Fasse den folgenden Artikel auf Deutsch in maximal 120 Wörtern zusammen.
Fokus: Wirtschaft, Finanzen, Banken, Hypotheken und Märkte.
Nutze einen professionellen, sachlich-analytischen Ton, ohne Wertung, keine Bilder, keine Emojis, kein HTML.
Nenne, falls vorhanden, wichtige Zahlen, Entwicklungen oder Zitate kurz.
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Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Immobilienmakler Rolf Wirnsberger sagt im Interview, Häuser auf dem Land liessen sich derzeit deutlich schwerer verkaufen als in Städten.
- Ein Grund dafür ist, dass Käufer*innen heute stärker auf Infrastruktur wie ÖV und Einkaufsmöglichkeiten achten. Aber auch strenge Tragbarkeitsregeln für Käufer*innen würden einen Verkauf schwieriger machen.
- Eigentümer*innen sollten deshalb ihre Immobilie aktiv und kreativ vermarkten, etwa mit guten Bildern, Videos und konkreten Nutzungsideen.
Die 56-jährige Peggy Sixt versucht seit fast einem Jahr, ihre Doppelhaushälfte in Eptingen BL zu verkaufen. Doch es finden sich einfach keine Käufer*innen – und das, obwohl in der Schweiz immer wieder über Wohnraummangel geklagt wird. Über Sixts Geschichte berichtete blue News. Rolf Wirnsberger ist Immobilienexperte und Makler bei Remax. Er kennt das Phänomen, das Sixt betrifft.
blue News: Herr Wirnsberger, beobachten Sie öfter, dass Hausbesitzer*innen ihr Eigenheim verkaufen möchten, aber keine Käufer*innen dafür finden?
Rolf Wirnsberger: Auf dem Land beobachtet man das sicher mehr als in der Stadt. Die meisten Menschen wollen in der Stadt oder Agglomeration wohnen. Wer eine Liegenschaft auf dem Land verkaufen will, braucht deshalb mehr Geduld und Engagement. Es reicht heute nicht mehr, einfach ein Inserat online zu stellen, und drei Tage später ist das Haus verkauft. Es braucht eine aktive Vermarktung, auch mit Video oder Social Media.
Wird also weniger gekauft?
Auch hier: Jein. Es sind schlicht weniger Leute auf dem Immobilienmarkt unterwegs. Wo ich vor zwei Jahren noch 20 Anfragen für eine Immobilie hatte, sind es heute drei. Das bedeutet aber vor allem: Der Prozess – von der Entscheidung zum Hausverkauf bis man beim Notar sitzt und einen Vertrag unterschreibt – dauert einfach länger. Verkauft und gekauft wird immer noch gleich viel. Viele Leute haben aber im Kopf, dass ein Hausverkauf schnell geht, das ist leider nicht mehr so.
Warum?
Das globale Umfeld verunsichert die Menschen, sie ziehen sich eher zurück. Dabei ist eine Investition in eine Immobilie gerade in unsicheren Zeiten eigentlich ziemlich sicher – eine Liegenschaft hat einen realen Wert, sie steht da und ist gebaut. Ein anderer Grund ist, dass es schlicht schwieriger geworden ist, ein Haus zu kaufen.
Was ist Tragbarkeit?
Wer in der Schweiz ein Haus kaufen will, muss nicht nur genug verdienen – sondern viel. Banken prüfen nämlich die sogenannte Tragbarkeit: Die jährlichen Wohnkosten (Amortisation, Zinssatz und Unterhalt) dürfen dafür maximal ein Drittel des Bruttoeinkommens ausmachen. Dabei rechnen sie nicht mit dem aktuellen Zinssatz, sondern mit einem fiktiven Zinssatz von fünf Prozent – als Absicherung für schlechtere Zeiten. Für ein Haus im Wert von einer Million Franken braucht es so ein Bruttoeinkommen von mindestens rund 150’000 Franken pro Jahr.
Wie meinen Sie das?
Grund dafür sind die Tragbarkeitsregeln. Banken rechnen mit einem kalkulatorischen Zinssatz von fünf Prozent – das ist zu viel. Anfang der 90er-Jahre war er zuletzt bei sieben bis acht Prozent, in den letzten 25 Jahren dümpelten wir aber bei ein bis zwei Prozent herum. Es müsste extrem viel passieren, dass er wieder auf fünf steigt. Die Banken rechnen also mit einem imaginären Satz, der in der Realität längst nicht mehr vorkommt. Das schliesst viele aus, die sich das Haus zum realen Zinssatz problemlos leisten könnten. Im Moment ist ein Hauskauf daher für viele ein Hosenlupf.
Könnte man diese Tragbarkeitsregeln nicht anpassen?
Eine Anpassung wäre sicher wünschenswert. Die Raiffeisen hat 2019 genau das versucht und wollte den Zinssatz nach unten anpassen – wurde dann aber von der Finma zurückgepfiffen. Eine Änderung müsste also von der Finma kommen, und dafür bräuchte es politischen Druck.
Warum ist es gerade auf dem Land schwierig, ein Haus zu verkaufen?
Ländliche Liegenschaften werden im Moment weniger nachgefragt, weil viele Käufer*innen vermehrt auf die Infrastruktur in der Umgebung schauen: zum Beispiel Läden oder öffentliche Verkehrsmittel. Das war früher weniger so. Da überwogen die positiven Aspekte des Landlebens.
Was raten Sie Eigentümer*innen, die ihr Haus nicht loswerden?
Die Rückmeldungen von Interessent*innen ernst nehmen und den Auftritt entsprechend anpassen. Zumindest dort, wo man Änderungen machen kann. Ein Hauskauf ist eine emotionale Entscheidung, und die Vermarktung muss das widerspiegeln. Es braucht gute Bilder, Videos und vor allem auch Kreativität. Wer zum Beispiel einen grossen Garten hat, könnte potenzielle Käufer*innen mit konkreten Ideen inspirieren, was sie damit machen könnten. Die meisten Menschen können sich das nicht vorstellen – und genau da kann man ansetzen.
Erstelle 3–5 stichpunktartige Kernaussagen (je max. 15 Wörter) mit Fokus auf wirtschaftliche oder finanzielle Aspekte.
Verwende nur Zeilen, die mit “- ” beginnen, keine Emojis oder HTML.
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Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Immobilienmakler Rolf Wirnsberger sagt im Interview, Häuser auf dem Land liessen sich derzeit deutlich schwerer verkaufen als in Städten.
- Ein Grund dafür ist, dass Käufer*innen heute stärker auf Infrastruktur wie ÖV und Einkaufsmöglichkeiten achten. Aber auch strenge Tragbarkeitsregeln für Käufer*innen würden einen Verkauf schwieriger machen.
- Eigentümer*innen sollten deshalb ihre Immobilie aktiv und kreativ vermarkten, etwa mit guten Bildern, Videos und konkreten Nutzungsideen.
Die 56-jährige Peggy Sixt versucht seit fast einem Jahr, ihre Doppelhaushälfte in Eptingen BL zu verkaufen. Doch es finden sich einfach keine Käufer*innen – und das, obwohl in der Schweiz immer wieder über Wohnraummangel geklagt wird. Über Sixts Geschichte berichtete blue News. Rolf Wirnsberger ist Immobilienexperte und Makler bei Remax. Er kennt das Phänomen, das Sixt betrifft.
blue News: Herr Wirnsberger, beobachten Sie öfter, dass Hausbesitzer*innen ihr Eigenheim verkaufen möchten, aber keine Käufer*innen dafür finden?
Rolf Wirnsberger: Auf dem Land beobachtet man das sicher mehr als in der Stadt. Die meisten Menschen wollen in der Stadt oder Agglomeration wohnen. Wer eine Liegenschaft auf dem Land verkaufen will, braucht deshalb mehr Geduld und Engagement. Es reicht heute nicht mehr, einfach ein Inserat online zu stellen, und drei Tage später ist das Haus verkauft. Es braucht eine aktive Vermarktung, auch mit Video oder Social Media.
Wird also weniger gekauft?
Auch hier: Jein. Es sind schlicht weniger Leute auf dem Immobilienmarkt unterwegs. Wo ich vor zwei Jahren noch 20 Anfragen für eine Immobilie hatte, sind es heute drei. Das bedeutet aber vor allem: Der Prozess – von der Entscheidung zum Hausverkauf bis man beim Notar sitzt und einen Vertrag unterschreibt – dauert einfach länger. Verkauft und gekauft wird immer noch gleich viel. Viele Leute haben aber im Kopf, dass ein Hausverkauf schnell geht, das ist leider nicht mehr so.
Warum?
Das globale Umfeld verunsichert die Menschen, sie ziehen sich eher zurück. Dabei ist eine Investition in eine Immobilie gerade in unsicheren Zeiten eigentlich ziemlich sicher – eine Liegenschaft hat einen realen Wert, sie steht da und ist gebaut. Ein anderer Grund ist, dass es schlicht schwieriger geworden ist, ein Haus zu kaufen.
Was ist Tragbarkeit?
Wer in der Schweiz ein Haus kaufen will, muss nicht nur genug verdienen – sondern viel. Banken prüfen nämlich die sogenannte Tragbarkeit: Die jährlichen Wohnkosten (Amortisation, Zinssatz und Unterhalt) dürfen dafür maximal ein Drittel des Bruttoeinkommens ausmachen. Dabei rechnen sie nicht mit dem aktuellen Zinssatz, sondern mit einem fiktiven Zinssatz von fünf Prozent – als Absicherung für schlechtere Zeiten. Für ein Haus im Wert von einer Million Franken braucht es so ein Bruttoeinkommen von mindestens rund 150’000 Franken pro Jahr.
Wie meinen Sie das?
Grund dafür sind die Tragbarkeitsregeln. Banken rechnen mit einem kalkulatorischen Zinssatz von fünf Prozent – das ist zu viel. Anfang der 90er-Jahre war er zuletzt bei sieben bis acht Prozent, in den letzten 25 Jahren dümpelten wir aber bei ein bis zwei Prozent herum. Es müsste extrem viel passieren, dass er wieder auf fünf steigt. Die Banken rechnen also mit einem imaginären Satz, der in der Realität längst nicht mehr vorkommt. Das schliesst viele aus, die sich das Haus zum realen Zinssatz problemlos leisten könnten. Im Moment ist ein Hauskauf daher für viele ein Hosenlupf.
Könnte man diese Tragbarkeitsregeln nicht anpassen?
Eine Anpassung wäre sicher wünschenswert. Die Raiffeisen hat 2019 genau das versucht und wollte den Zinssatz nach unten anpassen – wurde dann aber von der Finma zurückgepfiffen. Eine Änderung müsste also von der Finma kommen, und dafür bräuchte es politischen Druck.
Warum ist es gerade auf dem Land schwierig, ein Haus zu verkaufen?
Ländliche Liegenschaften werden im Moment weniger nachgefragt, weil viele Käufer*innen vermehrt auf die Infrastruktur in der Umgebung schauen: zum Beispiel Läden oder öffentliche Verkehrsmittel. Das war früher weniger so. Da überwogen die positiven Aspekte des Landlebens.
Was raten Sie Eigentümer*innen, die ihr Haus nicht loswerden?
Die Rückmeldungen von Interessent*innen ernst nehmen und den Auftritt entsprechend anpassen. Zumindest dort, wo man Änderungen machen kann. Ein Hauskauf ist eine emotionale Entscheidung, und die Vermarktung muss das widerspiegeln. Es braucht gute Bilder, Videos und vor allem auch Kreativität. Wer zum Beispiel einen grossen Garten hat, könnte potenzielle Käufer*innen mit konkreten Ideen inspirieren, was sie damit machen könnten. Die meisten Menschen können sich das nicht vorstellen – und genau da kann man ansetzen.
Quelle: www.bluewin.ch
