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Mieterverband schlägt Alarm | 5. Oktober 2026

Wer wenig oder durchschnittlich verdient, muss einen immer grösseren Teil seines Einkommens fürs Wohnen aufbringen. Der Mieterverband fordert deshalb ein Umdenken in der Wohnpolitik und geht mit den Plänen des Bundesrates hart ins Gericht.

Die Schweiz ist ein Land der Mieter. Aber auch der hohen Mieten. In den letzten 20 Jahren stiegen diese um rund 32 Prozent.Fotos: Keystone

In keinem anderen europäischen Land leben anteilig so viele Menschen zur Miete wie in der Schweiz. Zwei Drittel der Haushalte seien Miethaushalte, wie der Mieterverband Schweiz (MVS) mitteilte. Anlässlich des internationalen Tages Mieter vom Montag zeigte sich der Verband besorgt über die Lage.

Mieten steigen trotz tiefer Zinsen

Der Mietpreisindex stieg laut dem Verband von 2005 bis 2025 um 32,1 Prozent. Im selben Zeitraum fielen die Hypothekarzinsen auf ein historisches Tief. Der Referenzzinssatz liege heute bei 1,25 Prozent. Da die Mieten gesetzlich an diesen Zinssatz gebunden seien, hätten viele von ihnen sinken müssen. In der Realität seien sie aber weiter gestiegen.

Günstiger Wohnraum ist knapp. Es müsste mehr gebaut werden, um der Knappheit entgegenzuwirken.

Besonders Haushalte mit tiefen und mittleren Einkommen spürten die hohe Belastung, so der MVS weiter. Wer ein Bruttoeinkommen von bis zu 4000 Franken habe, gebe davon 37,8 Prozent für das Wohnen aus. Gemäss Daten der OECD zahle in der Schweiz jeder zweite einkommensschwache Mieterhaushalt mehr als 40 Prozent seines verfügbaren Einkommens für die Miete. Gleichzeitig verschwinde günstiger Wohnraum.

Immer mehr Wohnungen gehören Firmen

Die Eigentumsverhältnisse bei Mietwohnungen hätten sich überdies verschoben. Während im Jahr 2000 noch 57,3 Prozent der Mietwohnungen Privatpersonen gehörten, seien es 2024 noch 43,2 Prozent gewesen. Im selben Zeitraum sei der Anteil von Anlagefirmen von 28,7 auf 44,4 Prozent gestiegen. Diese erzielten hohe Renditen mit Immobilien.

Der Mieterverband fordert von der Politik ein Umdenken. Doch diese kann Angebot und Nachfrage kaum beeinflussen.

Der MVS fordert deshalb von der Politik ein Umdenken. Unter anderem müsse die sogenannte Kostenmiete durchgesetzt, und missbräuchlich hohe Mieten müssten gesenkt werden. Zudem brauche es eine schärfere Lex Koller, um das Finanzkapital auf dem Wohnungsmarkt zu bremsen, und es brauche mehr gemeinnützige Wohnungen. Der Verband kritisierte den geplanten Gegenvorschlag des Bundesrates zur Mietpreis-Initiative, da dieser die Mieten noch stärker steigen liesse.

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Mieterverband schlägt Alarm | 5. Oktober 2026

Wer wenig oder durchschnittlich verdient, muss einen immer grösseren Teil seines Einkommens fürs Wohnen aufbringen. Der Mieterverband fordert deshalb ein Umdenken in der Wohnpolitik und geht mit den Plänen des Bundesrates hart ins Gericht.

Die Schweiz ist ein Land der Mieter. Aber auch der hohen Mieten. In den letzten 20 Jahren stiegen diese um rund 32 Prozent.Fotos: Keystone

In keinem anderen europäischen Land leben anteilig so viele Menschen zur Miete wie in der Schweiz. Zwei Drittel der Haushalte seien Miethaushalte, wie der Mieterverband Schweiz (MVS) mitteilte. Anlässlich des internationalen Tages Mieter vom Montag zeigte sich der Verband besorgt über die Lage.

Mieten steigen trotz tiefer Zinsen

Der Mietpreisindex stieg laut dem Verband von 2005 bis 2025 um 32,1 Prozent. Im selben Zeitraum fielen die Hypothekarzinsen auf ein historisches Tief. Der Referenzzinssatz liege heute bei 1,25 Prozent. Da die Mieten gesetzlich an diesen Zinssatz gebunden seien, hätten viele von ihnen sinken müssen. In der Realität seien sie aber weiter gestiegen.

Günstiger Wohnraum ist knapp. Es müsste mehr gebaut werden, um der Knappheit entgegenzuwirken.

Besonders Haushalte mit tiefen und mittleren Einkommen spürten die hohe Belastung, so der MVS weiter. Wer ein Bruttoeinkommen von bis zu 4000 Franken habe, gebe davon 37,8 Prozent für das Wohnen aus. Gemäss Daten der OECD zahle in der Schweiz jeder zweite einkommensschwache Mieterhaushalt mehr als 40 Prozent seines verfügbaren Einkommens für die Miete. Gleichzeitig verschwinde günstiger Wohnraum.

Immer mehr Wohnungen gehören Firmen

Die Eigentumsverhältnisse bei Mietwohnungen hätten sich überdies verschoben. Während im Jahr 2000 noch 57,3 Prozent der Mietwohnungen Privatpersonen gehörten, seien es 2024 noch 43,2 Prozent gewesen. Im selben Zeitraum sei der Anteil von Anlagefirmen von 28,7 auf 44,4 Prozent gestiegen. Diese erzielten hohe Renditen mit Immobilien.

Der Mieterverband fordert von der Politik ein Umdenken. Doch diese kann Angebot und Nachfrage kaum beeinflussen.

Der MVS fordert deshalb von der Politik ein Umdenken. Unter anderem müsse die sogenannte Kostenmiete durchgesetzt, und missbräuchlich hohe Mieten müssten gesenkt werden. Zudem brauche es eine schärfere Lex Koller, um das Finanzkapital auf dem Wohnungsmarkt zu bremsen, und es brauche mehr gemeinnützige Wohnungen. Der Verband kritisierte den geplanten Gegenvorschlag des Bundesrates zur Mietpreis-Initiative, da dieser die Mieten noch stärker steigen liesse.

Quelle: www.plattformj.ch