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Der Schweizer Wohnungsmarkt ist in ständiger Bewegung – doch diese Bewegung wird nur von einem Teil der Bevölkerung verursacht.  Das zeigt eine neue Umfrage.

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  • Laut einer Comparis-Umfrage sind junge Menschen und Mieter die Haupttreiber der Mobilität auf dem Schweizer Wohnungsmarkt, während der Eigentumsmarkt weitgehend unbeweglich bleibt.
  • Umzüge folgen typischen Lebensphasen: Jüngere ziehen wegen Auszug oder Trennung um, mittlere Altersgruppen wegen Platzbedarf, Eigentum bleibt vor allem einkommensstarken Haushalten vorbehalten.
  • Viele organisieren Umzüge aus Kostengründen selbst, sehen sich dabei aber zwischen körperlicher Belastung und Risiken durch teils unzuverlässige Umzugsfirmen gefangen.

Der Schweizer Wohnungsmarkt ist in Bewegung – doch die Dynamik geht vor allem von einem Teil der Bevölkerung aus: den Jungen und den Mietenden. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von comparis.ch in Zusammenarbeit mit dem grössten Immobilienportal der Schweiz.

Insgesamt haben 69 Prozent der Befragten in den letzten zehn Jahren mindestens einmal die Wohnung gewechselt. Besonders mobil sind die 18- bis 35-Jährigen: 84 Prozent dieser Altersgruppe zogen mindestens einmal um, bei den über 56-Jährigen waren es lediglich 50 Prozent.

Unterschiede bei Mieter und Eigentümer

Noch deutlicher wird der Unterschied zwischen Mietern und Eigentümern. 80 Prozent der Mieterinnen und Mieter sind innert zehn Jahren umgezogen, bei Hausbesitzenden nur 48 Prozent, bei Wohnungsbesitzenden 60 Prozent.

Auch die Zukunftspläne zeichnen ein klares Bild: 28 Prozent der Wohnungsmietenden planen in den nächsten zwölf Monaten einen Umzug – unter den Wohnungsbesitzenden sind es nur 10 Prozent, bei den Hausbesitzenden 19 Prozent. Bemerkenswert sei, so Comparis-Experte Harry Büsser, dass Hausbesitzer doppelt so häufig einen Umzug planen wie Wohnungsbesitzer: «Das widerspricht der Annahme, dass ein Einfamilienhaus zur Sesshaftigkeit führt. Vermutlich spielt hier die Lebensphase eine grosse Rolle: Häuser werden oft von älteren Personen bewohnt, die auf der Suche nach einer altersgerechten Lösung sind.»

Sein Fazit: «Wir beobachten eine wachsende Kluft auf dem Wohnungsmarkt. Auf der einen Seite ein hochflexibler Mietmarkt, wo die Jungen häufig umziehen, auf der anderen Seite ein fast unbeweglicher Eigentumsmarkt, der für die meisten eine uneinnehmbare Festung bleibt.»

Gründe für Umzüge: Biografie in Zahlen

Die Beweglichkeit der Jungen hängt stark mit ihrer Lebenssituation zusammen. Für die 18- bis 35-Jährigen sind Veränderungen im Privatleben – etwa der Auszug aus dem Elternhaus oder eine Trennung – mit 27 Prozent der wichtigste Umzugsgrund. Bei den 36- bis 55-Jährigen spielen diese Faktoren mit 13 Prozent nur noch eine untergeordnete Rolle. Hier dominiert der Wunsch nach mehr Platz, häufig ausgelöst durch Familienzuwachs: 25 Prozent der Umzugswilligen dieser Altersgruppe nannten das als Hauptmotiv – bei den Jüngeren waren es 14 Prozent.

«Die Umzugsgründe zeichnen eine klassische Lebensbiografie nach», erklärt Büsser. «Für junge Personen ist die Wohnung ein flexibler Rahmen für ein Leben im Wandel. Später, wenn die Familie wächst, wird die Wohnung zu klein und der nächste Umzug steht an. Beide grossen Lebensschritte finden fast immer innerhalb des Mietmarktes statt.»

Eigentum: Ein exklusiver Club

Während der Mietmarkt pulsiert, ist der Eigentumsmarkt nahezu unbeweglich. Zwar gaben 18 Prozent der Befragten an, zuletzt wegen eines Immobilienkaufs umgezogen zu sein. Doch der Sprung von der Miete ins Eigentum ist selten. Ganze 79 Prozent der Umzüge fanden innerhalb des Mietmarktes statt.

Von den heutigen Hausbesitzenden lebten vor ihrem Erwerb nur 49 Prozent in einer Mietwohnung. 37 Prozent waren bereits privilegiert – sie wohnten zuvor im eigenen Haus oder im Stockwerkeigentum. Weitere 14 Prozent mieteten zwar, aber bereits in einem Haus. «Die Wahrscheinlichkeit, als Mieter in ein eigenes Haus zu ziehen, ist deutlich geringer, als von Eigenheim zu Eigenheim zu wechseln», so Büsser.

Entscheidend ist auch das Einkommen: Haushalte mit weniger als 4’000 Franken Monatsverdienst besitzen nur in 11 Prozent der Fälle ein eigenes Haus. Bei Einkommen über 8’000 Franken sind es 37 Prozent.

Umzug: Muskelkraft oder Kostenfalle?

Der Wohnungswechsel selbst wird zur Herausforderung – und hängt stark vom Alter ab. 62 Prozent derjenigen, die in den letzten zehn Jahren umzogen, organisierten den Wechsel privat. Besonders die Jungen packen selbst an (77 Prozent der 18- bis 35-Jährigen). Bei den über 56-Jährigen sind es nur noch 47 Prozent.

Der wichtigste Grund, auf ein Umzugsunternehmen zu verzichten, sind die Kosten: 58 Prozent nannten den Preis als entscheidenden Faktor. Wer Profis beauftragt, ist allerdings meist zufrieden (90 Prozent). Doch die Minderheit, die schlechte Erfahrungen machte, berichtet von gravierenden Problemen: Schäden am Mobiliar, überhöhte Rechnungen oder Schäden an der Immobilie.

«Hier zeigt sich eine Vertrauenslücke», warnt Experte Büsser. «Die Leute stecken in der Zwickmühle zwischen der körperlichen Plackerei beim Selbermachen und dem finanziellen Risiko bei einem professionellen Umzug. Das günstigste Angebot kann sich durch Schäden oder höhere Rechnungen vom Umzugsunternehmen schlimmstenfalls als Kostenfalle entpuppen. Es ist sehr empfehlenswert, verschiedene Anbieter zu vergleichen, eine verbindliche Offerte zu verlangen und den Versicherungsschutz des Umzugsunternehmens genau anzuschauen.»

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16.05.2025



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