren die Zinsen nach unten, passen sich meist auch die Bestandesmieten an, und genau das ist 2025 zweimal passiert. Bei einem Referenzzins von derzeit 1,25 Prozent ist vorerst aber keine weitere Entlastung in Sicht.
Wer hingegen eine Wohnung sucht und einen neuen Mietvertrag unterschreibt, zahlt bei der Miete kräftig drauf – die Angebotsmieten legten im ersten Halbjahr 2026 landesweit um 1 Prozent zu. Eine allgemeine Entspannung bei den Wohnkosten ist also nicht in Sicht.
Für die Haushalte öffnet sich damit eine Schere. Wer in seiner Wohnung bleibt, profitiert von stabilen, teilweise sinkenden Kosten. Wer umzieht, bezahlt mehr als je zuvor. Die Folge ist ein sogenannter Lock-in-Effekt: Aus Kostengründen verzichten immer mehr Menschen auf einen an sich sinnvollen Umzug – etwa in eine kleinere Wohnung nach dem Auszug der Kinder –, und genau das hält das Angebot an freien Wohnungen knapp.
Am stärksten schlug der Anstieg in Schwyz zu Buche (plus 6,5 Prozent), vor Zug (plus 5,4 Prozent) und dem Wallis (plus 4,2 Prozent). «Im Wallis sehen wir weiterhin einen Effekt der Verdrängung aus der teuren Genferseeregion ins Unterwallis», so ordnet Weinert diese regionalen Tendenzen ein. Anders ist die Situation in Zürich: Dort stagnieren die Mieten, weil auf dem hohen Niveau nicht mehr viel Spielraum nach oben bleibt.
Wohneigentum ist teuer, aber keine Anzeichen einer Blase
Wer eine Wohnung oder ein Haus kauft, zahlt heute deutlich mehr als noch vor einem Jahr. Im zweiten Quartal 2026 stiegen die Preise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen gegenüber dem Vorjahr um je 4,3 Prozent, in Graubünden bei Einfamilienhäusern gar um 11 Prozent.
Von einer spekulativen Blase will Wüest Partner trotzdem nicht sprechen. Grundlage dieser These ist der Fundamentalwert: jener Preis, der sich allein aus wirtschaftlichen Grössen wie Wohnungsleerstand, Hypothekarzinsen sowie Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum rechtfertigen lässt.
Landesweit liegen Einfamilienhäuser nur 1,6 Prozent über dieser Schätzung, Eigentumswohnungen 8,2 Prozent. Ausreisser gibt es dennoch: Appenzell Innerrhoden bei den Häusern, Neuenburg und der Jura bei den Wohnungen. Auch dort erkennt Wüest Partner keine akute Korrekturgefahr, sondern nur eine «höhere Anfälligkeit». Als gering gelten die Risiken in wirtschaftsstarken Regionen wie Zürich und Zug.
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Die Schweiz erstellt so viele Neubauten wie seit 2018 nicht mehr. Für eine Entwarnung ist es zu früh. Dort, wo die Wohnungsknappheit besonders akut ist, wächst das Angebot kaum. Und auch die Hauspreise steigen weiter.
Illustration Pauline Martinet / NZZ
52 000 neue Wohnungen wurden in den vergangenen zwölf Monaten schweizweit bewilligt. Das sind gut 5 Prozent mehr als im Vorjahr, so viele wie seit Ende 2018 nicht mehr. Bedeutet das, dass sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt langsam entspannt? Nein, denn der Neubau reicht nach wie vor nicht aus, um die starke Nachfrage nach Wohnraum zu decken.
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Knappheit in den Städten: Wo es eng ist, bleibt es eng
Denn wo die Wohnungsknappheit am grössten ist, wächst das Angebot kaum: In den Städten schlagen sich Investitionen nicht in Form eines besseren Angebots nieder. In bereits bebauten Zonen geht die Entwicklung sehr langsam voran, und wenn überhaupt, dann entstehen Ersatzneubauten. Das heisst: Wer ein neues Angebot schafft, reisst ein altes Gebäude ab. Netto ist der Zuwachs an Wohnfläche und neuen Wohnungen meist gering. Das geht aus dem neusten Immo-Monitoring von Wüest Partner hervor.
Robert Weinert, Ökonom beim Zürcher Beratungsunternehmen, sagt dazu: «Dennoch ist der Anstieg bei den Bewilligungen schweizweit beachtlich und eine Reaktion auf die starke Nachfrage.»
Der Zuwachs geht in erster Linie auf Mietwohnungen zurück, deren Bewilligungen um 11 Prozent zulegten. Bei selbstgenutzten Immobilien läuft es in die andere Richtung: Die Bewilligungen für Einfamilienhäuser sanken um 5 Prozent, für Eigentumswohnungen um 3 Prozent.
Im Umfeld tiefer Zinsen bauen Schweizer Investoren Wohnimmobilien als langfristige Anlage weiter aus, allen voran Pensionskassen, die als grösste Käufergruppe am Markt gelten. Private hingegen schrecken vor den hohen Kosten zurück; und wo Bauland fehlt, lässt sich der Traum von den eigenen vier Wänden ohnehin kaum noch realisieren.
Erneuerung bindet sehr viel Kapital
Ein zweiter Blick relativiert die Freude über den Bauboom zusätzlich. Erstmals liegen die Gesuche für Umbauten und Renovationen praktisch gleichauf mit jenen für Neubauten. Bei den Einfamilienhäusern kommen mittlerweile mehr als zwei Umbaugesuche auf jeden Neubau.
Wüest Partner begründet den Renovationsboom bei den Eigenheimen mit dem bevorstehenden Systemwechsel bei den Steuern: Die Besteuerung des Eigenmietwertes auf selbstgenutzten Liegenschaften wird auf Anfang 2029 abgeschafft. Auf diesen Zeitpunkt fallen auch die steuerlich attraktiven Abzugsmöglichkeiten von Gebäudesanierungen weg. Wer ohnehin sanieren wollte, zieht die Massnahmen offenbar vor, solange sich das steuerlich noch lohnt.
Doch die generelle Verlagerung vom Neubau auf Bauerneuerung und energetische Sanierungen hat weitreichende Folgen, wie es in der Studie heisst. Es fliesst enorm viel Kapital in den Schweizer Wohnungsbestand, ohne dass dabei nennenswert neuer Wohnraum entsteht.
Weinert von Wüest Partner erklärt das auch mit einem Anlagenotstand – Investoren finden zu wenig Anlagemöglichkeiten. «Es drängt extrem viel Kapital auf den Markt», sagt er. Weil kaum neues Bauland verfügbar sei und auch die Kaufmöglichkeiten bei bestehenden Wohnliegenschaften an passenden Lagen extrem knapp seien, fliesse dieses Geld «in die Erneuerung des Bestands».
Gebaut wird dort, wo nicht zu viele Behörden involviert sind
Der Anstieg der Baugesuche täuscht noch aus einem anderen Grund. Ausgerechnet dort, wo Wohnraum besonders knapp und teuer ist, wird weniger gebaut: In der Genferseeregion sanken die Gesuche um 14 Prozent, im Grossraum Zürich um 10 Prozent.
Eine starke Nachfrage allein reicht offenbar nicht – wo Planung und Politik hohe Hürden setzen, bleiben Investitionen aus. Sie fliessen stattdessen dorthin, wo Bauen einfacher ist: in den Grossraum Bern (+44 Prozent) und die Innerschweiz (+26 Prozent). In Bern kommt allerdings ein Nachholeffekt hinzu. Die Investitionen waren dort zuvor aussergewöhnlich tief.
Alexander Schaller, Geschäftsführer der Berner Baugenossenschaft Fambau, bestätigt den Trend: «Ausserhalb der Stadt Bern ist es tatsächlich einfacher und mit weniger Hürden verbunden, zu einer Baubewilligung für neue Projekte zu kommen.» Gemeinden wie Ittigen, Belp, Köniz oder Münchenbuchsee unterstützten Bauherrschaften aktiv. Die Verfahren dort seien schlanker, es seien wesentlich weniger Ämter und Behörden involviert.
Der Schub beim Neubau trägt immerhin dazu bei, dass die Zahl der leerstehenden Wohnungen nicht mehr schrumpft wie in den vergangenen fünf Jahren. Für Mitte 2026 rechnen die Experten von Wüest Partner schweizweit mit rund 48 000 leeren Wohnungen, was einer Leerwohnungsziffer von knapp 1 Prozent entspricht – praktisch gleich viel wie im Vorjahr.
Tiefe Leerwohnungsziffer, hohe Mieten
Von einem gut funktionierenden Markt sprechen die Experten gemeinhin ab etwa 1,3 bis 2 Prozent; die Schweiz liegt deutlich darunter, wenn auch mit einem grossen Gefälle zwischen den Städten und den ländlichen Regionen.
Günstiger wird Wohnen trotzdem nicht, im Gegenteil. Zwar sind die Mieten bei bestehenden Verträgen jüngst um 0,4 Prozent leicht gesunken. Das liegt am Referenzzinssatz, an den die Mietzinsen gekoppelt sind: Tendieren die Zinsen nach unten, passen sich meist auch die Bestandesmieten an, und genau das ist 2025 zweimal passiert. Bei einem Referenzzins von derzeit 1,25 Prozent ist vorerst aber keine weitere Entlastung in Sicht.
Wer hingegen eine Wohnung sucht und einen neuen Mietvertrag unterschreibt, zahlt bei der Miete kräftig drauf – die Angebotsmieten legten im ersten Halbjahr 2026 landesweit um 1 Prozent zu. Eine allgemeine Entspannung bei den Wohnkosten ist also nicht in Sicht.
Für die Haushalte öffnet sich damit eine Schere. Wer in seiner Wohnung bleibt, profitiert von stabilen, teilweise sinkenden Kosten. Wer umzieht, bezahlt mehr als je zuvor. Die Folge ist ein sogenannter Lock-in-Effekt: Aus Kostengründen verzichten immer mehr Menschen auf einen an sich sinnvollen Umzug – etwa in eine kleinere Wohnung nach dem Auszug der Kinder –, und genau das hält das Angebot an freien Wohnungen knapp.
Am stärksten schlug der Anstieg in Schwyz zu Buche (plus 6,5 Prozent), vor Zug (plus 5,4 Prozent) und dem Wallis (plus 4,2 Prozent). «Im Wallis sehen wir weiterhin einen Effekt der Verdrängung aus der teuren Genferseeregion ins Unterwallis», so ordnet Weinert diese regionalen Tendenzen ein. Anders ist die Situation in Zürich: Dort stagnieren die Mieten, weil auf dem hohen Niveau nicht mehr viel Spielraum nach oben bleibt.
Wohneigentum ist teuer, aber keine Anzeichen einer Blase
Wer eine Wohnung oder ein Haus kauft, zahlt heute deutlich mehr als noch vor einem Jahr. Im zweiten Quartal 2026 stiegen die Preise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen gegenüber dem Vorjahr um je 4,3 Prozent, in Graubünden bei Einfamilienhäusern gar um 11 Prozent.
Von einer spekulativen Blase will Wüest Partner trotzdem nicht sprechen. Grundlage dieser These ist der Fundamentalwert: jener Preis, der sich allein aus wirtschaftlichen Grössen wie Wohnungsleerstand, Hypothekarzinsen sowie Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum rechtfertigen lässt.
Landesweit liegen Einfamilienhäuser nur 1,6 Prozent über dieser Schätzung, Eigentumswohnungen 8,2 Prozent. Ausreisser gibt es dennoch: Appenzell Innerrhoden bei den Häusern, Neuenburg und der Jura bei den Wohnungen. Auch dort erkennt Wüest Partner keine akute Korrekturgefahr, sondern nur eine «höhere Anfälligkeit». Als gering gelten die Risiken in wirtschaftsstarken Regionen wie Zürich und Zug.
Fasse den folgenden Artikel auf Deutsch in maximal 120 Wörtern zusammen.
Fokus: Wirtschaft, Finanzen, Banken, Hypotheken und Märkte.
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Nenne, falls vorhanden, wichtige Zahlen, Entwicklungen oder Zitate kurz.
TEXT:
Dank dem Immobilien-Milliardär Bruno Stefanini entstand eine der ältesten Besetzungen der Schweiz. Nun sollen in der Liegenschaft preisgünstige Wohnungen entstehen.
Die «Gisi» in Winterthur gilt als eines der ältesten besetzten Häuser des Landes.
Karin Hofer / NZZ
Wer wissen will, was die links-aktivistische Szene gerade bewegt, muss dafür nur an der General-Guisan-Strasse 31 in Winterthur vorbeispazieren. Die «Gisi» gilt als eines der ältesten besetzten Häuser der Schweiz, seit 29 Jahren lebt hier eine Wohngemeinschaft.
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Die Fenster sind in desolatem Zustand, bei der Tür scheint die Klingel zu fehlen. Auf die bröckelnde Fassade wurde eine Palästina-Flagge gemalt, deren Farben bereits zerlaufen; «Krieg dem Krieg» steht weiter unten. Quer über die Breite des Hauses hängt ein Banner mit der Aufschrift «No justice, no peace, fight the police!»
Nun scheinen die Tage der «Gisi» gezählt zu sein. Das Haus am Rand der Winterthurer Altstadt gehört der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte (SKKG) – und diese will die Liegenschaft sanieren und vermieten. Deshalb hat die SKKG den Besetzern ein Ultimatum gestellt: Bis am 31. Juli müssen sie die «Gisi» verlassen. Kommen sie der Frist nicht nach, stellt die SKKG eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch – und schaltet allenfalls die Polizei ein, wie die Hausverwaltung der NZZ bestätigt.
Ein langes Kapitel Winterthurer Kulturgeschichte nähme damit sein Ende.
Ein Winterthurer Unikum
Jahrzehntelange Besetzungen sind in der Schweiz eher selten. Der Besetzer-Hotspot ist die Stadt Zürich, wo leerstehende Häuser meist nicht lange unentdeckt bleiben. Im Fall des Koch-Areals in Albisrieden wurden gleich mehrere Liegenschaften in Beschlag genommen. Als die Besetzer das Areal 2023 nach fast zehn Jahren verlassen mussten, kam es zu heftigen Scharmützeln mit der Polizei. Heute ist das Areal mit gemeinnützigen Wohnungen überbaut.
Dass die Besetzer der «Gisi» so lange bleiben durften, verdanken sie einem Winterthurer Unikum: Bruno Stefanini.
Stefanini – dessen Leben letztes Jahr verfilmt wurde – war als reichster «Messie» des Landes bekannt. 1924 als Sohn eines italienischen Migranten in Winterthur geboren, häufte er mit Immobiliengeschäften ein Milliardenvermögen an. Das Geld brauchte Stefanini, um seiner beispiellosen Sammelwut zu frönen. Mit dem vagen Ziel eines eigenen Museums vor Augen kaufte Stefanini Tausende Gemälde, Skulpturen und historische Sammelsurien auf: Kennedys Schreibtisch, Napoleons Zahnbürste, die Unterhose von Kaiserin Sisi.
Den Traum vom Museum verwirklichte Stefanini nie. Seine ins Gigantische wachsende Sammlung verstaute er in den Dachstöcken und Kellern seiner Immobilien, manche Schätze drohten zu vergammeln. Stefanini arbeitete manisch daran, seine Sammlung zu vergrössern; ging es aber darum, seinen Besitz zu pflegen, galt er als geizig.
Die Sammlung von Bruno Stefanini umfasst rund 100 000 Objekte.
Simon Tanner / NZZ
Überfall von Neonazis
Auch im Umgang mit seinen Liegenschaften verhielt sich Stefanini laut dem Dokumentarfilmer Thomas Haemmerli teilweise eher wie ein Messie als wie ein Geschäftsmann. Er besass 2200 Wohnungen, 4 Schlösser, das Sulzer-Hochhaus und rund 50 Liegenschaften in der Winterthurer Altstadt. Wohnraum vermietete Stefanini preisgünstig, dafür blieb der Unterhalt auf ein Minimum beschränkt. Die Bezeichnung «Stefanini-Haus» für zerfallende und verlotterte Gebäude – wie etwa die «Gisi» – ist in Winterthur bis heute ein stehender Begriff.
Stefaninis Altbauten standen oft leer und zogen immer wieder Wohnaktivisten aus der linksautonomen Szene an. 1997 wurde das Haus an der General-Guisan-Strasse 31 besetzt. Bruno Stefanini – selbst stramm bürgerlich, aber mit einer rebellischen Ader – verhielt sich den Besetzern gegenüber recht tolerant. Vielleicht sah er sich für die halblegalen Gäste nicht verantwortlich, solange sie sich unauffällig verhielten und das Haus auf eigene Kosten pflegten, wie der Historiker Miguel Garcia in seiner Stefanini-Biografie spekuliert.
Erst als sich die Schlägereien zwischen Links- und Rechtsextremen um die Jahrtausendwende im Raum Winterthur häuften, wurde es Stefanini zu viel. Nach einem Überfall von rund dreissig Neonazis auf die «Gisi» wollte er die Besetzer vor die Tür stellen. Die Besetzer wehrten sich öffentlichkeitswirksam, indem sie ein grosses Plakat an die «Gisi» hängten – «Bruno, du Spekulant» stand darauf.
Das liess sich Stefanini nicht gefallen. Der zu diesem Zeitpunkt über siebzig Jahre alte Milliardär fuhr an der General-Guisan-Strasse vor, um das Transparent eigenhändig herunterzureissen. Fast kam es zum Eklat, als die Besetzer damit drohten, seine Leiter umzustossen und Stefanini auf die befahrene Strasse fallen zu lassen. Einem Streetworker gelang es zu vermitteln: Die Besetzer setzten mit Stefanini eine Leistungsvereinbarung auf, und die «Gisi» blieb bestehen.
Stefanini war bekannt dafür, keine Aufgaben delegieren zu können. Im Alter fehlte ihm zusehends der Überblick über seine Sammlung.
Archiv SKKG
Zentrum für die alternative Szene
In den Jahren darauf entwickelte sich das 1680 erbaute Haus zu einem Zentrum für die alternative Szene in Winterthur. In den oberen drei Stockwerken des Hauses lebt eine Wohngemeinschaft. Im Souterrain wurde bereits 1998 eine Bar mit kleiner Bühne eingerichtet – die «Subcultura» –, in der seither auf engem Raum Vorführungen des Films «Züri brännt», «Antifa»-Bar-Abende mit dem Motto «Fuck the Police» oder Rap-Konzerte zu Palästina stattfinden.
Auf ihrer Website, die fast so alt wie ihre Hausfassade wirkt, geben die Besetzer Einblick in die Prinzipien, nach denen ihr kulturelles Angebot funktioniert. Die Konzerte und Lesungen finden «unkommerziell und offen für alle» statt. Das heisst: «Es existieren weder Konsumzwang noch Ausweispflicht, und die anfallende Arbeit wird höchstens zum Selbstkostenpreis vergütet.»
Neben der «antikapitalistischen Praxis» wollen die Besetzer Räume schaffen, in denen «Formen der Unterdrückung nicht akzeptiert, sondern diskutiert und reflektiert werden». Diskriminierendes Verhalten in «all seinen Formen» – von «Faschismus» bis «Bodyshaming» – wird nicht akzeptiert. Beim monatlichen feministischen Bar-Abend sind «Cis-Männer» nicht willkommen.
Ärger mit den Nachbarn
Die Immobilien von Bruno Stefanini sind nach seinem Tod 2018 in den Besitz der SKKG übergegangen, deren Direktorin Brunos Tochter Bettina Stefanini ist. Zweck der Stiftung ist es, die Sammlung von Bruno Stefanini zu pflegen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Über 18 Monate hinweg arbeitete ein Team von über achtzig Personen daran, die rund 100 000 Objekte zu reinigen und digital zu erfassen.
Die Ausgaben für Kultur finanziert die SKKG über ihre Immobilien. Doch auch hier musste die Stiftung zuerst einmal für Übersicht sorgen. Denn zum Erbe Stefaninis gehören sieben besetzte Häuser. Der Umgang mit ihnen sei nie einfach gewesen, sagt Ariel Leuenberger. Er ist Kommunikationschef der Firma Terresta, die für die SKKG die Immobilien verwaltet. «Als Voraussetzung für Verträge wollten wir eine Liste mit den Namen von allen Personen, die in den Häusern lebten», sagt Leuenberger. Die Besetzer hätten dies abgelehnt. «Das war ihnen zu repressiv.»
Blick in den Innenhof der «Gisi». Von hier aus werden die Veranstaltungsräume üblicherweise betreten.
Karin Hofer / NZZ
Inzwischen ist es laut Leuenberger gelungen, mit vier der sieben Besetzungen Lösungen zu finden – sie sind nun zum Teil als reguläre Vereine eingetragen, mit Mietverträgen zur Rohbaumiete oder einem langfristigen Baurecht. Bei zwei weiteren Besetzungen sei eine Einigung in Sicht. Übrig bleibt die älteste Besetzung von allen: die «Gisi». Hier sei keine einvernehmliche Lösung möglich, sagt Leuenberger. «Wir sind ständig in Kontakt mit den Nachbarn, die sich wegen Lärm beklagen.» Zudem sei das Haus in erbärmlichem Zustand und verfalle sichtlich.
Dass es mit der Räumung jetzt schnell gehen soll, hat nach Darstellung von Terresta einen weiteren Grund: Crans-Montana. Auf Aufforderung der Immobilienverwaltung kontrollierte die Feuerpolizei im Februar die Veranstaltungsräume der «Gisi». Der Kontrollbericht, der der NZZ vorliegt, hält erhebliche Mängel fest. So gibt es aus dem Souterrain mit Konzertbühne und Bar nur einen einzigen Fluchtweg, der durch mehrere Räume führt, deren Türen allesamt entgegen der Fluchtrichtung öffnen. Ohne bauliche Massnahmen dürfen sich im Veranstaltungsraum maximal zwanzig Personen aufhalten.
«Gisi bleibt»
Die Besetzer der «Gisi» lassen Medienanfragen unbeantwortet. Auch bei einem Besuch vor Ort will niemand mit der NZZ sprechen. In einer Pressemitteilung im «Untergrund-Blättle» schreiben die Besetzer: Dass Terresta die Besetzung «unter dem Vorwand des Brandschutzes» rauswerfen wolle, sei «verwerflich»; seit der feuerpolizeilichen Kontrolle würden in der «Gisi» keine Veranstaltungen mit mehr als zwanzig Personen mehr durchgeführt. Die Besetzer verweisen zudem auf einen Rechtsstreit mit Terresta, der noch hängig ist.
Der Widerstand gegen die SKKG und Terresta ist bei der «Gisi» grundsätzlicher Natur. Wer lange in einem Haus wohnt, dem gehört es, scheint ihre Logik zu sein; die Wohnungsnot sei durch die Profitgier der Vermieter bedingt und könne nur durch sozialistische Praxis entschärft werden. «Wohnraum ist keine Ware», heisst es auf einem Transparent. Laut dem Kollektiv machen es besetzte Häuser möglich, «Perspektiven jenseits einer kapitalistischen Logik» aufzubauen: «An diesen Orten werden Menschen politisiert und fortschrittliche Ideen diskutiert, gelebt und weitergegeben.»
In der Szene und Medien wie der «WOZ» geniessen die Besetzer dafür grosse Sympathien. Linksradikale Gruppen wie die Revolutionäre Jugendbewegung und der Aufbau engagieren sich mit Demos für die «Gisi», in der Stadt sind Plakate wie «SKKG enteignen» anzutreffen; der Kultursender Arte liess die Besetzer in einer Doku – mit Winterthurer Rap im Hintergrund – als von Wohnungsnot betroffene Protagonisten auftreten.
Auf Instagram zeigen sogar Berliner Hausbesetzer ihre Solidarität, mit Pyros und einem «Gisi bleibt»-Transparent. «All capitalists are targets», heisst es unter dem Beitrag. Sinngemäss übersetzt: Alle Kapitalisten sind legitime Angriffsziele. Daneben stehen die in der linken Szene omnipräsenten Hamas-Dreiecke.
Dass sich die Hausbesetzer einer Räumung widersetzen werden, scheint beschlossene Sache. Für den 31. Juli – wenn das Ultimatum von Terresta abläuft – ist ein Kabarettabend in der «Gisi» angekündigt. «Gisi bleibt» steht unter dem Instagram-Beitrag.
Die Pläne von Terresta sehen für das Haus an der General-Guisan-Strasse preisgünstige Wohnungen in den oberen Stockwerken vor, die sich an Familien, Wohngemeinschaften und Kleinhaushalte richten. Im Erdgeschoss soll ein Gemeinschaftsraum entstehen, der allen Bewohnern offensteht – als «Treffpunkt, Co-Working-Space, Veranstaltungs- oder Rückzugsort». Für den Aussenbereich sind ein Velounterstand und ein grüner Hof mit Bäumen geplant.
Alles, was diesem neuen Wohnraum im Wege steht, ist – ironischerweise –, dass die «Gisi bleibt».
Die «Gisi» scheint – von aussen betrachtet – in sichtlich schlechtem Zustand zu sein.
Karin Hofer / NZZ
Erstelle 3–5 stichpunktartige Kernaussagen (je max. 15 Wörter) mit Fokus auf wirtschaftliche oder finanzielle Aspekte.
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TEXT:
Dank dem Immobilien-Milliardär Bruno Stefanini entstand eine der ältesten Besetzungen der Schweiz. Nun sollen in der Liegenschaft preisgünstige Wohnungen entstehen.
Die «Gisi» in Winterthur gilt als eines der ältesten besetzten Häuser des Landes.
Karin Hofer / NZZ
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Ein langes Kapitel Winterthurer Kulturgeschichte nähme damit sein Ende.
Ein Winterthurer Unikum
Jahrzehntelange Besetzungen sind in der Schweiz eher selten. Der Besetzer-Hotspot ist die Stadt Zürich, wo leerstehende Häuser meist nicht lange unentdeckt bleiben. Im Fall des Koch-Areals in Albisrieden wurden gleich mehrere Liegenschaften in Beschlag genommen. Als die Besetzer das Areal 2023 nach fast zehn Jahren verlassen mussten, kam es zu heftigen Scharmützeln mit der Polizei. Heute ist das Areal mit gemeinnützigen Wohnungen überbaut.
Dass die Besetzer der «Gisi» so lange bleiben durften, verdanken sie einem Winterthurer Unikum: Bruno Stefanini.
Stefanini – dessen Leben letztes Jahr verfilmt wurde – war als reichster «Messie» des Landes bekannt. 1924 als Sohn eines italienischen Migranten in Winterthur geboren, häufte er mit Immobiliengeschäften ein Milliardenvermögen an. Das Geld brauchte Stefanini, um seiner beispiellosen Sammelwut zu frönen. Mit dem vagen Ziel eines eigenen Museums vor Augen kaufte Stefanini Tausende Gemälde, Skulpturen und historische Sammelsurien auf: Kennedys Schreibtisch, Napoleons Zahnbürste, die Unterhose von Kaiserin Sisi.
Den Traum vom Museum verwirklichte Stefanini nie. Seine ins Gigantische wachsende Sammlung verstaute er in den Dachstöcken und Kellern seiner Immobilien, manche Schätze drohten zu vergammeln. Stefanini arbeitete manisch daran, seine Sammlung zu vergrössern; ging es aber darum, seinen Besitz zu pflegen, galt er als geizig.
Die Sammlung von Bruno Stefanini umfasst rund 100 000 Objekte.
Simon Tanner / NZZ
Überfall von Neonazis
Auch im Umgang mit seinen Liegenschaften verhielt sich Stefanini laut dem Dokumentarfilmer Thomas Haemmerli teilweise eher wie ein Messie als wie ein Geschäftsmann. Er besass 2200 Wohnungen, 4 Schlösser, das Sulzer-Hochhaus und rund 50 Liegenschaften in der Winterthurer Altstadt. Wohnraum vermietete Stefanini preisgünstig, dafür blieb der Unterhalt auf ein Minimum beschränkt. Die Bezeichnung «Stefanini-Haus» für zerfallende und verlotterte Gebäude – wie etwa die «Gisi» – ist in Winterthur bis heute ein stehender Begriff.
Stefaninis Altbauten standen oft leer und zogen immer wieder Wohnaktivisten aus der linksautonomen Szene an. 1997 wurde das Haus an der General-Guisan-Strasse 31 besetzt. Bruno Stefanini – selbst stramm bürgerlich, aber mit einer rebellischen Ader – verhielt sich den Besetzern gegenüber recht tolerant. Vielleicht sah er sich für die halblegalen Gäste nicht verantwortlich, solange sie sich unauffällig verhielten und das Haus auf eigene Kosten pflegten, wie der Historiker Miguel Garcia in seiner Stefanini-Biografie spekuliert.
Erst als sich die Schlägereien zwischen Links- und Rechtsextremen um die Jahrtausendwende im Raum Winterthur häuften, wurde es Stefanini zu viel. Nach einem Überfall von rund dreissig Neonazis auf die «Gisi» wollte er die Besetzer vor die Tür stellen. Die Besetzer wehrten sich öffentlichkeitswirksam, indem sie ein grosses Plakat an die «Gisi» hängten – «Bruno, du Spekulant» stand darauf.
Das liess sich Stefanini nicht gefallen. Der zu diesem Zeitpunkt über siebzig Jahre alte Milliardär fuhr an der General-Guisan-Strasse vor, um das Transparent eigenhändig herunterzureissen. Fast kam es zum Eklat, als die Besetzer damit drohten, seine Leiter umzustossen und Stefanini auf die befahrene Strasse fallen zu lassen. Einem Streetworker gelang es zu vermitteln: Die Besetzer setzten mit Stefanini eine Leistungsvereinbarung auf, und die «Gisi» blieb bestehen.
Stefanini war bekannt dafür, keine Aufgaben delegieren zu können. Im Alter fehlte ihm zusehends der Überblick über seine Sammlung.
Archiv SKKG
Zentrum für die alternative Szene
In den Jahren darauf entwickelte sich das 1680 erbaute Haus zu einem Zentrum für die alternative Szene in Winterthur. In den oberen drei Stockwerken des Hauses lebt eine Wohngemeinschaft. Im Souterrain wurde bereits 1998 eine Bar mit kleiner Bühne eingerichtet – die «Subcultura» –, in der seither auf engem Raum Vorführungen des Films «Züri brännt», «Antifa»-Bar-Abende mit dem Motto «Fuck the Police» oder Rap-Konzerte zu Palästina stattfinden.
Auf ihrer Website, die fast so alt wie ihre Hausfassade wirkt, geben die Besetzer Einblick in die Prinzipien, nach denen ihr kulturelles Angebot funktioniert. Die Konzerte und Lesungen finden «unkommerziell und offen für alle» statt. Das heisst: «Es existieren weder Konsumzwang noch Ausweispflicht, und die anfallende Arbeit wird höchstens zum Selbstkostenpreis vergütet.»
Neben der «antikapitalistischen Praxis» wollen die Besetzer Räume schaffen, in denen «Formen der Unterdrückung nicht akzeptiert, sondern diskutiert und reflektiert werden». Diskriminierendes Verhalten in «all seinen Formen» – von «Faschismus» bis «Bodyshaming» – wird nicht akzeptiert. Beim monatlichen feministischen Bar-Abend sind «Cis-Männer» nicht willkommen.
Ärger mit den Nachbarn
Die Immobilien von Bruno Stefanini sind nach seinem Tod 2018 in den Besitz der SKKG übergegangen, deren Direktorin Brunos Tochter Bettina Stefanini ist. Zweck der Stiftung ist es, die Sammlung von Bruno Stefanini zu pflegen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Über 18 Monate hinweg arbeitete ein Team von über achtzig Personen daran, die rund 100 000 Objekte zu reinigen und digital zu erfassen.
Die Ausgaben für Kultur finanziert die SKKG über ihre Immobilien. Doch auch hier musste die Stiftung zuerst einmal für Übersicht sorgen. Denn zum Erbe Stefaninis gehören sieben besetzte Häuser. Der Umgang mit ihnen sei nie einfach gewesen, sagt Ariel Leuenberger. Er ist Kommunikationschef der Firma Terresta, die für die SKKG die Immobilien verwaltet. «Als Voraussetzung für Verträge wollten wir eine Liste mit den Namen von allen Personen, die in den Häusern lebten», sagt Leuenberger. Die Besetzer hätten dies abgelehnt. «Das war ihnen zu repressiv.»
Blick in den Innenhof der «Gisi». Von hier aus werden die Veranstaltungsräume üblicherweise betreten.
Karin Hofer / NZZ
Inzwischen ist es laut Leuenberger gelungen, mit vier der sieben Besetzungen Lösungen zu finden – sie sind nun zum Teil als reguläre Vereine eingetragen, mit Mietverträgen zur Rohbaumiete oder einem langfristigen Baurecht. Bei zwei weiteren Besetzungen sei eine Einigung in Sicht. Übrig bleibt die älteste Besetzung von allen: die «Gisi». Hier sei keine einvernehmliche Lösung möglich, sagt Leuenberger. «Wir sind ständig in Kontakt mit den Nachbarn, die sich wegen Lärm beklagen.» Zudem sei das Haus in erbärmlichem Zustand und verfalle sichtlich.
Dass es mit der Räumung jetzt schnell gehen soll, hat nach Darstellung von Terresta einen weiteren Grund: Crans-Montana. Auf Aufforderung der Immobilienverwaltung kontrollierte die Feuerpolizei im Februar die Veranstaltungsräume der «Gisi». Der Kontrollbericht, der der NZZ vorliegt, hält erhebliche Mängel fest. So gibt es aus dem Souterrain mit Konzertbühne und Bar nur einen einzigen Fluchtweg, der durch mehrere Räume führt, deren Türen allesamt entgegen der Fluchtrichtung öffnen. Ohne bauliche Massnahmen dürfen sich im Veranstaltungsraum maximal zwanzig Personen aufhalten.
«Gisi bleibt»
Die Besetzer der «Gisi» lassen Medienanfragen unbeantwortet. Auch bei einem Besuch vor Ort will niemand mit der NZZ sprechen. In einer Pressemitteilung im «Untergrund-Blättle» schreiben die Besetzer: Dass Terresta die Besetzung «unter dem Vorwand des Brandschutzes» rauswerfen wolle, sei «verwerflich»; seit der feuerpolizeilichen Kontrolle würden in der «Gisi» keine Veranstaltungen mit mehr als zwanzig Personen mehr durchgeführt. Die Besetzer verweisen zudem auf einen Rechtsstreit mit Terresta, der noch hängig ist.
Der Widerstand gegen die SKKG und Terresta ist bei der «Gisi» grundsätzlicher Natur. Wer lange in einem Haus wohnt, dem gehört es, scheint ihre Logik zu sein; die Wohnungsnot sei durch die Profitgier der Vermieter bedingt und könne nur durch sozialistische Praxis entschärft werden. «Wohnraum ist keine Ware», heisst es auf einem Transparent. Laut dem Kollektiv machen es besetzte Häuser möglich, «Perspektiven jenseits einer kapitalistischen Logik» aufzubauen: «An diesen Orten werden Menschen politisiert und fortschrittliche Ideen diskutiert, gelebt und weitergegeben.»
In der Szene und Medien wie der «WOZ» geniessen die Besetzer dafür grosse Sympathien. Linksradikale Gruppen wie die Revolutionäre Jugendbewegung und der Aufbau engagieren sich mit Demos für die «Gisi», in der Stadt sind Plakate wie «SKKG enteignen» anzutreffen; der Kultursender Arte liess die Besetzer in einer Doku – mit Winterthurer Rap im Hintergrund – als von Wohnungsnot betroffene Protagonisten auftreten.
Auf Instagram zeigen sogar Berliner Hausbesetzer ihre Solidarität, mit Pyros und einem «Gisi bleibt»-Transparent. «All capitalists are targets», heisst es unter dem Beitrag. Sinngemäss übersetzt: Alle Kapitalisten sind legitime Angriffsziele. Daneben stehen die in der linken Szene omnipräsenten Hamas-Dreiecke.
Dass sich die Hausbesetzer einer Räumung widersetzen werden, scheint beschlossene Sache. Für den 31. Juli – wenn das Ultimatum von Terresta abläuft – ist ein Kabarettabend in der «Gisi» angekündigt. «Gisi bleibt» steht unter dem Instagram-Beitrag.
Die Pläne von Terresta sehen für das Haus an der General-Guisan-Strasse preisgünstige Wohnungen in den oberen Stockwerken vor, die sich an Familien, Wohngemeinschaften und Kleinhaushalte richten. Im Erdgeschoss soll ein Gemeinschaftsraum entstehen, der allen Bewohnern offensteht – als «Treffpunkt, Co-Working-Space, Veranstaltungs- oder Rückzugsort». Für den Aussenbereich sind ein Velounterstand und ein grüner Hof mit Bäumen geplant.
Alles, was diesem neuen Wohnraum im Wege steht, ist – ironischerweise –, dass die «Gisi bleibt».
Die «Gisi» scheint – von aussen betrachtet – in sichtlich schlechtem Zustand zu sein.
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Fokus: Wirtschaft, Finanzen, Banken, Hypotheken und Märkte.
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Eine grössere Korrektur am Markt zeichnet sich derzeit nicht ab.Bild: Shutterstock
30.07.2026, 00:5230.07.2026, 00:52
Der Schweizer Wohneigentumsmarkt bleibt trotz wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten robust. Die Preise sind laut Wüest Partner weitgehend durch die wirtschaftlichen Fundamentaldaten gedeckt. Eine grössere Korrektur zeichnet sich derzeit nicht ab.
Zu diesem Schluss kommt der Immobilienspezialist in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie. Ende 2025 lagen die Preise für Einfamilienhäuser demnach lediglich 1,6 Prozent über dem errechneten Fundamentalwert. Bei Eigentumswohnungen betrug die Abweichung 8,2 Prozent.
Regional zeigen sich dabei Unterschiede. Bei Einfamilienhäusern weisen insbesondere Appenzell Innerrhoden und Graubünden grössere Abweichungen vom Fundamentalwert auf. Bei Eigentumswohnungen gilt dies unter anderem für Neuenburg, Graubünden, Freiburg und den Jura. Von einer breiten Fehlbewertung könne aber keine Rede sein.
Preise steigen in vier von fünf Szenarien
Das Überbewertungsrisiko schätzen die Experten von Wüest Partner für die gesamte Schweiz gering bis moderat ein. Zwar habe sich bei Eigentumswohnungen über die letzten zwei Jahrzehnte eine Bewertungslücke geöffnet. In den letzten zehn Jahren sei diese aber kaum mehr gewachsen.
Auch für die kommenden Jahre bleibt der Ausblick am Markt für Wohneigentum grundsätzlich positiv. In vier von fünf von Wüest Partner untersuchten Konjunkturszenarien steigen die Preise für Wohneigentum bis 2028 weiter.
Dies gilt laut der Studie selbst bei einer moderaten Rezession, da Wohnungsknappheit und tiefe Zinsen die Nachfrage stützen würden. Auch im Stagflationsszenario dürften die Preise weiter steigen. Sinkende Preise wären dagegen erst bei einer ausgesprochen ungünstigen Kombination aus einer schweren Rezession, Deflation und einem Bevölkerungsrückgang zu erwarten, hiess es.
Preisanstieg stärker als erwartet
Kurzfristig hält der Preisauftrieb an. Die Transaktionspreise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen stiegen im zweiten Quartal 2026 jeweils um rund 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und damit stärker als von Wüest Partner erwartet.
Vor allem bei Eigentumswohnungen bleibt das Angebot knapp. Einem Nachfrageindex von 126 Punkten steht ein Angebotsindex von lediglich 73 Punkten gegenüber. Da weiterhin nur wenig neues Wohneigentum projektiert wird, dürfte sich daran vorerst wenig ändern.
Schere bei Mieten öffnet sich
Beim gesamten Wohnungsbau zeichnet sich hingegen eine Trendwende ab. In den vergangenen vier Quartalen wurden rund 52’000 Wohnungen zum Bau bewilligt, so viele wie zuletzt Ende 2018. Der Zuwachs geht aber vollständig auf das Mietwohnungssegment zurück, wo die Bewilligungen um 11 Prozent zulegten.
Für eine deutliche Entspannung am Wohnungsmarkt reicht dies laut Wüest Partner noch nicht. Für den 1. Juni 2026 rechnet das Unternehmen mit rund 48’000 leerstehenden Wohnungen. Die Leerwohnungsziffer dürfte damit bei knapp 1 Prozent verharren.
Gleichzeitig öffnet sich die Schere bei den Mieten weiter. Während die Bestandesmieten zuletzt um 0,4 Prozent sanken, stiegen die Angebotsmieten im ersten Halbjahr um 1,0 Prozent. (sda/awp)
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Eine grössere Korrektur am Markt zeichnet sich derzeit nicht ab.Bild: Shutterstock
30.07.2026, 00:5230.07.2026, 00:52
Der Schweizer Wohneigentumsmarkt bleibt trotz wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten robust. Die Preise sind laut Wüest Partner weitgehend durch die wirtschaftlichen Fundamentaldaten gedeckt. Eine grössere Korrektur zeichnet sich derzeit nicht ab.
Zu diesem Schluss kommt der Immobilienspezialist in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie. Ende 2025 lagen die Preise für Einfamilienhäuser demnach lediglich 1,6 Prozent über dem errechneten Fundamentalwert. Bei Eigentumswohnungen betrug die Abweichung 8,2 Prozent.
Regional zeigen sich dabei Unterschiede. Bei Einfamilienhäusern weisen insbesondere Appenzell Innerrhoden und Graubünden grössere Abweichungen vom Fundamentalwert auf. Bei Eigentumswohnungen gilt dies unter anderem für Neuenburg, Graubünden, Freiburg und den Jura. Von einer breiten Fehlbewertung könne aber keine Rede sein.
Preise steigen in vier von fünf Szenarien
Das Überbewertungsrisiko schätzen die Experten von Wüest Partner für die gesamte Schweiz gering bis moderat ein. Zwar habe sich bei Eigentumswohnungen über die letzten zwei Jahrzehnte eine Bewertungslücke geöffnet. In den letzten zehn Jahren sei diese aber kaum mehr gewachsen.
Auch für die kommenden Jahre bleibt der Ausblick am Markt für Wohneigentum grundsätzlich positiv. In vier von fünf von Wüest Partner untersuchten Konjunkturszenarien steigen die Preise für Wohneigentum bis 2028 weiter.
Dies gilt laut der Studie selbst bei einer moderaten Rezession, da Wohnungsknappheit und tiefe Zinsen die Nachfrage stützen würden. Auch im Stagflationsszenario dürften die Preise weiter steigen. Sinkende Preise wären dagegen erst bei einer ausgesprochen ungünstigen Kombination aus einer schweren Rezession, Deflation und einem Bevölkerungsrückgang zu erwarten, hiess es.
Preisanstieg stärker als erwartet
Kurzfristig hält der Preisauftrieb an. Die Transaktionspreise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen stiegen im zweiten Quartal 2026 jeweils um rund 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und damit stärker als von Wüest Partner erwartet.
Vor allem bei Eigentumswohnungen bleibt das Angebot knapp. Einem Nachfrageindex von 126 Punkten steht ein Angebotsindex von lediglich 73 Punkten gegenüber. Da weiterhin nur wenig neues Wohneigentum projektiert wird, dürfte sich daran vorerst wenig ändern.
Schere bei Mieten öffnet sich
Beim gesamten Wohnungsbau zeichnet sich hingegen eine Trendwende ab. In den vergangenen vier Quartalen wurden rund 52’000 Wohnungen zum Bau bewilligt, so viele wie zuletzt Ende 2018. Der Zuwachs geht aber vollständig auf das Mietwohnungssegment zurück, wo die Bewilligungen um 11 Prozent zulegten.
Für eine deutliche Entspannung am Wohnungsmarkt reicht dies laut Wüest Partner noch nicht. Für den 1. Juni 2026 rechnet das Unternehmen mit rund 48’000 leerstehenden Wohnungen. Die Leerwohnungsziffer dürfte damit bei knapp 1 Prozent verharren.
Gleichzeitig öffnet sich die Schere bei den Mieten weiter. Während die Bestandesmieten zuletzt um 0,4 Prozent sanken, stiegen die Angebotsmieten im ersten Halbjahr um 1,0 Prozent. (sda/awp)
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Zweite Wohnstudie von Comparis über den Kostendruck in der Westschweiz
Während über Zuwanderung gestritten wird, wollen 92’400 Romands die Schweiz verlassen
Hohe Wohnkosten machen Frankreich für viele Westschweizerinnen und Westschweizer zur Wohnalternative. Rund sieben von zehn Befragten bezeichnen Miete oder Kaufpreis in ihrer Region als teuer. 4,2 Prozent der Befragten – hochgerechnet rund 92’400 Westschweizer – sind aktiv auf der Suche nach einer Immobilie in Frankreich. «Während in der Schweiz über die Begrenzung der Zuwanderung diskutiert wird, denken viele Romands aus Kostengründen darüber nach, selbst die Grenze zu überschreiten. Das zeigt, wie stark die Wohnkosten inzwischen in den Alltag hineinwirken», sagt Comparis-Immobilienexperte Harry Büsser.
Zürich, 30. Juli 2026 – Die Romands ächzen unter hohen Wohnkosten. Das zeigt die repräsentative Umfrage des Internet-Vergleichsdienstes Comparis mit dem grössten Immobilienportal der Schweiz. Rund 70 Prozent der Befragten gaben an, dass sie Miete oder Kaufpreis in ihrer aktuellen Region teuer finden. Kein Wunder, dass ein Wegzug über die Grenze nach Frankreich für viele finanziell attraktiv ist.
Befragt wurden alle französischsprachigen Regionen, also etwa auch Gemeinden im Kanton Bern. Dabei zeigen sich starke regionale Unterschiede. Während im Kanton Genf die Hälfte der Befragten die Wohnkosten nicht nur als teuer, sondern sogar als sehr teuer einstuft, sind es in Bern nur 10 Prozent, im Jura 11 Prozent und im Wallis 12 Prozent.
Besorgniserregend ist die finanzielle Belastung, die Wohnkosten im Haushaltsbudget hinterlassen: Jeder vierte Befragte gab an, 36 Prozent oder mehr vom Haushaltsbudget für Wohnkosten aufzuwenden. Acht Prozent geben sogar mehr als die Hälfte des Haushaltseinkommens für Wohnkosten aus. Entsprechend attraktiv ist für die Welschen das Auswanderungsland Frankreich, wo die Wohnkosten oft nur einen Bruchteil von dem betragen, was man in der Schweiz bezahlen muss.
Tiefere Wohnkosten sind der Hauptgrund für die Attraktivität von Frankreich
Wie in der Umfrage vor einem Jahr, zeigt sich auch dieses Jahr wieder, dass fast jeder dritte Erwachsene in der Romandie (30 Prozent) sich mit einem Umzug nach Frankreich anfreunden kann. 4,2 Prozent aller Befragten geben an, derzeit aktiv auf der Suche nach einer Wohnung oder einem Haus in Frankreich zu sein – das sind 92’400 Romands.
Das Motiv ist im Vergleich zum Vorjahr nochmals deutlicher ausgeprägt: Mehr Befragte als 2025 rechnen bei einem Grenzübertritt mit tieferen Mieten oder günstigeren Kaufpreisen für Wohneigentum (38 Prozent gegenüber 34 Prozent im Vorjahr).
Die Hürden für den Umzug nach Frankreich
Auch wenn Frankreich attraktiv ist, gibt es doch einen starken Hinderungsgrund für einen Umzug: 4 von 10 Romands akzeptieren keine längeren Pendelwege, um günstiger zu wohnen. Weitere 34 Prozent würden höchstens eine halbe Stunde mehr Arbeitsweg in Kauf nehmen. Damit akzeptieren rund drei Viertel der Befragten gar keine oder nur sehr begrenzte zusätzliche Pendelzeit. «Viele Romands sitzen in der Pendelfalle, weil Frankreich finanziell attraktiv wäre, ein längerer Arbeitsweg aber kaum akzeptiert ist», sagt Comparis-Immobilienexperte Harry Büsser.
Viele Romands pendeln heute relativ kurz: 38 Prozent brauchen eine Viertel- bis halbe Stunde, 21 Prozent weniger als eine Viertelstunde. Weitere 21 Prozent liegen bei 31 bis 60 Minuten, etwas über 6 Prozent pendeln mehr als eine Stunde.
Noch wichtiger als Pendelzeit sind soziale und organisatorische Hürden. Am häufigsten nennen die Befragten die Entfernung zu Familie und Freunden. Danach folgen Pendelzeit und Verkehrsanbindung sowie Unsicherheiten bei Verwaltung, Steuern und Krankenkasse. Frankreich ist damit für viele finanziell interessant, aber alltagspraktisch anspruchsvoll.
«Der Preis zieht. Aber Alltag, Familie und Administration entscheiden mit», sagt Büsser. «Frankreich kann für Romands finanziell attraktiv sein. Ob ein Umzug funktioniert, entscheidet sich aber daran, ob er im täglichen Leben tragbar bleibt.»
Grenzgänger im Umfeld senken die Hemmschwelle
Ganz abstrakt ist der Schritt über die Grenze allerdings nicht. Rund 68 Prozent der Befragten kennen Freunde oder Bekannte, die als Grenzgängerinnen oder Grenzgänger in Frankreich leben. Das senkt die Schwelle. Wer solche Beispiele im eigenen Umfeld kennt, nimmt einen Umzug eher als machbar wahr und weniger als Sprung ins Ungewisse.
«Grenzgänger im Bekanntenkreis machen aus einer abstrakten Idee eine reale Option», sagt Büsser. «Man sieht dann nicht nur den Preisvorteil, sondern auch, wie der Alltag auf der anderen Seite der Grenze tatsächlich funktioniert.»
Wohnungen auf dem Markt sind oft zu teuer zum Wechseln
Weil Wohnungen auf dem Markt oft deutlich teurer sind als bestehende Mietverhältnisse, bleiben viele Romands lange in ihrer aktuellen Wohnsituation. 44 Prozent der Befragten wohnen länger als 10 Jahre in derselben Wohnung oder im selben Haus. Besonders ausgeprägt ist diese Sesshaftigkeit bei den älteren Romands: 70 Prozent der über 56-Jährigen wohnen seit mehr als zehn Jahren am gleichen Ort. Auch bei den 36- bis 55-Jährigen sind es 39 Prozent – und selbst bei den 18- bis 35-Jährigen bereits 29 Prozent. «Wer schon lange in der gleichen Wohnung lebt, hat wenig Anreiz umzuziehen, wohl auch nicht über die Grenze hinweg», vermutet Büsser.
Der entscheidende Hebel bleibt mehr Wohnraum in den Zentren
Die Analyse zeigt keine einfache Abwanderungsgeschichte, sondern einen Zielkonflikt: Bleiben ist teuer, Wegziehen kompliziert. Für viele Romands ist Frankreich eine mögliche finanzielle Entlastung, aber kein müheloser Ausweg.
Für Büsser liegt die wirtschaftliche Pointe deshalb nicht allein auf der Nachfrageseite. «Zur Wohnungsnot wird hohe Nachfrage erst dann, wenn das Angebot nicht mitwächst», sagt er. «Wenn viele Menschen dort wohnen wollen, wo die Jobs, die Infrastruktur und das soziale Umfeld sind, dann muss genau dort mehr gebaut werden.»
Tipps fürs Auswandern
Gesamtkosten statt nur Wohnkosten vergleichen
Eine tiefere Miete oder ein günstigerer Kaufpreis reicht nicht als Entscheidungsgrundlage. Die aktuelle Wohnsituation sollte einem Umzug innerhalb der Schweiz und einem Umzug nach Frankreich gegenübergestellt werden, inklusive Kalkulation von Steuern, Krankenversicherung, Energie, Mobilität, Versicherungen, Gebühren und Wechselkursrisiken.
Pendelzeit realistisch testen
Nicht nur die Distanz auf der Karte prüfen. Entscheidend sind Fahrzeiten zu Stosszeiten, Grenzverkehr, ÖV-Anschluss, Parkplatzsituation und Homeoffice-Regeln.
Szenarien prüfen
Eine günstigere Alternative muss nicht nur heute passen, sondern auch bei veränderten Arbeitswegen, Familienpflichten, Zinsen, Nebenkosten oder Energiepreisen tragbar bleiben.
Soziales Umfeld mitberücksichtigen
Nähe zu Familie, Freunden, Kinderbetreuung, Schule oder Pflege kann einen finanziellen Vorteil relativieren. Ein Umzug verändert nicht nur Wohnkosten, sondern auch Alltagsorganisation und persönliche Unterstützung.
Methodik
Die repräsentative Befragung wurde durch das Marktforschungsinstitut Innofact durchgeführt, im Auftrag des Online-Vergleichsdienstes comparis.ch, welcher das grösste unabhängige Immobilienportal der Schweiz betreibt. Die Erhebung fand im Mai 2026 statt. Befragt wurden 1’001 Personen in den Westschweizer Kantonen Genf, Jura, Neuenburg und Waadt sowie den französischsprachigen Teilen der Kantone Bern, Freiburg und Wallis
Mit über 80 Millionen Besuchen im Jahr zählt comparis.ch zu den meistgenutzten Schweizer Websites. Das Unternehmen vergleicht Tarife und Leistungen von Krankenkassen, Versicherungen, Banken sowie Telecom-Anbietern und bietet das grösste Schweizer Online-Angebot für Autos und Immobilien. Dank umfassender Vergleiche und Bewertungen bringt das Unternehmen Transparenz in den Markt. Dadurch stärkt comparis.ch die Entscheidungskompetenz von Konsumentinnen und Konsumenten. Das Unternehmen wurde 1996 vom Ökonomen Richard Eisler gegründet und ist in Privatbesitz. Das Unternehmen gehört heute noch zur Mehrheit dem Gründer Richard Eisler. Es sind keine anderen Unternehmen oder der Staat an Comparis beteiligt.
Erstelle 3–5 stichpunktartige Kernaussagen (je max. 15 Wörter) mit Fokus auf wirtschaftliche oder finanzielle Aspekte.
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Zweite Wohnstudie von Comparis über den Kostendruck in der Westschweiz
Während über Zuwanderung gestritten wird, wollen 92’400 Romands die Schweiz verlassen
Hohe Wohnkosten machen Frankreich für viele Westschweizerinnen und Westschweizer zur Wohnalternative. Rund sieben von zehn Befragten bezeichnen Miete oder Kaufpreis in ihrer Region als teuer. 4,2 Prozent der Befragten – hochgerechnet rund 92’400 Westschweizer – sind aktiv auf der Suche nach einer Immobilie in Frankreich. «Während in der Schweiz über die Begrenzung der Zuwanderung diskutiert wird, denken viele Romands aus Kostengründen darüber nach, selbst die Grenze zu überschreiten. Das zeigt, wie stark die Wohnkosten inzwischen in den Alltag hineinwirken», sagt Comparis-Immobilienexperte Harry Büsser.
Zürich, 30. Juli 2026 – Die Romands ächzen unter hohen Wohnkosten. Das zeigt die repräsentative Umfrage des Internet-Vergleichsdienstes Comparis mit dem grössten Immobilienportal der Schweiz. Rund 70 Prozent der Befragten gaben an, dass sie Miete oder Kaufpreis in ihrer aktuellen Region teuer finden. Kein Wunder, dass ein Wegzug über die Grenze nach Frankreich für viele finanziell attraktiv ist.
Befragt wurden alle französischsprachigen Regionen, also etwa auch Gemeinden im Kanton Bern. Dabei zeigen sich starke regionale Unterschiede. Während im Kanton Genf die Hälfte der Befragten die Wohnkosten nicht nur als teuer, sondern sogar als sehr teuer einstuft, sind es in Bern nur 10 Prozent, im Jura 11 Prozent und im Wallis 12 Prozent.
Besorgniserregend ist die finanzielle Belastung, die Wohnkosten im Haushaltsbudget hinterlassen: Jeder vierte Befragte gab an, 36 Prozent oder mehr vom Haushaltsbudget für Wohnkosten aufzuwenden. Acht Prozent geben sogar mehr als die Hälfte des Haushaltseinkommens für Wohnkosten aus. Entsprechend attraktiv ist für die Welschen das Auswanderungsland Frankreich, wo die Wohnkosten oft nur einen Bruchteil von dem betragen, was man in der Schweiz bezahlen muss.
Tiefere Wohnkosten sind der Hauptgrund für die Attraktivität von Frankreich
Wie in der Umfrage vor einem Jahr, zeigt sich auch dieses Jahr wieder, dass fast jeder dritte Erwachsene in der Romandie (30 Prozent) sich mit einem Umzug nach Frankreich anfreunden kann. 4,2 Prozent aller Befragten geben an, derzeit aktiv auf der Suche nach einer Wohnung oder einem Haus in Frankreich zu sein – das sind 92’400 Romands.
Das Motiv ist im Vergleich zum Vorjahr nochmals deutlicher ausgeprägt: Mehr Befragte als 2025 rechnen bei einem Grenzübertritt mit tieferen Mieten oder günstigeren Kaufpreisen für Wohneigentum (38 Prozent gegenüber 34 Prozent im Vorjahr).
Die Hürden für den Umzug nach Frankreich
Auch wenn Frankreich attraktiv ist, gibt es doch einen starken Hinderungsgrund für einen Umzug: 4 von 10 Romands akzeptieren keine längeren Pendelwege, um günstiger zu wohnen. Weitere 34 Prozent würden höchstens eine halbe Stunde mehr Arbeitsweg in Kauf nehmen. Damit akzeptieren rund drei Viertel der Befragten gar keine oder nur sehr begrenzte zusätzliche Pendelzeit. «Viele Romands sitzen in der Pendelfalle, weil Frankreich finanziell attraktiv wäre, ein längerer Arbeitsweg aber kaum akzeptiert ist», sagt Comparis-Immobilienexperte Harry Büsser.
Viele Romands pendeln heute relativ kurz: 38 Prozent brauchen eine Viertel- bis halbe Stunde, 21 Prozent weniger als eine Viertelstunde. Weitere 21 Prozent liegen bei 31 bis 60 Minuten, etwas über 6 Prozent pendeln mehr als eine Stunde.
Noch wichtiger als Pendelzeit sind soziale und organisatorische Hürden. Am häufigsten nennen die Befragten die Entfernung zu Familie und Freunden. Danach folgen Pendelzeit und Verkehrsanbindung sowie Unsicherheiten bei Verwaltung, Steuern und Krankenkasse. Frankreich ist damit für viele finanziell interessant, aber alltagspraktisch anspruchsvoll.
«Der Preis zieht. Aber Alltag, Familie und Administration entscheiden mit», sagt Büsser. «Frankreich kann für Romands finanziell attraktiv sein. Ob ein Umzug funktioniert, entscheidet sich aber daran, ob er im täglichen Leben tragbar bleibt.»
Grenzgänger im Umfeld senken die Hemmschwelle
Ganz abstrakt ist der Schritt über die Grenze allerdings nicht. Rund 68 Prozent der Befragten kennen Freunde oder Bekannte, die als Grenzgängerinnen oder Grenzgänger in Frankreich leben. Das senkt die Schwelle. Wer solche Beispiele im eigenen Umfeld kennt, nimmt einen Umzug eher als machbar wahr und weniger als Sprung ins Ungewisse.
«Grenzgänger im Bekanntenkreis machen aus einer abstrakten Idee eine reale Option», sagt Büsser. «Man sieht dann nicht nur den Preisvorteil, sondern auch, wie der Alltag auf der anderen Seite der Grenze tatsächlich funktioniert.»
Wohnungen auf dem Markt sind oft zu teuer zum Wechseln
Weil Wohnungen auf dem Markt oft deutlich teurer sind als bestehende Mietverhältnisse, bleiben viele Romands lange in ihrer aktuellen Wohnsituation. 44 Prozent der Befragten wohnen länger als 10 Jahre in derselben Wohnung oder im selben Haus. Besonders ausgeprägt ist diese Sesshaftigkeit bei den älteren Romands: 70 Prozent der über 56-Jährigen wohnen seit mehr als zehn Jahren am gleichen Ort. Auch bei den 36- bis 55-Jährigen sind es 39 Prozent – und selbst bei den 18- bis 35-Jährigen bereits 29 Prozent. «Wer schon lange in der gleichen Wohnung lebt, hat wenig Anreiz umzuziehen, wohl auch nicht über die Grenze hinweg», vermutet Büsser.
Der entscheidende Hebel bleibt mehr Wohnraum in den Zentren
Die Analyse zeigt keine einfache Abwanderungsgeschichte, sondern einen Zielkonflikt: Bleiben ist teuer, Wegziehen kompliziert. Für viele Romands ist Frankreich eine mögliche finanzielle Entlastung, aber kein müheloser Ausweg.
Für Büsser liegt die wirtschaftliche Pointe deshalb nicht allein auf der Nachfrageseite. «Zur Wohnungsnot wird hohe Nachfrage erst dann, wenn das Angebot nicht mitwächst», sagt er. «Wenn viele Menschen dort wohnen wollen, wo die Jobs, die Infrastruktur und das soziale Umfeld sind, dann muss genau dort mehr gebaut werden.»
Tipps fürs Auswandern
Gesamtkosten statt nur Wohnkosten vergleichen
Eine tiefere Miete oder ein günstigerer Kaufpreis reicht nicht als Entscheidungsgrundlage. Die aktuelle Wohnsituation sollte einem Umzug innerhalb der Schweiz und einem Umzug nach Frankreich gegenübergestellt werden, inklusive Kalkulation von Steuern, Krankenversicherung, Energie, Mobilität, Versicherungen, Gebühren und Wechselkursrisiken.
Pendelzeit realistisch testen
Nicht nur die Distanz auf der Karte prüfen. Entscheidend sind Fahrzeiten zu Stosszeiten, Grenzverkehr, ÖV-Anschluss, Parkplatzsituation und Homeoffice-Regeln.
Szenarien prüfen
Eine günstigere Alternative muss nicht nur heute passen, sondern auch bei veränderten Arbeitswegen, Familienpflichten, Zinsen, Nebenkosten oder Energiepreisen tragbar bleiben.
Soziales Umfeld mitberücksichtigen
Nähe zu Familie, Freunden, Kinderbetreuung, Schule oder Pflege kann einen finanziellen Vorteil relativieren. Ein Umzug verändert nicht nur Wohnkosten, sondern auch Alltagsorganisation und persönliche Unterstützung.
Methodik
Die repräsentative Befragung wurde durch das Marktforschungsinstitut Innofact durchgeführt, im Auftrag des Online-Vergleichsdienstes comparis.ch, welcher das grösste unabhängige Immobilienportal der Schweiz betreibt. Die Erhebung fand im Mai 2026 statt. Befragt wurden 1’001 Personen in den Westschweizer Kantonen Genf, Jura, Neuenburg und Waadt sowie den französischsprachigen Teilen der Kantone Bern, Freiburg und Wallis
Mit über 80 Millionen Besuchen im Jahr zählt comparis.ch zu den meistgenutzten Schweizer Websites. Das Unternehmen vergleicht Tarife und Leistungen von Krankenkassen, Versicherungen, Banken sowie Telecom-Anbietern und bietet das grösste Schweizer Online-Angebot für Autos und Immobilien. Dank umfassender Vergleiche und Bewertungen bringt das Unternehmen Transparenz in den Markt. Dadurch stärkt comparis.ch die Entscheidungskompetenz von Konsumentinnen und Konsumenten. Das Unternehmen wurde 1996 vom Ökonomen Richard Eisler gegründet und ist in Privatbesitz. Das Unternehmen gehört heute noch zur Mehrheit dem Gründer Richard Eisler. Es sind keine anderen Unternehmen oder der Staat an Comparis beteiligt.