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Die Wohnungsnot in der Schweiz verschärft sich Jahr für Jahr. Nun gibt es Hoffnung. 32’900 neue Mietwohnungen wurden innert zwölf Monaten bewilligt. Können Mieter bald aufatmen und gibt es einen Haken?

  • Schweiz bewilligte 32900 neue Mietwohnungen in den letzten 12 Monaten
  • Baugesuche in Bern stiegen um 44,2 Prozent, Innerschweiz um 25,8 Prozent
  • 9 Milliarden Franken Kapitalzufluss in Immobilien 2025, weitere 9 Milliarden in diesem Jahr

Martin SchmidtRedaktor Wirtschaft

Wer eine Wohnung sucht, muss eine hohe Frusttoleranz an den Tag legen. In vielen Regionen herrscht nach wie vor Wohnungsnot und es wird zu wenig gebaut. Für Mieterinnen und Mieter gibt es nun aber erfreuliche Nachrichten: Der Bau von Mietwohnungen zieht wieder deutlich an. Schweizweit wurden in den letzten zwölf Monaten 32’900 neue Mietwohnungen bewilligt, wie eine heute veröffentlichte Studie der Immobilien-Beratungsfirma Wüest Partner zeigt. Das sind elf Prozent mehr als im Vorjahr und gar 50 Prozent mehr als am Tiefpunkt der Bautätigkeit vor zweieinhalb Jahren.

Kleiner Wermutstropfen: Mitgezählt werden auch Ersatzneubauten. «Etwa 15 Prozent der Wohnungen werden also bestehende ersetzen», sagt Studienautor Robert Weinert (47). Abrisse sind bei gewissen Objekten kaum zu vermeiden. Schliesslich hat sich das Schweizer Volk an der Urne für die Verdichtung ausgesprochen. Doch insgesamt entsteht wieder mehr zusätzlicher Wohnraum.

Leerstandziffer dürfte erneut sinken

Ein Ende der Wohnungsnot zeichnet sich gemäss Weinert jedoch nicht ab. «Wir gehen aber davon aus, dass bei der Zahl der Leerwohnungen im Sommer der Tiefstand erreicht wird», so der Immobilienexperte. Die Leerwohnungsziffer ist ein wichtiger Indikator dafür, wie gut ein Wohnungsmarkt funktioniert und ob Knappheit herrscht.

Fünf Jahre in Folge ist der Wert kontinuierlich gesunken – zuletzt auf 1 Prozent. Bereits heute herrscht in der Mehrheit der Kantone eine Wohnungsnot. Für die nächste Auszählung von diesem Sommer prognostiziert das Beratungsunternehmen erneut einen Rückgang der Leerwohnungsziffer, aber nur noch einen geringfügigen. Fällt die Ziffer unter 1 Prozent, wäre die Schweiz gar von einem nationalen Wohnungsnotstand betroffen. «Von einer Entspannung auf dem Markt kann also noch keine Rede sein», so Weinert.

Trotzdem besteht Grund zur Hoffnung: Die steigende Neubautätigkeit trifft auf eine etwas tiefere Zuwanderung. «Ab nächstem Jahr könnte sich die Situation in einzelnen Regionen langsam entspannen.»

Bereits 2025 grosses Interesse:Deutscher Rundfunk berichtet über Zürcher Wohnungspolitik

Anstieg von fast 50 Prozent in Bern

Auch die Projektpipeline hat sich zuletzt wieder gut gefüllt. So liegt die Zahl der Baugesuche sieben Prozent über dem Dezember-Niveau. Als Gründe nennt Experte Weinert das anhaltend tiefe Zinsniveau, den Umstand, dass die neuen Wohnungen rasch weggehen und die hohen Marktmieten. Nach dem starken Mietanstieg der letzten Jahre ist Bauen für Investoren wieder attraktiver geworden. Dabei zeigen sich jedoch grosse regionale Unterschiede. In den Regionen Zürich, Genfersee und Nordwestschweiz liegt die Zahl der Gesuche nach wie vor auf einem tiefen Niveau.

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Die Wohnungsnot in der Schweiz verschärft sich Jahr für Jahr. Nun gibt es Hoffnung. 32’900 neue Mietwohnungen wurden innert zwölf Monaten bewilligt. Können Mieter bald aufatmen und gibt es einen Haken?

  • Schweiz bewilligte 32900 neue Mietwohnungen in den letzten 12 Monaten
  • Baugesuche in Bern stiegen um 44,2 Prozent, Innerschweiz um 25,8 Prozent
  • 9 Milliarden Franken Kapitalzufluss in Immobilien 2025, weitere 9 Milliarden in diesem Jahr

Martin SchmidtRedaktor Wirtschaft

Wer eine Wohnung sucht, muss eine hohe Frusttoleranz an den Tag legen. In vielen Regionen herrscht nach wie vor Wohnungsnot und es wird zu wenig gebaut. Für Mieterinnen und Mieter gibt es nun aber erfreuliche Nachrichten: Der Bau von Mietwohnungen zieht wieder deutlich an. Schweizweit wurden in den letzten zwölf Monaten 32’900 neue Mietwohnungen bewilligt, wie eine heute veröffentlichte Studie der Immobilien-Beratungsfirma Wüest Partner zeigt. Das sind elf Prozent mehr als im Vorjahr und gar 50 Prozent mehr als am Tiefpunkt der Bautätigkeit vor zweieinhalb Jahren.

Kleiner Wermutstropfen: Mitgezählt werden auch Ersatzneubauten. «Etwa 15 Prozent der Wohnungen werden also bestehende ersetzen», sagt Studienautor Robert Weinert (47). Abrisse sind bei gewissen Objekten kaum zu vermeiden. Schliesslich hat sich das Schweizer Volk an der Urne für die Verdichtung ausgesprochen. Doch insgesamt entsteht wieder mehr zusätzlicher Wohnraum.

Leerstandziffer dürfte erneut sinken

Ein Ende der Wohnungsnot zeichnet sich gemäss Weinert jedoch nicht ab. «Wir gehen aber davon aus, dass bei der Zahl der Leerwohnungen im Sommer der Tiefstand erreicht wird», so der Immobilienexperte. Die Leerwohnungsziffer ist ein wichtiger Indikator dafür, wie gut ein Wohnungsmarkt funktioniert und ob Knappheit herrscht.

Fünf Jahre in Folge ist der Wert kontinuierlich gesunken – zuletzt auf 1 Prozent. Bereits heute herrscht in der Mehrheit der Kantone eine Wohnungsnot. Für die nächste Auszählung von diesem Sommer prognostiziert das Beratungsunternehmen erneut einen Rückgang der Leerwohnungsziffer, aber nur noch einen geringfügigen. Fällt die Ziffer unter 1 Prozent, wäre die Schweiz gar von einem nationalen Wohnungsnotstand betroffen. «Von einer Entspannung auf dem Markt kann also noch keine Rede sein», so Weinert.

Trotzdem besteht Grund zur Hoffnung: Die steigende Neubautätigkeit trifft auf eine etwas tiefere Zuwanderung. «Ab nächstem Jahr könnte sich die Situation in einzelnen Regionen langsam entspannen.»

Bereits 2025 grosses Interesse:Deutscher Rundfunk berichtet über Zürcher Wohnungspolitik

Anstieg von fast 50 Prozent in Bern

Auch die Projektpipeline hat sich zuletzt wieder gut gefüllt. So liegt die Zahl der Baugesuche sieben Prozent über dem Dezember-Niveau. Als Gründe nennt Experte Weinert das anhaltend tiefe Zinsniveau, den Umstand, dass die neuen Wohnungen rasch weggehen und die hohen Marktmieten. Nach dem starken Mietanstieg der letzten Jahre ist Bauen für Investoren wieder attraktiver geworden. Dabei zeigen sich jedoch grosse regionale Unterschiede. In den Regionen Zürich, Genfersee und Nordwestschweiz liegt die Zahl der Gesuche nach wie vor auf einem tiefen Niveau.

Quelle: www.blick.ch