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SPS steigert Erträge im ersten Halbjahr – Ausblick bestätigt

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Im Immobiliensegment stieg der Mietertrag in den ersten sechs Monaten um 2,2 Prozent auf 230,6 Millionen Franken, wie SPS am Donnerstag mitteilte. Die Neubewertungen beliefen sich noch auf 148,0 Millionen nach hohen 216,9 Millionen im Vorjahr.

Der Reingewinn inklusive Neubewertungen kletterte um gut 17 Prozent auf 192,5 Millionen Franken. Bereinigt um diese stieg der Gewinn um 6,0 Prozent auf 165,7 Millionen.

Der Wert des eigenen Immobilienportfolios wuchs um 0,6 Prozent auf 14 Milliarden Franken. Die Leerstandsquote lag bei unverändert 3,7 Prozent.

Asset Management und Ausblick

Das zweite Standbein, das Asset Management Swiss Prime Site Solutions, steigerte die Erträge um 5,2 Prozent auf 40,0 Millionen. SPS zog Neugelder in Höhe von 0,95 Milliarden an und damit kletterte das verwaltete Vermögen im Vergleich zum Ende 2025 um 3,5 Prozent auf 14,8 Milliarden.

Am Ausblick für das Gesamtjahr 2026 hält SPS fest. So soll der Mietertrag gesteigert werden, während der Leerstand weiter sinken dürfte. Im Asset Management wird unverändert mit einem Neugeldwachstum von rund 1 Milliarde Franken gerechnet.

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Im Immobiliensegment stieg der Mietertrag in den ersten sechs Monaten um 2,2 Prozent auf 230,6 Millionen Franken, wie SPS am Donnerstag mitteilte. Die Neubewertungen beliefen sich noch auf 148,0 Millionen nach hohen 216,9 Millionen im Vorjahr.

Der Reingewinn inklusive Neubewertungen kletterte um gut 17 Prozent auf 192,5 Millionen Franken. Bereinigt um diese stieg der Gewinn um 6,0 Prozent auf 165,7 Millionen.

Der Wert des eigenen Immobilienportfolios wuchs um 0,6 Prozent auf 14 Milliarden Franken. Die Leerstandsquote lag bei unverändert 3,7 Prozent.

Asset Management und Ausblick

Das zweite Standbein, das Asset Management Swiss Prime Site Solutions, steigerte die Erträge um 5,2 Prozent auf 40,0 Millionen. SPS zog Neugelder in Höhe von 0,95 Milliarden an und damit kletterte das verwaltete Vermögen im Vergleich zum Ende 2025 um 3,5 Prozent auf 14,8 Milliarden.

Am Ausblick für das Gesamtjahr 2026 hält SPS fest. So soll der Mietertrag gesteigert werden, während der Leerstand weiter sinken dürfte. Im Asset Management wird unverändert mit einem Neugeldwachstum von rund 1 Milliarde Franken gerechnet.

Quelle: www.radiocentral.ch

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Green Bonds werden bei Schweizer Immobilienfirmen zum Standard | News | Aktuell

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HIAG macht es vor: Green Bonds werden bei Immobilienunternehmen immer beliebter (Bild: Adobe Stock)

HIAG Immobilien hat am Dienstag ihren dritten Green Bond platziert: 100 Millionen Franken, sechs Jahre Laufzeit, Coupon 1,30 Prozent. Die Emission reiht sich in eine Entwicklung ein, die den Schweizer Kapitalmarkt in den vergangenen drei Jahren stillschweigend umgekrempelt hat – grüne Anleihen sind bei kotierten Immobiliengesellschaften vom Aushängeschild zur Normalfinanzierung geworden.

Die Liberierung der neuen HIAG-Anleihe erfolgt am 15. September 2026. Der Erlös fliesst gemäss Mitteilung in die Finanzierung und Refinanzierung nachhaltiger Gebäude und Projekte nach Massgabe des HIAG Green Financing Framework. Als Joint Lead Manager traten die Zürcher Kantonalbank, Raiffeisen Schweiz und die Bank J. Safra Sarasin auf; die Kotierung an der SIX Swiss Exchange ist beantragt.

Bemerkenswert ist die Kadenz: HIAG hat seit Anfang 2025 dreimal je 100 Millionen Franken grün refinanziert – im Januar 2025 über 5,25 Jahre zu 1,42 Prozent, im Januar 2026 über sieben Jahre zu 1,34 Prozent und nun über sechs Jahre zu 1,30 Prozent. Trotz längerer Laufzeit sinkt der Coupon von Emission zu Emission. Das ausstehende Green-Bond-Volumen der Basler Gesellschaft steigt damit auf 300 Millionen Franken.

Die Platzierung folgt einen Tag auf die Halbjahreszahlen. HIAG steigerte den Reingewinn im ersten Semester auf 85,0 Millionen Franken (Vorjahr: 44,6 Millionen), senkte die Leerstandsquote auf 2,8 Prozent und weist ein Portfolio von rund 2,1 Milliarden Franken aus. Der durchschnittliche Fremdkapitalzinssatz lag bei 1,7 Prozent – der neue Bond liegt spürbar darunter und verlängert zugleich das Fälligkeitsprofil.

Sieben Emittenten, rund sieben Milliarden Franken

Die Recherche zeigt: Per Mitte August 2026 haben mindestens sieben kotierte Schweizer Immobiliengesellschaften Green Bonds ausstehend. Zusammen kommen sie auf gegen sieben Milliarden Franken.

Gesellschaft Ausstehende Green Bonds Volumen (ca.)
Swiss Prime Site (inkl. SPS Finance) rund 10 Emissionen CHF 2,5 Mrd.*
PSP Swiss Property 15 Emissionen CHF 2,2 Mrd.
Mobimo 5 Emissionen CHF 0,7 Mrd.
Allreal 5 Emissionen CHF 0,64 Mrd.
Zug Estates 4 Emissionen CHF 0,4 Mrd.
HIAG 3 Emissionen CHF 0,3 Mrd.
Intershop Holding 1 Emission CHF 0,1 Mrd.

* inkl. einer Euro-Anleihe über 500 Millionen Euro sowie einer grünen Wandelanleihe über 350 Millionen Franken.

Zwei Häuser sind besonders aktiv: PSP Swiss Property hat sämtliche ausstehenden Anleihen nachträglich als Green Bonds klassifiziert und alle Kreditlinien in Sustainability-Linked Loans umgewandelt – nach eigenen Angaben sind damit 100 Prozent des verzinslichen Fremdkapitals an Nachhaltigkeitsziele geknüpft. Zug Estates finanziert sich seit 2022 ausschliesslich über grüne Anleihen. Allreal dagegen fährt zweigleisig: Fünf grünen Emissionen über 640 Millionen Franken stehen vier konventionelle Anleihen über 705 Millionen gegenüber – alle vier stammen aus den Jahren 2017 bis 2021, also aus der Zeit vor dem ersten Allreal-Green-Bond im April 2023.

Günstiges Umfeld, hohe Kadenz

2026 ist für Schweizer Immobilienunternehmen ein aussergewöhnlich dichtes Emissionsjahr. Allein seit Juni platzierten Zug Estates (100 Millionen, 1,35 Prozent, sieben Jahre), Allreal (105 Millionen, 1,255 Prozent, acht Jahre), Mobimo (100 Millionen, 0,995 Prozent, gut drei Jahre) und nun HIAG grüne Anleihen – sämtliche mit Coupons um oder unter 1,4 Prozent. Das Umfeld ist günstig, die Nachfrage offenbar da: Bei einem SNB-Leitzins von null Prozent und einem robusten Frankenkapitalmarkt ist das Zeitfenster für langfristige Refinanzierungen offen, und die Emittenten nutzen es.

Das grüne Etikett dürfte dabei weniger den Preis treiben als den Investorenkreis. Der eigentliche Effekt liegt anderswo: Wo ein Green Financing Framework einmal steht und extern verifiziert ist, kostet die nächste grüne Emission kaum Zusatzaufwand. Genau das erklärt die Kadenz – bei HIAG drei Emissionen in zwanzig Monaten, bei Mobimo zwei allein im laufenden Jahr.

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HIAG macht es vor: Green Bonds werden bei Immobilienunternehmen immer beliebter (Bild: Adobe Stock)

HIAG Immobilien hat am Dienstag ihren dritten Green Bond platziert: 100 Millionen Franken, sechs Jahre Laufzeit, Coupon 1,30 Prozent. Die Emission reiht sich in eine Entwicklung ein, die den Schweizer Kapitalmarkt in den vergangenen drei Jahren stillschweigend umgekrempelt hat – grüne Anleihen sind bei kotierten Immobiliengesellschaften vom Aushängeschild zur Normalfinanzierung geworden.

Die Liberierung der neuen HIAG-Anleihe erfolgt am 15. September 2026. Der Erlös fliesst gemäss Mitteilung in die Finanzierung und Refinanzierung nachhaltiger Gebäude und Projekte nach Massgabe des HIAG Green Financing Framework. Als Joint Lead Manager traten die Zürcher Kantonalbank, Raiffeisen Schweiz und die Bank J. Safra Sarasin auf; die Kotierung an der SIX Swiss Exchange ist beantragt.

Bemerkenswert ist die Kadenz: HIAG hat seit Anfang 2025 dreimal je 100 Millionen Franken grün refinanziert – im Januar 2025 über 5,25 Jahre zu 1,42 Prozent, im Januar 2026 über sieben Jahre zu 1,34 Prozent und nun über sechs Jahre zu 1,30 Prozent. Trotz längerer Laufzeit sinkt der Coupon von Emission zu Emission. Das ausstehende Green-Bond-Volumen der Basler Gesellschaft steigt damit auf 300 Millionen Franken.

Die Platzierung folgt einen Tag auf die Halbjahreszahlen. HIAG steigerte den Reingewinn im ersten Semester auf 85,0 Millionen Franken (Vorjahr: 44,6 Millionen), senkte die Leerstandsquote auf 2,8 Prozent und weist ein Portfolio von rund 2,1 Milliarden Franken aus. Der durchschnittliche Fremdkapitalzinssatz lag bei 1,7 Prozent – der neue Bond liegt spürbar darunter und verlängert zugleich das Fälligkeitsprofil.

Sieben Emittenten, rund sieben Milliarden Franken

Die Recherche zeigt: Per Mitte August 2026 haben mindestens sieben kotierte Schweizer Immobiliengesellschaften Green Bonds ausstehend. Zusammen kommen sie auf gegen sieben Milliarden Franken.

Gesellschaft Ausstehende Green Bonds Volumen (ca.)
Swiss Prime Site (inkl. SPS Finance) rund 10 Emissionen CHF 2,5 Mrd.*
PSP Swiss Property 15 Emissionen CHF 2,2 Mrd.
Mobimo 5 Emissionen CHF 0,7 Mrd.
Allreal 5 Emissionen CHF 0,64 Mrd.
Zug Estates 4 Emissionen CHF 0,4 Mrd.
HIAG 3 Emissionen CHF 0,3 Mrd.
Intershop Holding 1 Emission CHF 0,1 Mrd.

* inkl. einer Euro-Anleihe über 500 Millionen Euro sowie einer grünen Wandelanleihe über 350 Millionen Franken.

Zwei Häuser sind besonders aktiv: PSP Swiss Property hat sämtliche ausstehenden Anleihen nachträglich als Green Bonds klassifiziert und alle Kreditlinien in Sustainability-Linked Loans umgewandelt – nach eigenen Angaben sind damit 100 Prozent des verzinslichen Fremdkapitals an Nachhaltigkeitsziele geknüpft. Zug Estates finanziert sich seit 2022 ausschliesslich über grüne Anleihen. Allreal dagegen fährt zweigleisig: Fünf grünen Emissionen über 640 Millionen Franken stehen vier konventionelle Anleihen über 705 Millionen gegenüber – alle vier stammen aus den Jahren 2017 bis 2021, also aus der Zeit vor dem ersten Allreal-Green-Bond im April 2023.

Günstiges Umfeld, hohe Kadenz

2026 ist für Schweizer Immobilienunternehmen ein aussergewöhnlich dichtes Emissionsjahr. Allein seit Juni platzierten Zug Estates (100 Millionen, 1,35 Prozent, sieben Jahre), Allreal (105 Millionen, 1,255 Prozent, acht Jahre), Mobimo (100 Millionen, 0,995 Prozent, gut drei Jahre) und nun HIAG grüne Anleihen – sämtliche mit Coupons um oder unter 1,4 Prozent. Das Umfeld ist günstig, die Nachfrage offenbar da: Bei einem SNB-Leitzins von null Prozent und einem robusten Frankenkapitalmarkt ist das Zeitfenster für langfristige Refinanzierungen offen, und die Emittenten nutzen es.

Das grüne Etikett dürfte dabei weniger den Preis treiben als den Investorenkreis. Der eigentliche Effekt liegt anderswo: Wo ein Green Financing Framework einmal steht und extern verifiziert ist, kostet die nächste grüne Emission kaum Zusatzaufwand. Genau das erklärt die Kadenz – bei HIAG drei Emissionen in zwanzig Monaten, bei Mobimo zwei allein im laufenden Jahr.

Quelle: investrends.ch

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10 Immobilienstudien H1 2026: DACH-Marktberichte im Überblick

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Falls Sie es in der Hitze verpasst haben: Zwischen Ende Juni und Mitte August sind die Halbjahresbilanzen im Wochentakt eingetroffen. Die Kurzfassung für Österreich: Das Investmentvolumen ist im ersten Halbjahr um rund 31 Prozent auf etwa eine Milliarde Euro eingebrochen, das Wohn-Investment sogar um rund 80 Prozent – während die Baukosten mit plus 4,9 Prozent weiter steigen. In Deutschland zieht Wohnen an (plus 1,9 Prozent), Büro fällt erstmals seit fünf Quartalen (minus 1,2 Prozent). In der Schweiz klettert der Blasenindex das sechste Quartal in Folge. Hier sind die zehn Studien mit allen Kernzahlen und Links zu den Originalquellen.

Die zehn Studien auf einen Blick

Studie

Herausgeber

Datum

Markt

Kernzahl

Investmentmarkt H1 2026

CBRE Austria

15.07.2026

Österreich

rund 1 Mrd. Euro, −31 % z. Vj.

Zinshausmarktbericht 2026

EHL Immobilien

Ende Juli 2026

Österreich/Wien

Zinshäuser bis zu 30 % günstiger als Einzelwohnungen

Baupreisindex Q2 2026

Statistik Austria

10.08.2026

Österreich

104,9 Punkte, +4,9 % z. Vj.

Marktupdate Wohnen H1 2026

EHL Wohnen

Juli 2026

Wien

nur rund 2.570 freifinanzierte Mietwohnungen heuer

Immobilienpreisindex Q2 2026

vdp

10.08.2026

Deutschland

Wohnen +1,9 %, Büro −1,2 %

Blasenindex Q2 2026

empirica

11.08.2026

Deutschland

Rückschlagpotential 18 %, Top 7: 30 %

Investmentmarkt H1 2026

JLL Germany

06.07.2026

Deutschland

17,6 Mrd. Euro, +15 % z. Vj.

Baugenehmigungen H1 2026

Destatis

12.08.2026

Deutschland

126.300 Wohnungen, +15,1 %

Immobilienklima Juli 2026

Deutsche Hypo

15.07.2026

Deutschland

86,6 Punkte, +9,1 % (August: −6,0 %)

Swiss Real Estate Bubble Index Q2

UBS

06.08.2026

Schweiz

0,72 Punkte, sechstes Plus in Folge

Ergänzend zitiert: Raiffeisen Transaktionspreisindex Q2 (07.07.2026), Fahrländer Partner Metaanalyse (17.07.2026), JLL Logistik-, Hotel- und Büromarktberichte (Juli 2026).

Österreich

1. CBRE Investmentmarkt H1 2026: Das Volumen halbiert sich, die Investoren werden internationaler

Herausgeber: CBRE Austria · Veröffentlicht: 15. Juli 2026 · Zeitraum: 1. Halbjahr 2026

Die Zahlen: rund eine Milliarde Euro Transaktionsvolumen, minus 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 27 Prozent unter dem Fünfjahresschnitt. Das zweite Quartal allein sackte im Jahresabstand um 80 Prozent auf rund 300 Millionen Euro ab. Das Wohn-Investment lag rund 80 Prozent unter Vorjahr. Retail führt mit 27 Prozent vor Hotels mit 26 Prozent.

Die zweite Hälfte der Geschichte ist die erfreulichere: Der Anteil internationaler Investoren stieg von 35 auf 53 Prozent. Manuel Bugl, Head of Investment bei CBRE Österreich, erwartet Nachholeffekte – man sehe „länger dauernde Transaktionszeiträume und erwarte signifikante Abschlüsse in der zweiten Jahreshälfte”.

Einordnung: Der Einbruch ist kein Nachfrageproblem. Die Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern liegen weiter auseinander, als es die Renditeerwartungen zulassen – gerade im Wohnsegment. Wer heuer verkaufen muss, verkauft; wer warten kann, wartet.

→ cbre.at/press-releases/comeback-der-internationalen-immobilieninvestoren-in-oesterreich

2. EHL Zinshausmarktbericht 2026: Erholung mit Restrukturierungsbeigeschmack

Herausgeber: EHL Immobilien Gruppe · Veröffentlicht: Ende Juli 2026 · Zeitraum: Jahresbericht mit Halbjahresausblick

Das Wiener Zinshaus-Transaktionsvolumen lag 2025 bei 1,3 Milliarden Euro. Die aussagekräftigere Zahl steht daneben: Ganze Zinshäuser sind derzeit bis zu 30 Prozent günstiger zu haben als die Summe ihrer Einzelwohnungen. Und ein wachsender Teil der gehandelten Objekte stammt aus Restrukturierungen – die Banken drängen auf Kreditrückführung.

Franz Pöltl, Geschäftsführender Gesellschafter der EHL Investment Consulting, nennt die Entspannung an der Zinsfront als wichtigsten Erholungsfaktor, hält weitere Anhebungen im Herbst aber für wahrscheinlich. Das parallel erschienene EHL-Investment-Marktupdate weist für das erste Halbjahr rund 1,15 Milliarden Euro aus und prognostiziert vier Milliarden fürs Gesamtjahr; Bestandswohnimmobilien kommen auf rund 26 Prozent Marktanteil.

Einordnung: Der Abschlag von bis zu 30 Prozent ist die interessanteste Kennzahl des Sommers für alle, die im Zinshaussegment einkaufen. Er misst nicht nur Marktschwäche, sondern auch den Aufwand, den Parifizierung und Abverkauf heute bedeuten.

→ immobilien-redaktion.com/artikel/ehl-zinshausmarktbericht-2026-der-markt-zwischen-erholung-und-neuen-herausforderungen

3. Statistik Austria Baupreisindex Q2 2026: Bauen wird schon wieder teurer

Herausgeber: Statistik Austria · Veröffentlicht: 10. August 2026 · Zeitraum: 2. Quartal 2026

Der Baupreisindex für Hoch- und Tiefbau steht bei 104,9 Punkten – plus 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und plus 3,1 Prozent gegenüber dem ersten Quartal. Der Hochbau legte um 3,6 Prozent zu, der Wohnhaus- und Siedlungsbau ebenfalls um 3,6 Prozent. Deutlich unangenehmer der Tiefbau mit plus 7,0 Prozent und der Straßenbau mit plus 7,5 Prozent. Zu beachten: neues Basisjahr 2025.

Einordnung: Die Baukosten sind nie wieder dorthin zurückgekehrt, wo Kalkulationen aus der Niedrigzinsphase sie vermutet hatten. Sie steigen weiter, nur langsamer. Für Bauträger heißt das: Projekte, die 2021 gerechnet wurden und seither in der Schublade lagen, rechnen sich auch 2026 nicht automatisch wieder.

→ statistik.at – Aussendung Baupreisindex Q2 2026 (PDF)

4. EHL Marktupdate Wohnen H1 2026: Wien baut zu wenig Mietwohnungen

Herausgeber: EHL Wohnen · Veröffentlicht: Juli 2026 · Zeitraum: 1. Halbjahr 2026

Für das Gesamtjahr 2026 werden nur rund 2.570 neu errichtete freifinanzierte Mietwohnungen erwartet, dazu rund 2.280 geförderte. Die Mieten stiegen im ersten Halbjahr in allen großen Segmenten deutlich über der Inflationsrate. Vorsorgewohnungen entwickeln sich wieder zum gefragten Investment.

Einordnung: Das ist die österreichische Version des deutschen Fertigstellungsproblems – und sie kommt zeitversetzt. Was heute nicht genehmigt und gebaut wird, fehlt 2028 und 2029 im Angebot. Die Mietpreisentwicklung der kommenden Jahre wird heute entschieden.

→ immobilien-redaktion.com/artikel/wiener-wohnungsmarkt-ehl-marktupdate

Deutschland

Für den österreichischen Markt sind die deutschen Zahlen kein Selbstzweck: Sie zeigen häufig mit sechs bis zwölf Monaten Vorlauf, was hierzulande ansteht – und die großen institutionellen Investoren betrachten den DACH-Raum ohnehin als einen Markt.

5. vdp-Immobilienpreisindex Q2 2026: Wohnen rauf, Büro runter

Herausgeber: Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) · Veröffentlicht: 10. August 2026 · Zeitraum: 2. Quartal 2026

Der Index basiert auf echten Kaufverträgen von mehr als 700 Kreditinstituten – das macht ihn zur belastbarsten Preisquelle Deutschlands. Gesamtindex plus 1,3 Prozent im Jahresvergleich, Wohnimmobilien plus 1,9 Prozent, Büro minus 1,2 Prozent, Einzelhandel minus 0,2 Prozent. Es ist der erste Gewerberückgang auf Jahressicht nach fünf Quartalen im Plus. Die Neuvertragsmieten in Mehrfamilienhäusern stiegen um 3,2 Prozent, am stärksten in Düsseldorf (plus 3,6 Prozent), am schwächsten in Berlin (plus 0,6 Prozent).

Jens Tolckmitt, Hauptgeschäftsführer des vdp, hält fest, dass sich die Preise „erstmals seit anderthalb Jahren wieder uneinheitlich” bewegten.

Einordnung: Wer 2024 und 2025 von einer allgemeinen Bodenbildung sprach, muss das nun nach Assetklassen differenzieren. Die Schere zwischen Wohnen und Büro öffnet sich wieder – und zwar messbar.

→ pfandbrief.de/uneinheitliche-entwicklung-der-immobilienpreise

6. empirica-Blasenindex Q2 2026: „Rasender Stillstand”

Herausgeber: empirica regio / empirica ag · Veröffentlicht: 11. August 2026 · Zeitraum: 2. Quartal 2026

Das Rückschlagpotential sinkt bundesweit auf 18 Prozent nach 20 Prozent im Vorjahr und 24 Prozent im Jahr 2023. In den Top-7-Städten sind es 30 Prozent. Trotzdem gelten weiterhin 272 von 400 Kreisen als mäßig bis hoch riskant. Der Grund für die Entspannung: Nicht die Preise fallen, die Mieten steigen schneller.

Dr. Reiner Braun, Vorstandsvorsitzender der empirica ag, hat dafür die Formulierung des Sommers gefunden – an der Preisfront herrsche „aktuell ein rasender Stillstand”.

Einordnung: Eine sinkende Blasengefahr durch steigende Mieten ist eine gute Nachricht für Investoren und eine schlechte für Mieter. Die Detaildaten sind kostenpflichtig, der Kurzbericht frei zugänglich.

→ empirica-regio.de/news/260811_immobilienblasenindex_q2_2026

7. JLL Investmentmarkt H1 2026: Der Markt wächst – trotz Krieg

Herausgeber: JLL Germany · Veröffentlicht: 6. Juli 2026 · Zeitraum: 1. Halbjahr 2026

Rund 17,6 Milliarden Euro Transaktionsvolumen, plus 15 Prozent. Living ist mit 5,8 Milliarden Euro und einem Drittel Marktanteil die stärkste Assetklasse, die Jahresprognose liegt bei 35 bis 40 Milliarden. Berlin führt mit gut 1,6 Milliarden knapp vor Hamburg, das um fast 60 Prozent zulegte. Frankfurt fällt mit 530 Millionen Euro ab.

Konstantin Kortmann, CEO von JLL Germany, hält fest, die Rahmenbedingungen blieben „nach wie vor volatil”. Im selben Zeitraum liefert JLL nach: Logistik mit 2,9 Milliarden im Halbjahr (plus 22 Prozent), Hotel mit 741 Millionen (minus 18 Prozent) und der Big-7-Büromarkt mit einem Leerstand von 8,5 Prozent nach 7,7 Prozent Mitte 2025.

Einordnung: Der interessante Kontrast zu Österreich: Der deutsche Markt legt zu, während der österreichische einbricht. Das liegt weniger an der Marktqualität als an der Größe – 17,6 Milliarden verkraften einzelne ausbleibende Deals, eine Milliarde nicht.

→ jll.com/de-de/newsroom/der-deutsche-investmentmarkt-bestaetigt-seinen-moderaten-aufwaertstrend

8. Destatis Baugenehmigungen H1 2026: Rekordanstieg auf Krisenniveau

Herausgeber: Statistisches Bundesamt · Veröffentlicht: 12. August 2026 · Zeitraum: 1. Halbjahr 2026

126.300 genehmigte Wohnungen, plus 15,1 Prozent – der stärkste Halbjahresanstieg seit 2016, bei Mehrfamilienhäusern plus 16,9 Prozent. Der zweite Blick lohnt: Absolut liegt das Niveau noch immer dort, wo es im ersten Halbjahr 2011 lag.

ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan bringt es auf den Punkt – es gebe Potenzial, aber das müsse „auch gehoben werden können”. Laut Ifo-Konjunkturumfrage erwartet mehr als ein Drittel der Wohnungsbauunternehmen für das zweite Halbjahr eine ungünstigere Entwicklung.

Einordnung: Eine Genehmigung ist keine Fertigstellung. Zwischen beiden liegen in Deutschland derzeit Finanzierungszusagen, die nicht kommen, und Baukosten, die nicht sinken. In Österreich gilt dasselbe.

→ destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/08/PD26_291_3111.html

9. Deutsche Hypo Immobilienklima Juli 2026: Die Stimmung dreht – und dreht gleich zurück

Herausgeber: Deutsche Hypo – NORD/LB Real Estate Finance · Veröffentlicht: 15. Juli 2026 · Zeitraum: Juli 2026, 223. Monatsbefragung

Ein Sprung um 9,1 Prozent auf 86,6 Punkte, befragt wurden rund 1.000 ExpertInnen. Das Investmentklima legte um 10,2 Prozent zu, das Ertragsklima um 7,8 Prozent, Logistik durchbrach mit 102,8 Punkten wieder die 100er-Marke.

Einordnung: Wer die Studie als Beleg für die Wende zitieren will, sollte die August-Ausgabe danebenlegen: minus 6,0 Prozent auf 81,4 Punkte. So schnell kann Stimmung kippen – ein gutes Argument dafür, Sentiment-Indizes nie isoliert zu lesen.

→ deutsche-hypo.de/aktuelles-de/spuerbare-erholung-des-immobilienklimas-im-juli

Schweiz

10. UBS Bubble Index Q2 2026: Sechstes Quartal nach oben – und trotzdem „moderat”

Herausgeber: UBS Switzerland, Chief Investment Office · Veröffentlicht: 6. August 2026 · Zeitraum: 2. Quartal 2026

Der Index stieg von 0,62 auf 0,72 Punkte und klettert damit seit Ende 2024 ununterbrochen. Die Wohneigentumspreise legten um 3,6 Prozent zu, die Angebotsmieten um 2,4 Prozent; für das Gesamtjahr erwartet UBS ein nominales Preiswachstum von 3,5 bis 4,0 Prozent. Die Einstufung bleibt dennoch bei „moderat” – erhöhtes Risiko beginnt erst ab 1,0. Wer die Zahlen verwendet: Der Q1-Wert wurde von 0,69 auf 0,62 revidiert, das gehört bei Zeitreihen dazugesagt.

Woher der Preisdruck kommt, zeigt der Raiffeisen-Transaktionspreisindex vom 7. Juli: Stockwerkeigentum plus 4,2 Prozent im Jahresvergleich, Einfamilienhäuser plus 3,4 Prozent, in der Westschweiz plus 6,3 Prozent. Fredy Hasenmaile, Chefökonom von Raiffeisen Schweiz, sieht die Preisdynamik „nach wie vor sehr hoch”. Eine Metaanalyse von Fahrländer Partner vom 17. Juli stützt das.

Einordnung: Die Schweiz ist der Gegenentwurf zu Österreich – tiefe Hypothekarzinsen, knappes Angebot, stabil steigende Preise. Für österreichische Investoren ist sie damit weniger Vergleichsmarkt als Erinnerung daran, wie stark die Zinsentwicklung alles andere überlagert.

→ ubs.com – Swiss Real Estate Bubble Index · raiffeisen.ch – Transaktionspreisindex Q2 2026

Was aus den zehn Studien für Österreich folgt

Drei Dinge fallen auf, wenn man die Berichte nebeneinanderlegt.

Erstens: Österreich hat ein Angebotsproblem, kein Nachfrageproblem. Das Wohn-Investment bricht um 80 Prozent ein, während die Nachfrage hoch bleibt, in Wien nur rund 2.570 freifinanzierte Mietwohnungen entstehen und die Baukosten um 4,9 Prozent steigen. Diese Kombination löst sich nicht von allein auf – sie verschiebt das Problem in die Jahre 2028 und 2029.

Zweitens: Die Schere zwischen Wohnen und Gewerbe öffnet sich wieder. Der vdp-Index macht es an einer einzigen Zahl fest: plus 1,9 gegen minus 1,2 Prozent. Wer noch von einer allgemeinen Bodenbildung spricht, sollte präzisieren, welche Assetklasse er meint.

Drittens: Die Studien selbst sind vorsichtiger geworden. Fast überall stehen heuer Konjunktive und geopolitische Vorbehalte, wo vor drei Jahren Prognosen standen. Man kann das als Erkenntnisgewinn lesen.

Zwei Termine sind für den Herbst absehbar: die nächste EZB-Sitzung und die Herbstgutachten. Bis dahin bleibt die Halbjahresbilanz die beste verfügbare Datengrundlage.

Häufige Fragen zu den Immobilienstudien im Sommer 2026

Wie hat sich der österreichische Immobilien-Investmentmarkt im ersten Halbjahr 2026 entwickelt?

Laut CBRE Austria lag das Transaktionsvolumen bei rund einer Milliarde Euro, ein Minus von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das zweite Quartal allein brach um 80 Prozent auf rund 300 Millionen Euro ein. Der Anteil internationaler Investoren stieg zugleich von 35 auf 53 Prozent. EHL beziffert das Halbjahresvolumen mit rund 1,15 Milliarden Euro – die Abweichung erklärt sich durch unterschiedliche Erhebungsstichtage und Zählweisen.

Um wie viel sind die Baukosten in Österreich 2026 gestiegen?

Der Baupreisindex der Statistik Austria lag im zweiten Quartal 2026 bei 104,9 Punkten, plus 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Im Hochbau betrug der Anstieg 3,6 Prozent, im Tiefbau 7,0 Prozent und im Straßenbau 7,5 Prozent.

Wie viele Mietwohnungen entstehen 2026 in Wien?

Nach dem EHL-Marktupdate werden für das Gesamtjahr 2026 rund 2.570 freifinanzierte und rund 2.280 geförderte Mietwohnungen erwartet. Die Mieten stiegen im ersten Halbjahr in allen großen Segmenten über der Inflationsrate.

Steigen oder fallen die Immobilienpreise in Deutschland?

Beides, je nach Assetklasse. Der vdp-Immobilienpreisindex für das zweite Quartal 2026 weist Wohnimmobilien mit plus 1,9 Prozent aus, Büroimmobilien mit minus 1,2 Prozent und Einzelhandel mit minus 0,2 Prozent – der erste Gewerberückgang auf Jahressicht nach fünf Quartalen im Plus.

Gibt es in der Schweiz eine Immobilienblase?

Der UBS Swiss Real Estate Bubble Index stieg im zweiten Quartal 2026 auf 0,72 Punkte und damit das sechste Quartal in Folge. UBS stuft das Risiko weiterhin als „moderat” ein; als erhöht gilt es erst ab einem Indexwert von 1,0.

Welche Immobilienstudien sind im Sommer 2026 erschienen?

Die zehn wichtigsten sind in der Übersichtstabelle oben aufgeführt – von CBRE, EHL, Statistik Austria, vdp, empirica, JLL, Destatis, Deutsche Hypo, UBS und Raiffeisen, jeweils mit Datum und Kernzahl.

Zur Auswahl

Berücksichtigt wurden Studien, Indizes und Marktberichte mit eigener Datenbasis, die zwischen 20. Juni und 19. August 2026 von einem namentlich benannten Herausgeber veröffentlicht wurden und deren Methodik nachvollziehbar ist. Reine Unternehmensmeldungen und Whitepaper ohne Datengrundlage blieben außen vor. Bei mehreren Berichten eines Hauses im Zeitraum wurde der jeweils marktbreiteste ausgewählt, ergänzende Berichte sind im Fließtext erwähnt.

Alle Zahlen nach Angaben der jeweiligen Herausgeber. Die empirica-Detaildaten sind kostenpflichtig, einzelne EHL-Berichte nur nach Registrierung verfügbar. Die PDF-Links von Fahrländer Partner und UBS zeigen jeweils die aktuellste Ausgabe und werden mit der nächsten Publikation überschrieben.

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Falls Sie es in der Hitze verpasst haben: Zwischen Ende Juni und Mitte August sind die Halbjahresbilanzen im Wochentakt eingetroffen. Die Kurzfassung für Österreich: Das Investmentvolumen ist im ersten Halbjahr um rund 31 Prozent auf etwa eine Milliarde Euro eingebrochen, das Wohn-Investment sogar um rund 80 Prozent – während die Baukosten mit plus 4,9 Prozent weiter steigen. In Deutschland zieht Wohnen an (plus 1,9 Prozent), Büro fällt erstmals seit fünf Quartalen (minus 1,2 Prozent). In der Schweiz klettert der Blasenindex das sechste Quartal in Folge. Hier sind die zehn Studien mit allen Kernzahlen und Links zu den Originalquellen.

Die zehn Studien auf einen Blick

Studie

Herausgeber

Datum

Markt

Kernzahl

Investmentmarkt H1 2026

CBRE Austria

15.07.2026

Österreich

rund 1 Mrd. Euro, −31 % z. Vj.

Zinshausmarktbericht 2026

EHL Immobilien

Ende Juli 2026

Österreich/Wien

Zinshäuser bis zu 30 % günstiger als Einzelwohnungen

Baupreisindex Q2 2026

Statistik Austria

10.08.2026

Österreich

104,9 Punkte, +4,9 % z. Vj.

Marktupdate Wohnen H1 2026

EHL Wohnen

Juli 2026

Wien

nur rund 2.570 freifinanzierte Mietwohnungen heuer

Immobilienpreisindex Q2 2026

vdp

10.08.2026

Deutschland

Wohnen +1,9 %, Büro −1,2 %

Blasenindex Q2 2026

empirica

11.08.2026

Deutschland

Rückschlagpotential 18 %, Top 7: 30 %

Investmentmarkt H1 2026

JLL Germany

06.07.2026

Deutschland

17,6 Mrd. Euro, +15 % z. Vj.

Baugenehmigungen H1 2026

Destatis

12.08.2026

Deutschland

126.300 Wohnungen, +15,1 %

Immobilienklima Juli 2026

Deutsche Hypo

15.07.2026

Deutschland

86,6 Punkte, +9,1 % (August: −6,0 %)

Swiss Real Estate Bubble Index Q2

UBS

06.08.2026

Schweiz

0,72 Punkte, sechstes Plus in Folge

Ergänzend zitiert: Raiffeisen Transaktionspreisindex Q2 (07.07.2026), Fahrländer Partner Metaanalyse (17.07.2026), JLL Logistik-, Hotel- und Büromarktberichte (Juli 2026).

Österreich

1. CBRE Investmentmarkt H1 2026: Das Volumen halbiert sich, die Investoren werden internationaler

Herausgeber: CBRE Austria · Veröffentlicht: 15. Juli 2026 · Zeitraum: 1. Halbjahr 2026

Die Zahlen: rund eine Milliarde Euro Transaktionsvolumen, minus 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 27 Prozent unter dem Fünfjahresschnitt. Das zweite Quartal allein sackte im Jahresabstand um 80 Prozent auf rund 300 Millionen Euro ab. Das Wohn-Investment lag rund 80 Prozent unter Vorjahr. Retail führt mit 27 Prozent vor Hotels mit 26 Prozent.

Die zweite Hälfte der Geschichte ist die erfreulichere: Der Anteil internationaler Investoren stieg von 35 auf 53 Prozent. Manuel Bugl, Head of Investment bei CBRE Österreich, erwartet Nachholeffekte – man sehe „länger dauernde Transaktionszeiträume und erwarte signifikante Abschlüsse in der zweiten Jahreshälfte”.

Einordnung: Der Einbruch ist kein Nachfrageproblem. Die Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern liegen weiter auseinander, als es die Renditeerwartungen zulassen – gerade im Wohnsegment. Wer heuer verkaufen muss, verkauft; wer warten kann, wartet.

→ cbre.at/press-releases/comeback-der-internationalen-immobilieninvestoren-in-oesterreich

2. EHL Zinshausmarktbericht 2026: Erholung mit Restrukturierungsbeigeschmack

Herausgeber: EHL Immobilien Gruppe · Veröffentlicht: Ende Juli 2026 · Zeitraum: Jahresbericht mit Halbjahresausblick

Das Wiener Zinshaus-Transaktionsvolumen lag 2025 bei 1,3 Milliarden Euro. Die aussagekräftigere Zahl steht daneben: Ganze Zinshäuser sind derzeit bis zu 30 Prozent günstiger zu haben als die Summe ihrer Einzelwohnungen. Und ein wachsender Teil der gehandelten Objekte stammt aus Restrukturierungen – die Banken drängen auf Kreditrückführung.

Franz Pöltl, Geschäftsführender Gesellschafter der EHL Investment Consulting, nennt die Entspannung an der Zinsfront als wichtigsten Erholungsfaktor, hält weitere Anhebungen im Herbst aber für wahrscheinlich. Das parallel erschienene EHL-Investment-Marktupdate weist für das erste Halbjahr rund 1,15 Milliarden Euro aus und prognostiziert vier Milliarden fürs Gesamtjahr; Bestandswohnimmobilien kommen auf rund 26 Prozent Marktanteil.

Einordnung: Der Abschlag von bis zu 30 Prozent ist die interessanteste Kennzahl des Sommers für alle, die im Zinshaussegment einkaufen. Er misst nicht nur Marktschwäche, sondern auch den Aufwand, den Parifizierung und Abverkauf heute bedeuten.

→ immobilien-redaktion.com/artikel/ehl-zinshausmarktbericht-2026-der-markt-zwischen-erholung-und-neuen-herausforderungen

3. Statistik Austria Baupreisindex Q2 2026: Bauen wird schon wieder teurer

Herausgeber: Statistik Austria · Veröffentlicht: 10. August 2026 · Zeitraum: 2. Quartal 2026

Der Baupreisindex für Hoch- und Tiefbau steht bei 104,9 Punkten – plus 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und plus 3,1 Prozent gegenüber dem ersten Quartal. Der Hochbau legte um 3,6 Prozent zu, der Wohnhaus- und Siedlungsbau ebenfalls um 3,6 Prozent. Deutlich unangenehmer der Tiefbau mit plus 7,0 Prozent und der Straßenbau mit plus 7,5 Prozent. Zu beachten: neues Basisjahr 2025.

Einordnung: Die Baukosten sind nie wieder dorthin zurückgekehrt, wo Kalkulationen aus der Niedrigzinsphase sie vermutet hatten. Sie steigen weiter, nur langsamer. Für Bauträger heißt das: Projekte, die 2021 gerechnet wurden und seither in der Schublade lagen, rechnen sich auch 2026 nicht automatisch wieder.

→ statistik.at – Aussendung Baupreisindex Q2 2026 (PDF)

4. EHL Marktupdate Wohnen H1 2026: Wien baut zu wenig Mietwohnungen

Herausgeber: EHL Wohnen · Veröffentlicht: Juli 2026 · Zeitraum: 1. Halbjahr 2026

Für das Gesamtjahr 2026 werden nur rund 2.570 neu errichtete freifinanzierte Mietwohnungen erwartet, dazu rund 2.280 geförderte. Die Mieten stiegen im ersten Halbjahr in allen großen Segmenten deutlich über der Inflationsrate. Vorsorgewohnungen entwickeln sich wieder zum gefragten Investment.

Einordnung: Das ist die österreichische Version des deutschen Fertigstellungsproblems – und sie kommt zeitversetzt. Was heute nicht genehmigt und gebaut wird, fehlt 2028 und 2029 im Angebot. Die Mietpreisentwicklung der kommenden Jahre wird heute entschieden.

→ immobilien-redaktion.com/artikel/wiener-wohnungsmarkt-ehl-marktupdate

Deutschland

Für den österreichischen Markt sind die deutschen Zahlen kein Selbstzweck: Sie zeigen häufig mit sechs bis zwölf Monaten Vorlauf, was hierzulande ansteht – und die großen institutionellen Investoren betrachten den DACH-Raum ohnehin als einen Markt.

5. vdp-Immobilienpreisindex Q2 2026: Wohnen rauf, Büro runter

Herausgeber: Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) · Veröffentlicht: 10. August 2026 · Zeitraum: 2. Quartal 2026

Der Index basiert auf echten Kaufverträgen von mehr als 700 Kreditinstituten – das macht ihn zur belastbarsten Preisquelle Deutschlands. Gesamtindex plus 1,3 Prozent im Jahresvergleich, Wohnimmobilien plus 1,9 Prozent, Büro minus 1,2 Prozent, Einzelhandel minus 0,2 Prozent. Es ist der erste Gewerberückgang auf Jahressicht nach fünf Quartalen im Plus. Die Neuvertragsmieten in Mehrfamilienhäusern stiegen um 3,2 Prozent, am stärksten in Düsseldorf (plus 3,6 Prozent), am schwächsten in Berlin (plus 0,6 Prozent).

Jens Tolckmitt, Hauptgeschäftsführer des vdp, hält fest, dass sich die Preise „erstmals seit anderthalb Jahren wieder uneinheitlich” bewegten.

Einordnung: Wer 2024 und 2025 von einer allgemeinen Bodenbildung sprach, muss das nun nach Assetklassen differenzieren. Die Schere zwischen Wohnen und Büro öffnet sich wieder – und zwar messbar.

→ pfandbrief.de/uneinheitliche-entwicklung-der-immobilienpreise

6. empirica-Blasenindex Q2 2026: „Rasender Stillstand”

Herausgeber: empirica regio / empirica ag · Veröffentlicht: 11. August 2026 · Zeitraum: 2. Quartal 2026

Das Rückschlagpotential sinkt bundesweit auf 18 Prozent nach 20 Prozent im Vorjahr und 24 Prozent im Jahr 2023. In den Top-7-Städten sind es 30 Prozent. Trotzdem gelten weiterhin 272 von 400 Kreisen als mäßig bis hoch riskant. Der Grund für die Entspannung: Nicht die Preise fallen, die Mieten steigen schneller.

Dr. Reiner Braun, Vorstandsvorsitzender der empirica ag, hat dafür die Formulierung des Sommers gefunden – an der Preisfront herrsche „aktuell ein rasender Stillstand”.

Einordnung: Eine sinkende Blasengefahr durch steigende Mieten ist eine gute Nachricht für Investoren und eine schlechte für Mieter. Die Detaildaten sind kostenpflichtig, der Kurzbericht frei zugänglich.

→ empirica-regio.de/news/260811_immobilienblasenindex_q2_2026

7. JLL Investmentmarkt H1 2026: Der Markt wächst – trotz Krieg

Herausgeber: JLL Germany · Veröffentlicht: 6. Juli 2026 · Zeitraum: 1. Halbjahr 2026

Rund 17,6 Milliarden Euro Transaktionsvolumen, plus 15 Prozent. Living ist mit 5,8 Milliarden Euro und einem Drittel Marktanteil die stärkste Assetklasse, die Jahresprognose liegt bei 35 bis 40 Milliarden. Berlin führt mit gut 1,6 Milliarden knapp vor Hamburg, das um fast 60 Prozent zulegte. Frankfurt fällt mit 530 Millionen Euro ab.

Konstantin Kortmann, CEO von JLL Germany, hält fest, die Rahmenbedingungen blieben „nach wie vor volatil”. Im selben Zeitraum liefert JLL nach: Logistik mit 2,9 Milliarden im Halbjahr (plus 22 Prozent), Hotel mit 741 Millionen (minus 18 Prozent) und der Big-7-Büromarkt mit einem Leerstand von 8,5 Prozent nach 7,7 Prozent Mitte 2025.

Einordnung: Der interessante Kontrast zu Österreich: Der deutsche Markt legt zu, während der österreichische einbricht. Das liegt weniger an der Marktqualität als an der Größe – 17,6 Milliarden verkraften einzelne ausbleibende Deals, eine Milliarde nicht.

→ jll.com/de-de/newsroom/der-deutsche-investmentmarkt-bestaetigt-seinen-moderaten-aufwaertstrend

8. Destatis Baugenehmigungen H1 2026: Rekordanstieg auf Krisenniveau

Herausgeber: Statistisches Bundesamt · Veröffentlicht: 12. August 2026 · Zeitraum: 1. Halbjahr 2026

126.300 genehmigte Wohnungen, plus 15,1 Prozent – der stärkste Halbjahresanstieg seit 2016, bei Mehrfamilienhäusern plus 16,9 Prozent. Der zweite Blick lohnt: Absolut liegt das Niveau noch immer dort, wo es im ersten Halbjahr 2011 lag.

ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan bringt es auf den Punkt – es gebe Potenzial, aber das müsse „auch gehoben werden können”. Laut Ifo-Konjunkturumfrage erwartet mehr als ein Drittel der Wohnungsbauunternehmen für das zweite Halbjahr eine ungünstigere Entwicklung.

Einordnung: Eine Genehmigung ist keine Fertigstellung. Zwischen beiden liegen in Deutschland derzeit Finanzierungszusagen, die nicht kommen, und Baukosten, die nicht sinken. In Österreich gilt dasselbe.

→ destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/08/PD26_291_3111.html

9. Deutsche Hypo Immobilienklima Juli 2026: Die Stimmung dreht – und dreht gleich zurück

Herausgeber: Deutsche Hypo – NORD/LB Real Estate Finance · Veröffentlicht: 15. Juli 2026 · Zeitraum: Juli 2026, 223. Monatsbefragung

Ein Sprung um 9,1 Prozent auf 86,6 Punkte, befragt wurden rund 1.000 ExpertInnen. Das Investmentklima legte um 10,2 Prozent zu, das Ertragsklima um 7,8 Prozent, Logistik durchbrach mit 102,8 Punkten wieder die 100er-Marke.

Einordnung: Wer die Studie als Beleg für die Wende zitieren will, sollte die August-Ausgabe danebenlegen: minus 6,0 Prozent auf 81,4 Punkte. So schnell kann Stimmung kippen – ein gutes Argument dafür, Sentiment-Indizes nie isoliert zu lesen.

→ deutsche-hypo.de/aktuelles-de/spuerbare-erholung-des-immobilienklimas-im-juli

Schweiz

10. UBS Bubble Index Q2 2026: Sechstes Quartal nach oben – und trotzdem „moderat”

Herausgeber: UBS Switzerland, Chief Investment Office · Veröffentlicht: 6. August 2026 · Zeitraum: 2. Quartal 2026

Der Index stieg von 0,62 auf 0,72 Punkte und klettert damit seit Ende 2024 ununterbrochen. Die Wohneigentumspreise legten um 3,6 Prozent zu, die Angebotsmieten um 2,4 Prozent; für das Gesamtjahr erwartet UBS ein nominales Preiswachstum von 3,5 bis 4,0 Prozent. Die Einstufung bleibt dennoch bei „moderat” – erhöhtes Risiko beginnt erst ab 1,0. Wer die Zahlen verwendet: Der Q1-Wert wurde von 0,69 auf 0,62 revidiert, das gehört bei Zeitreihen dazugesagt.

Woher der Preisdruck kommt, zeigt der Raiffeisen-Transaktionspreisindex vom 7. Juli: Stockwerkeigentum plus 4,2 Prozent im Jahresvergleich, Einfamilienhäuser plus 3,4 Prozent, in der Westschweiz plus 6,3 Prozent. Fredy Hasenmaile, Chefökonom von Raiffeisen Schweiz, sieht die Preisdynamik „nach wie vor sehr hoch”. Eine Metaanalyse von Fahrländer Partner vom 17. Juli stützt das.

Einordnung: Die Schweiz ist der Gegenentwurf zu Österreich – tiefe Hypothekarzinsen, knappes Angebot, stabil steigende Preise. Für österreichische Investoren ist sie damit weniger Vergleichsmarkt als Erinnerung daran, wie stark die Zinsentwicklung alles andere überlagert.

→ ubs.com – Swiss Real Estate Bubble Index · raiffeisen.ch – Transaktionspreisindex Q2 2026

Was aus den zehn Studien für Österreich folgt

Drei Dinge fallen auf, wenn man die Berichte nebeneinanderlegt.

Erstens: Österreich hat ein Angebotsproblem, kein Nachfrageproblem. Das Wohn-Investment bricht um 80 Prozent ein, während die Nachfrage hoch bleibt, in Wien nur rund 2.570 freifinanzierte Mietwohnungen entstehen und die Baukosten um 4,9 Prozent steigen. Diese Kombination löst sich nicht von allein auf – sie verschiebt das Problem in die Jahre 2028 und 2029.

Zweitens: Die Schere zwischen Wohnen und Gewerbe öffnet sich wieder. Der vdp-Index macht es an einer einzigen Zahl fest: plus 1,9 gegen minus 1,2 Prozent. Wer noch von einer allgemeinen Bodenbildung spricht, sollte präzisieren, welche Assetklasse er meint.

Drittens: Die Studien selbst sind vorsichtiger geworden. Fast überall stehen heuer Konjunktive und geopolitische Vorbehalte, wo vor drei Jahren Prognosen standen. Man kann das als Erkenntnisgewinn lesen.

Zwei Termine sind für den Herbst absehbar: die nächste EZB-Sitzung und die Herbstgutachten. Bis dahin bleibt die Halbjahresbilanz die beste verfügbare Datengrundlage.

Häufige Fragen zu den Immobilienstudien im Sommer 2026

Wie hat sich der österreichische Immobilien-Investmentmarkt im ersten Halbjahr 2026 entwickelt?

Laut CBRE Austria lag das Transaktionsvolumen bei rund einer Milliarde Euro, ein Minus von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das zweite Quartal allein brach um 80 Prozent auf rund 300 Millionen Euro ein. Der Anteil internationaler Investoren stieg zugleich von 35 auf 53 Prozent. EHL beziffert das Halbjahresvolumen mit rund 1,15 Milliarden Euro – die Abweichung erklärt sich durch unterschiedliche Erhebungsstichtage und Zählweisen.

Um wie viel sind die Baukosten in Österreich 2026 gestiegen?

Der Baupreisindex der Statistik Austria lag im zweiten Quartal 2026 bei 104,9 Punkten, plus 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Im Hochbau betrug der Anstieg 3,6 Prozent, im Tiefbau 7,0 Prozent und im Straßenbau 7,5 Prozent.

Wie viele Mietwohnungen entstehen 2026 in Wien?

Nach dem EHL-Marktupdate werden für das Gesamtjahr 2026 rund 2.570 freifinanzierte und rund 2.280 geförderte Mietwohnungen erwartet. Die Mieten stiegen im ersten Halbjahr in allen großen Segmenten über der Inflationsrate.

Steigen oder fallen die Immobilienpreise in Deutschland?

Beides, je nach Assetklasse. Der vdp-Immobilienpreisindex für das zweite Quartal 2026 weist Wohnimmobilien mit plus 1,9 Prozent aus, Büroimmobilien mit minus 1,2 Prozent und Einzelhandel mit minus 0,2 Prozent – der erste Gewerberückgang auf Jahressicht nach fünf Quartalen im Plus.

Gibt es in der Schweiz eine Immobilienblase?

Der UBS Swiss Real Estate Bubble Index stieg im zweiten Quartal 2026 auf 0,72 Punkte und damit das sechste Quartal in Folge. UBS stuft das Risiko weiterhin als „moderat” ein; als erhöht gilt es erst ab einem Indexwert von 1,0.

Welche Immobilienstudien sind im Sommer 2026 erschienen?

Die zehn wichtigsten sind in der Übersichtstabelle oben aufgeführt – von CBRE, EHL, Statistik Austria, vdp, empirica, JLL, Destatis, Deutsche Hypo, UBS und Raiffeisen, jeweils mit Datum und Kernzahl.

Zur Auswahl

Berücksichtigt wurden Studien, Indizes und Marktberichte mit eigener Datenbasis, die zwischen 20. Juni und 19. August 2026 von einem namentlich benannten Herausgeber veröffentlicht wurden und deren Methodik nachvollziehbar ist. Reine Unternehmensmeldungen und Whitepaper ohne Datengrundlage blieben außen vor. Bei mehreren Berichten eines Hauses im Zeitraum wurde der jeweils marktbreiteste ausgewählt, ergänzende Berichte sind im Fließtext erwähnt.

Alle Zahlen nach Angaben der jeweiligen Herausgeber. Die empirica-Detaildaten sind kostenpflichtig, einzelne EHL-Berichte nur nach Registrierung verfügbar. Die PDF-Links von Fahrländer Partner und UBS zeigen jeweils die aktuellste Ausgabe und werden mit der nächsten Publikation überschrieben.

Quelle: immobilien-redaktion.com

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Swiss Prime Site erhöht den Gewinn

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Das Unternehmen verkaufte in H1 über Buchwert und steigerte dank Aufwertungen den Gewinn deutlich. Das Like-for-like-Mietwachstum ging unterdessen etwas zurück.


–

Das grösste kotierte Immobilienunternehmen der Schweiz hat Halbjahreszahlen präsentiert. (Bild: Swiss Prime Site)

Swiss Prime Site hat im ersten Halbjahr 2026 Mieterträge von 230,6 Mio. CHF erzielt, 2,2 % mehr als in der Vorjahresperiode. Der Konzern führt das auf Neuvermietungen nach Umbauten, Vertragsverlängerungen zu höheren Mieten und die Zukäufe des Vorjahres zurück; Verkäufe und laufende Umbauten wirkten gegenläufig. Auf vergleichbarer Basis (EPRA like-for-like) stiegen die Mieten um 1,4 %, nach 2,2 % im ersten Halbjahr 2025. Davon entfielen 1,3 % auf Neuabschlüsse und Verlängerungen über den bisherigen Bestandsmieten, lediglich 0,1 % auf Indexierung und Leerstandsabbau. Regional ging die Schere auseinander: Am Genfersee legten die vergleichbaren Nettomieten um 7,3 % zu, in der Zentralschweiz gaben sie um 5,8 % nach, in Zürich betrug das Plus 0,7 %.

Als Beispiele für Vermietungserfolge nennt der Bericht das Alto Pont-Rouge in Lancy (GE), das nun vollständig vermietet sei, und den Prime Tower in Zürich, wo «bedeutende» Mieter nach 15 Jahren um weitere 5 bis 15 Jahre verlängert hätten. Die Leerstandsquote blieb gegenüber Ende 2025 unverändert bei 3,7 %, die gewichtete Restlaufzeit der Mietverträge (WAULT) stieg von 5,3 auf 5,7 Jahre. Der Betriebsertrag des Konzerns sank wegen des Wegfalls der Jelmoli-Umsätze auf 271,1 Mio. CHF; bereinigt um diesen Effekt lag er mit 270,3 Mio. CHF um 3,4 % über Vorjahr. Das um Neubewertungen und Verkaufsgewinne bereinigte Ebitda stieg um 4,6 % auf 208,7 Mio. CHF, der FFO I je Aktie um 2,4 % auf 2,15 CHF.

Der Reingewinn legte um 17,2 % auf 192,5 Mio. CHF zu. Treiber war die Neubewertung der Renditeliegenschaften mit 148,0 Mio. CHF (Vj. 102,0 Mio.), was rund 60 % des Gewinns vor Steuern von 247,1 Mio. CHF entspricht. Von 107 Bestandsliegenschaften wurden 84 höher und 22 tiefer bewertet. Ohne Neubewertungen, Verkäufe, latente Steuern und den Einmaleffekt aus der Refinanzierung weist der Konzern einen Gewinn von 165,7 Mio. CHF aus (Vj. 156,3 Mio.).

Verkäufe über Buchwert, keine Zukäufe

Im ersten Halbjahr trennte sich Swiss Prime Site von fünf Liegenschaften mit einem Marktwert von 166,9 Mio. CHF per Ende 2025, vor allem kleineren Einkaufszentren an Sekundärlagen. Unter dem Strich resultierte ein Gewinn von 6,9 Mio. CHF oder 4,2 % über dem Fair Value, wobei Gewinnen von 10,0 Mio. CHF Verluste von 3,0 Mio. CHF gegenüberstanden. Zukäufe gab es keine, «angesichts der hohen Preise am Transaktionsmarkt». Das Portfolio umfasst damit 127 Objekte (Ende 2025: 132) mit einem Wert von 14,01 Mrd. CHF (+0,6 %) und 1.565.528 qm vermietbarer Fläche. Das Projekt Bern 131 an der Stauffacherstrasse 131 in Bern (BE) mit 14.080 qm Nutzfläche, davon 90 % Büro, wurde fertiggestellt und in den Bestand umklassiert; die Leerstandsquote liegt dort bei 0,7 %.

Assetmanagement mit 0,95 Mrd. CHF Neugeld

Die Assetmanagement-Sparte mit der Tochter Swiss Prime Site Solutions steigerte den Ertrag um 5,2 % auf 40,0 Mio. CHF und das Ebitda um 8,9 % auf 26,0 Mio. CHF, bei um 1,0 % auf 14,0 Mio. CHF gesunkenen Kosten. Die verwalteten Vermögen wuchsen um 3,5 % auf 14,8 Mrd. CHF, der Neugeldzufluss erreichte 0,95 Mrd. CHF (Vj. 0,62 Mrd.).

Guidance bestätigt

Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern einen FFO I am oberen Ende der Bandbreite von 4,25 bis 4,30 CHF je Aktie. Die Mieterträge sollen höher und die Leerstandsquote tiefer liegen als im Vorjahr. Im Assetmanagement hält das Unternehmen am Ziel eines organischen Wachstums der Assets under Management von rund 1,0 Mrd. CHF pro Jahr fest. Der Verschuldungsgrad soll im Jahresverlauf wieder unter 39% sinken.

Verkäufe

  • Olten (SO), Frohburgstrasse 1 (Verkauf per 05.01.2026; Marktwert Ende 2025: 6,535 Mio. CHF)
  • Lutry (VD), Route de l’Ancienne Ciblerie 2 (per 01.02.2026; 26,88 Mio. CHF)
  • Payerne (VD), Route de Bussy 2 (per 01.02.2026; 23,74 Mio. CHF)
  • Luzern (LU), Kreuzbuchstrasse 33/35 (per 01.05.2026; 18,93 Mio. CHF)
  • Thônex (GE), Rue de Genève 104–108 (per 01.05.2026; 90,78 Mio. CHF)

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Das Unternehmen verkaufte in H1 über Buchwert und steigerte dank Aufwertungen den Gewinn deutlich. Das Like-for-like-Mietwachstum ging unterdessen etwas zurück.


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Das grösste kotierte Immobilienunternehmen der Schweiz hat Halbjahreszahlen präsentiert. (Bild: Swiss Prime Site)

Swiss Prime Site hat im ersten Halbjahr 2026 Mieterträge von 230,6 Mio. CHF erzielt, 2,2 % mehr als in der Vorjahresperiode. Der Konzern führt das auf Neuvermietungen nach Umbauten, Vertragsverlängerungen zu höheren Mieten und die Zukäufe des Vorjahres zurück; Verkäufe und laufende Umbauten wirkten gegenläufig. Auf vergleichbarer Basis (EPRA like-for-like) stiegen die Mieten um 1,4 %, nach 2,2 % im ersten Halbjahr 2025. Davon entfielen 1,3 % auf Neuabschlüsse und Verlängerungen über den bisherigen Bestandsmieten, lediglich 0,1 % auf Indexierung und Leerstandsabbau. Regional ging die Schere auseinander: Am Genfersee legten die vergleichbaren Nettomieten um 7,3 % zu, in der Zentralschweiz gaben sie um 5,8 % nach, in Zürich betrug das Plus 0,7 %.

Als Beispiele für Vermietungserfolge nennt der Bericht das Alto Pont-Rouge in Lancy (GE), das nun vollständig vermietet sei, und den Prime Tower in Zürich, wo «bedeutende» Mieter nach 15 Jahren um weitere 5 bis 15 Jahre verlängert hätten. Die Leerstandsquote blieb gegenüber Ende 2025 unverändert bei 3,7 %, die gewichtete Restlaufzeit der Mietverträge (WAULT) stieg von 5,3 auf 5,7 Jahre. Der Betriebsertrag des Konzerns sank wegen des Wegfalls der Jelmoli-Umsätze auf 271,1 Mio. CHF; bereinigt um diesen Effekt lag er mit 270,3 Mio. CHF um 3,4 % über Vorjahr. Das um Neubewertungen und Verkaufsgewinne bereinigte Ebitda stieg um 4,6 % auf 208,7 Mio. CHF, der FFO I je Aktie um 2,4 % auf 2,15 CHF.

Der Reingewinn legte um 17,2 % auf 192,5 Mio. CHF zu. Treiber war die Neubewertung der Renditeliegenschaften mit 148,0 Mio. CHF (Vj. 102,0 Mio.), was rund 60 % des Gewinns vor Steuern von 247,1 Mio. CHF entspricht. Von 107 Bestandsliegenschaften wurden 84 höher und 22 tiefer bewertet. Ohne Neubewertungen, Verkäufe, latente Steuern und den Einmaleffekt aus der Refinanzierung weist der Konzern einen Gewinn von 165,7 Mio. CHF aus (Vj. 156,3 Mio.).

Verkäufe über Buchwert, keine Zukäufe

Im ersten Halbjahr trennte sich Swiss Prime Site von fünf Liegenschaften mit einem Marktwert von 166,9 Mio. CHF per Ende 2025, vor allem kleineren Einkaufszentren an Sekundärlagen. Unter dem Strich resultierte ein Gewinn von 6,9 Mio. CHF oder 4,2 % über dem Fair Value, wobei Gewinnen von 10,0 Mio. CHF Verluste von 3,0 Mio. CHF gegenüberstanden. Zukäufe gab es keine, «angesichts der hohen Preise am Transaktionsmarkt». Das Portfolio umfasst damit 127 Objekte (Ende 2025: 132) mit einem Wert von 14,01 Mrd. CHF (+0,6 %) und 1.565.528 qm vermietbarer Fläche. Das Projekt Bern 131 an der Stauffacherstrasse 131 in Bern (BE) mit 14.080 qm Nutzfläche, davon 90 % Büro, wurde fertiggestellt und in den Bestand umklassiert; die Leerstandsquote liegt dort bei 0,7 %.

Assetmanagement mit 0,95 Mrd. CHF Neugeld

Die Assetmanagement-Sparte mit der Tochter Swiss Prime Site Solutions steigerte den Ertrag um 5,2 % auf 40,0 Mio. CHF und das Ebitda um 8,9 % auf 26,0 Mio. CHF, bei um 1,0 % auf 14,0 Mio. CHF gesunkenen Kosten. Die verwalteten Vermögen wuchsen um 3,5 % auf 14,8 Mrd. CHF, der Neugeldzufluss erreichte 0,95 Mrd. CHF (Vj. 0,62 Mrd.).

Guidance bestätigt

Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern einen FFO I am oberen Ende der Bandbreite von 4,25 bis 4,30 CHF je Aktie. Die Mieterträge sollen höher und die Leerstandsquote tiefer liegen als im Vorjahr. Im Assetmanagement hält das Unternehmen am Ziel eines organischen Wachstums der Assets under Management von rund 1,0 Mrd. CHF pro Jahr fest. Der Verschuldungsgrad soll im Jahresverlauf wieder unter 39% sinken.

Verkäufe

  • Olten (SO), Frohburgstrasse 1 (Verkauf per 05.01.2026; Marktwert Ende 2025: 6,535 Mio. CHF)
  • Lutry (VD), Route de l’Ancienne Ciblerie 2 (per 01.02.2026; 26,88 Mio. CHF)
  • Payerne (VD), Route de Bussy 2 (per 01.02.2026; 23,74 Mio. CHF)
  • Luzern (LU), Kreuzbuchstrasse 33/35 (per 01.05.2026; 18,93 Mio. CHF)
  • Thônex (GE), Rue de Genève 104–108 (per 01.05.2026; 90,78 Mio. CHF)

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Quelle: www.immobilienbusiness.ch

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Lex Koller: SP und SVP fordern Verschärfung

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Milliarden aus dem Ausland stecken in Schweizer Immobilien – SP und SVP wollen das ändern

Linke, Rechte und der Bundesrat wollen die Lex Koller verschärfen, um etwas gegen die Krise auf dem Wohnungs­markt zu tun. Ein geeignetes Mittel?

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Milliarden aus dem Ausland stecken in Schweizer Immobilien – SP und SVP wollen das ändern

Linke, Rechte und der Bundesrat wollen die Lex Koller verschärfen, um etwas gegen die Krise auf dem Wohnungs­markt zu tun. Ein geeignetes Mittel?

Quelle: www.tagesanzeiger.ch

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Novavest steigert Gewinn im ersten Halbjahr deutlich

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Zürich – Die Immobilienfirma Novavest hat im ersten Halbjahr 2026 den Gewinn deutlich gesteigert. Für das zweite Semester ist das Unternehmen optimistisch.

Der Gewinn inklusive Neubewertungserfolg kletterte laut der Mitteilung vom Mittwochnachmittag um ein Viertel auf 20,1 Millionen Franken. Ohne Neubewertungserfolg, der sich im ersten Semester auf 6,0 Millionen belief, verbesserte sich das Ergebnis um knapp ein Fünftel auf 15,2 Millionen. Der Mietertrag fiel auf 20,7 Millionen Franken von 21,2 Millionen im Vorjahreszeitraum. Auf vergleichbarer Basis legten die Mieterträge der weiterhin gehaltenen Liegenschaften allerdings um 3,1 Prozent zu, wie es im Communiqué heisst. Dabei half die leicht tiefere Leerstandsquote von 1,9 Prozent; per Ende 2025 hatte sie noch bei 2,0 Prozent gelegen.

Aus dem Verkauf von sieben Liegenschaften erzielte Novavest zudem einen Gewinn von 3,6 Millionen Franken. Der Wert des Immobilienportfolios sank per Ende Juni auf 946,1 Millionen Franken nach gut 1,0 Milliarden Ende 2025.

Novavest weist zudem einen Net Asset Value (NAV) von 43,74 Franken pro Aktie aus (Ende 2025: 43,22 Fr.). Zudem wurde die Fremdbelehnungsquote auf 48,8 von 51,8 Prozent reduziert.

Positive Lage
Für das zweite Halbjahr 2026 geht Novavest von einer weiterhin positiven Lage im Schweizer Immobilienmarkt aus. Die Strategie mit Fokus auf «Wohnen für Jung und Alt» soll es der Gesellschaft ermöglichen, von der anhaltend hohen Nachfrage nach Wohnraum und der demografischen Entwicklung zu profitieren, heisst es in der Mitteilung.

Das bestehende Portfolio beinhalte zudem Entwicklungsreserven, die weiteres organisches Wachstum und Ertragsverbesserungen ermöglichten. Gleichzeitig sollen Liegenschaften weiterhin gezielt und selektiv veräussert werden, wenn deren Ertrags- und Wertentwicklung ihren Zenit erreicht habe oder sie mittel- bis langfristig nicht mehr zur Strategie passten. (awp/mc/pg)

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Zürich – Die Immobilienfirma Novavest hat im ersten Halbjahr 2026 den Gewinn deutlich gesteigert. Für das zweite Semester ist das Unternehmen optimistisch.

Der Gewinn inklusive Neubewertungserfolg kletterte laut der Mitteilung vom Mittwochnachmittag um ein Viertel auf 20,1 Millionen Franken. Ohne Neubewertungserfolg, der sich im ersten Semester auf 6,0 Millionen belief, verbesserte sich das Ergebnis um knapp ein Fünftel auf 15,2 Millionen. Der Mietertrag fiel auf 20,7 Millionen Franken von 21,2 Millionen im Vorjahreszeitraum. Auf vergleichbarer Basis legten die Mieterträge der weiterhin gehaltenen Liegenschaften allerdings um 3,1 Prozent zu, wie es im Communiqué heisst. Dabei half die leicht tiefere Leerstandsquote von 1,9 Prozent; per Ende 2025 hatte sie noch bei 2,0 Prozent gelegen.

Aus dem Verkauf von sieben Liegenschaften erzielte Novavest zudem einen Gewinn von 3,6 Millionen Franken. Der Wert des Immobilienportfolios sank per Ende Juni auf 946,1 Millionen Franken nach gut 1,0 Milliarden Ende 2025.

Novavest weist zudem einen Net Asset Value (NAV) von 43,74 Franken pro Aktie aus (Ende 2025: 43,22 Fr.). Zudem wurde die Fremdbelehnungsquote auf 48,8 von 51,8 Prozent reduziert.

Positive Lage
Für das zweite Halbjahr 2026 geht Novavest von einer weiterhin positiven Lage im Schweizer Immobilienmarkt aus. Die Strategie mit Fokus auf «Wohnen für Jung und Alt» soll es der Gesellschaft ermöglichen, von der anhaltend hohen Nachfrage nach Wohnraum und der demografischen Entwicklung zu profitieren, heisst es in der Mitteilung.

Das bestehende Portfolio beinhalte zudem Entwicklungsreserven, die weiteres organisches Wachstum und Ertragsverbesserungen ermöglichten. Gleichzeitig sollen Liegenschaften weiterhin gezielt und selektiv veräussert werden, wenn deren Ertrags- und Wertentwicklung ihren Zenit erreicht habe oder sie mittel- bis langfristig nicht mehr zur Strategie passten. (awp/mc/pg)

Quelle: www.moneycab.com

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Beruhigend gute Zahlen von PSP Swiss Property

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Beruhigend gute Zahlen von PSP Swiss Property

Dank eines Verkaufs steigert das Immobilienunternehmen den Gewinn deutlich. Die Zahlen zum Halbjahr sind solide, die Bilanz ein Highlight.

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Dank eines Verkaufs steigert das Immobilienunternehmen den Gewinn deutlich. Die Zahlen zum Halbjahr sind solide, die Bilanz ein Highlight.

Quelle: www.fuw.ch

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Lost-Place-Raststätte Walensee: Neues Projekt geplant

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Heute verwahrlost, künftig ein Kulturzentrum? Für diese Raststätte am Walensee gibt es vielleicht doch noch eine zukunft. 

Bild: Raphael Rohner (27.01.2023)

Darum geht es

  • Ein Liechtensteienr Unternehmer will die seit über 20 Jahren verfallene Raststätte am Walensee neu nutzen.
  • Geplant sind ein Ort für Begegnungen, Ausstellungen, Kultur und neue Ideen sowie eine Stiftung.
  • Erste Sanierungs- und Aufräumarbeiten laufen bereits, konkrete Pläne und eine Baubewilligung fehlen aber noch.

Kaum ein anderer Lost Place in der Schweiz ist so wenig versteckt, wie die seit über 20 Jahren verfallende ehemalige Raststätte am Walensee. Direkt am Seeufer gelegen fahren täglich Tausende Automobilistinnen und Automobilisten am brutalistisch anmutenden Betonklotz vorbei und fragen sich: Was ist eigentlich mit dieser Raststätte los?

Das Gebäude wurde 2003, nach rund 35 Jahren gastronomischem Betrieb aufgegeben. Der kritische Wendepunkt für die einst beliebte Raststätte lag jedoch damals bereits 17 Jahre zurück. Während die Raststätte bei ihrer Eröffnung von beiden Seiten, also von Zürich her wie auch aus Sargans, erreicht werden konnte, führte die Eröffnung des neuen Kerenzerberg-Tunnels dazu, dass weniger Reisende die Raststätte ansteuern konnten.

Raststätte seit 2017 nicht mehr mit dem Auto erreichbar

Durch die neue Verkehrsführung konnte die Raststätte ab 1986 von Zürich her kommend nicht mehr angefahren werden, was zur Folge hatte, dass diese einen grossen Teil ihrer potenziellen Kundschaft einbüste. Auf die Schliessung folgte der Verkauf der Immobilie 2005 für 540’000 Franken an eine Privatperson aus Uznach und schliesslich, 2013, für 795’000 Franken an den heutigen Eigentümer Heinz Peter Moravcik.

Dieser wollte die Raststätte in einem ersten Schritt zu einem Wohn- und Gewerbehaus umbauen und aufstocken, die Gemeinde verweigerte ihm jedoch die Baugenehmigung. Auch die Bestrebung des Eigentümers, nach einem Umbau selbst in die Immobilie einzuziehen, stiess bei der Gemeinde nicht auf offene Ohren.

Während der alte Parkplatz der Raststätte noch lange direkt von der A3 aus angefahren werden konnte, schloss das Bundesamt für Strassen (ASTRA) die Aufahrt im Jahr 2017. Begründet wurde der Schritt mit Sicherheitsbedenken, da die Auffahrt zu kurz war, sowie mit der Begründung, dass private Liegenschaften nicht von einer Nationalstrasse aus erschlossen werden dürfen.

Dass die Immobilie fortan nur noch per Fuss oder mit dem Fahrrad erreicht werden konnte, half kaum bei der Suche nach einer neuen Nutzung für den mittlerweile seit 14 Jahren leerstehenden Bau. Der Besitzer verlangte vom Bund, die Immobilie zurückzukaufen und forderte erst 1,5 Millionen, später reduzierte er seine Forderungen auf 1,3 Millionen Franken.

Verhandlungen scheitern – Interesse an Projekten bleibt bestehen

Der Bund, der durchaus Interesse an der ehemaligen Raststätte bekundete, lehnte das Angebot ab. Dieses sei überteuert, schliesslich hätte man die Pflicht, mit den anvertrauten Steuergeldern haushälterisch umzugehen, wie ein Sprecher des ASTRA gegenüber dem Blick