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Der Schweizer Wohnungsmarkt stand in den letzten Jahren stark unter Druck. Die Bevölkerung wuchs stetig, während die Wohnungsproduktion eine Talsohle erreichte. So schlug das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) am Mittwoch einmal mehr Alarm: Die Lage auf dem Schweizer Wohnungsmarkt habe sich 2025 und im ersten Halbjahr 2026 weiter verschärft. «Besonders betroffen sind Wohnungssuchende mit tiefer und mittlerer Kaufkraft», heisst es weiter.

Nun scheint sich die Situation – zumindest was den Wohnungsbau angeht – etwas zu entspannen. Eine neue Prognose von Wüest Partner zeigt für 2026 und 2027 einen deutlichen Anstieg der Wohnungsproduktion.

Laut diesen Zahlen sollen im Jahr 2026 schweizweit rund 45’000 Wohnungen entstehen. Im Jahr 2027 kommen weitere 50’000 dazu. Es handelt sich dabei sowohl um Miet- als auch um Eigentumswohnungen. Der Aufschwung konzentriert sich allerdings auf ländliche Regionen.

Wo gebaut wird

«Es wird vor allem dort viel gebaut, wo noch unbebautes Bauland vorhanden ist», sagt Robert Weinert (47), Immobilienexperte von Wüest Partner. Oder wo Platz durch Umnutzung vorhanden sei – beispielsweise auf alten Industriebrachen. «Auch wo substanziell in die Höhe gebaut werden kann, wird gebaut.»

In ländlichen Gemeinden entstehen in den Jahren 2026 und 2027 zusammen insgesamt 29’000 Wohnungen. Besonders kräftig zulegen werden die Kantone Thurgau, Solothurn, Glarus, Genf, Wallis und Neuenburg. Auch weite Teile des Mittellandes profitieren.

Bauboom im Thurgau

Im Kanton Thurgau herrscht ein regelrechter Bauboom. 2027 soll über 40 Prozent mehr gebaut werden als der jährliche Durchschnitt der vergangenen Jahre. Eines der Grossprojekte ist die Überbauung Sagenfeld in Weinfelden, wo aktuell 300 Wohneinheiten aus dem Boden gestampft werden. Es entstehen Wohnungen und Einfamilienhäuser.