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Fokus: Wirtschaft, Finanzen, Banken, Hypotheken und Märkte.
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TEXT:
Marcel Thüler, Präsident des Ortsbürgerausschusses, und Stadtpräsident André Kirchhofer gratulieren Ruth Meyer-Husner zur Ernennung als Ehrenortsbürgerin.
Bild: Patrick Kurt
Darum geht es
Der Stadtrat darf künftig Liegenschaften bis 10 Millionen Franken erwerben.
Liegenschaften dürfen neu auch ausserhalb von Zofingen gekauft werden, sofern dort Ortsbürgerwald vorhanden ist.
Zum Windpark Wikon zeigte eine Konsultativabstimmung eine mehrheitlich offene Haltung; der definitive Entscheid folgt in einem Jahr.
Ruth Meyer-Husner wurde für ihr langjähriges Engagement zur Ehrenortsbürgerin ernannt.
Die Zofinger Ortsbürger wollen ihre Erträge weiter verbessern. Dazu haben sie nicht nur die Anzahl der Ortsbürgerversammlungen reduziert – sie tagen nur noch einmal im Jahr –, sie haben auch eine Immobilienstrategie beschlossen und 2019 acht Wohnungen an der Falkeisenmatte gekauft.
Im Rahmen der Diskussion der Jahresrechnung 2025 wies Marcel Thüler, Präsident des Ortbürgerausschusses, darauf hin, dass im vergangenen Jahr der Geldfluss nicht zufriedenstellend gewesen sei. Er rief daher dazu auf, baldmöglichst wieder in Miet-Immobilien zu investieren, um diesen Geldfluss zu verbessern.
Wie viel Fremdkapital sollen die Ortsbürger aufnehmen?
Dazu mussten die Ortsbürger dem Stadtrat aber erst die nötigen Kompetenzen geben. So sollte der Kreditrahmen, über den der Stadtrat verfügen kann, auf 10 Millionen Franken erhöht werden. Dieser Rahmen sei nötig, um ein passendes Mehrfamilienhaus erwerben zu können, erklärte Stadtpräsident André Kirchhofer.
Zofingens Stadtpräsident André Kirchhofer führte erstmals durch eine Versammlung der Ortsbürger.
Bild: Elizabeth Desintaputri
Allerdings gibt es da ein Problem: Die Ortsbürger verfügen zwar über genügend Vermögen, doch dieses ist nicht flüssig. Beim Kauf einer Liegenschaft werden sie daher einen Anteil Fremdkapital aufnehmen müssen.
Das sah Hans Thäler kritisch und stellte den Antrag, dass die Liegenschaftskäufe nur aus Eigenkapital finanziert werden dürfen und Fremdkapital nur während eines Jahres dazugenommen werden darf. Er mahnte, dass sich der Wald der Ortsbürger nicht sofort verkaufen lasse und immer auch die Gefahr von steigenden Zinsen bestehe, die dann die Kasse übermässig belaste.
Aufruf, die Immobilienstrategie zügig weiter zu führen
Ein Restrisiko bleibe immer, stimmte Stadtpräsident Kirchhofer zu. Er erklärte aber, dass allfälligen höheren Darlehenszinsen auch höhere Mietzinsen gegenüberstünden. Nur wer ein Risiko eingehe, könne auch höhere Renditen erzielen – so, wie es die Immobilienstrategie vorsieht.
Der ehemalige Stadtammann Hans-Ruedi Hottiger rief dazu auf, die Immobilienstrategie weiter zu verfolgen: «Zusätzliche Gewinne können wir nur mit der Aufnahme von Fremdkapital erzielen.» Und eine Ortsbürgergemeinde, die genügend Ertrag erwirtschafte, könne ihre Immobilien besser pflegen – und über Zuwendungen an kulturelle Institutionen wie das Museum nachdenken.
Die Ortsbürger unterstützten die sechs Anträge des Stadtrates deutlich und erteilten ihm unter anderem die Kompetenz, Liegenschaften bis 10 Millionen Franken zu erwerben und für diese Käufe langfristiges Fremdkapital aufzunehmen. Ausserdem darf der Stadtrat nun auch Liegenschaften ausserhalb von Zofingen erwerben. Bedingung: Sie sollen in Ortschaften liegen, in denen die Ortsbürgergemeinde Wald besitzt.
Die Ortsbürger Zofingen planen eine Rekultivierung der Spitalhofgrube an der Zofingerstrasse in Oftringen. Diese ist vom Kanton Aargau vorgegeben.
Bild: zvg
Stadtrat will Letter of Intent für Eishalle unterzeichnen
Die Rekultivierung der Spitalgrube in Oftringen laufe planmässig, sagte Stadtpräsident Kirchhofer. Allerdings müsse das Grundwasser noch regelmässig überwacht werden. Auch sei die Risikoanalyse, ob es im Untergrund der Grube unliebsame Überraschungen gibt, aktualisiert worden. Hier fehlt noch die Genehmigung des Kantons.
Nun will der Stadtrat mit den Investoren für eine multifunktionale Eishalle einen Letter of Intent abschliessen. «Das bindet die Ortsbürger nicht langfristig», beruhigte Kirchhofer. Es gebe aber Planungssicherheit. Die Investoren müssen die konkrete Umsetzbarkeit ihres Projektes aufzeigen. Die Ortsbürger wiederum verpflichten sich, diese Abklärungen zu unterstützen – ohne finanzielle Verpflichtung. Ausserdem verhandeln sie während zwei Jahren nicht mit anderen Investoren.
Aktuell nutzt unter anderem die Kynologische Gesellschaft Zofingen und Umgebung (KGZ) das Areal der Spitalhofgrube.
Bild: Jil Lüscher
Unterschiedliche Haltungen zum Bürgerwindpark Wikon
Zum Bürgerwindpark Wikon liess Kirchhofer eine Konsultativabstimmung durchführen. Die Ortsbürger wären in zwei Formen betroffen: Entweder als Grundeigentümer oder indem sie ein sogenanntes Überflugsrecht gewähren. Als Grundeigentümer dürfen die Ortsbürger mit einer jährlichen Entschädigung von 30’000 Franken rechnen. Gewähren sie das Überflugsrecht für die Flügel des Windrades, sind es rund 8000 Franken. Ob die Ortsbürger diese Rechte der Windenergie Schweiz AG, die den Bürgerwindpark in Wikon plant, geben, entscheiden sie in einem Jahr. Schon jetzt holte Kirchhofer ab, wie die Ortsbürger zum Projekt stehen. Eine grosse Mehrheit zeigte sich offen, es gab aber zahlreiche kritische Gegenstimmen. Der Stadtrat wird das Projekt weiterverfolgen und der Versammlung in einem Jahr zur Abstimmung vorlegen.
So könnte der Windpark in Wikon aussehen.
Bild: zvg
Ruth Meyer-Husner ist neue Ehrenortsbürgerin
Zum Schluss der Versammlung ernannten die Ortsbürger Ruth Meyer-Husner zur Ehrenbürgerin. Sie war von 2008 bis 2025 Mitglied des Ortsbürgerausschusses. Ab 2014 war sie Vizepräsidentin, ab 2019 Präsidentin des Ausschusses. Ausserdem engagierte sie sich lange in der Spenden- und Legatekommission und der Museumskommission. Das Engagement für die Ortsbürger Zofingen brauche Zeit – und manchmal auch Nachsicht mit anderen Meinungen, sagte André Kirchhofer. Ruth Meyer-Husner habe dies alles unter einen Hut gebracht.
Marcel Thüler ehrte seine Vorgängerin als eine Frau, die das Gespräch und den persönlichen Kontakt suche. Sie sei zwar manchmal laut und quirlig, könne aber auch leise Töne anschlagen, wenn sie Mehrheiten suche. Das habe ihr nun doch etwas die Sprache verschlagen, meinte Meyer-Husner nach der einstimmigen Wahl.
Erstelle 3–5 stichpunktartige Kernaussagen (je max. 15 Wörter) mit Fokus auf wirtschaftliche oder finanzielle Aspekte.
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Marcel Thüler, Präsident des Ortsbürgerausschusses, und Stadtpräsident André Kirchhofer gratulieren Ruth Meyer-Husner zur Ernennung als Ehrenortsbürgerin.
Bild: Patrick Kurt
Darum geht es
Der Stadtrat darf künftig Liegenschaften bis 10 Millionen Franken erwerben.
Liegenschaften dürfen neu auch ausserhalb von Zofingen gekauft werden, sofern dort Ortsbürgerwald vorhanden ist.
Zum Windpark Wikon zeigte eine Konsultativabstimmung eine mehrheitlich offene Haltung; der definitive Entscheid folgt in einem Jahr.
Ruth Meyer-Husner wurde für ihr langjähriges Engagement zur Ehrenortsbürgerin ernannt.
Die Zofinger Ortsbürger wollen ihre Erträge weiter verbessern. Dazu haben sie nicht nur die Anzahl der Ortsbürgerversammlungen reduziert – sie tagen nur noch einmal im Jahr –, sie haben auch eine Immobilienstrategie beschlossen und 2019 acht Wohnungen an der Falkeisenmatte gekauft.
Im Rahmen der Diskussion der Jahresrechnung 2025 wies Marcel Thüler, Präsident des Ortbürgerausschusses, darauf hin, dass im vergangenen Jahr der Geldfluss nicht zufriedenstellend gewesen sei. Er rief daher dazu auf, baldmöglichst wieder in Miet-Immobilien zu investieren, um diesen Geldfluss zu verbessern.
Wie viel Fremdkapital sollen die Ortsbürger aufnehmen?
Dazu mussten die Ortsbürger dem Stadtrat aber erst die nötigen Kompetenzen geben. So sollte der Kreditrahmen, über den der Stadtrat verfügen kann, auf 10 Millionen Franken erhöht werden. Dieser Rahmen sei nötig, um ein passendes Mehrfamilienhaus erwerben zu können, erklärte Stadtpräsident André Kirchhofer.
Zofingens Stadtpräsident André Kirchhofer führte erstmals durch eine Versammlung der Ortsbürger.
Bild: Elizabeth Desintaputri
Allerdings gibt es da ein Problem: Die Ortsbürger verfügen zwar über genügend Vermögen, doch dieses ist nicht flüssig. Beim Kauf einer Liegenschaft werden sie daher einen Anteil Fremdkapital aufnehmen müssen.
Das sah Hans Thäler kritisch und stellte den Antrag, dass die Liegenschaftskäufe nur aus Eigenkapital finanziert werden dürfen und Fremdkapital nur während eines Jahres dazugenommen werden darf. Er mahnte, dass sich der Wald der Ortsbürger nicht sofort verkaufen lasse und immer auch die Gefahr von steigenden Zinsen bestehe, die dann die Kasse übermässig belaste.
Aufruf, die Immobilienstrategie zügig weiter zu führen
Ein Restrisiko bleibe immer, stimmte Stadtpräsident Kirchhofer zu. Er erklärte aber, dass allfälligen höheren Darlehenszinsen auch höhere Mietzinsen gegenüberstünden. Nur wer ein Risiko eingehe, könne auch höhere Renditen erzielen – so, wie es die Immobilienstrategie vorsieht.
Der ehemalige Stadtammann Hans-Ruedi Hottiger rief dazu auf, die Immobilienstrategie weiter zu verfolgen: «Zusätzliche Gewinne können wir nur mit der Aufnahme von Fremdkapital erzielen.» Und eine Ortsbürgergemeinde, die genügend Ertrag erwirtschafte, könne ihre Immobilien besser pflegen – und über Zuwendungen an kulturelle Institutionen wie das Museum nachdenken.
Die Ortsbürger unterstützten die sechs Anträge des Stadtrates deutlich und erteilten ihm unter anderem die Kompetenz, Liegenschaften bis 10 Millionen Franken zu erwerben und für diese Käufe langfristiges Fremdkapital aufzunehmen. Ausserdem darf der Stadtrat nun auch Liegenschaften ausserhalb von Zofingen erwerben. Bedingung: Sie sollen in Ortschaften liegen, in denen die Ortsbürgergemeinde Wald besitzt.
Die Ortsbürger Zofingen planen eine Rekultivierung der Spitalhofgrube an der Zofingerstrasse in Oftringen. Diese ist vom Kanton Aargau vorgegeben.
Bild: zvg
Stadtrat will Letter of Intent für Eishalle unterzeichnen
Die Rekultivierung der Spitalgrube in Oftringen laufe planmässig, sagte Stadtpräsident Kirchhofer. Allerdings müsse das Grundwasser noch regelmässig überwacht werden. Auch sei die Risikoanalyse, ob es im Untergrund der Grube unliebsame Überraschungen gibt, aktualisiert worden. Hier fehlt noch die Genehmigung des Kantons.
Nun will der Stadtrat mit den Investoren für eine multifunktionale Eishalle einen Letter of Intent abschliessen. «Das bindet die Ortsbürger nicht langfristig», beruhigte Kirchhofer. Es gebe aber Planungssicherheit. Die Investoren müssen die konkrete Umsetzbarkeit ihres Projektes aufzeigen. Die Ortsbürger wiederum verpflichten sich, diese Abklärungen zu unterstützen – ohne finanzielle Verpflichtung. Ausserdem verhandeln sie während zwei Jahren nicht mit anderen Investoren.
Aktuell nutzt unter anderem die Kynologische Gesellschaft Zofingen und Umgebung (KGZ) das Areal der Spitalhofgrube.
Bild: Jil Lüscher
Unterschiedliche Haltungen zum Bürgerwindpark Wikon
Zum Bürgerwindpark Wikon liess Kirchhofer eine Konsultativabstimmung durchführen. Die Ortsbürger wären in zwei Formen betroffen: Entweder als Grundeigentümer oder indem sie ein sogenanntes Überflugsrecht gewähren. Als Grundeigentümer dürfen die Ortsbürger mit einer jährlichen Entschädigung von 30’000 Franken rechnen. Gewähren sie das Überflugsrecht für die Flügel des Windrades, sind es rund 8000 Franken. Ob die Ortsbürger diese Rechte der Windenergie Schweiz AG, die den Bürgerwindpark in Wikon plant, geben, entscheiden sie in einem Jahr. Schon jetzt holte Kirchhofer ab, wie die Ortsbürger zum Projekt stehen. Eine grosse Mehrheit zeigte sich offen, es gab aber zahlreiche kritische Gegenstimmen. Der Stadtrat wird das Projekt weiterverfolgen und der Versammlung in einem Jahr zur Abstimmung vorlegen.
So könnte der Windpark in Wikon aussehen.
Bild: zvg
Ruth Meyer-Husner ist neue Ehrenortsbürgerin
Zum Schluss der Versammlung ernannten die Ortsbürger Ruth Meyer-Husner zur Ehrenbürgerin. Sie war von 2008 bis 2025 Mitglied des Ortsbürgerausschusses. Ab 2014 war sie Vizepräsidentin, ab 2019 Präsidentin des Ausschusses. Ausserdem engagierte sie sich lange in der Spenden- und Legatekommission und der Museumskommission. Das Engagement für die Ortsbürger Zofingen brauche Zeit – und manchmal auch Nachsicht mit anderen Meinungen, sagte André Kirchhofer. Ruth Meyer-Husner habe dies alles unter einen Hut gebracht.
Marcel Thüler ehrte seine Vorgängerin als eine Frau, die das Gespräch und den persönlichen Kontakt suche. Sie sei zwar manchmal laut und quirlig, könne aber auch leise Töne anschlagen, wenn sie Mehrheiten suche. Das habe ihr nun doch etwas die Sprache verschlagen, meinte Meyer-Husner nach der einstimmigen Wahl.
Quelle: www.zofingertagblatt.ch
