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Darum geht es

  • In der Frauenfelder Walzmühle entstehen in der letzten Umbauetappe weitere Wohnungen.
  • Die Basler Hiag entwickelt das historische Areal gemeinsam mit dem Frauenfelder Partner Immo3 weiter.
  • Die Mietpreise reichen von 1505 bis 3898 Franken; Einzug ist für 2027 vorgesehen.

Das Walzmühlequartier mit den derzeitigen Bauarbeiten aus der Vogelperspektive.

Bild: Samuel Koch

«Einst entstand hier Mehl für die Region.» Die Geschichte der Frauenfelder Walzmühle reicht zurück bis ins Jahr 1831, als Josef Anton Müller und Johann Conrad Freyenmuth eine AG gründeten. Mit Wasser der Murg betrieben sie eine Mühle, um Mehl zu produzieren.

Darum trägt das jetzige Bauprojekt in der Walzmühle als eines der bedeutendsten Industrieareale im Kanton den Namen Josef. Dort entstehen in der letzten Etappe der Umbauarbeiten des Basler Immobilienunternehmens Hiag in Zusammenarbeit mit dem Frauenfelder Architekturpartner Immo3 bis Mitte 2027 weitere Wohnungen.

Die Visualisierung zeigt, wie das Walzmühlehaus und seine Umgebung nach dem Umbau aussehen soll.

Bild: zvg

Einer der grössten Grundbesitzer übernimmt

Gekauft hatte die Hiag den Grossteil der historischen Walzmühle im Jahr 2013 von den Vorbesitzern Kurt Huber und Luzi Wegmann. Der Startschuss der Umbauarbeiten erfolgte 2017. Zuerst im Shed-Haus 3 und 4, später im Zentralbau – und jetzt im eigentlichen Walzmühlehaus ganz im Süden. Die prognostizierten Kosten beliefen sich damals auf 36 Millionen Franken.

Wie viel Geld die Hiag mit ihren rund 80 Mitarbeitenden und einem geschätzten Immobilienportfolio von 2,1 Milliarden seither in Frauenfeld tatsächlich investiert hat, kommuniziert sie auf Anfrage dieser Zeitung nicht. Laut NZZ besitzt die Hiag schweizweit rund zwei Millionen Quadratmeter Land und gehört damit zu den grössten privaten Grundbesitzern der Schweiz. Tendenz steigend.

Bedeutend für Frauenfeld und für den Kanton

Das Walzmühleareal mit Baujahr 1832 gehört nicht nur zu einem der ältesten Industriequartieren der Stadt. «Das Walzmühleareal ist eines der bedeutendsten im Kanton Thurgau, dazu eines mit einer bewegten Geschichte», schrieb die «Sonntagszeitung» einst übers ehemalige Industrieareal. Zunächst von Josef Anton Müller und Johann Conrad Freyenmuth als Getreidemühle genutzt, diente es später einer Schnupftabakfabrik, weshalb im Hinweisinventar der Denkmalpflege der Begriff «Tubaki» auftaucht. In den 1910er-Jahren startete in der Walzmühle die Ära Sigg, wo bis in die 90er-Jahre unter anderem Kochtöpfe und Raclette-Öfen hergestellt wurden. 2013 kaufte die Basler Arealentwicklerin HIAG das Walzmühlegebäude und weitere Arealteile von den Vorbesitzern Kurt Huber und Luzi Wegmann ab. Der Startschuss zu den millionenschweren Umbauarbeiten erfolgte 2017 und endet mit den jetzt laufenden Arbeiten. (sko)

Auf einem Rundgang zeigt sich, was derzeit im Walzmühlehaus und seinem rund 6000 Quadratmeter grossen Privatpark vor sich geht. Im Innern montieren Bauarbeiter neue Verschalungen. Andere erstellen neue Wände innerhalb der historischen Gebäudestruktur. Sowohl im Annexbau als auch im Walzmühlehaus blieben die bestehenden Aussen- und Innenwände weitgehend erhalten. «Was stehen bleiben konnte, haben wir stehen gelassen», meint Baumanager Mirko Krause. Und Hiag-Kollege Severin Eng ergänzt: «Wo wir können, zeigen wir auch weiterhin die Geschichte des Gebäudes.» Das sei spannend, aber gleichzeitig eine grosse Herausforderung.

Mirko Krause und Severin Eng in der Gebäudebrücke zwischen Walzmühlehaus und Zentralbau.

Bild: Samuel Koch

Aufwändige Holzbalken und Treppenhaus als Knacknuss

Den Austausch mit den Vertretern der Stadt und der kantonalen Denkmalpflege bezeichnen Krause und Eng als gut. Nur hat sich seit dem Kauf der Liegenschaft vor 13 Jahren hinsichtlich Vorschriften mit Baunormen oder Brandschutz einiges getan. «Mit das Aufwändigste war, die Decken rund um die historischen Holzbalken komplett herauszulösen», sagt Krause. Er zeigt sich aber begeistert vom Mix aus Geschichte und Moderne.

Eine Knacknuss sei auch das neue Treppenhaus gewesen, das trotz neuen Lifts stehen bleiben sollte. Während des Baus hat sich aber gezeigt, dass die Decken und Tritthöhen zu instabil seien. «Es hat technisch leider nicht funktioniert», sagt Krause und tritt in die zwei einzigen Gewerberäume, die im Erdgeschoss des Walzmühlehaus entstehen. Krause und Eng nennen sie Ateliers. Gastronomische Angebote gibt es dort wegen der fehlenden Lüftungen keine, wie Eng betont. Büros wären baulich zwar kompliziert umzusetzen, sind aber nicht das Ziel. Ohne Details zu nennen, sagt Eng: «Wir wollen etwas Lebhaftes, das zur Belebung des Quartiers beiträgt.»

Mietzinse liegen zwischen 1505 und 3898 Franken

Alles andere sind Mietwohnungen zwischen 1,5 und 5,5 Zimmern, die von der Fläche her alle unterschiedlich gross sind. Preislich orientiere sich die Hiag am Markt, meint Eng. Mit Blick auf die Website