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Fokus: Wirtschaft, Finanzen, Banken, Hypotheken und Märkte.
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Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) stellt für die Schweiz eine außergewöhnliche Entwicklung auf dem Immobilienmarkt fest: Seit dem Jahr 2020 sind die Hauspreise real um 25 Prozent gestiegen. Damit entkoppelt sich das Land zunehmend von der Preisdynamik im restlichen Europa. Während die Nachfrage ungebrochen hoch bleibt, hat sich die Bautätigkeit pro Kopf im Vergleich zu den 1970er-Jahren halbiert.
Strukturelle Engpässe bremsen den Wohnungsneubau
Trotz des hohen Preisniveaus wurden in den vergangenen zwölf Monaten lediglich 52.000 Neubauwohnungen bewilligt. Die OECD identifiziert mehrere Ursachen für die sinkende Bautätigkeit. Neben dem Raumplanungsgesetz aus dem Jahr 2013 erschweren demnach die Strategie der Innenentwicklung sowie eine verbreitete Widerstandshaltung gegenüber Bauprojekten in der Nachbarschaft das Entstehen von neuem Wohnraum.
Diese Angebotsknappheit trifft auf eine stetig wachsende Nachfrage, die laut dem Bundesamt für Wohnungswesen zu 60 Prozent durch Zuwanderung getrieben wird. In den vergangenen 20 Jahren verzeichnete die Schweiz rund 1,5 Millionen Zuwanderer.
In der Folge sank die Leerwohnungsziffer von 1,72 Prozent im Jahr 2020 auf zuletzt 1 Prozent im Jahr 2025. Vor diesem Hintergrund rückte zuletzt die Abstimmung über die sogenannte 10-Millionen-Initiative in den politischen Fokus, die bereits im Juni angekündigt worden war.
Zürich und Genf führen europäisches Preisranking an
Die angespannte Lage spiegelt sich auch in internationalen Preisvergleichen wider. Analysen von Deutsche Bank Research weisen Zürich mit einem Quadratmeterpreis von 22.910 Euro als teuerste Stadt Europas aus.
Genf folgt mit 19.439 Euro pro Quadratmeter auf dem zweiten Rang, noch vor Metropolen wie London (17.241 Euro) und Paris (12.771 Euro). Zum Vergleich: München als teuerste deutsche Stadt liegt bei 11.435 Euro pro Quadratmeter, während der Durchschnitt über 28 untersuchte Städte bei 9.090 Euro liegt.
In anderen europäischen Märkten zeigt sich hingegen ein differenziertes Bild. Im Vereinigten Königreich lagen die realen Hauspreise im Juni mit durchschnittlich 293.262 Pfund unter dem Niveau von Juli 2006. In Spanien wird das Wohnungsdefizit auf 740.000 Einheiten beziffert, wobei Haushalte im Schnitt 44 Prozent ihres Einkommens für die Hypothek aufwenden müssen.
Regulierungen und Marktdynamik in Deutschland
In Deutschland reagiert die Politik mit einer Vereinfachung von Vorschriften auf die Krise im Bausektor. In Nordrhein-Westfalen tritt am 1. September ein neuer BauCode in Kraft, durch den etwa 90 Prozent der bisherigen DIN-Vorschriften entfallen sollen. Ziel ist eine Kostensenkung um bis zu 20 Prozent durch digitale Anträge und den Wegfall doppelter Einmessungen.
Wie dringlich Entlastungen für die Branche sind, zeigen aktuelle Insolvenzmeldungen. So stellten für die PANDION AG im August insgesamt elf Projektgesellschaften Insolvenzanträge, unter anderem für Vorhaben in Stuttgart und Berlin. Betroffen sind Planungen für rund 3.800 Wohnungen.
Währenddessen variieren die Bodenpreise in Regionen wie Mecklenburg-Vorpommern stark: Während im Binnenland Preise zwischen 40 und 165 Euro pro Quadratmeter aufgerufen werden, erreicht Bauland auf Rügen Spitzenwerte von bis zu 1.334 Euro.
Zudem deuten Studien des Instituts der deutschen Wirtschaft darauf hin, dass Wohneigentum zwar ein zentraler Hebel für die Mittelschicht bleibt, der Zugang jedoch zunehmend ungleich verteilt ist. Experten raten daher dazu, Einstiegshürden politisch zu senken, um die Vermögensbildung breiter Bevölkerungsschichten zu fördern.
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Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) stellt für die Schweiz eine außergewöhnliche Entwicklung auf dem Immobilienmarkt fest: Seit dem Jahr 2020 sind die Hauspreise real um 25 Prozent gestiegen. Damit entkoppelt sich das Land zunehmend von der Preisdynamik im restlichen Europa. Während die Nachfrage ungebrochen hoch bleibt, hat sich die Bautätigkeit pro Kopf im Vergleich zu den 1970er-Jahren halbiert.
Strukturelle Engpässe bremsen den Wohnungsneubau
Trotz des hohen Preisniveaus wurden in den vergangenen zwölf Monaten lediglich 52.000 Neubauwohnungen bewilligt. Die OECD identifiziert mehrere Ursachen für die sinkende Bautätigkeit. Neben dem Raumplanungsgesetz aus dem Jahr 2013 erschweren demnach die Strategie der Innenentwicklung sowie eine verbreitete Widerstandshaltung gegenüber Bauprojekten in der Nachbarschaft das Entstehen von neuem Wohnraum.
Diese Angebotsknappheit trifft auf eine stetig wachsende Nachfrage, die laut dem Bundesamt für Wohnungswesen zu 60 Prozent durch Zuwanderung getrieben wird. In den vergangenen 20 Jahren verzeichnete die Schweiz rund 1,5 Millionen Zuwanderer.
In der Folge sank die Leerwohnungsziffer von 1,72 Prozent im Jahr 2020 auf zuletzt 1 Prozent im Jahr 2025. Vor diesem Hintergrund rückte zuletzt die Abstimmung über die sogenannte 10-Millionen-Initiative in den politischen Fokus, die bereits im Juni angekündigt worden war.
Zürich und Genf führen europäisches Preisranking an
Die angespannte Lage spiegelt sich auch in internationalen Preisvergleichen wider. Analysen von Deutsche Bank Research weisen Zürich mit einem Quadratmeterpreis von 22.910 Euro als teuerste Stadt Europas aus.
Genf folgt mit 19.439 Euro pro Quadratmeter auf dem zweiten Rang, noch vor Metropolen wie London (17.241 Euro) und Paris (12.771 Euro). Zum Vergleich: München als teuerste deutsche Stadt liegt bei 11.435 Euro pro Quadratmeter, während der Durchschnitt über 28 untersuchte Städte bei 9.090 Euro liegt.
In anderen europäischen Märkten zeigt sich hingegen ein differenziertes Bild. Im Vereinigten Königreich lagen die realen Hauspreise im Juni mit durchschnittlich 293.262 Pfund unter dem Niveau von Juli 2006. In Spanien wird das Wohnungsdefizit auf 740.000 Einheiten beziffert, wobei Haushalte im Schnitt 44 Prozent ihres Einkommens für die Hypothek aufwenden müssen.
Regulierungen und Marktdynamik in Deutschland
In Deutschland reagiert die Politik mit einer Vereinfachung von Vorschriften auf die Krise im Bausektor. In Nordrhein-Westfalen tritt am 1. September ein neuer BauCode in Kraft, durch den etwa 90 Prozent der bisherigen DIN-Vorschriften entfallen sollen. Ziel ist eine Kostensenkung um bis zu 20 Prozent durch digitale Anträge und den Wegfall doppelter Einmessungen.
Wie dringlich Entlastungen für die Branche sind, zeigen aktuelle Insolvenzmeldungen. So stellten für die PANDION AG im August insgesamt elf Projektgesellschaften Insolvenzanträge, unter anderem für Vorhaben in Stuttgart und Berlin. Betroffen sind Planungen für rund 3.800 Wohnungen.
Währenddessen variieren die Bodenpreise in Regionen wie Mecklenburg-Vorpommern stark: Während im Binnenland Preise zwischen 40 und 165 Euro pro Quadratmeter aufgerufen werden, erreicht Bauland auf Rügen Spitzenwerte von bis zu 1.334 Euro.
Zudem deuten Studien des Instituts der deutschen Wirtschaft darauf hin, dass Wohneigentum zwar ein zentraler Hebel für die Mittelschicht bleibt, der Zugang jedoch zunehmend ungleich verteilt ist. Experten raten daher dazu, Einstiegshürden politisch zu senken, um die Vermögensbildung breiter Bevölkerungsschichten zu fördern.
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Quelle: www.boerse-express.com
