Gründe für Zinsanstieg
Hypotheken sind teurer geworden, weil den Banken das günstige Geld fehlt
Banken erhöhten ihre Margen bei der Finanzierung von Wohneigentum – vor allem bei Saron-Hypotheken spüren Kunden den Aufschlag direkt. Wie die ZKB den Aufschlag begründet.
Wohneigentümern mit einer Saron-Hypothek dürfte aufgefallen sein, dass Banken in den vergangenen Wochen ihre Zinsmarge erhöht haben. Der Anstieg liegt bei 0,1 bis 0,2 Prozentpunkten. Bei einzelnen Banken ist es sogar deutlich mehr. Eine höhere Marge beschert den Banken zwar grundsätzlich mehr Einnahmen, doch aktuell dürften die Finanzinstitute mit einer moderaten Erhöhung kaum mehr Gewinn machen.
«Die Banken haben momentan weniger Geld auf Konten ihrer Kundinnen und Kunden», sagt Florian Schubiger, Geschäftsführer von Hypotheke.ch. Mit anderen Worten: Der Hauptgrund für diese Margenausweitung ist ein Mangel an günstigem Kapital im Bankensektor. Durch die Verknappung wird das Kapital teurer, was zu einer höheren Marge führt.
Die Verknappung ist nicht regulatorisch bedingt – etwa durch die Anfang Jahr in Kraft getretenen strengeren Basel-III-Regeln. Da das Sparkonto oder Anleihen im aktuellen Umfeld mit Nullzinsen wenig attraktiv sind, haben Kunden ihr Kapital vermehrt in andere Anlageformen wie Aktien oder Kryptowährungen umgeschichtet.
Dieser Abfluss von Kontoguthaben führt dazu, dass Banken weniger leicht verfügbares Sparkapital zur Bedienung von Hypotheken haben. Dies führt zur erwähnten Verknappung des Geldes.
Bei Festhypotheken fällt der Anstieg weniger auf
Aus dem gleichen Grund sind auch die Zinssätze für Festhypotheken gestiegen. Kunden bemerken den Anstieg bei Festhypotheken jedoch kaum. Bei der Saron-Hypothek ist die Marge – der Aufschlag auf den Referenzsatz – unmittelbar sichtbar. Aufgrund der aktuellen Nullzinsen bezahlt die Kundschaft ohnehin nur die Marge. Bei Festhypotheken kann es jedoch sein, dass bei einer Ablösung der neue Zinssatz trotz Aufschlag gleich hoch oder tiefer ist als der bisherige. So fällt die Erhöhung nicht auf.
Einzelne Banken haben die Saron-Marge jedoch stärker erhöht. So liegt dieser Redaktion das Beispiel eines Kunden vor, bei dem die Zürcher Kantonalbank (ZKB) eine Erhöhung um satte 0,4 Prozentpunkte angekündigt hat. Eine mögliche Erklärung wäre eine stark erhöhte Nachfrage nach Hypotheken bei der ZKB. Dies allenfalls als Folge der Fusion zwischen UBS und CS.
Die ZKB geht in einer Stellungnahme nicht auf diese Frage ein. Sie verweist darauf, dass sie aufgrund höherer Refinanzierungskosten die Richtmarge von 1,1 auf 1,35 Prozent erhöht habe. Eine Trendumkehr zeichne sich nicht ab.
Die öffentlich publizierten Richtmargen liegen laut Hypotheke.ch derzeit bei durchschnittlich 1,1 Prozent. Wer verhandelt, bekommt üblicherweise günstigere Konditionen. Wie Florian Schubiger erläutert, sind bei guter Bonität derzeit Sätze von ungefähr 0,65 bis 0,85 Prozent erhältlich.
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