Fasse den folgenden Artikel auf Deutsch in maximal 120 Wörtern zusammen.
Fokus: Wirtschaft, Finanzen, Banken, Hypotheken und Märkte.
Nutze einen professionellen, sachlich-analytischen Ton, ohne Wertung, keine Bilder, keine Emojis, kein HTML.
Nenne, falls vorhanden, wichtige Zahlen, Entwicklungen oder Zitate kurz.
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Bild:
blue News/Noemi Hüsser
Ältere Menschen sitzen auf zu viel Wohnraum und ziehen nicht aus – so der Vorwurf. Doch Beispiele zeigen: Manche Eigentümer würden ihr Haus längst Familien überlassen, finden aber trotz Wohnraummangel keine Käufer.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Zwei Hauseigentümer*innen möchten ihre grossen Häuser auf dem Land verkaufen, finden aber trotz langer Inseratsdauer keine Käufer*innen.
- Als Gründe nennen sie die ländliche Lage, hohe Preise und grosse Grundstücke, die viele Interessent*innen abschrecken.
- Experten sehen weiterhin Nachfrage nach Wohneigentum, doch Verkäufe würden länger dauern als früher und oft an hohen Hürden bei der Finanzierung scheitern.
Wer durch das 600-Seelen-Dorf Eptingen läuft, wird von Fremden gegrüsst. An sonnigen Tagen sitzen die Leute im Garten, Velofahrer*innen halten beim Dorfrestaurant an, um ihre Wasserflaschen auffüllen zu lassen. «Hier ist die Welt noch in Ordnung», sagt Peggy Sixt über das Baselbieter Dorf, in das sie vor gut acht Jahren gezogen ist. Sie und ihr Mann suchten damals einen Rückzugsort – ländlich, ruhig, für sich und ihre zwei Hunde. Eptingen, zehn Autominuten von Sissach, zwanzig von Olten, fünfzig von Basel, ist genau das.
Doch heute würden sie lieber woanders leben. Nicht, weil es in Eptingen nicht mehr schön wäre, so Sixt, sondern weil sie aus der Schweiz auswandern möchten. Wäre da nicht ihr Haus, für das sie einfach keine Käufer*innen finden. Seit neun Monaten versuchen die 56-Jährige und ihr Mann, die Doppelhaushälfte zu verkaufen. 4,5 Zimmer, 164 Quadratmeter, 337 Quadratmeter Grundstück – ursprünglich für 850’000 Franken, heute reduziert auf 825’000. Bisher ohne Erfolg.
«Ältere haben Wohnraum im Überfluss», titelte blue News
Und das, obwohl in der Schweiz seit Jahren Wohnraum fehlt – und obwohl Sixt genau das tun will, was viele fordern: ihr Haus freimachen für Menschen, die den Platz brauchen.
Laut dem Helvetia-Wohnreport von Sotomo vom April 2026 lebt rund ein Drittel der über 55-Jährigen in einer unternutzten Wohnung – also mit deutlich mehr Zimmern als Personen im Haushalt. Laut Studie liegt das vor allem am Wohneigentum: Es reduziert die Umzugswahrscheinlichkeit gegenüber Mieter*innen um 64 Prozent – nicht weil es sich finanziell nicht lohnen würde, sondern weil ein Haus in der Schweiz als Kauf fürs Leben gilt.
Wenn diese Altersgruppe auszieht und neue Bewohner*innen nachziehen, steigt der Anteil der Familien unter den Bewohner*innen von 12 auf 36 Prozent. Der Bedarf ist also da – der Wohnraum nur nicht frei. «Ältere haben Wohnraum im Überfluss – die Jungen zahlen den Preis», titelte blue News.
Bild:
blue News/Noemi Hüsser
Prompt folgte Widerspruch aus der Leserschaft: Hauseigentümer*innen meldeten sich – eine solche Schlagzeile sei unfair, hiess es. Sie würden ja umziehen, wenn sie ihr Haus verkaufen könnten. Doch genau daran scheitere es. Auch Peggy Sixt meldete sich. «Diese pauschale Darstellung greift aus unserer Sicht zu kurz», schrieb sie an die Redaktion.
Sixt und ihr Mann wären bereit, zu gehen. In Namibia, wo sie hinwollen, ist alles vorbereitet. Nur das Haus muss noch verkauft werden. Einige Interessent*innen habe es zwar gegeben, so Sixt – doch alle hätten wieder abgesagt. Der Grund sei bei den meisten der gleiche: Eptingen sei zu abgelegen.
Sixt kann das nicht ganz nachvollziehen: Sie findet, dass es auch ausserhalb der Zentren attraktive Lagen gibt – und dass man diese bei der Haussuche öfter in Betracht ziehen sollte. Eptingen sei nahe an der Natur, gut erreichbar und biete im Vergleich zu stadtnahen Regionen ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis.
Ähnlich wie Sixt geht es der 61-jährigen Ruth Käser*, die zusammen mit ihrem Mann ein Haus in einer ländlichen Gemeinde in der Nordostschweiz verkaufen möchte. Ruth Käser ist nicht ihr richtiger Name, aber sie befürchtet, dass ein Medienbericht den Verkauf ihres Hauses zusätzlich erschweren könnte, weshalb sie nur anonym auftreten möchte.
«Es ist frustrierend und belastend», sagt sie gegenüber blue News. Besonders, weil die Käsers seit schon bald einem Jahr einige Kosten doppelt bezahlen. «Unser Makler hat uns damals empfohlen, so schnell wie möglich eine Wohnung zu finden, da er dachte, es würde mit dem Verkauf schnell gehen.»
Die Käsers zogen in eine Mietwohnung um, doch schnell ging es mit dem Hausverkauf überhaupt nicht. Das Haus steht nun schon seit rund 11 Monaten leer. Die Kosten für Versicherung, Strom und Wasser laufen weiter.
«Es wäre viel sinnvoller, wenn eine Familie dort wohnen würde»
Ursprünglich lag der Preis des Hauses bei 1’895’000 Franken. Dafür gibt es 6,5 Zimmer, 256 Quadratmeter Wohnfläche, 945 Quadratmeter Grundstück und eine zusätzliche 2,5-Zimmer-Einliegerwohnung. Inzwischen wurde der Preis bereits dreimal gesenkt, auf nun 1’590’000 Franken.
Ins Haus zurückziehen, damit es wenigstens nicht leer ist, kommt für Käsers nicht infrage: Das Grundstück sei zu gross, den Garten könnten sie nicht mehr bewirtschaften – und einen Grossteil ihrer Möbel haben sie bereits weggegeben, um in eine kleinere Wohnung ziehen zu können. «Sowieso wäre es viel sinnvoller, wenn eine Familie dort wohnen würde», so Käser. Die eigenen Kinder wollen das Haus aber nicht übernehmen: Sie wohnen zu weit weg oder haben bereits selbst ein Haus.
Auch Käser hat sich bereits überlegt, warum es mit dem Verkauf nicht klappen will: Das Haus sei schlicht zu gross und zu teuer, so Käser. Ein grosser Garten sei nicht jedermanns Sache – wer keine Zeit oder kein Geld für einen Gärtner habe, werde abgeschreckt. Und der Landhausstil mit viel Holz gefalle eben auch nicht allen.
Auf dem Land braucht es mehr Geduld und Engagement
Müssen wir die Frage also anders stellen? Ist das Problem beim fehlenden Wohnraum nicht die mangelnde Bereitschaft älterer Menschen, ihre Häuser aufzugeben – sondern dass für diese Häuser schlicht kaum Nachfrage besteht? Besonders auf dem Land?
Rolf Wirnsberger, Immobilienexperte und Makler bei Remax, sagt: Jein. Nachfrage sei schon da – es dauere nur oft länger, eine Immobilie zu verkaufen, weil weniger Menschen auf dem Immobilienmarkt unterwegs seien. Zahlen bestätigen das: Laut einer Analyse von ImmoScout24 blieben Einfamilienhäuser zwischen Juli 2024 und Juni 2025 schweizweit durchschnittlich 79 Tage lang inseriert. 2022/23 Jahren waren es nur 66 Tage.
Wer eine Liegenschaft auf dem Land verkaufen wolle, brauche noch mehr Geduld und Engagement, so Wirnsberger. «Käufer*innen schauen vermehrt auf die Infrastruktur in der Umgebung: zum Beispiel Läden oder öffentliche Verkehrsmittel. Das war früher weniger so. Da überwogen die positiven Aspekte des Landlebens.»
Bild:
blue News/Noemi Hüsser
Es liegt aber nicht nur am Ort: Auch die Finanzierung sei für potenzielle Käufer*innen, unabhängig von der Lage der Immobilie, ein Hindernis, so Wirnsberger.
Wer in der Schweiz Wohneigentum erwerben will, muss nämlich ziemlich viel verdienen. Banken verlangen mindestens 20 Prozent Eigenkapital und prüfen die sogenannte Tragbarkeit: Die jährlichen Wohnkosten (Amortisation, Zinssatz und Unterhalt) dürfen maximal ein Drittel des Bruttoeinkommens ausmachen – berechnet nicht mit dem aktuellen Marktzins, sondern mit einem kalkulatorischen Zinssatz von fünf Prozent. Unterm Strich braucht es für ein Haus im Wert von einer Million Franken ein Bruttoeinkommen von mindestens rund 150’000 Franken pro Jahr.
«Wir machen uns keinen Zeitdruck»
Laut Wirnsberger ist dieser Satz schlicht nicht mehr realitätskonform. «In den letzten 25 Jahren dümpelten wir bei ein bis zwei Prozent herum. Es müsste extrem viel passieren, dass er wieder auf fünf Prozent steigt.» Der imaginäre Satz schliesse viele aus, die sich das Haus zum realen Zinssatz leisten könnten. Eine Anpassung wäre nötig, findet Wirnsberger. Die Raiffeisenbank versuchte es 2019 – zog den Vorstoss aber nach Einwänden der Finma wieder zurück.
Auf solche Rahmenbedingungen hat Peggy Sixt keinen Einfluss – also wartet sie weiter. «Wir machen uns keinen Zeitdruck», sagt sie. Interessent*innen, die einen deutlich tieferen Preis geboten hätten, haben sie bereits abgewiesen. «Man steckt ja doch viel rein in so ein Haus, da kann man nicht einfach jeden Preis annehmen», so Sixt.
Wer sich also fragt, warum ältere Menschen ihren Wohnraum nicht freigeben, stösst auf eine Wahrheit, die irgendwo dazwischen liegt: Es gibt sie, die Menschen, die sesshaft bleiben, obwohl sie längst mehr Platz haben als sie brauchen. Aber Sixt und Käser zeigen: Es gibt auch jene, die längst bereit wären, ihr Haus weiterzugeben. Und trotzdem feststecken. Weil niemand kauft. Weil die Finanzierung nicht stimmt. Weil das Haus zu gross, zu weit weg, zu teuer ist.
* Name geändert
Erstelle 3–5 stichpunktartige Kernaussagen (je max. 15 Wörter) mit Fokus auf wirtschaftliche oder finanzielle Aspekte.
Verwende nur Zeilen, die mit “- ” beginnen, keine Emojis oder HTML.
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blue News/Noemi Hüsser
Ältere Menschen sitzen auf zu viel Wohnraum und ziehen nicht aus – so der Vorwurf. Doch Beispiele zeigen: Manche Eigentümer würden ihr Haus längst Familien überlassen, finden aber trotz Wohnraummangel keine Käufer.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Zwei Hauseigentümer*innen möchten ihre grossen Häuser auf dem Land verkaufen, finden aber trotz langer Inseratsdauer keine Käufer*innen.
- Als Gründe nennen sie die ländliche Lage, hohe Preise und grosse Grundstücke, die viele Interessent*innen abschrecken.
- Experten sehen weiterhin Nachfrage nach Wohneigentum, doch Verkäufe würden länger dauern als früher und oft an hohen Hürden bei der Finanzierung scheitern.
Wer durch das 600-Seelen-Dorf Eptingen läuft, wird von Fremden gegrüsst. An sonnigen Tagen sitzen die Leute im Garten, Velofahrer*innen halten beim Dorfrestaurant an, um ihre Wasserflaschen auffüllen zu lassen. «Hier ist die Welt noch in Ordnung», sagt Peggy Sixt über das Baselbieter Dorf, in das sie vor gut acht Jahren gezogen ist. Sie und ihr Mann suchten damals einen Rückzugsort – ländlich, ruhig, für sich und ihre zwei Hunde. Eptingen, zehn Autominuten von Sissach, zwanzig von Olten, fünfzig von Basel, ist genau das.
Doch heute würden sie lieber woanders leben. Nicht, weil es in Eptingen nicht mehr schön wäre, so Sixt, sondern weil sie aus der Schweiz auswandern möchten. Wäre da nicht ihr Haus, für das sie einfach keine Käufer*innen finden. Seit neun Monaten versuchen die 56-Jährige und ihr Mann, die Doppelhaushälfte zu verkaufen. 4,5 Zimmer, 164 Quadratmeter, 337 Quadratmeter Grundstück – ursprünglich für 850’000 Franken, heute reduziert auf 825’000. Bisher ohne Erfolg.
«Ältere haben Wohnraum im Überfluss», titelte blue News
Und das, obwohl in der Schweiz seit Jahren Wohnraum fehlt – und obwohl Sixt genau das tun will, was viele fordern: ihr Haus freimachen für Menschen, die den Platz brauchen.
Laut dem Helvetia-Wohnreport von Sotomo vom April 2026 lebt rund ein Drittel der über 55-Jährigen in einer unternutzten Wohnung – also mit deutlich mehr Zimmern als Personen im Haushalt. Laut Studie liegt das vor allem am Wohneigentum: Es reduziert die Umzugswahrscheinlichkeit gegenüber Mieter*innen um 64 Prozent – nicht weil es sich finanziell nicht lohnen würde, sondern weil ein Haus in der Schweiz als Kauf fürs Leben gilt.
Wenn diese Altersgruppe auszieht und neue Bewohner*innen nachziehen, steigt der Anteil der Familien unter den Bewohner*innen von 12 auf 36 Prozent. Der Bedarf ist also da – der Wohnraum nur nicht frei. «Ältere haben Wohnraum im Überfluss – die Jungen zahlen den Preis», titelte blue News.
Bild:
blue News/Noemi Hüsser
Prompt folgte Widerspruch aus der Leserschaft: Hauseigentümer*innen meldeten sich – eine solche Schlagzeile sei unfair, hiess es. Sie würden ja umziehen, wenn sie ihr Haus verkaufen könnten. Doch genau daran scheitere es. Auch Peggy Sixt meldete sich. «Diese pauschale Darstellung greift aus unserer Sicht zu kurz», schrieb sie an die Redaktion.
Sixt und ihr Mann wären bereit, zu gehen. In Namibia, wo sie hinwollen, ist alles vorbereitet. Nur das Haus muss noch verkauft werden. Einige Interessent*innen habe es zwar gegeben, so Sixt – doch alle hätten wieder abgesagt. Der Grund sei bei den meisten der gleiche: Eptingen sei zu abgelegen.
Sixt kann das nicht ganz nachvollziehen: Sie findet, dass es auch ausserhalb der Zentren attraktive Lagen gibt – und dass man diese bei der Haussuche öfter in Betracht ziehen sollte. Eptingen sei nahe an der Natur, gut erreichbar und biete im Vergleich zu stadtnahen Regionen ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis.
Ähnlich wie Sixt geht es der 61-jährigen Ruth Käser*, die zusammen mit ihrem Mann ein Haus in einer ländlichen Gemeinde in der Nordostschweiz verkaufen möchte. Ruth Käser ist nicht ihr richtiger Name, aber sie befürchtet, dass ein Medienbericht den Verkauf ihres Hauses zusätzlich erschweren könnte, weshalb sie nur anonym auftreten möchte.
«Es ist frustrierend und belastend», sagt sie gegenüber blue News. Besonders, weil die Käsers seit schon bald einem Jahr einige Kosten doppelt bezahlen. «Unser Makler hat uns damals empfohlen, so schnell wie möglich eine Wohnung zu finden, da er dachte, es würde mit dem Verkauf schnell gehen.»
Die Käsers zogen in eine Mietwohnung um, doch schnell ging es mit dem Hausverkauf überhaupt nicht. Das Haus steht nun schon seit rund 11 Monaten leer. Die Kosten für Versicherung, Strom und Wasser laufen weiter.
«Es wäre viel sinnvoller, wenn eine Familie dort wohnen würde»
Ursprünglich lag der Preis des Hauses bei 1’895’000 Franken. Dafür gibt es 6,5 Zimmer, 256 Quadratmeter Wohnfläche, 945 Quadratmeter Grundstück und eine zusätzliche 2,5-Zimmer-Einliegerwohnung. Inzwischen wurde der Preis bereits dreimal gesenkt, auf nun 1’590’000 Franken.
Ins Haus zurückziehen, damit es wenigstens nicht leer ist, kommt für Käsers nicht infrage: Das Grundstück sei zu gross, den Garten könnten sie nicht mehr bewirtschaften – und einen Grossteil ihrer Möbel haben sie bereits weggegeben, um in eine kleinere Wohnung ziehen zu können. «Sowieso wäre es viel sinnvoller, wenn eine Familie dort wohnen würde», so Käser. Die eigenen Kinder wollen das Haus aber nicht übernehmen: Sie wohnen zu weit weg oder haben bereits selbst ein Haus.
Auch Käser hat sich bereits überlegt, warum es mit dem Verkauf nicht klappen will: Das Haus sei schlicht zu gross und zu teuer, so Käser. Ein grosser Garten sei nicht jedermanns Sache – wer keine Zeit oder kein Geld für einen Gärtner habe, werde abgeschreckt. Und der Landhausstil mit viel Holz gefalle eben auch nicht allen.
Auf dem Land braucht es mehr Geduld und Engagement
Müssen wir die Frage also anders stellen? Ist das Problem beim fehlenden Wohnraum nicht die mangelnde Bereitschaft älterer Menschen, ihre Häuser aufzugeben – sondern dass für diese Häuser schlicht kaum Nachfrage besteht? Besonders auf dem Land?
Rolf Wirnsberger, Immobilienexperte und Makler bei Remax, sagt: Jein. Nachfrage sei schon da – es dauere nur oft länger, eine Immobilie zu verkaufen, weil weniger Menschen auf dem Immobilienmarkt unterwegs seien. Zahlen bestätigen das: Laut einer Analyse von ImmoScout24 blieben Einfamilienhäuser zwischen Juli 2024 und Juni 2025 schweizweit durchschnittlich 79 Tage lang inseriert. 2022/23 Jahren waren es nur 66 Tage.
Wer eine Liegenschaft auf dem Land verkaufen wolle, brauche noch mehr Geduld und Engagement, so Wirnsberger. «Käufer*innen schauen vermehrt auf die Infrastruktur in der Umgebung: zum Beispiel Läden oder öffentliche Verkehrsmittel. Das war früher weniger so. Da überwogen die positiven Aspekte des Landlebens.»
Bild:
blue News/Noemi Hüsser
Es liegt aber nicht nur am Ort: Auch die Finanzierung sei für potenzielle Käufer*innen, unabhängig von der Lage der Immobilie, ein Hindernis, so Wirnsberger.
Wer in der Schweiz Wohneigentum erwerben will, muss nämlich ziemlich viel verdienen. Banken verlangen mindestens 20 Prozent Eigenkapital und prüfen die sogenannte Tragbarkeit: Die jährlichen Wohnkosten (Amortisation, Zinssatz und Unterhalt) dürfen maximal ein Drittel des Bruttoeinkommens ausmachen – berechnet nicht mit dem aktuellen Marktzins, sondern mit einem kalkulatorischen Zinssatz von fünf Prozent. Unterm Strich braucht es für ein Haus im Wert von einer Million Franken ein Bruttoeinkommen von mindestens rund 150’000 Franken pro Jahr.
«Wir machen uns keinen Zeitdruck»
Laut Wirnsberger ist dieser Satz schlicht nicht mehr realitätskonform. «In den letzten 25 Jahren dümpelten wir bei ein bis zwei Prozent herum. Es müsste extrem viel passieren, dass er wieder auf fünf Prozent steigt.» Der imaginäre Satz schliesse viele aus, die sich das Haus zum realen Zinssatz leisten könnten. Eine Anpassung wäre nötig, findet Wirnsberger. Die Raiffeisenbank versuchte es 2019 – zog den Vorstoss aber nach Einwänden der Finma wieder zurück.
Auf solche Rahmenbedingungen hat Peggy Sixt keinen Einfluss – also wartet sie weiter. «Wir machen uns keinen Zeitdruck», sagt sie. Interessent*innen, die einen deutlich tieferen Preis geboten hätten, haben sie bereits abgewiesen. «Man steckt ja doch viel rein in so ein Haus, da kann man nicht einfach jeden Preis annehmen», so Sixt.
Wer sich also fragt, warum ältere Menschen ihren Wohnraum nicht freigeben, stösst auf eine Wahrheit, die irgendwo dazwischen liegt: Es gibt sie, die Menschen, die sesshaft bleiben, obwohl sie längst mehr Platz haben als sie brauchen. Aber Sixt und Käser zeigen: Es gibt auch jene, die längst bereit wären, ihr Haus weiterzugeben. Und trotzdem feststecken. Weil niemand kauft. Weil die Finanzierung nicht stimmt. Weil das Haus zu gross, zu weit weg, zu teuer ist.
* Name geändert
Quelle: www.bluewin.ch
